Start Politik Arbeitszeiterfassung für Lehrkräfte: Wie der Bremer Modellversuch den Schulbetrieb bundesweit umkrempeln soll

Arbeitszeiterfassung für Lehrkräfte: Wie der Bremer Modellversuch den Schulbetrieb bundesweit umkrempeln soll

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BREMEN. Wer übernimmt Klassenfahrten, Schulentwicklung, IT-Betreuung oder andere Zusatzaufgaben – und wer nicht? Nach den Vorstellungen der Bremer Bildungsbehörde soll diese Frage künftig nicht mehr vom Engagement einzelner Lehrkräfte abhängen. Bildungssenator Mark Rackles (SPD) erläutert, wie die Arbeitszeiterfassung die Verteilung der Arbeit in den Kollegien verändern soll. Dahinter steckt weit mehr als eine Abrechnung von Überstunden: Bremen erprobt einen grundlegenden Umbau der Organisation von Schule – als Modell für alle Bundesländer.

Belastungsausgleich. Illustration: News4teachers

Wer an einer Schule arbeitet, kennt das Phänomen. Neben dem Unterricht fallen unzählige Aufgaben an, die mit keiner Unterrichtsstunde abgegolten sind: Klassenfahrten organisieren, Elternabende vorbereiten, Schulentwicklungsgruppen leiten, Konflikte mit Eltern klären, die Homepage pflegen oder die digitale Ausstattung betreuen. Häufig sind es dieselben Lehrkräfte, die sich dafür melden. Andere halten sich stärker im Hintergrund. Ob sich diese Arbeit innerhalb eines Kollegiums tatsächlich gerecht verteilt oder einzelne dauerhaft deutlich mehr leisten als andere, lässt sich bislang kaum beantworten. Denn anders als der Unterricht wird dieser Teil der Lehrerarbeit kaum sichtbar.

Mit seinem Pilotprojekt zur Arbeitszeiterfassung will Bremen die Verteilung dieser Arbeit künftig systematisch erfassen. Nach den Vorstellungen von Bildungssenator Mark Rackles (SPD) sollen die erhobenen Daten die Grundlage dafür bilden, Aufgaben innerhalb der Kollegien anders zu verteilen und Überlastungen gezielt abzubauen. Im Interview mit dem Deutschen Schulportal beschreibt Rackles ausführlich, welche Konsequenzen das nach seiner Vorstellung für den Schulalltag haben könnte.

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„Die, die unterhalb des Arbeitssolls sind, müssen mehr arbeiten – das ist völlig klar“, sagt der Senator. Mehr Unterricht müsse das allerdings nicht bedeuten. „Die Unterrichtsverpflichtung wird ja normalerweise erfüllt und tatsächlich kontrolliert.“ Anders sehe es bei den zahlreichen Aufgaben aus, die zusätzlich anfielen. „In Schulen melden sich häufig immer dieselben, wenn es um Sonderaufgaben geht, und immer dieselben ducken sich weg. Da wird man tatsächlich die Arbeit umverteilen müssen, sodass etwa nicht immer der Kollege oder die Kollegin X auf Klassenfahrt fährt. Allgemein ist der Aufwand, der außerhalb des Unterrichts anfällt, in den letzten Jahrzehnten sehr stark gewachsen.“

Gerade dieser außerunterrichtliche Teil der Lehrerarbeit steht im Mittelpunkt des Bremer Projekts. Erfasst werden sollen nicht nur Unterrichtsstunden, sondern auch Unterrichtsvorbereitung, Korrekturen, Elterngespräche, individuelle Förderung, Aufsichten, Verwaltungsaufgaben und weitere Tätigkeiten. Erst wenn sichtbar werde, wie sich diese Arbeit tatsächlich verteile, lasse sich beurteilen, wo Kollegien dauerhaft überlastet seien und wo Aufgaben anders organisiert werden könnten.

„Es gibt viele Lehrkräfte, die in der Norm liegen, einige, die viel zu viel arbeiten, und einige, die viel zu wenig arbeiten“

So schätzt der Sozialdemokrat die Situation grundsätzlich ein: „Es gibt bereits diverse Studien zur Lehrkräftearbeitszeit, die alle eine Gaußsche Normalverteilung zeigen. Das heißt: Es gibt viele Lehrkräfte, die in der Norm liegen, einige, die viel zu viel arbeiten, und einige, die viel zu wenig arbeiten. Würden wir eine solche Studie in Bremen durchführen, käme exakt das Gleiche heraus. Im Durchschnitt kämen wir wahrscheinlich auf zwei bis drei Überstunden pro Woche. Und das ist nicht die Welt. Wenn man das auf ein Schulsystem wie Bremen hochrechnet, dann sind das 300 bis 400 Stellen, die man theoretisch mehr bräuchte, wenn es wirklich so wäre. Man kann aber auch schulorganisatorisch einiges umstellen, um die Spitzen zu entlasten. Einige Personen im Kollegium arbeiten ja weniger als ihre Sollzeit.“

Rackles weist den Vorwurf zurück, die Arbeitszeiterfassung diene der Kontrolle einzelner Lehrkräfte. Vielmehr gehe es darum, Belastungen sichtbar zu machen und daraus Konsequenzen für die Arbeitsorganisation abzuleiten. „Es geht nicht um Leistungskontrolle oder Sanktionen, sondern um einen Ausgleich, wenn Leute zu viel oder zu wenig arbeiten, also um schulorganisatorische Maßnahmen.“

Nach den Worten des Senators bedeutet das allerdings auch einen tiefen Kulturwandel an Schulen. „Bisher ist alles jenseits des Unterrichts unbestimmt.“ Sobald Lehrkräfte ihre Arbeit dokumentierten, entstünden zwangsläufig neue Fragen. „Wer macht was mit diesen Daten? Was kann die Schulleitung sehen? Wie arbeite ich im Vergleich zu Kolleginnen und Kollegen?“ Diese Diskussionen seien unvermeidlich. Bislang habe jeder seine außerunterrichtliche Arbeit weitgehend eigenständig organisiert. „Bisher hat jeder gemacht, was er will. Es gab eine große Blackbox.“

Genau diese „Blackbox“ soll nach den Vorstellungen Bremens erstmals geöffnet werden. Dabei geht es nicht nur um die Arbeitszeit einzelner Lehrkräfte, sondern auch um die Frage, welche Aufgaben überhaupt noch von Lehrkräften erledigt werden sollten. Im Pilotprojekt können die Beschäftigten ihre Arbeitszeit freiwillig verschiedenen Tätigkeitsbereichen zuordnen – etwa Unterricht, Unterrichtsvorbereitung oder sonstigen Aufgaben. Ursprünglich habe Bremen diese Zuordnung verpflichtend vorsehen wollen, berichtet Rackles. Auf Wunsch des Personalrats sei dies für den Modellversuch jedoch freiwillig geblieben.

Von den Daten verspricht sich der Senator weit mehr als einen Überblick über unterschiedlich hohe Vorbereitungszeiten einzelner Fächer. „Die andere Debatte ist: Wie viele Aufgaben sind neben Unterricht, Unterrichtsvor- und nachbereitung dazugekommen? Und was davon ist wirklich notwendig? Müssen es immer Lehrkräfte sein, die beispielsweise die IT warten?“ Erst wenn sichtbar werde, wie viel der „sehr teuren Lehrkräftearbeitszeit“ außerhalb des eigentlichen Unterrichts eingesetzt werde, könne darüber diskutiert werden, welche Aufgaben anders organisiert werden sollten.

Die Schulleitungen sollen dabei zunächst nur begrenzte Einblicke erhalten. Nach Rackles‘ Angaben sehen sie zunächst lediglich die aggregierten Arbeitszeiten und erkennen damit, wer deutlich über oder unter seiner Sollarbeitszeit liegt. Die nach Tätigkeiten aufgeschlüsselten Daten sollen die Lehrkräfte selbst in Gespräche mit der Schulleitung einbringen können. „Nur dann kann man fragen: Wo liegt die Belastung? Brauchst du für deine Vor- und Nachbereitung mehr Zeit als deine Kolleginnen und Kollegen oder als die Norm auf Landesebene? Ist es die sonstige Belastung? Bist du sehr viel im Gespräch mit Eltern?“

Am bisherigen Deputatsmodell will Bremen zunächst dennoch festhalten. Eine Arbeitszeiterfassung sei sowohl im klassischen Unterrichtsdeputat als auch in einem späteren Arbeitszeitmodell möglich, sagt Rackles. Ob daraus künftig ein grundsätzlich anderes Modell der Lehrerarbeitszeit entsteht, lässt der Senator offen. Zunächst gehe es darum, praktische Erfahrungen mit Datenschutz, Technik, Personalrecht und schulischer Organisation zu sammeln. Erst danach könne über weitergehende Veränderungen entschieden werden.

Für Rackles steht allerdings außer Frage, dass die Arbeitszeiterfassung selbst kommen wird. Einige Bundesländer hofften noch immer auf eine Ausnahme für Lehrkräfte, obwohl das Bundesarbeitsministerium derzeit einen Gesetzentwurf vorbereite. „Das ist aber eine Illusion.“ Schon zweimal habe das Bundesministerium entsprechende Ausnahmen abgelehnt. „Wir werden den Rechtsanspruch auf eine Arbeitszeiterfassung erfüllen, weil das eine rechtliche Norm ist, die Gerichte festgehalten haben.“

„Es gibt ein paar Bundesländer – sie liegen eher im Süden –, deren Verantwortliche einfach sagen: Sollen die Lehrkräfte doch klagen“

Diese Position vertritt Rackles seit Jahren. Bereits im vergangenen Jahr hatte News4teachers über ein Schreiben des Bundesarbeitsministeriums berichtet, das an den damaligen Bildungsberater gerichtet war. Darin stellte das Ministerium klar, dass sich die Verpflichtung zur Arbeitszeiterfassung bereits unmittelbar aus der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts ergebe. Geklärt sei das „Ob“, offen lediglich das „Wie“ der praktischen Umsetzung. Wenige Monate später kündigte Bremen als erstes Bundesland ein Pilotprojekt an, das diese rechtlichen Vorgaben erstmals systematisch auf den Schulbereich überträgt.

Wie zurückhaltend viele Länder den Bremer Weg weiterhin beobachten, schildert Rackles nun im Interview. „Einige Bundesländer hoffen noch, dass im Gesetzesentwurf des Bundesministeriums eine Bereichsausnahme für Schulen stehen wird. Das ist aber eine Illusion.“ Zwar hätten neuere Arbeitszeitstudien – insbesondere die Untersuchung des Sächsischen Kultusministeriums – die Sorge vor einem massiven zusätzlichen Personalbedarf etwas relativiert. Bremen habe zudem allen Ländern angeboten, die Erfahrungen des Pilotprojekts zu begleiten.

Manche Bildungsministerien setzten jedoch weiterhin auf Abwarten. „Es gibt ein paar Bundesländer – sie liegen eher im Süden –, deren Verantwortliche einfach sagen: Sollen die Lehrkräfte doch klagen. Bis die Klagen durch sind, bin ich schon nicht mehr im Amt.“ Das hält Rackles für falsch. Er betont deshalb: „Das tun wir nicht nur für Bremen, sondern das tun wir tatsächlich für alle Länder.“ News4teachers 

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212 Kommentare
dickebank
15 Tage zuvor

Damit geht Bremen aber über die reine Arbeitszeiterfassung hinaus. Hier soll der zeitliche Aufwand nach Tätigkeiten aufgeschlüsselt werden. Nicht, dass ich das für falsch halten würde. Wichtig wäre es aber in Abstimmung mit allen Beteiligten eine Liste aller Arbeiten aufzustellen. Es geht also um eine detaillierte Stellenbeschreibung wie in anderen Unternehmen und Verwaltungen auch.

Hysterican
14 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Vor allem muss es nicht nur um eine Liste von (möglichen) Tätigkeiten geben, sondern es muss v.a. geschaut werden, welche Tätigkeiten faktisch unabdingbar mit der Unterrichtstätigkeit gekoppelt sind … wir haben da nämlich eine Reihe von KuK, die ihre persönliche „Ackerfütges“ etablieren, dann nach einer gewissen Zeit aus diesem neugeschaffenen Arbeitsfeld ausscheren und entsprechend andere KuK, die mit diesem „Quatsch“ nix zu tun haben wollen, genötigt werden, das weiter zu führen.
Die „Ersttäter“ haben sich dann derweil bereits neuen „Herzensprojekten“ zugewendet, die wieder zusätzliche Arbeit – aber oftmals keinen Sinn machen.
So wächst der Berg an „Profilen, die unsere Schule im Wettbewerb mit den anderen“ so besonders macht – deshalb werden diese „Initiatoren“ von der SL auch nicht ausgebremst – dafür zunehmend aus dem Kollerikum verachtet.

dickebank
14 Tage zuvor
Antwortet  Hysterican

Tätigkeitsfeld „Einbremsen von überengagierten Kolleg*innen“ – Priorität: hoch. Der zeitlich Aufwand für dieses Tätigkeitsfeld wird mit dem Faktor 2 gewichtet.
Entspricht das so ansatzweise ihren Vorstellungen?

Dromeeda
14 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

es ist schon jetzt einfach unattraktiv 😀

dickebank
14 Tage zuvor
Antwortet  Dromeeda

Also mir hat das Einbremsen der „Kauper“ immer richtig Spaß gemacht.

Thomas
14 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

nein, weder Arbeitszeit noch Gehalt stimmen hier. Homeoffice und fehlende 35 Std. Woche sind nur noch die einsame Spitze des Niedergangs.

Thomas
14 Tage zuvor
Antwortet  Dromeeda

es wird ja einfach nicht gegen kompensiert gegen das fehlende Homeoffice, keine Alternativanreize gesetzt!

PetraOWL
13 Tage zuvor
Antwortet  Thomas

Sag ich ja, Mensch 😀

Lera
15 Tage zuvor

Bei einem Deputat von 28 Unterrichtsstunden sind mindestens 75% der Sollarbeitszeit Unterricht und unterrichtsnahe Tätigkeiten, um einen Mindeststandard (!) zu erfüllen.

Wer guten Unterricht macht, braucht dafür seine gesamte Wochenarbeitszeit, minimiert den Rest auf das absolut Notwendige (etwa 2 Stunden/Woche) und arbeitet das on top.

Hier liegt das Kernproblem der Überlastung. Das Deputat muss runter.

Das Gerede über Zusatzaufgaben ist daher eine wohlfeile Nebelkerze.

Meine Klassenfahrt plane ich natürlich selbst, so wie alle anderen auch. Welchen Vorteil sollte es haben, wenn ich die Fahrten fremder Klassen plane?

Die Elterngespräche in meiner Klasse führe ich natürlich selbst – wer sonst?

Das einzige valide Beispiel in dem Artikel ist die Homepage/IT. Das macht meistens einer, der sich relativ gesehen gut auskennt und Bock drauf hat, Entlastung dafür ist an Grundschulen komplette Fehlanzeige, an Gemeinschaftsschulen symbolisch.

laromir
14 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Was anfällt, kommt sicher auch auf die Schulform an und welche Klassen man hat. In der Sek ll hat man weniger Konferenzen und pädagogische Gespräche etc. dafür hat man jede Menge Korrekturen und am Ende das Abi. Als KL hat man ebenfalls andere Aufgaben und dann kommen noch Dinge wie Klassenfahrten, Wandertage, Schulfeste, Projektwochen, Projekttage zu allen möglichen Sachen, Lehrausflüge, Wettbewerbe, Elterngespräche usw. dazu. Plus Email Flut, Fachkonferenzen, Gesamtkonferenzen, Förderpläne und alles mögliche am besten in dreifacher Ausfertigung, diverse Arbeitsgruppen, wenn mal wieder ein neuer Erlass oder so kommt. Ach ja, irgendwann soll man auch noch Fortbildungen unterbringen. Natürlich abends zwischen 17 und 20 Uhr.

Chris
14 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Nun,
man könnte da Ihre Zusatzaufgaben schon outsourcen, damit Sie im Grundschulbereich trotz Deputat von 28 Stunden innerhalb der Wochenarbeitszeit von 41 Stunden bleiben.

Nur als Beispiele:
– Es wird eine Verwaltungsassistenz eingestellt, die sich ausschließlich um die Krankmeldungen und Entschuldigungen der Kinder kümmert und die auch eigenständig bei Erreichen der entsprechenden Grenzen (siehe Schulgesetz) Mahnungen an die Eltern rausschickt.
– Klassenfahrten werden als komplettes Pauschalpaket bei entsprechenden Reiseanbietern gebucht. Diese Anbieter treiben dann auch das Geld bei den Eltern ein.
– Elterngespräche werden werden erst geführt, wenn die Verwaltungsassistenz mit dem standardisierten Ablauf nicht mehr weiterkommt.
– Aufsichten in den Pausen etc. Können auch ausgelagert werden. Auch wir Lehrer haben ein Recht auf Pause.

Und, ganz wichtig: Es soll niemand kommen und sagen: „Ihr müsst Überstunden machen, um die lange Zeit der Schulferien herauszuarbeiten.“ Bei 41 Stunden/Woche ist Schluß. Im Arbeitsrecht ist geregelt, dass die Erbringung der Arbeitsleistung eine Holschuld des Arbeitgebers ist. Wenn er und Lehrer in den Schulferien nicht beschäftigen kann, weil keine Schüler anwesend sind, ist das das Problem des Arbeitgebers und nicht das Problem des Lehrers.

Allein schon, dass wir nicht über mindestens 2/5 unseres 30-tägigen Urlaubsanspruchs wirklich frei verfügen, ihn also auch in der Unterrichtszeit nehmen können, ist arbeitsrechtlich eigentlich nicht zulässig. Ich konnte als Lehrer z.B. keinen Urlaub nehmen, um alles zu regeln, als meine Mutter gestorben ist. Mit den 2 Tagen Sonderurlaub kommt man da ja bei weitem nicht aus, selbst wenn wir die emotionale Situation mal außer Acht lassen.

dickebank
14 Tage zuvor
Antwortet  Chris

Dafür sind die AU gedacht. Deshalb ja auch der hohe Krankenstand der Lehrkräfte.

Lera
14 Tage zuvor
Antwortet  Chris

Wie erfährt die einzustellende Verwaltungsfachkraft (wir wissen beide, dass das nicht passieren wird) eigentlich von den Kindern, die unentschuldigt krank sind?

Der Teufel liegt im Detail 😉

Natürlich kann ich ein Reisebüro beauftragen, kostet natürlich mehr dann. Und da wird es sicher auch einige Rückfragen und Telefonate geben. Fraglicher Nutzen. Plus: Es ist sinnvoll, vorher schon mal selbst mit der Unterkunft gesprochen zu haben.

Fräulein Rottenmeier
14 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Wir haben da ein praktikables System gefunden: bei uns werden die Kinder über IServ von den Eltern bis 7:30 Uhr krankgemeldet. Im Morgenkreis stellen wir dann fest, wer unentschuldigt fehlt und es geht über den Massenger von IServ eine kurze Mittelung raus, die die Sekretärin oder SVA (wir haben seit neustem tatsächlich so ein Exemplar) liest und dann bei den Eltern anruft. Feedback geht dann auch wieder über den Massenger…..geht flott, ist unproblematisch….
Vielleicht wäre das was für Ihre Schule?

Lera
14 Tage zuvor

Ich hatte bisher gar kein Problem damit, einen Strich in meinem Kalender zu machen, das dauert ca. eine Sekunde. Wie lange brauchen Sie für Ihre Nachricht? 😉

Fräulein Rottenmeier
14 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Nun ja, klar können Sie ein Strich machen, aber ich dachte, Ihre Frage geht in eine andere Richtung, nämlich dem Hinterherhaken nach dem Verbleib von unentschuldigt absenten Kindern. Das tut man so in der Grundschule…..könnte ja auch etwas passiert sein….

Chris
14 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Ich bin Pauker an einem Berufskolleg. Bei uns muss die Verwaltungsassistenz einfach im elektronischen Klassenbuch (Untis) nachsehen und weiß sofort von allen Schülern der Schule wer wann gefehlt hat.

Und ja, ich würde die Organisation der Klassenfahrten sofort an Reiseanbieter outsourcen, allein schon um nicht ewig hinter dem Geld säumiger Eltern hinterherlaufen zu müssen. Die können dann gerne direkt mit dem Reiseveranstalter abrechnen.

Lera
14 Tage zuvor
Antwortet  Chris

Die Frage ist ja, wie die Info in das System kommt. Ich nehme mal an, der Lehrer trägt sie im Falle des unentschuldigten Fehlens ein. Und was ist damit gewonnen gegenüber meiner Praxis, einen Strich in der Tabelle zu machen?

Fräulein Rottenmeier
13 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Sie können hinter Ihrem Strich auch gleich ein e setzen, denn die Abmeldungen sind zugleich Entschuldigungen, da der Grund gleich mit angegeben werden kann. Außerdem hat Untis den Vorteil (und IServ demnächst auch), dass man mit einem Klick die Fehlstunden am Ende des Halbjahres rausgeschmissen bekommt (einschließlich entschuldigt und unentschuldigt).

mathea kühnel
13 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Es geht nicht um den Strich, sondern um die Frage, wer telefoniert bei unentschuldigtem Fehlen hinter den Kindern/ Eltern her?

Chris
13 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Ich trage morgens nur ins Klassenbuch ein, dass der Schüler nicht da ist. Warum er fehlt und ob er entschuldigt fehlt oder nicht, darum kann sich gerne die Verwaltungsassistenz kümmern. Die bekommt dann ein eigenes Büro direkt neben dem Sekretariat und alle Mama-Zettel (= Entschuldigungen) und Atteste reichen dann die Schüler direkt dort ein und nicht mehr beim Klassenlehrer. Kommen die Atteste nicht oder nicht rechtzeitig, gehen automatisch die Mahnungen raus. Mich als Lehrer braucht es bei diesem Verwaltungsakt nicht.

Sporack
13 Tage zuvor
Antwortet  Chris

Gerade heute kam unaufgefordert eine „Nachbuchung“ über den Reiseanbieter der anstehenden Klassenfahrt an mich. Und wieder zusätzliche 11 EUR.

Ich bin sehr dafür, dass Klassenfahrten mit drei Essenszeiten organisiert werden. Aber kurz vor dem Termin noch „Kostennachschläge“ einzufordern, dass finde ich als Elternvertreter nicht okay.

Der Kostenrahmen ist während der Sitzungen lange diskutiert worden. Und nun wird aus dem „Fix-Kostenpaket“ eine Nachforderungsschlage …

Oder mit anderen Worten: Lieber keine Klassenfahrten mehr, wenn die Kosten nicht vorher fixiert sind.

Chris
13 Tage zuvor
Antwortet  Sporack

„ Ich bin sehr dafür, dass Klassenfahrten mit drei Essenszeiten organisiert werden.“

Und wer soll das machen? Bei meiner letzten Klassenfahrt hieß es beim Essen: „Halal, Koscher, Vegetarisch, Vegan, Lactosefrei und ohne Erdnüsse und das dann 3x täglich.“ Das sind Forderungen, die praktisch nur ein 5* Hotel erfüllen kann, nur muss man dann auch bereit sein den entsprechenden Preis zu zahlen.

Bei solchen Dingen bin ich jedenfalls raus.

Habe ich schon erwähnt, dass ich bei der letzten Klassenfahrt mit 8.000€ in bar unterwegs war, weil es natürlich für solche Fahrten kein Schulkonto gibt und mein privates Konto sowohl aus rechtlichen (Veruntreuung von Geldern) als auch aus technischen (Tageslimit der Auszahlungen reicht nicht aus) Gründen keine Option ist.

Fräulein Rottenmeier
13 Tage zuvor
Antwortet  Sporack

Ja, das ist ärgerlich, aber sicher nicht das Verschulden der Schule….

Pädagogische Fachkraft
13 Tage zuvor

Da machen sich, zumindest in BW, das KM und/oder die Regierungspräsidien einen faulen Lenz: Es sei „organisatorisch nicht zu machen, den Schulen rechtssichere Schulkonten zur Verfügung zu stellen.“ Daher drückt man beide Augen fest zu – bis mal eine größere Menge Geld irgendwie falsche Wege geht – und hofft darauf, dass die Lehrkräfte sich dieses rechtswidrige System, in das der Dienstherr (!) uns zwingt, weiterhin gefallen lassen. Es gibt aber inzwischen Bundesländer, die es schaffen, Schulkonten einzuführen und zu verwalten.

Antoniatony
12 Tage zuvor
Antwortet  Chris

Ja, Berufsschulen sind bei allen Diskussionen außen vor. Wir sind eine große mit Berufskolleg, Berufsschule, Berufsfachschule, Gymnasium …der Aufwand der durch viele einzelne Klassen entsteht , ist vielen gar nicht bewusst
Aber dennoch halte ich nichts von der Arbeitszeiterfassung
Es gab schon so ein Modellversuch, da wurde dann gestritten, ob die Stunde auf Klassenfahrt, bei der die Kinder theoretisch alleine durch die Stadt gezogen sind Arbeitszeit ist oder nicht
Da weiß ich auf was das ganze hinauslaufen wird
Am Ende wird jeder eine Stunde mehr Deputat bekommen
Daher werde ich mich weigern, es wird sich sowieso nichts ändern und die vielen Kommentare von Lehrern, die hier Entlastung fordern, weil sie lange zum korrigieren brauchen. Am Ende arbeitet dann der mehr, der schneller korrigiert, aber die selbe Anzahl an Arbeiten hatte
Für mich würde das nur mit Zeitvorgaben funktionieren, sonst wird das ein Wettbewerb, wer mehr arbeitet, obwohl gar nicht immer gearbeitet wird
Und die Frage, was ist Arbeitszeit
Mit Wirtschaft und Politik hat man einen enormen Aufwand auf dem neusten Stand zu sein
Zeitung lesen, Nachrichten ansehen ist Pflicht
Aber viele würden das der Freizeit zuordnen
Auch Fachliteratur lesen, Karikaturen für Klassenarbeiten suchen, dauert manchmal ewig.
Was wird man da als Arbeitszeit werten?
Auch ist es sehr fragwürdig, ob die Tätigkeit mit erfasst werden darf, da dies in normalen Unternehmen auch nicht gemacht werden darf

Es wird nur ein und ausgestempelt, aber keiner muss angeben, was er in der Zeit gemacht hat
Daher würde ich das auf keinen Fall machen
Ich korrigiere extrem viel an Feiertagen und nachts
Das würde arbeitsrechtlich dann verboten werden
Also warum soll ich mir das Leben mit der Erfassung unnötig erschweren
Ändern wird sich nur was, wenn sie keine Lehrer mehr hätten und das ist aktuell nicht der Fall

Lera
12 Tage zuvor
Antwortet  Antoniatony

SIE SELBST können, sollen und müssen am Ende einschätzen, ob sie gerade arbeiten oder nicht – ich persönlich merke den Unterschied doch recht deutlich. Zeiterfassung ist nichts Neues, das wird seit Jahrzehnten praktiziert.

Nur Mut, Sie schaffen das!

Teacher Andi
12 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Was hat das mit mangelndem Mut zu tun, wenn jemand die Sache eben anders sieht als Sie? Und gerade um diese Selbsteinschätzung geht es doch, was wird man als Arbeitszeit werten? Sie können es vergessen, dass sich der Dienstherr darauf einlässt.

Lera
12 Tage zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Da weiß ich auf was das ganze hinauslaufen wird
Am Ende wird jeder eine Stunde mehr Deputat bekommen
Daher werde ich mich weigern, es wird sich sowieso nichts ändern“

Klingt für mich ziemlich mutlos.

Teacher Andi
11 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Na dann seien Sie mal mutig und treten sie nach ganz oben, aber direkt.
Und wenn etwas mutlos klingt, hat das eine andere semantische Belegung als wenn man keinen Mut hat.

Lera
12 Tage zuvor
Antwortet  Teacher Andi

„Sie können es vergessen, dass sich der Dienstherr darauf einlässt.“

Ich denke nicht, dass der Dienstherr bei Petra auf der Terrasse kontrollieren kann. Sie?

Ich glaube auch nicht, dass der Dienstherr die räumlichen und finanziellen Möglichkeiten schafft, um mir einen richtigen Arbeitsplatz in der Schule zur Verfügung zu stellen. Sie?

Was genau befürchten Sie?

Warum sind Lehrer für Sie weniger vertrauenswürdig als ein Manager im Home-Office? Liegt das am Selbstbild? Fragen über Fragen.

Sporack
11 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Es könnte aber – theoretisch (praktisch auch schon erlebt) – die Anweisung ausgesprochen werden, dass „schriftliche Arbeiten“ das Gelände nicht verlassen dürfen. Hatte zur Folge, dass eine (Fachräume) wegen Korrekturen nicht nutzbar waren.
Was in Hochschulen/Universitäten funktioniert : Korrektur im Büro oder im Seminarraum – funktioniert nicht in jedem Schulgebäude.

Mr. Smith
10 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Der Andi ist sicher ein Lehrer mit einer gewissen Fächerkombination, die eine Arbeitszeiterfassung kontraproduktiv sieht

Teacher Andi
9 Tage zuvor
Antwortet  Mr. Smith

Gutes Argumnent, zieht immer, Beifall!
Trifft nur leider in meinem Fall nicht zu, da ich zu 90% mein Hauptfach unterrichte.
Es leben die Sportlehrerfeinde!

Schotti
12 Tage zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Der Dienstherr hat das aber nicht zu entscheiden, dafür gibt es ja Gesetze. Wir leben schließlich nicht in einer Diktatur.

Teacher Andi
12 Tage zuvor
Antwortet  Antoniatony

Endlich mal ein vernünftiger Beitrag und nicht ständig dieses Gejammere über die vielen Überstunden. Ich sehe das genauso, und die Energie, die man mit der Arbeitszeiterfassung vergeudet, sollte man tatsächlich dafür verwenden, die permanent von oben kommenden Zusatzaufgaben ohne Vorbereitung und ohne Hilfestellung, die keineswegs zum Kerngeschäft gehören, konsequent anzuprangern und nicht ständig Männchen zu machen, wenn „hoher“ Besuch aus dem KuMi kommt.

Lera
12 Tage zuvor
Antwortet  Teacher Andi

„Energie, die man mit der Arbeitszeiterfassung vergeudet“

Ach Gottchen… wie groß muss das schlechte Gewissen sein 😉

„Gejammere über die vielen Überstunden“ finden sie doof, um im nächsten Satz über „die permanent von oben kommenden Zusatzaufgaben ohne Vorbereitung und ohne Hilfestellung“ zu jammern… ich weiß ja nicht…

Übrig bleibt, dass Sie gegen AZE sind, an der Begründung… arbeiten Sie noch 😉

Teacher Andi
11 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Ich kann Ihrer Argumentation nicht folgen, ist mir zu pampig …..
sie verstehen immer noch nicht, dass ich das Problem anders gelagert sehe und ganz und gar nicht gegen die Kollegen schieße, die AZE befürworten, aber so wie die sich das vorstellen, wird es nicht funktionieren, und das geben die Gesetze auch nicht her.
Ich habe klar getrennt zwischen Kerngeschäft Unterricht mit all seinen außerunterrichtlichen Aufgaben und den tatsächlichen Zusatzaufgaben, die durch die gesellschaftlichen Probleme und gut gemeinte Vorgaben wie Integration und Inklusion, die der Lehrkraft einfach so noch zusätzlich aufgedrückt werden, und da braucht es Erleichterung, von mir aus auch die Redzierung des Deputats.
Warum wollen Sie mich partout nicht verstehen? Außerdem wird Ihr Sprachregister etwas unpassend, auch wenn Sie meinen, mit Emojis das Ganze aufzulockern.

Lera
11 Tage zuvor
Antwortet  Teacher Andi

„und da braucht es Erleichterung, von mir aus auch die Redzierung des Deputats“

Siehste, sind wir uns doch einig!

Und die AZE ist der (einzige realistische) Hebel, um das zu erreichen.

Man kann natürlich von vorne herein kapitulieren und davon ausgehen, dass unser Dienstherr dauerhaft gegen geltendes Recht verstoßen kann.

Hilft aber nicht.

Teacher Andi
11 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Und nochmal: ich habe nicht von kapitulieren gesprochen, sondern von einer ganz klaren Gegenwehr den immer mehr werdenden Zusatzaufgaben gegenüber. Diese lassen sich ganz klar definieren und der Aufwand, zusätzlich, ist ziemlich klar gefasst. Zudem lässt sich so manche Bürokratie wie Geld einsammeln, geplante Fahrten organisieren (Bus, Zug, Unterkunft, Museumseintritt etc.) auch an die Verwaltung auslagern, da sind viele Anrufe zu tätigen, Emails zu schreiben, Zeiten abzurufen, die durchaus nicht zur Lehrertätigkeit gehören, es sei denn, er möchte es selbst machen.
AZE ist geltendes Recht, das stimmt, ist aber in vielen Fällen nicht umsetzbar. Da ich schon in einer großen Firma gearbeitet habe, wo man am Abend mit den Kunden essen ging, auf Messen präsent war, Präsentationen außerhalb der Arbeitszeit organisiert hat und und …., da war keine Zeiterfassungsuhr, das hat man zusätzlich gemacht. Ein anpruchsvoller Posten erfordert nun mal ein erhöhtes Engagement und keine Erbsenzählerei.

Na ja
11 Tage zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Haben Sie nicht Sport als Fach?

Teacher Andi
11 Tage zuvor
Antwortet  Na ja

Wenn Sie auf meine Tätigkeit als Sportlehrer anspielen, und da höre ich schon heraus, dass die Sportlehrer natürlich einen Lenz haben und sich vor der AZE fürchten, da kann ich Sie beruhigen, ich erteile nur 2-4 Wochenstunden Sport im Schuljahr, der „Rest“ ist Hauptfach/Abitursfach. Trotzdem bin ich immer zusätzlich gefragt, und mache das gerne, weil Sport treiben in meinen Augen für die Schüler verdammt wichtig ist, wenn Sportfeste, interne Lehrerangebote, Sonderprogramme innerhalb der ersten Woche u.ä. zu organisieren sind.
Das wird Sie alles nicht interessieren, aber diese Spitze musste ich jetzt einfach abwenden, auch wenn mir das allählich auf den S….. geht.

Mr. Smith
10 Tage zuvor
Antwortet  Na ja

So wie er auf das Thema Arbeitszeiterfassung reagiert, ist das so sicher wie das Amen in der Kirche.

Teacher Andi
9 Tage zuvor
Antwortet  Mr. Smith

Mehr kommt nicht? Welche Fächerkombination soll das sein? Neidisch oder uninformiert oder beides?

Mr. Smith
10 Tage zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Das ist naiv. Wie wenn das einen der Kultusminister bisher interessiert, wenn „Mehrarbeit angeprangert wird“. Einfach herrlich!

Teacher Andi
9 Tage zuvor
Antwortet  Mr. Smith

Weil man es aus Dienstbeflissenheit nicht macht.

Chris
10 Tage zuvor
Antwortet  Antoniatony

„ Es gab schon so ein Modellversuch, da wurde dann gestritten, ob die Stunde auf Klassenfahrt, bei der die Kinder theoretisch alleine durch die Stadt gezogen sind Arbeitszeit ist oder nicht.“

Kann ich als Lehrer in der Zeit nach Hause fahren ohne für wen auch immer erreichbar zu sein? Nein? Ok, dann ist das Arbeitszeit!

Vergleichen sie es doch einfach mit dem Bereitschaftsdienst im Krankenhaus. Auch das ist Arbeitszeit und zwar zu 100%! Habe ich schon erwähnt, dass die maximale wöchentliche Arbeitszeit inkl. möglicher Überstunden bei 60 Stunden liegt? Da eine 5-tägige Klassenfahrt von Montag 8 Uhr bis Freitag 14 Uhr andauert, kommen in der Zeit 102 Stunden zusammen. Folglich muß jede Stelle einer Aufsichtsperson doppelt besetzt werden, um mit 102/2=51 Stunden unter der maximal zulässigen Arbeitszeit zu bleiben. Statt zwei Personen (männlich & weiblich) müssen also demnächst vier Lehrkräfte mitfahren. Schließlich sind die Kinder per Gesetz 24/7 zu beaufsichtigen (auch in der Nacht), weshalb das selbstverständlich alles Arbeitszeit ist.

Jerunda
14 Tage zuvor
Antwortet  Chris

„– Elterngespräche werden werden erst geführt, wenn die Verwaltungsassistenz mit dem standardisierten Ablauf nicht mehr weiterkommt.“
Das könnte man dann doch gleich noch auf Gespräche, die der Lehrer mit Schülern führt, erweitern.
Ich sehe da nur ein klitzekleines Problem: sollen nicht alle Schüler als Individuum wahrgenommen werden, mit allen Facetten (und dazu gehört auch ein Gespräch mit den Eltern, um sich ein Bild von der häuslichen Situation dort zu machen, von Stärken und Schwächen …) Wird nicht immer davon geredet, dass man als Lehrer eine Beziehung zu den Schülern und Eltern aufbauen soll, um präventiv allen möglichen Gefahren vorzubeugen?
Am Anfang meiner Dienstzeit war es noch Pflicht einmal (bei Bedarf auch zweimal) pro Schuljahr einen Hausbesuch bei jedem Schüler zu machen (das galt für GS und Sonderschulen), an weierführenden Schulen waren Elterngespräche mindestens einmal pro Jahr Pflicht.
Ach ja, und wie genau würde denn ein „standardisierter Ablauf“ eines Elterngesprächs genau aussehen? Das könnte doch dann auch ein Roboter übernehmen?

Chris
14 Tage zuvor
Antwortet  Jerunda

Ich bin Pauker an einem Berufskolleg und werde fast in allen Klassen nur mit einer Wochenstunde eingesetzt. Im nächsten Jahr habe ich bei einem Deputat von 25,5 Stunden 21 (einundzwanzig!) Klassen mit knapp 600 Schülern. In zwei Klassen bin ich mit nur einer Wochenstunde sogar Klassenlehrer. Ich habe es aufgegeben auch nur die Namen der Schüler zu lernen.

DAS ist die Realität.

dickebank
14 Tage zuvor
Antwortet  Chris

Die heißen ohnehin alle „Du da“.

Steißtrommler
12 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Sie müssen besser diverdifizieren! Manche heißen „Ey!!“

Jerunda
13 Tage zuvor
Antwortet  Chris

Das wäre doch mal eine Rechenaufgabe für die, die fordern, jeder Lehrer solle doch bitte individuell auf jeden einzelnen Schüler und dessen (Lern)Probleme eingehen und immer individuelles Feedback geben.

Chris
13 Tage zuvor
Antwortet  Jerunda

Meine Lösung der Rechenaufgabe ist relativ einfach: Das Schuljahr hat ca. 200 Schultage und jeder Schultag hat drei Pausen. Wenn jeder von euch in dem einen Jahr auch nur ein einziges Mal vorm Lehrerzimmer steht, habe ich nicht eine freie Pause mehr, denn 200 Tage mal 3 Pausen/Tag sind 600 Pausen und damit ziemlich genau die Anzahl meiner Schüler.

447
13 Tage zuvor
Antwortet  Jerunda

Habe ich schon ein paar mal vorgerechnet.

Um diesen Elfenbeinturmunfug zu entzaubern reicht simple Multiplikation.

dickebank
13 Tage zuvor
Antwortet  447

Geht auch Maßnahmen?

dickebank
13 Tage zuvor
Antwortet  447

Streichen Maßnahmen, setze Malnehmen.

Chris
13 Tage zuvor
Antwortet  447

Ja ok, dann rechnen wir das mal durch. Wir haben eine Dienstzeit von 41 Wochenstunden und müssen in dieser Zeit 25,5 Schulstunden unterrichten. Inkl. Vor- und Nachbereitung (Wer steht am Kopierer?) setze ich eine Schulstunde mal mit einer Zeitstunde an. Bleiben pro Woche also 41-25,5=15,5 Zeitstunden übrig. Bei 40 Schulwochen sind das 40*15,5=620 Stunden. In dieser Zeit müssen 1400 Klausuren korrigiert werden. Setzen wir für die Bewertung jeder Klausur mal 10 Minuten an, ergibt sich ein Korrekturaufwand von 233 Stunden. Bleiben also im Jahr noch 620-233=387 Stunden übrig. Kurzum habe ich für jeden Schüler pro Jahr ca. 30 Minuten Zeit. Diese Zeit geht schon für das Verwalten der Abwesenheiten drauf.

Jetzt werden Manche einwenden: Was ist denn mit den Ferien? In den Ferien kann ich nicht mit dem Schüler arbeiten, weil er schlicht nicht da ist. Außerdem sind in meiner Rechnung die Zeiten für die Erstellung von Abschlussprüfungen, für Konferenzen, Schulentwicklung … noch gar nicht enthalten.

Fazit: Für individuelle Beratung oder gar Förderung mit individuell angepasstem Lernmaterial ist exakt gar kein Zeitbudget vorgesehen!

Sprach ich schon von der Organisation von Klassenfahrten und den damit verbundenen Überstunden? Wenn ich per Gesetz 24/7 für die Rasselbande verantwortlich bin, auch wenn dies weder physisch noch arbeitsrechtlich (gilt leider nur für Angestellte) möglich ist, würde ich dafür auch gerne 24/7 bezahlt werden inkl. Nacht- und Wochenendzulage.

447
12 Tage zuvor
Antwortet  Chris

Genau so ist es.

Individuell Betreuen (und zwar echt, nicht gefaked indem man irgendwelche Zustände so definiert) können nur die Eltern.

Sporack
11 Tage zuvor
Antwortet  447

Wie gut, dass keine (voll) schriftliche Division nötig ist 🙂

DienstnachVorschrift
13 Tage zuvor
Antwortet  Chris

Das kenne ich. Der Vorteil dabei ist immerhin, dass vollkommen egal ist, was man unterrichtet/macht und wie niedrig das eigene Anforderungsniveau ist. Ich mache mir in den Klassen mit einer Wochenstunde überhaupt keinen Stress mehr. Am Ende bekommen (fast) alle sehr gute/gute Noten, niemand beschwert sich und die Note hat im Endeffekt sowieso überhaupt keine Relevanz.

Ich lassedie Schüler immer die Klassenfahrt selbst organisieren/bezahlen. Das geht meistens an der Berufsschule.

Chris
13 Tage zuvor

Bei mir ist es da etwas anders. Meine Note geht in die Abschlussnote mit rein und bei ca. der Hälfte der Klassen muss ich auch Abschlussprüfungen stellen.

Und dann kommen die Kollegen, die 12 Stunden pro Klasse haben, mit zwei Klassen ihr Deputat also quasi schon voll haben, und sagen mir ich solle mich nicht so anstellen.

Na ja
11 Tage zuvor
Antwortet  Jerunda

Wenn es Probleme mit Schülern gibt, können wir an meiner Schule auf verschiedene Hilfen wie schulpsychologische Beratung in einer offenen Sprechstunde oder auch auf Sozialpädagogen verweisen. Es ist sehr hilfreich und tatsächlich zeitsparend, wenn Fachkräfte die Beratung übernehmen und den Kontakt zum Elternhaus halten.

Lera
11 Tage zuvor
Antwortet  Na ja

Wie genau erfahren Sie dann, was da besprochen und vereinbart wurde?

—> Am Ende muss der Lehrer diese Infos haben, und mein Verdacht wäre, dass das direkte Gespräch am Ende

a) besser funktioniert als stille Post

b) gar nicht sooo viel länger dauert, als mir vom Sozpäd in der Pause das Ohr abkauen zu lassen.

blau
14 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Ganz genau. Guter Unterricht frisst sehr viel Zeit. Und daher mache ich auch keine Zusatzaufgaben außer Klassenleitung. Und da plane ich natürlich die Fahrten selbst (aber mit für mindestens eine Parallelklasse zur gegenseitigen Entlastung) und Elternarbeit usw natürlich auch selbst.

Teacher Andi
14 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Die unterrichtsfreie Zeit nehmen Sie sich aber auch selbst, oder? Wird immer gerne vergessen. Nicht dass ich den Arbeitsaufwand von uns Lehrern schmälern möchte, und ich finde es auch gut, dass die Arbeitszeiterfassung endlich mal zur Diskussion steht. Aber ich vermisse so ein bisschen den Verweis auf die flexible Arbeitszeit der Lehrer und die Tatsache, dass es immer Belastungsspitzen gibt und wieder Phasen, in denen nicht viel zu tun ist, was sich dann ausgleicht.
Ich empfinde es als wichtiger, dass die immer mehr werdenden Aufgaben, die nicht direkt zur Stellenbeschreibeung gehören, wie z.B. Mehrarbeit wegen Inklusion und Integration, Systembetreuung, Schulentwicklung für die externe Evaluation und noch so vieles mehr, was durchaus immer noch ausbaufähig ist, aber eigentlich durch Zusatzlehrkräfte und Assistenten unterstützt werden sollte, da es der eigentlichen Aufgabe die Zeit entzieht. Da sind die Stellschrauben, die es zu ändern gilt.
Elternabende, Unterrichtsgänge, Klassenfahrten gehören nun mal dazu, so wie das Zeugnisschreiben, Korrigieren und Klassenleitung. Und es wird immer Lehrer geben, sie sich mehr engagieren als andere, dies aber auch gerne tun.
Der Druck sollte ganz nach oben gehen, da der Dienstherr meint, sich mit Orden behängen zu müssen, indem er die Lehrkräfte mit noch mehr Aufgaben belastet, der machts ja, und man kann sich dann damit brüsten. Das ist nicht in Ordnung. Wenn ich allein bedenke, wieviel Mehrstunden wir für die Coronaphase geleistet haben, weil da oben keiner in der Lage war, ein vernünftiges und realisierbares Konzept zu lancieren, da waren nur Vorgaben, die Umsetzung blieb der Phantasie der Lehrkräfte überlassen. Hier wären Experten für die Einführung von Fernunterricht und Einrichtung der Hardware (da war ja auch nicht genug vorhanden) vonnöten gewesen. Und das ist es, was auf die Palme bringt. Unser Dienstherr war den ganzen Tag nur damit beschäftigt, uns seitenweise ministerielle Schreiben um die Ohren zu hauen, die wir dann gar nicht mehr gelesen haben, da das meiste davon eh für die Katz war.
Dasselbe bei der Flüchtlingskrise nach 2015, uns wurden auf einen Schlag 12 Flüchtlingsklassen zugewiesen, mit der Ansage, jeden Lehrer kann es treffen, da Unterricht zu halten. Wie der Unterricht gestaltet werden sollte bei den vielen unterschiedlichen Ethnien und sprachlichen Niveauunterschieden war ganz uns überlassen, kein Material, keine Anleitung, nur der Hinweis, dass diese Schüler nun versorgt werden müssen, zusätzlich zu den ganzen Unwägbarkeiten der Feindseligkeiten untereinander, und der Tatsache, dass den meisten gar nicht klar war, was Schulpflicht bedeutet. Drei externe Sozialpädagogen waren hilfreich, aber die Mehr-Arbeit war dennoch unüberschaubar.
Ist das noch normal vor dem Hintergrund, dass in gewissen Bereichen sofort Geld und Hilfen bereit gestellt werden, hier ist aber kein Geld da? Da ist das bisschen Mehrarbeit wegen Elterngesprächen Peanuts dagegen.

Lera
14 Tage zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Ja, Andi, erst rumraunen von wegen Ferien, dann zurückrudern und die Leistung „natürlich“ nicht schmälern wollen…

Sagen Sie gerne bescheid, wenn Sie herausgefunden haben, was Ihre Position ist. Dieses Andeuten und Relativieren ist sowas von nervig.

# Rhetorik

Teacher Andi
14 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Leider nicht so ganz verstanden, was ich meine. Macht nichts.

Lera
14 Tage zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Dann sind wir ja schon zwei!

Palim
14 Tage zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Ich frage mich, wo das Gegenteil der Belastungsspitzen sein soll.
Das ist doch eher ein Hochplateau und alles, was dann auch noch erledigt werden muss, aber verschiebbar ist, wird in der unterrichtsfreien Zeit erledigt.

Ja, die Arbeitszeit ist flexibel, der Umfang aber so hoch, dass er in der gesetzten Zeit nicht zu schaffen ist.

Teacher Andi
14 Tage zuvor
Antwortet  Palim

Mag sein, kann aber auch sein, dass die Lehrkräfte unterschiedlich organisiert sind und auch unterschiedliche Arbeitstempi haben. Ich zähle mich zu den supergenauen Trödlern, die sich gerne verzetteln, und deshalb auch länger brauche als andere, das ist aber einzig und alleine mein Problem.
Und wie gesagt, zum Umfang der Arbeit und welche Bereiche da reduziert gehören, habe ich mich ja deutlich geäußert.

laromir
13 Tage zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Ich erfasse seit mehreren Jahren meine Arbeitszeit und optimiere, was eben geht. Streiche, was nicht unbedingt sein muss und die Zeit reicht trotzdem nicht. Jedes Jahr bin ich mit 2-4 Wochen Mehrarbeit dabei, je nach Jahrgang, Abi usw. Mehr Struktur geht eigentlich nicht. Noch mehr weglassen geht auch nicht, ich mache ja jetzt schon nicht alles so, wie ich es eigentlich gerne würde. Sie Zeit langt hinten und vorne nicht.

447
13 Tage zuvor
Antwortet  laromir

Ich war auch mit einigem an Mehrarbeit dabei.

Habe meine Geschäftspolitik radikal geändert.

Bin jetzt im Normalbereich und es kommt mir immer noch wie Dauerurlaub vor.

Den Preis dafür zahlen halt andere später. Ist nicht (mehr) mein Problem.

Mr. Farmer
13 Tage zuvor
Antwortet  Palim

Die Phasen, in denen „nicht viel zu tun ist“, suche ich auch seit zehn Jahren. Liegt vielleicht an mir…

447
13 Tage zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Ich bin Lehrer an einer ganz normalen, NRW-üblichen Gesamtschule mit den ganz normalen Zuständen.

Bitte teilen Sie mir doch mal mit, in welchen Jahresabschnitten „weniger los“ ist – wenn ich nicht individuelle Absprachen bzw. zahlreiche Minimierungsstrategien nutze.

dickebank
13 Tage zuvor
Antwortet  447

Jeden Tag – so zwischen 12 Uhr und Mittag. Und natürlich an allen Tagen, an denen die SuS witterungsbedingt zuhause bleiben dürfen und das I-Net ausfällt.

Lena
14 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Der Kern ist doch: Schule wird gern als hochprofessionelles System dargestellt, arbeitet aber organisatorisch oft erschreckend unprofessionell.
Natürlich bleiben pädagogische Verantwortung, Elterngespräche und die Begleitung einer Klassenfahrt bei der jeweiligen Lehrkraft. Daraus folgt aber nicht, dass jede Lehrkraft Angebote einholen, Formulare erstellen, Genehmigungen koordinieren, Abrechnungen prüfen und Standardkommunikation jedes Jahr neu produzieren muss.
In professionellen Organisationen trennt man klar zwischen individueller Kernaufgabe und wiederkehrenden, standardisierbaren Prozessen. Schulen machen dagegen häufig alles personengebunden, individuell und nebenbei. IT, Homepage, Datenschutz, Fahrtenorganisation oder Terminierung laufen dann über denjenigen, der „sich auskennt und Bock darauf hat“.
Und anschließend wird genau diese selbst erzeugte Ineffizienz als Beleg dafür präsentiert, dass das Deputat zwingend sinken müsse. Das ist keine überzeugende Analyse von Überlastung, sondern vor allem ein Hinweis auf fehlende Arbeitsteilung, Standards und professionelle Organisation.

Lera
14 Tage zuvor
Antwortet  Lena

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Sie illustriert sehr schön, wie falsch man die pädagogische Sache sehen kann, wenn man man von oben, von außen und/oder technokratisch darauf schaut.

Arbeitsteilung ist ja kein Selbstzweck – es sei denn man hat eine ideolische Brille auf. Arbeitsteilung hat den Sinn, Arbeit effizienter zu erledigen.

Nun ist genau dies bei Klassenfahrten aber doch sehr fraglich. Der Status Quo ist, dass jeder selbst seine Fahrt bucht. Natürlich greife ich dabei auf vorhandene Expertise zurück- heißt: ich frage die Kollegen und recherchiere nicht von null, übernehme die Programmpunkte teilweise etc. Mehr braucht es dazu einfach nicht. Das ist bereits so effizient, wie es nur sein kann. Mittelsmänner, Beauftragte, Koordinatoren sind da überflüssig und einfach nur eine weitere Person, die mir potentiell meine Pause klaut.

Überhaupt finde sich es bizarr, dass Sie davon ausgehen, Lehrer hätten

a) überhaupt die Zeit, Dinge ineffizient zu erledigen
b) gar keine professionelle Praxis, bis Mc Kinsey das bestätigt.

Die meisten Schulen sind Grundschulen, die meisten Grundschulen sind klein und ländlich. Je Klasse gibt es einen Lehrer, halbtags eine Sekretärin, das war’s.

Wo genau wollen Sie da Arbeit teilen?

Lera
14 Tage zuvor
Antwortet  Lena

Ach ja: Die „überzeugende Analyse“ meiner Überlastung wird die AZE bringen.

Weit überzeugender jedenfalls als die angebliche Ineffizienz gleich als Prämisse der „Argumentation“ zu nutzen.

Lera
14 Tage zuvor
Antwortet  Lena

Technokratische Perspektive. Schlagworte. Ein unbelegtes Vorurteil als Prämisse einer vorgeblichen Argumentation.

Das ist wirklich keine überzeugende Analyse. Das ist nicht mal eine Analyse. Das ist ein in sich geschlossenes Sprachspiel.

Lateinlehrer
11 Tage zuvor
Antwortet  Lena

Sie haben recht. Irgendwie scheinen wir Lehrer alles gleichzeitig erledigen und bewältigen zu müssen. Wie wenn man zehn unterschiedliche Berufe ausüben und an mehreren Fronten gleichzeitig kämpfen würde. Und genau das ist, was die Kollegen stresst und auslaugt. Dabei könnte man doch viele Dinge komplett an andere Leute auslagern. Mir fällt da so einiges ein: Absenzen kontrollieren und verwalten, Geld und allerhand Elternbrief-Abschnitte einsammeln, Mahnungen versenden, täglich Unmengen an Papieren kopieren, Formulare für Hinz und Kunz ausfüllen, Aufsichten tätigen, sich um die OGS kümmern. Dann weiter: Klassenfahrten, Wandertage, Exkursionen und Schulfeste organisieren, Eltern über Bildungswege beraten, die Schule durch Schulentwicklung voranbringen, sich als Schulleitung mit Behörden herumstreiten, sich um die digitale Ausstattung und funktionierende Geräte, generell um IT in der Schule kümmern, in den Naturwissenschaften Versuchsapparaturen aufbauen. Ich könnte noch bis morgen weitermachen. Die Frage ist berechtigt, ob und warum man für alle diese Tätigkeiten unbedingt ein ausgebildeter Lehrer sein muss? Manche dieser Tätigkeiten könnten andere, eigens dafür ausgebildete Menschen (Verwaltungsangestellte, Sozialpädagogen, IT-ler, Berufsberater, Event-Manager, naturwissenschaftliche Assistenten) zeitlich effizienter und vielleicht sogar besser erledigen. DANN hätte der Lehrer auch mehr Zeit für sein eigentliches Kerngeschäft, nämlich das Unterrichten und das Erziehen von Kindern und Jugendlichen, eine exzellente Vor- und Nachbereitung, eine intensive Betreuung der Schüler, die Klassenleitung, eine konstruktivere Zusammenarbeit mit den Eltern, das Erstellen und Korrigieren von Prüfungen, das Abnehmen von Abschlussprüfungen, Zeugnisse usw. Also für das, wofür man als Lehrer eigentlich ausgebildet wurde. Wenn wir mal ehrlich sind, ist man allein mit diesen Aufgaben im Alltag schon gut beschäftigt und hat allein damit seinen Arbeitssoll schon vollständig erfüllt. Aber natürlich würde es sehr viel Geld kosten, zusätzliche Assistenzkräfte an den Schulen einzustellen und leider wird nirgendwo so viel gespart wie an der Bildung. Darum glaube ich auch nicht, dass sich an dieser Situation jemals etwas ändern und zum Besseren entwickeln wird.

Lera
11 Tage zuvor
Antwortet  Lateinlehrer

„DANN hätte der Lehrer auch mehr Zeit für sein eigentliches Kerngeschäft, nämlich das Unterrichten und das Erziehen von Kindern und Jugendlichen, eine exzellente Vor- und Nachbereitung, eine intensive Betreuung der Schüler“

Das ist mE ein Irrtum. Na klar, es gibt ein paar kleine Dinge, die andere machen könnten: Pausenaufsicht, kopieren wäre das bei mir. Geschätzt 1-2 Stunden pro Woche. Zum Vergleich: Unterricht (netto) 21 Zeitstunden, Vorbereitung/Korrektur mindestens 7 Zeitstunden.

Unterricht ist die Masse!

Der Rest ist eher… pillepalle.

mama51
15 Tage zuvor

„Es gibt viele Lehrkräfte, die in der Norm liegen, einige, die viel zu viel arbeiten, und einige, die viel zu wenig arbeiten“
Nun ja, das ist wohl in anderen Berufen ähnlich…

ABER:
MMn hängt dieser Umstand durchaus auch damit zusammen, dass tatsächlich nicht jeder eines Kollegiums „alles kann“! (…und auch nicht können muss!)
Denn zB die IT- Betreuung, die sehr Zeitaufwändig ist, kann man nun mal nicht jedem, von dem annimmt, dass „zu wenig“ getan würde, ausf Auge drücken und sagen: „Mach mal!“
(Wer glaubt, dass für diesen Bereich außerschulische Fachkräfte eingestellt würden, auch nicht irgendwann mal, … träumt einen schönen Traum…)
Ebenso verhält es sich bspw. mit der Betreuung von Mint- Sammlungen, der Schulsportkoordination, den Ämtern der FB- Leitungen, usw. … für all diese offiziellen Tätigkeiten gibt es oft auch nur marginale Deputatsentlastungen, wenn überhaupt. 🙁
Und will ich (SL) zB im Schulentwicklungsgremium 1 – 3 Personen (oder gar mehr) „hocken“ haben, die nur gezwungenermaßen dabei sind? Die sich weniger als halbherzig einbringen (wollen)?
Und wen will eine SL zur Organisation und Durchführung einer Klassenfahrt zwingen? OMG, die armen SuS …

Fragen über Fragen…

Und die Wichtigste überhaupt: WER soll den vermeintlich „zu wenig Arbeitenden“ (wenn das, mal wohlwollend angenommen, wirklich festgestellt wäre!?!?) diese Aufgaben übertragen? Teilweise schon wissend, dass eigentlich nix G`scheits dabei herauskommen wird? Halleluja! Es wird spannend!

447
13 Tage zuvor
Antwortet  mama51

An vielen Schulen dürfte es schwer werden, überhaupt jemanden zu finden, der WIRKLICH (also objektivierbar juristisch) „zu wenig“ arbeitet.

Dabei nicht vergessen (für Nicht-Lehrer):
JEDER ZINNOBER und Agitprop-Unfug über die nackte Unterrichtszeit hinaus beruht auf (i.d.R. unbezahlten) Überstunden.
Ja, jeder Quatsch, jeder kleine Ausflug, hier AG, da Zusatzangebot und und und.

Canishine
15 Tage zuvor

„Im Durchschnitt kämen wir wahrscheinlich auf zwei bis drei Überstunden pro Woche. Und das ist nicht die Welt. Wenn man das auf ein Schulsystem wie Bremen hochrechnet, dann sind das 300 bis 400 Stellen, die man theoretisch mehr bräuchte, wenn es wirklich so wäre. Man kann aber auch schulorganisatorisch einiges umstellen, um die Spitzen zu entlasten. Einige Personen im Kollegium arbeiten ja weniger als ihre Sollzeit.“
„nicht die Welt“, wenn jeder einzelne Lehrer (im Schnitt) in Bremen nach der Schätzung 2-3 Stunden pro Woche zu viel arbeitet?
2-3 Stunden bedeuten dann entsprechend 5%-7% mehr Personalkosten, wäre das auch nicht die Welt?

Realist
14 Tage zuvor
Antwortet  Canishine

Es wird immer absurder. 2-3 Stunden unbezahlte Mehrarbeit pro Woche werden einfach weggewischt, d.h. Lehrer arbeiten pro Woche im Vergleich zu großen Teilen der „freien“ Wirtschaft mittlerweile unbezahlt einen kompletten Tag mehr pro Woche (35-Stunden-Woche), ja die Ferien sind da schon eingerechnet. Das sind auf’s Berufsleben hochgerechnet (40 Jahre) 8 Jahre mehr!!! Während einige in der „freien“ Wirtschaft schon Mitte 50 mit einer halben Million Abfindung in der Vorruhestand gehen, arbeiten Lehrer mindestens bis 67, wer vorher geht bekommt eben keine Abfindung, sondern verzichtet auf große Teile seiner Pension. Mit den 8 Jahren Mehrarbeit arbeiten Lehrer also jetzt schon effektiv bis weit über 70, wenn sie eine volle Pension bekommen wollen.

Spekulation: Demnächst kommt dann noch die KI, die möglicherweise zu hoher Arbeitslosigkeit führen wird, da wird dann jeder von den Betroffenen eine relativ hohes „Automatiserungs-Grundeinkommen“ bekommen, aber nur, wenn er dank KI „unverschuldet“ arbeitslos wird: Man wird Berufe definieren, die das betrifft. Alternativ Ausgleichszahlungen für KI-bedingte Teilzeit. Und Lehrer werden nichts bekommen, da die KI sie nicht so schnell wegrationalisieren wird. Also letztendlich eine (verdeckte) Vollzeit-Arbeitspflicht für „systemrelevante“ Berufe (Lehrer, Pflegekräfte, Polizisten, …). Wartet es ab, so wird es kommen!

Gen Z weiß Bescheid!

Teacher Andi
13 Tage zuvor
Antwortet  Realist

Es steht jedem frei, den Beruf zu wechseln, wenn man doch so unzufrieden ist.

dickebank
13 Tage zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Ebenso frei steht es jedem, innerhalb des Systems die Bedingungen zu verändern. Stichworte: Tarifautonomie und Koalitionsfreiheit

Teacher Andi
12 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Dann sollte man sich doch eher mal nach oben wehren, und nicht immer nur buckeln und die Schüler und Kollegen leiden lassen.

447
13 Tage zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Ebenso steht es jedem frei, „Nö!“ zu Sachen zu sagen, die über die Dienstverpflichtung hinausgehen. Oooohhhh, armes Systemchen.

Lisa
14 Tage zuvor

Es gibt durchaus Arbeiten, für die LehrerInnen meiner Meinung nach nicht herangezogen werden sollten:
Pausenaufsichten, Busaufsichten oder Beaufsichtigung von Freiem Spiel in der Ganztagsschule, das Einsammeln von Geld oder Rückmeldezetteln. Dies alles nimmt unnötig Zeit in Anspruch.
Setzte man dafür anderes (Schul-)Personal ein, wäre schon einmal eine Entlastung geschaffen, so dass man mehr Kraft und Zeit für edukative und pädagoogische Aufgaben hat.

Lera
14 Tage zuvor
Antwortet  Lisa

Die genannten Punkte machen bei mir im Durchschnitt 20 Minuten pro Woche aus.

Unterricht sind netto 21 Zeitstunden.

Ich weiß gerade nicht, worüber wir hier reden.

Palim
14 Tage zuvor
Antwortet  Lera

An Grundschulen sind die zeitlichen Dimensionen wahrlich andere, da die Verlässlichkeit (5 Zeitstunden) und der Ganztag (8 Zeitstunden) auch über Aufsichten generiert wird.
Dabei werden die Zeiten nicht oder nur zur Hälfte auf das Deputat angerechnet, sind also in top.

Lera
14 Tage zuvor
Antwortet  Palim

Diesen Betrug gibt es bei uns (noch) nicht. Der AZE ist es auch egal, ob ich eine Stunde Aufsicht oder eine Stunde Unterricht mache. Eine Stunde ist eine Stunde ist eine Stunde 😉

Palim
14 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Nein, nein, dann sind plötzlich 2 Aufsichtsstunden und die Pause dazu insgesamt nur 1/2 Deputatstunde – weil es tatsächlich rechtlich möglich ist und weil die Versorgung so knapp ist, dass die SL darüber die Betreuung generiert.
Da gibt es etliche Modelle zu Lasten der Kolleg:innen, neben den offiziell möglichen gibt es dann noch welche, die dank Unwissenheit durchgesetzt werden.

Fräulein Rottenmeier
14 Tage zuvor
Antwortet  Palim

Es ist nicht nur rechtlich möglich, sondern rechtlich vorgeschrieben…..
Mal abgesehen davon, dass für jede gehaltene Unterrichtsstunde auch Vor- und Nachbereitungszeit mit im Deputat eingerechnet ist. Diese Zeit entfällt, wenn Sie den Kindern beim Mittagessen zuschauen….

Anders ist es, wenn Sie HA betreuen bzw. eine AG anbieten, dann zählt dies als ganze Unterrichtsstunde….

Es kommt also ganz auf die Tätigkeit an, die Sie im Ganztag verrichten. Es ist übrigens weiterhin genau errechnet und festgelegt, wie viele Lehrerstunden in den Ganztag der jeweiligen Schule fließen müssen. Das hat nichts mit knapp zu tun, denn diese Lehrerstunden sind bedarfserhöhend für die Schule und bedarfsmindernd für die OGS, d.h. ohne die Lehrerstunden fehlt es an Betreuungsstunden….

Palim
13 Tage zuvor

Ich kenne die rechtlichen Regelungen, halte sie für falsch, gerade weil Aufsichten nirgendwo gemessen werden (Pausen, Früh, spät, Bus… das ist schnell einiges an Zeit),
höre von anderen Schulen die falsche Umsetzung im Ganztag, bei der Lehrkräfte ganz großzügig für alles eingesetzt werden, aber die Zeiten nicht oder zu wenig angerechnet werden.

Man darf die Zeiten gerne 1:1 zählen oder aber anderes Personal einsetzen, dennoch habe ich als Lehrkraft in den Pausen der Schüler:innen noch genug Arbeit (Vor-/Nachbereitung, Gespräche mit Kindern/Kollg:innen, Telefonate), eine Pause im Sinne des Arbeitsrechts ist es doch nie.

Fräulein Rottenmeier
13 Tage zuvor
Antwortet  Palim

Natürlich ist eine Pause nur dann wirklich eine Pause, wenn Sie auch wirklich Pause haben 🙂
Aber was ist so schwer daran, dies auch als solches zu erfassen? Wenn Sie Aufsicht haben oder in der „Schülerpause“ den Unterricht vorbereiten oder ein dienstliches Gespräch haben, dann erfassen Sie das so. Wenn Sie Aufsicht führen, erfassen Sie das so. Ich sehe das Problem nicht.
Wenn ich auf dem Heimweg (der etwas länger dauert) ein dienstliches Gespräch führe, dann würde ich das genauso erfassen. Dann ist der Heimweg in diesem Fall auch Arbeitszeit…..

Palim
12 Tage zuvor

Es bezog sich auf die Zeiterfassung bzw. den Schulalltag.
Wenn vom Programm der AZE vorgegeben wird, dass nach 30 min eine Pause einzuhalten ist, dann ändert es den Schulalltag oder aber die Zeiterfassung erfasst nicht die geleistete Arbeit.
Ansonsten muss ja verbindlich eine Arbeitspause nach 6 Stunden eingeführt und eingehalten werden.

Fräulein Rottenmeier
12 Tage zuvor
Antwortet  Palim

Warum sollte das potenzielle Programm so gestaltet sein, dass es zu einer bestimmten Zeit Pausen vorschreibt, die Lehrkräfte gar nicht eingehalten werden können? Wieso gehen Sie davon aus?

Frederik März- wieder zensiert
12 Tage zuvor

Wegen des Arbeitsrechts! Wenn Sie mehr als 6h im System eingeloggt sind/ waren, wurd die Pause automatisch abgezogen- ob Sie nun pausiert haben oder nicht. Bei 10h pro Tag ist die Arbeitszeit gedeckelt und wenn Sie durchkorrigieren, dann auf eigenen Deckel bzw. für lau.

Fräulein Rottenmeier
12 Tage zuvor

Oh, okay…..dann kollidiert das System mit meiner Arbeitsweise….

GBS-Mensch
11 Tage zuvor

Wenn Sie rechtlich unbedingt so behandelt werden wollen wie Arbeitnehmer, wird man Ihnen, wie den meisten Arbeitnehmern, schon einbläuen, wie Sie zu arbeiten haben.
Arbeitnehmer, vielleicht ist das einmal zu Ihnen vorgedrungen, können sich (rechtlich) nicht auf ihre individuelle Arbeitsweise berufen.

Mitleser
12 Tage zuvor

Wie ein anderer bereits schrieb: aufgrund der gesetzlichen Grundlagen. Es macht keinen Sinn, eine AZE aufzustellen, die die Pausenregelungen und die Rahmenarbeitszeit außer Acht lässt. Das ist der Preis für den Verzicht auf die Vertrauensarbeitszeit.

447
13 Tage zuvor

Diese Trickserei könnte allerdings zunehmend auf Leute wie mich treffen:

Ach, das ist alles nur 0,0000001 Stunde wert, auch wenn ich irgendwo 2 x 45=90 Minuten plus 2 x 5= 10 Wegeminuten = 100 Minuten „abhänge“, „Schülern beim Essen zuschaue“ (also: Aufsicht führe, mit aller Verantwortung, die da dranhängt)?

Nun gut, dann mache ich in der Zeit auch genau das und bin für alles andere nicht ansprechbar.
So einfach ist das.

dickebank
14 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Bezahlte Aufsicht wird in NRW aber lediglich mit dem Faktor 0,5 gewichtet.
Daneben gibt es auch noch unbezahlte.

Lera
14 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Bei der AZE ist es egal, wie und ob der Dienstherr Aufsicht und Deputat gegeneinander aufrechnet.

Bei der AZE wird einfach nur Zeit gemessen.

Und wenn DA einer was faktorisieren will, dann widerspircht das dem Geist und dem Buchstaben des Gesetzes.

Fräulein Rottenmeier
13 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Es gibt keine unbezahlte Aufsicht, denn sie gehört zu den nichtunterrichtlichen Tätigkeiten….

dickebank
13 Tage zuvor

Dann war ich an den falschen Schulen.
Bezahlte Aufsichten:
Früh-, Mensa-, Mittagspausen-Außen- und Busaufsicht.
Alle anderen Pausenaufsichten im Innen- und Außenbeleuchtung gehörten zu den sonstigen außerunterrichtlichen Tätigkeiten, waren aber wegen der Größe des Kollegiums auf max. 3 unbezahlte Aufsichten beschränkt (bei Vollzeitstelle, bei 75% zwei und bei 50% allenfalls eine- TZ-Regelung).

mama51
13 Tage zuvor

Richtig! Und in Hessen sind die „großen“ Pausen (2x am Vormittag) auch nur für die SuS und nicht für die LK… die haben erst nach 5 Zeitstunden das Recht auf eine Pause von 45 – 60 Minuten! Also zwischen 13h und 14h… wer vormittags echte „Pausen“ hätte, weil keine oder „zu wenig“ Aufsicht, der rückt bei der Busaufsicht an…

Teacher Andi
12 Tage zuvor

Diese ganze Diskussion über die Pausenaufsichten zeigt doch, wohin die Reise bei einer Zeiterfassung geht. Das kann nicht funktionieren und wird auch in dieser Art nicht kommen. Ich muss langsam nur noch schmunzeln, was da plötzlich an Mehrarbeit an Land gezogen wird. Haben sich die Lehrer wirklich so verändert im Vergleich zu meiner Generation? Oder ist das Ganze jetzt diesem allgemein üblichen, medial forcierten, Überlastungshype geschuldet?

Lera
12 Tage zuvor
Antwortet  Teacher Andi

„Diese ganze Diskussion über die Pausenaufsichten zeigt doch, wohin die Reise bei einer Zeiterfassung geht.“

Tatsächlich? Tut sie das? An welcher Stelle? Und wohin geht die Reise denn nun?

Eigentlich sieht man an der Diskussion vor allem, dass sich die Tätigkeitsprofile individuell stark unterscheiden. Das spricht jetzt eher für eine AZE, ne.

447
12 Tage zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Muss ich wieder mit meinen Heckenschneider- und KfZ-Mechaniker-Beispielen anfangen?

Entweder gilt das alte Privilegienmodell, wo Lehrer zwar auch alle diese Pflichten hatten, aber mehr oder weniger machten was sie wollten und Chef waren (völlig unrealistisch, natürlich kommt das nie wieder) … ODER wir machen hier einen auf „modern“, „profi“ und „egalitär“, woraufhin nach Geist UND Buchstaben des Gesetzes ALLES zählt.
Ja, auch die fünftausend mal „sind dochcnur drei Minuten“.

Linea
13 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Das sind an unserer Schule bei einer Vollzeitstelle schon 60 Minuten reine Pausen- und Busaufsichten

Lera
13 Tage zuvor
Antwortet  Linea

60 ist ziemlich viel. Da lohnt sich bei euch langsam der Pausenmanager. Oder ihr habt zu viele Pausen wegen der „Verlässlichkeit“ 😉

Fräulein Rottenmeier
12 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Oder das Kollegium ist so klein, dass sich wenige Kollegen die vielen Aufsichten teilen müssen….wie bei uns Z.b…..

Lera
12 Tage zuvor

Nee, muss nicht, wir sind so klein, wie es nur geht, es gibt 10 Pausen/Woche zu verteilen, macht für jeden 2 –> 20-30 Minuten pro Schulwoche. Aber ja, andere haben noch Busaufsicht morgens und mittags, wobei die auch schon oft „outgesourced“ werden.

Fräulein Rottenmeier
12 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Sie machen alleine in der großen Pause Aufsicht?

Lera
11 Tage zuvor

Wie gesagt: sehr kleine Schule, wenig Schüler, kleiner Schulhof, einer reicht völlig.

dickebank
12 Tage zuvor

Große Schulen oder Schulzentren machen die Sache nicht unbedingt besser. Es gibt eben größere Schulgelände und schulgebäude bzw. mehrere Gebäude und somit auch mehr Aufsichtsbereiche, die besetzt werden müssen. Und so kommt dann jede VZ-Stelle auf drei Aufsichten.

Anna
11 Tage zuvor

So sieht es aus. Bei uns kommt jemand mit einer Vollzeitstelle auf 130 Minuten Pausenaufsicht in der Woche – Frühausicht, Hofpausen, Busaufsicht.

Schotti
14 Tage zuvor

300 bis 400 zusätzliche Stellen, allein im kleinen Bremen, hält Herr Rackles für „nicht die Welt“.

Interessant. Das wären zusätzliche Personalkosten von 20 bis 26 Millionen Euro. Wenn man das Personal überhaupt finden sollte.

Die großen Bundesländer brauchen dann das Zehnfache an neuen Stellen. Ich glaube nicht, dass alle die Sache ähnlich entspannt sehen.

Palim
14 Tage zuvor
Antwortet  Schotti

Wenn es „nicht die Welt“ ist, kann man die ja auch einfach ausschreiben und besetzen.

Palim
14 Tage zuvor

Wenn die Erfassung beginnt, wird man ja womöglich erfahren, wie das erfolgt.

Widersprüchlich finde ich bereits, dass man nach 6 Stunden eine Pause einhalten muss bzw. diese abgezogen wird, entsprechend Arbeitsschutzgesetz, gleichzeitig aber auch geäußert wird, der Schulalltag bleibe bestehen wie bisher.
Was ist mit Arbeit am WE, was mit Arbeit nach 22 Uhr oder oder …

Wenn man komplett erheben will, wie viel Arbeitszeit geleistet wird, kann man schlecht vorab Zeiten ausschließen oder aber man gesteht bereits dabei ein, dass der Alltag verändert wird.

Sporack
13 Tage zuvor
Antwortet  Palim

Pausen sind in 15 Minuten-Blöcken zu nehmen (vgl ArbZG § 4 Ruhepausen)
Raum-Wechsel ohne Schülergespräch ist somit eine bewegte Pause zwischen der zweiten und dritten Schulstunde.

Und bis die 6 Zeitstunden rum sind, ist auch die nächste große Pause (zwischen vierter und fünfter Schulstunde) rum. D.h. 30 Minuten Pause innerhalb von 6 Zeitstunden sind machbar.
Schulorganisatorisch müsste man dafür sorgen, dass nach Pausenhof-Aufsicht kein eigener Unterricht geplant ist. Damit man eben in dieser Schulstunde die individuelle Pause machen kann.

„Was ist mit Arbeit am WE, was mit Arbeit nach 22 Uhr oder oder“
=> da gibt es hinreichende Informationen zu (grundsätzlich verboten, es sei denn es gilt etwas anderes.)

Informationsseite als Übersicht : https://employment-social-affairs.ec.europa.eu/policies-and-activities/rights-work/labour-law/working-conditions/working-time-directive_de

Richtlinie 2003/88/EG über bestimmte Aspekte der Organisation der Arbeitszeit:
PDF-Datei: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32003L0088

Interpretative Mitteilung als rechtliche Leitlinien 
zu Auslegungsfragen in Bezug auf die Richtlinie 2003/88/EG des Europäischen Parlaments
und des Rates über bestimmte Aspekte der Arbeitszeitgestaltung
PDF-Datei: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52023XC0324(01)R(01) 

Palim
13 Tage zuvor
Antwortet  Sporack

Ich hatte schon geschrieben:
Wenn man komplett erheben will, wie viel Arbeitszeit geleistet wird, kann man schlecht vorab Zeiten ausschließen oder aber man gesteht bereits dabei ein, dass der Alltag verändert wird.“

Wenn man die Schülerpausen nicht als Arbeitszeit rechnen will, sondern als Arbeitspause, dann muss es diese sein. Also keine Absprachen keine Kopien, keine Schnelle DB, keine Aufgaben am Schüler… in dieser Zeit.

Und das verändert den Schulalltag maßgeblich
oder führt dazu, dass in den Arbeitspausen gearbeitet wird und die Zeit nicht erfasst wird.

Fräulein Rottenmeier
13 Tage zuvor
Antwortet  Sporack

Ich sehe auch nicht, warum ich mir den Kopf über rechtliche Vorgaben von xyz zerbrechen soll. Bei der AZE gebe ich das so ein, wie ich arbeite (gerne auch aufgeschlüsselt nach Tätigkeitsfeldern). Sollte ich feststellen, dass ich um die Pausen, die ich nicht habe, betrogen werde, würde ich schon einen Weg finden, wie ich dies als Arbeitszeit deklariere.

dickebank
13 Tage zuvor

Büroklammern aufheben, die samt Aufbewahrungsschachtel im Zuge dienstlicher Tätigkeiten vom übervollen Schreibtisch gestürzt sind.
Das ist pausenfüllend. – Muss ja nur auf dem Papier stattfinden.

Fräulein Rottenmeier
13 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Irgendwas wird sich finden…..zumal ich ja in der abgezogenen Pause defakto gearbeitet habe…Ich würde mich doch nicht von einem Erfassungssystem verarschen lassen….
Und ich denke auch nicht, dass dieses Erfassungssystem auf Fabrikarbeit (8 Stunden minus 30 Minuten) geeicht ist, sondern sehr viele Möglichkeiten bereithält, wie die AZ erfasst werden kann….

dickebank
13 Tage zuvor

Das Spiel wird anders herum gespielt.
Man lässt sich nicht vom Erfassungssystem verarschen, sondern man verarscht die Erfassung

GBS-Mensch
13 Tage zuvor

Schau an. Kaum ist eine Arbeitszeiterfassung auch nur im Gespräch, wird schon an den. Betrugsmechanismen gefeilt.

Fräulein Rottenmeier
12 Tage zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Ich neige nicht dazu, zu betrügen, aber wenn die AZE mir 30 Minuten Pause abzieht, die ich nicht genommen habe, dann fühle ich mich betrogen…..so rum!

GBS-Mensch
12 Tage zuvor

Wenn Sie Ihre Pause nicht nehmen, haben Sie gegen ein Gesetz und eine Anweisung verstoßen.

Es amüsiert mich immer über die Maßen bei diesen Diskussionen, wie unbeleckt viele im Bereich Arbeitsrecht sind und irgendwie die Illusion entsteht, dass da für Lehrer das Rad neu erfunden wird.

Der Arbeitgeber übt sein Direktionsrecht (in der Regel) über einen Dienstplan aus und der ist einzuhalten.

Gerade an einer Grundschule sollte das dann auch nicht so schwer sein.

8-13 Uhr 14-17 Uhr oder so bei einer Vollzeitstelle.

Lera
11 Tage zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Wieder so eine düstere Prophezeiung, die ganz schlecht altern wird.

# Zweifel säen
# lieber auf Rechte komplett verzichten
# es könnte noch schlimmer werden
# buh

GBS-Mensch
11 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Was ist daran düster? Dass man Sie in Ihrem kindlich-magischen Denken stört?

Wenn Sie glauben, Sie bekomme. die Vorteile der Vertrauensarbeitszeit mit den arbeitsrechtlichen Sicherheiten eines geregelten Stechuhrarbeitstages sind Sie reichlich naiv.

Sporack
11 Tage zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

@GBS-Mensch: Eigentlich sollten Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst eine Grundlagenschulung Arbeitsrecht erhalten.

Zu den Uhrzeiten, die Sie angeben, wird sicherlich der „Aufsichtsbeginn“ um 7:30 sein. Gerade für Bus-Kinder an der Grundschule. Ob die Aufsicht aber von der Schule oder dem OGS-Team – vielleicht sogar durch geneigte und nahewohnende Eltern – erbracht wird, steht auf einem anderen Blatt.

GBS-Mensch
11 Tage zuvor
Antwortet  Sporack

Die Aufsicht, wenn es denn so sein sollte, wird sicherlich nicht von der gesamten Lehrerschaft erbracht.

Und auch das lässt sich durch einen Dienstplan darstellen. Ich bin mir aber nicht ganz sicher, was Sie mir damit sagen wollen.

Sporack
11 Tage zuvor

Wenn das Zeiterfassungssystem ihnen automatisch Pausenzeit abzieht, die Sie nicht einhalten konnten (nehmen konnten), dann verstößt dieses System gegen ein Gerichtsurteil, nachdem automatischer Pausenabzug unzulässig ist, wenn diese Pause nicht genommen wurde.

Konkreter:
Ein automatischer Pausenabzug in der Zeiterfassung ersetzt nicht den Nachweis tatsächlicher Pausen. Laut dem Bundesarbeitsgericht (BAG 5 AZR 51/24) reicht ein pauschaler, systemseitiger Abzug von Pausenzeiten nicht als Beweis dafür aus, dass eine Pause auch tatsächlich gewährt und genommen wurde.

Lera
11 Tage zuvor
Antwortet  Sporack

Aber die finsteren Màchte im Zaubereiministerium werden sich an uns rächen! Schnell den Kopf in den Sand stecken!

Teacher Andi
8 Tage zuvor
Antwortet  Sporack

Mit der AZE wird unweigerlich eine Klagewelle auf den Dienstherrn zukommen, das ist jetzt schon ersichtlich. Halleluja, merkt ihr was?

Sporack
10 Tage zuvor

Und daher reicht der automatische Zeitabzug nach Rechtsprechung gerade nicht für den Nachweis, dass auch Pausen gewährt und genommen wurden.

447
12 Tage zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Nö.

„Betrug“ (faktischer Betrug, unabhängig der juristischen Deutung) wäre es z.B., zu versuchen, Pausenaufsichten/Schülerpausen weiter „halb“ (oder gar gleich garnicht) abzurechnen.

Ich persönlich habe mit AZE garkein Problem.
Da kann von mir aus gerne permanent ’ne kleine Kamera über mir schweben.

Und genau deswegen wird die AZE verzögert und sabotiert wo und wie es nur geht – weil „die“ genau wissen, dass die juristisch definierte Arbeitszeit für die heutige Alles-und-nix-Zuständigkeitsschule nie und nimmermehr ausreichen wird.

Lera
11 Tage zuvor
Antwortet  447

So isses.

Sporack
10 Tage zuvor

Das Fabrikat, die Software, mag flexibel konfigurierbar sein. Aber ob sie auch so eingestellt wird, muss sich erweisen. Bindet die Personalräte rechtzeitig ein. Das „Wie“ der Arbeitszeiterfassung ist mitbestimmungspflichtig (solange ein Gesetz oder Tarifvertrag das „Wie“ nicht regelt). Das „Ob“ ist nicht mehr mitbestimmungspflichtig, denn da ist die rechtliche EU-Grundlage und darauf aufbauende Urteile klar.

Sporack
10 Tage zuvor

Mein angeführtes „xyz“ ist allerdings die rechtliche Grundlage auf der das überarbeitete Arbeitszeitgesetz aufbauen muss. Das „xyz“ der EU ist hier für den Bundesgesetzgeber bindend.
In der Plenarsitzung des Bundestags vom 06.05.2026 wurde einen Referentenentwurf für Juni angekündigt. Auf den Seiten des BAMAS findet sich dazu jedoch noch nichts, bzw nichts mehr.

In der Pause aufzuräumen erscheint mir aber eher nicht der richtige Weg zu sein, nicht arbeitstätig zu sein. In der Pause – und in allen anderen Ruhezeiten – steht man dem Arbeitgeber bzw dem Dienstherren eben gerade nicht zur Verfügung: Auch nicht zum Aufräumen (oder gar zum „Klassenraum streichen“).

Sepp
12 Tage zuvor
Antwortet  Sporack

„Pausen sind in 15 Minuten-Blöcken zu nehmen (vgl ArbZG § 4 Ruhepausen)
Raum-Wechsel ohne Schülergespräch ist somit eine bewegte Pause zwischen der zweiten und dritten Schulstunde.“

Wie ist das bei normalen Arbeitnehmern?

Wenn jemand zwischen 2 Meetings 15-20 min Zeit hat, noch schnell auf Klo zu gehen, eine Mappe zu holen und in den anderen Konferenzraum zu gehen,
wird ihm dann die Zeit auch abgezogen, weil er vermeintlich nicht arbeitet?

GBS-Mensch
12 Tage zuvor
Antwortet  Sepp

Normale Arbeitehmer haben einen Dienstplan, in dem eine Pausenzeit vermerkt ist. Daran haben sie sich zu halten.
Sollte man nicht Vollzeit arbeiten und nur bis zu sechs Stunden am Tag tätig sein, wird einem auch gerne keine Pause zugestanden.

447
12 Tage zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

…und jeder Arbeitgeber, der Toilettengänge oder nötige Gänge von Werkshalle A zu Werkshalle B versuchen würde abzuziehen/nicht zu bezahlen würde völlig zu Recht erst in den sozialen Medien und dann vor Arbeitsgerichten zerissen werden.

In ganz, ganz kleine Fetzen.

Arbeitszeiterfassung?
Sechs Stunden ohne Pause?
Bring it on, sage ich nur. Denn kein AG in der BRD kann mir verbieten, mich selbst technisch zu überwachen.

Mitleser
12 Tage zuvor
Antwortet  447

Der genannte Toilettengang ist eine kurze, rechtlich geschützte Unterbrechung der Arbeitszeit und keine Pause. Ein Gang von Werkshalle A zu Halle B ist dagegen ein betrieblich notwendiger Weg.

Trotzdem ist eine Pause bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden verpflichtend (dann mindestens 30 Minuten). Zumindest nach Arbeitszeitgesetz.

447
11 Tage zuvor
Antwortet  Mitleser

Das bzw. solche Dinge meine ich ja.

Diese Phantastereien, dass der Dienstherr irgendwelche (willkürlichen und immer zum Nachteil der Beschäftigten ausgelegte) „Kontingente“, „Umrechnungsfaktoren“ usw. einbringen könnte ist doch schon im EuGh-Urteil definitiv verneint worden.

Genau so diese Angstvision von „Dann weist er nach sechs Stunden ’ne Pause an und,haha-hoho, wer die nicht nimmt muss trotzdem arbeiten, da kriegen sie euch…“ – einfach „NÖ.“:
Wenn dem so wäre, filme ich mich selbst beim Pause machen, und wenn es mitten im Unterricht ist. Genau 30 Minuten.

Genau das gleiche mit Korrekturzeiten:
Das dauert dann eben so lange wie es dauert – wird mir befohlen schneller zu machen: Ok, gibts eben slop-Noten. Und wenn dann wer meckert: Dienstweg, Bitte um Abhilfe, Anwalt, fertig.

In keiner Behörde, keinem Konzern wird das so (durchgehend) gemacht – nicht aus Menschenfreundlichkeit, sondern weil solche Tricksereien juristisch schnell nach hinten losgehen können und zahlreiche andere negative Folgen haben können (auf die Belegschaft und letztlich den Profit).

Mitleser
11 Tage zuvor
Antwortet  447

Kontingente oder Umrechnungsfaktoren empfinde ich auch als absurd. Die „Zwangspause“ kenne ich aber auch aus meiner Zeiterfassung. Sie dient ja Ihrem Schutz – auch dem Schutz vor sich selbst.

Rahmenarbeitszeiten gehören genauso dazu. Auch diese habe ich schon willentlich gesprengt, obwohl ich nein sagen müsste. Diese Entscheidungen treffe ich dann bewusst – gegen die gesetzlichen Regelungen und Dienstanweisungen. Der richtige Weg wäre die Überlastungsanzeige.

Sporack
10 Tage zuvor
Antwortet  Mitleser

Zu: „Der richtige Weg wäre die Überlastungsanzeige.“

Das ist wohl so.

GBS-Mensch
11 Tage zuvor
Antwortet  447

Das kann ja sein, dass es für Sie kein Problem ist. Für diejenigen, die dann einmal kurz ihre Kinder aus der Kita holen wollen oder einen Arzttermin wahrnehmen wollen, wäre das vielleicht ein Problem.

Und in der großen Schulpause(!) sollte man dann auch arbeiten und sich nicht über den letzten Urlaub unterhalten, so offiziell und je nach Vorgesetzten natürlich.

Und schon gar nicht sollte man dann damit um die Ecke kommen, dass einem die Arbeitszeit zur Erfüllung der Pflichten nicht ausreicht, insbesondere dann, wenn bekannt ist, dass man in der großen Schulpause (Arbeitszeit!) lieber über den letzten Urlaub schnattert oder man in der Arbeitszeit zum Arzt geht oder seine Kinder aus der Kita bolt.

Sporack
11 Tage zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

„Das kann ja sein, dass es für Sie kein Problem ist. Für diejenigen, die dann einmal kurz ihre Kinder aus der Kita holen wollen oder einen Arzttermin wahrnehmen wollen, wäre das vielleicht ein Problem.“

Arzttermine, wenn diese nicht dienstlich begründet/angeordnet sind, fallen jedoch in der Regel nicht unter Arbeitszeit.

Kind aus Kita abholen, sollte im Kontext „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ organisatorisch ermöglicht werden. Aber Arbeitszeit ist das sicherlich nicht – es sei denn man könnte dabei „mobil arbeiten“.

GBS-Mensch
11 Tage zuvor
Antwortet  Sporack

Ja, das weiß ich. Auch hier verstehe ich nicht recht, was Sie mir sagen wollen.

447 und andere behaupten, dass sie ein arbeitsrechtskonformer Rahmen, der eine AZE ermöglicht, dazu gehören zwingend festgesetztee Arbeitszeiten, nicht tangieren würden.
Meine These ist, dass es ganz furchtbar viele tangieren würde, wahrscheinlich aus der Unkenntnis heraus, was das Arbeitsrecht so mit sich bringt.

Mitleser
11 Tage zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Ja, so sehe ich das auch. Hier wird oftmals ganz naiv davon ausgegangen, dass man alle Tätigkeiten auch mit kurzzeitiger Unterbrechung zu jeder Tageszeit erfassen kann und nicht etwa ein Zeitstempel dahinter liegt bzw. nachträglich händisch nicht angepasst werden kann.

Sporack
10 Tage zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Der TVL kennt die Begriffe des wöchentlichen Arbeitszeitkorridors (TVL §6 Absatz 6) und als Alternative die tägliche Rahmenzeit (TVL §6 Absatz 7), die beide in einer Dienstvereinbarung geregelt werden könnten, sich jedoch gegenseitig ausschließen. Allerdings gelten nach TVL §44 gerade diese Regelungen des §6 zur Arbeitszeit und auch weitere gerade nicht für Lehrkräfte. Für angestellte Lehrkräfte wird in TVL §44 auf die Regelungen der Beamten abgezielt und als „Fallback“ auf den Arbeitsvertrag verwiesen.

Arbeitszeiterfassung funktioniert konzeptionell auch bei flexibler Arbeitszeit:
Man sollte dazu die persönliche Arbeitszeit nur mehrfach unterbrechen dürfen.
Man muss klären, wie die Arbeitsblöcke (oder Unterbrechungszeiten) erfasst werden.
(Man müsste klären, wo gearbeitet werden darf und wo eben nicht.)

Eine Arbeitszeiterfassung muss jedoch nicht notwendigerweise feingranular und bezogen auf die Tätigkeiten bzw deren Inhalte sein;
grundsätzlich würde eine Folge von (Start,Stop)-Uhrzeit-Paaren pro Datum reichen.

„Praktischerweise“ werden viele AZE-Systeme direkt auch Module für Urlaubsplanung, Vertretungsmanagement/Krankmeldungsverwaltung etc mitbringen oder bewerben…

Mit der AZE wird flexibles Arbeiten zu bestimmten Zeiten aber besonderes Interesse wecken. Da wird dann aber vermutlich nicht so sehr wegen Arbeitsschutz drauf geschaut (das müsste nämlich jetzt schon), sondern wegen der formalen Nachweise, das zu besonderen Zeiten gearbeitet wurde und ggf Ausgleichsregelungen greifen müssten.

Anwendungsbeispiel: Wer um 22 Uhr die letzte Klassenarbeit korrigiert hat, müsste 11 Stunden Ruhezeit einhalten. Da der Stundenplan vorher feststeht, dürfte die Korrektur der Klassenarbeit aber nicht so spät enden, wenn um 8 Uhr wieder eigener Unterricht stattfinden muss.
Zur Zeit bekommt das keiner mit. Mit der AZE wird es für die Schulorganisation aber transparent, wenn die AZE ehrlich geführt wird.

Ob sich etwas Grundsätliches an der Schulorganisation ändert wegen oder nach der Einführung der AZE, ich vermute eher nicht.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass mehr Ressourcen in Form von Personen die Schulen vermittelt werden, auch dann nicht, wenn in den unterschiedlichen AZE-System eine deutliche Mehrarbeit verzeichnet würde.

GBS-Mensch
10 Tage zuvor
Antwortet  Sporack

Es wird, wenn es denn kommt, das gemacht werden, was erstens rechtssicher ist und zweitens das, was am wenigsten kosten wird. Und dann landen wir bei mehr oder weniger festgelegten Arbeitszeiten.

Sporack
6 Tage zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Wir werden es erleben oder über Meldungen kennenlernen, welche Spielarten „am wenigsten kosten“.

Sporack
11 Tage zuvor
Antwortet  Sepp

„Klo“ ist gefährlich. Unfall auf WC ist kein Dienstunfall. Ist privates Problem.
Also ist der „Gang um WC“ keine Arbeitszeit. Aber die Eigenschaften einer Pause sind bei dieser Art der Arbeitsunterbrechung nicht erfüllt.

Zum Thema Raumwechsel: Wenn ich 2 Minuten bräuchte, aber 15 Minuten für den Weg aufwende, dann ist das schon sehr „pausenverdächtig“. Ich könnte mich schließlich beeilen, und die Raumaufsicht des Zielraumes übernehmen.

Pause im Schulalltag muss auch für Lehrkräfte sein.
Man kann im Kollegium einen Pausenplan (ergänzend zum Stundenplan, Vertretungsplan) nutzen. (Wo anders mag es Dienstplan heißen.)

Alternativ gibt es neben dem fixen Stundenplan und dem ebenso definierten Vertretungsplan die Möglichkeit, dass z.B. über eine Dienstvereinbarung des jeweiligen Hauptpersonalrats mit dem Ministerium geregelt wurde, wie mit flexibler Arbeitszeit umzugehen ist.

ADO NRW § 13 Arbeitszeit, Vertretungsunterricht, Mehrarbeit
(1) Für Lehrerinnen und Lehrer gilt grundsätzlich die wöchentliche Arbeitszeit des übrigen öffentlichen Dienstes.

LBG NRW § 60 Arbeitszeit, alternierende mobile Arbeit
AZVO NRW (gilt nicht für Lehrer/innen und andere lehrende Berufsgruppen) gilt jedoch für viele Beamte, hauptsächlich für Verwaltung.
TV-L §44
Nr.1 „Diese Sonderregelungen gelten für Beschäftigte als Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen und berufsbildenden Schulen“
Nr. 2 Zu Abschnitt II – Arbeitszeit –
„Die §§ 6 bis 10 finden keine Anwendung.
Es gelten die Bestimmungen für die entsprechenden Beamten in der jeweils geltenden Fassung.
Sind entsprechende Beamte nicht vorhanden, so ist die Arbeitszeit im Arbeitsvertrag zu regeln.“

PetraOWL
14 Tage zuvor

Es ist eh zu viel und strukturell alleine schon weit über der AKA Welt mit 35 Std. Woche.
Wenn wir benefits wie Homeoffice und Zulagen mitrechnen, müsste es noch weniger sein. Der Fehler liegt daran, dass die LK ein Jahressold erhalten, monatlich verteilt und andere darüber hinaus tausende Extras.
Na Realist, Gen Z und ich bin doch nicht 😉
Eure Peti aus dem hübschen Lipperland 🙂 NRW Ost

Dromeeda
14 Tage zuvor
Antwortet  PetraOWL

Stimmt! aber da sind die Lehrer im System noch nciht druf gekomme oder naiv 😀

JoFranc
14 Tage zuvor
Antwortet  PetraOWL

„Wenn wir benefits wie Homeoffice und Zulagen mitrechnen, müsste es noch weniger sein.“

Ich weiß gar nicht, was Sie haben! Wir als Lehrer haben doch alle zwei Homeoffice-Tage: Samstag und Sonntag!

Thomas
14 Tage zuvor
Antwortet  JoFranc

weder auf Klassenfahrt, noch in Abiphasen noch in Korrekturphasen.
Wundern sie sich nicht, wenn GenZ nicht mewhr nachkommt, besonders MINT wird abgeworben! Wenn sie also nicht richtig zahlen??

PetraOWL
13 Tage zuvor
Antwortet  Thomas

O Ja 😀

S.B.
14 Tage zuvor

Viel Schall und Rauch.

Götz
14 Tage zuvor

Die Lehrerarbeitszeit ist nicht „sehr teuer“, denn durch das bislang praktizierte All-Inclusive-Modell werden die Korrekturleistungen abends und am Wochenende praktisch umsonst erbracht und jede Klassenleitung fungiert noch als günstige Büroassistentin.

Dromeeda
14 Tage zuvor
Antwortet  Götz

also der Homeofficetag muss her 😀

Thomas
14 Tage zuvor
Antwortet  Dromeeda

stimmt genau

blau
14 Tage zuvor

Aha. Und wer sieht, wie viel Arbeit ich zuhause in guten Unterricht investiere? Nur weil man keine Zusatzaufgaben übernimmt, außer Klassenleitung, hat man nicht zu wenig zu tun. Ich komme nur mit Klassenleitung und alles rund um Unterricht schon auf enorme Überstunden.

Lera
14 Tage zuvor
Antwortet  blau

Genau davon soll das penetrante Gerede von angeblich ausufernden Zusatzaufgaben ablenken.

Das Deputat ist schlicht zu hoch, um dauerhaft guten Unterricht machen zu können.

Und jetzt lass uns intensiv über die gigantischen Effizienzgewinne sprechen, die ein QM-zertifizierter Klassenfahrtsbeauftragter bringen könnte 😉

DienstnachVorschrift
14 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Verstehe ich. Dann macht man halt nicht dauerhaft guten Unterricht. Ich arbeite maximal 48h/Woche und halte meine Jahresarbeitszeit grob ein (eigene Arbeitszeiterfassung!). Es kommt so also vor, dass zu Stoßzeiten E-Mails, Korrekturen, Unterrichtsvorbereitung, Gespräche etc. liegen bleiben. Davon stirbt niemand und ich bleibe gesund. Man kann auch einfach mal der SL schreiben, dass man dieses und jenes begründet nicht geschafft hat und eine Überlastungsanzeige stellen. Das mag persönlich unbefriedigend sein, aber eine bessere Lösung habe ich im Moment auch nicht.

Lera
14 Tage zuvor

„Dann macht man halt nicht dauerhaft guten Unterricht.“

Ganz genau. Wegen des zu großen Deputats. Sollte man dann immer mal dazu sagen, dass mehr zwar sinnvoll, aber leider nicht leistbar ist.

dickebank
11 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Deputat = Sachleistung, die man zusätzlich zum Gehalt bekommt.
Die Bergleute haben zum Lohn zusätzlich Kohle/Brennstoff zum Lohn erhalten, die Brauer Bier.
Und die Lehrkräfte bekommen zusätzlich zum Entgelt, das sie für die außerunterrichtlichen Tätigkeiten erhalten, Unterrichtsstunden.
Sie verstehen den Begriff „Deputat“ halt falsch

Lera
11 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

So gesehen ergibt alles plötzlich Sinn!

dickebank
10 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Sprache ist eine sehr ambivalente Angelegenheit.
Man kann sich halt auch in einer gemeinsamen Sprache, so richtig missverstehen.

Lera
10 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Die Geschichte der Menstruation ist eine Geschichte voller Missverständnisse.

dickebank
10 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Hääh, ich steh voll auf’m Schlauch. Was willst du mir sagen?

Lateinlehrer
11 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Ein geringeres Deputat wäre in der Summe selbstverständlich deutlich effizienter als ein „QM-zertigizierter Klassenfahrtsbeauftragter“. Darüber brauchen wir gar nicht erst diskutieren. Ich glaube, da würde uns jeder Lehrer in Deutschland beipflichten. Allerdings wird das Deputat niemals verringert werden. Sollten aus der GenZ noch weniger neue Lehrer nachkommen, was ich befürchte, wird das Deputat auf längere Sicht sogar eher noch erhöht werden. ABER: Ich nehme lieber den Klassenfahrtsbeauftragten als gar keine Hilfe an. Meiner Ansicht nach wäre es unvermeidlich, dass zusätzliche Kräfte von außen eingestellt werden. Wir Lehrer kommen mit der überbordenden Arbeit, den vielen Anforderungen, die uns von oben permanent aufgesetzt werden, einfach nicht mehr hinterher. Es ist so, als ob man täglich an mehreren Fronten gleichzeitig kämpfen müsste. Und selbst, wenn man dadurch in der Woche eine Stunde Erleichterung generieren könnte, wäre es immerhin eine Stunde, also besser als gar nichts.

Lera
11 Tage zuvor
Antwortet  Lateinlehrer

Ich höre den Dienstherr schon jubilieren: Was wollt ihr denn, wir haben x (befristete) Stellen für prekär Beschäftigte Helferlein geschaffen, und ihr habt immer noch Stress?

Die AZE ist der Hebel, um das grundlegende Problem anzugehen! Die Deputate sind – insbesondere in der Grundschule – jenseits der Zumutbarkeit.

dickebank
11 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Deputat ist eine Sachleistung, die jemand zusätzlich zum Entgelt bekommt.
Bergleute >>> Brennstoff,
Brauer >>> Bier,
Lehrkräfte >>> Unterrichtsstunden.
Ist doch logisch, oder

Lera
11 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Japp, hätte ich drauf kommen müssen.

Heinz
14 Tage zuvor
Antwortet  blau

Das Wort „Arbeitszeiterfassung“ ist Ihnen aber schon ein Begriff?

Heinz
14 Tage zuvor

Das klingt alles genauso, wie es auch sein sollte. Weiter so und bitte genauso umsetzen.
Von mir aus können gerne die Schulleitungen auch noch sehen, wer wie viel Zeit in was investiert um gut führen zu können. So bekäme die Schulleitung dann genau das, was sie sich wünscht. Wünscht sie sich, dass die Unterrichtsvorbereitung in geringerer Zeit stattfinden muss, gibt es halt schlechteren Unterricht. Wünscht sie sich, das mehr Zeit in Unterrichtsvorbereitung investiert wird, gibt es besseren Unterricht.
Vorbei die Zeit, in der man den Kollegen mantraartig und mit diversen Fortbildungen einreden kann, dass der Unterricht bitte schön auf eine Art und Weise zu erfolgen hat, die arbeitszeittechnisch nicht umsetzbar ist, und die Kollegen in den Burn-Out führt.

Fräulein Rottenmeier
14 Tage zuvor
Antwortet  Heinz

Glauben Sie tatsächlich, dass ich mich in die AZE der KuK vertiefen möchte? Dazu habe ich gar keine Zeit…..diese Aufgabe auch noch zu bewältigen. Zusammen mit der AZE der KuK werden ich meine an die entsprechende Stelle einreichen und dann sollen die doch sagen, was Sache ist….ich persönlich erhoffe mir, dass auch SL Entlastung erfahren.

Ich wünsche mir von meinen KuK, dass sie guten Unterricht machen, denn guter Unterricht hinterlässt zufriedene Kinder und Eltern und KuK natürlich auch. Und das alleine festigt den guten Ruf der Schule. Ich habe kein Interesse daran, ständig eine neue Sau durch Dorf zu jagen, im Gegenteil, es ist Zeit mal auszumisten und Zeitfresser auf den Prüfstand zu stellen. Alles, was nur nett ist, aber nix bringt, kann weg….oder muss so modifiziert werden, dass es stemmbar bleibt.

Faktensammler
14 Tage zuvor

Fräulein Rottenmeier schrieb: „Ich habe kein Interesse daran, ständig eine neue Sau durch Dorf zu jagen, im Gegenteil, es ist Zeit mal auszumisten und Zeitfresser auf den Prüfstand zu stellen. Alles, was nur nett ist, aber nix bringt, kann weg….oder muss so modifiziert werden, dass es stemmbar bleibt.“

Wie das (ganz konkret an jeder Schule) gehen kann, beschreibt das folgende Buch auf sehr fundierte Art und Weise.

Benedikt Wisniewski, Barbara Gottschling:
Weniger macht Schule
(Wie De-Implementierung schulische Freiräume schafft)
Verlag: W. Kohlhammer, Stuttgart 2025
https://www.spektrum.de/rezension/buchkritik-zu-weniger-macht-schule/2307002?fbclid=IwY2xjawTdfapleHRuA2FlbQIxMABzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEesm5k8-EAEkd93HRZyUg4BGRSYkJYt4VcVkhWdKC8lKlx52M7GmTJgx_jnMo_aem_lZPIba7loJGIav-ylC1FQg

Fräulein Rottenmeier
14 Tage zuvor
Antwortet  Faktensammler

Jepp, darauf bezog ich mich und oh Wunder, da sind alle KuK freudig mit dabei….

Palim
13 Tage zuvor

Es gibt dabei aber auch die Vorstellung, dass die SL dann in die Gespräche geht, die Kolleg:innen „führt“ und ansagt, was sie wie zu tun und zu lassen haben.

Fräulein Rottenmeier
13 Tage zuvor
Antwortet  Palim

Ich denke bei klar formuliertem Ziel, kann ein SL sich auf die KuK verlassen….

Fräulein Rottenmeier
13 Tage zuvor
Antwortet  Palim

Zumal in einer GS die SL ganz nach dem Motto „Primus Inter Pares“ ganz sicher an den Gesprächen und Modifikationen teilnimmt…..und im Zweifel auch einen rechtlichen Rahmen vorgibt.
Und ja, die Aufgabe einer SL ist es, die Schule zu führen und sicherzustellen das Schulorganisation, Unterrichts- und Schulentwicklung den rechtlichen Vorgaben entsprechen.
Das eröffnet diverse Spielräume, die der eine SL so nutzt und der andere anders. Ich habe die Erfahrung gemacht, je mehr die KuK mit in Entscheidungen eingebunden sind und je transparenter Entscheidungen gemacht werden, desto höher ist die Zufriedenheit…..Stichwort Selbstwirksamkeit ……und Akzeptanz von Dingen, die von oben (also über SL) diktiert werden….
Beispiel:
3×20 Minuten Lesen…..kam aus Hamburg, wurde für sinnvoll vom MSB befunden und dann festgelegt, dass jede Schule das zügig umzusetzen habe. Auch das Wie wurde vorgegeben (Rollierendes System bzw. Förderbänder).
So, der Unmut war entsprechend groß – verständlich – und es gab entsprechend Widerstände gegen diese Vorgaben und auch die inhaltliche Umsetzung war völlig nebulös (wie immer, wenn Vorgaben vom MSB kommen).
Wir haben dann als SL-Team erstmal auf die Bremse getreten und mit der Schulaufsicht vereinbart, dass wir ein konkretes Konzept dazu innerhalb des Schuljahres entwickeln werden, aber von einer überstürzten Einführung absehen werden. Das war auch okay.
Also haben wir erstmal Fortbildungstage organisiert für den fachlichen Input und die Steuergruppe hat zudem überlegt, wie man das schulorganisatorisch so umsetzen könnte, dass diese Konzept da verortet wird, wo es hingehört….nämlich in aller erster Linie in den Deutschunterricht.
Nach 2 SchilFtagen und 2 weiteren pädagogischen Nachmittagen konnten wir auf ein tragfähiges Konzept zurückgreifen, das von allen KuKs mit verantwortet wird und getragen wird…..
Ziel war also klar (Umsetzung war vorgeschrieben), aber der Weg dahin nahm alle mit…..Effekt: Kaum Widerstände und die Kollegen hatten zu jedem Zeitpunkt die volle Transparenz…..

So kann man arbeiten und nimmt alle mit….

Alex
13 Tage zuvor

2 SchiLFtage und 2 zusätzliche pädagogische Nachmittage für „ich schreib 3×20 Minuten Lesen in den Stundenplan“? Na, da hätte ich mich aber bedankt. Wollten Sie Ihr Kollegium nicht von Zusatzarbeiten entlasten?

Fräulein Rottenmeier
13 Tage zuvor
Antwortet  Alex

In NRW gibt es im Schuljahr 2 Tage für pädagogische Arbeit und zusätzlich nutzen wir in der Regel zwei Nachmittage zusätzlich. Gibt es das bei Ihnen an der Schule nicht? Das würde mich tatsächlich wundern

Fräulein Rottenmeier
12 Tage zuvor
Antwortet  Alex

Ich haben Ihren Beitrag noch mal gelesen ….
Ja, so viel Zeit für ein Von außen betrachtet kleines Konzept…..
Aber der Teufel liegt wie immer im Detail…..und damit alles umfassend durchdacht und praktisch umsetzbar ist, braucht es auch Zeit.
Neben der reinen Orgafrage, gibt es ja auch inhaltlich (welches Materialien setze ich wann und wie ein) viel zu erarbeiten (Z.b. eine Taskcard erstellen, wo alles Materialien für alle nach Einsatzmöglichkeiten sortiert sind abrufbar sind) und den Querbezug zu anderen Konzepten (schulinterner Lehrplan, Leistungskonzept, Zeugnisse) herstellen und modifizieren.
Das ist also nicht so zackzack……, wenn es ordentlich sein soll….und genau jetzt ist es eine Entlastung für die KuK, denn ein Blick auf die Taskcard reicht, ein Text zum Drucken beauftragen und schon kann es losgehen….kein Suchen, Fragen, Ausdenken….

447
12 Tage zuvor

Da kann ich Ihnen nur Recht geben.

Kobzeptarbeit ist normalerweise ja Unsinn, den man nach der Zeitverschwendung sofort wieder ignoriert…WENN es aber was bringen soll, dann muss es wirklich genau so ablaufen, wie Sie es beschreiben.

Dann hat es auch TATSÄCHLICH Mehrwert.

Leider ist das die absolute Ausnahme.

Fräulein Rottenmeier
12 Tage zuvor
Antwortet  447

So arbeiten wir IMMER. Zugegeben, es dauert schon auch länger, dafür hat man aber auch hinterher einen Mehrwert, der alle in der täglichen Arbeit unterstützt. Und was ich noch viel wichtiger finde, ist, dass sich alle Mitarbeiter der Schule damit auch schützen können. Es passiert inhaltlich nichts an unserer Schule, was nicht durch die schulinternen Lehrpläne (fast 2 Jahre Arbeit) und durch das Leistungskonzept (auch zwei Jahre Arbeit) gedeckt wäre…..Das ist sehr praktisch, wenn Eltern anfangen, etwas infrage zu stellen….
Übrigens haben wir auch festgeschriebene Vereinbarungen zur Kommunikation nach innen und außen…..sehr praktisch…..
Und das Beste: Jedes Konzept findet sich auch in der langfristigen Schulentwicklungsplanung wieder und ist also entsprechend durch die Schulaufsicht abgesegnet….

447
11 Tage zuvor

Letzter Satz: Nice!

Lera
11 Tage zuvor

Und WIE GEIL wäre es, wenn sich nicht jede Schule vier Jahre Zeit nehmen müsste, um das Rad neu zu erfinden, sondern…

Trommelwirbel…

das einfach im Lehrplan stünde?

Was das an Energie und Zeit freisetzt… dagegen ist ein professioneller Pausenmanager ein absoluter Witz 😉

DaWai
11 Tage zuvor
Antwortet  Lera

Aber, aber. Wer würde es wagen, die pädagogische Freiheit so mit Füßen zu treten!
Der Aufschrei wäre gewiss.

Lera
11 Tage zuvor
Antwortet  DaWai

Sicher, da wird mit dem argumentativen Vorschlaghammer gearbeitet, Angst geschürt, Verunsicherung und Zweifel gesät. Mittlerweile sind das Methoden, die man an Hochschulen lernen kann (PR/ Kommunikation).

Umso deutlicher muss man diesen anti-aufklärerischen Unkenrufen entgegen treten.

Tatsächlich hat England hervorragende Erfahrungen damit gemacht, den Lehrplan wieder konkret und verbindlich zu machen statt irgendwas reinzuschreiben, das jeder so oder so auslegen kann.

Und Finnland schmiert kontinuierlich immer weiter ab – war wohl doch nicht alles Gold 😉

Lera
10 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Im Modulhandbuch steht natürlich nicht

Proseminar „Wie belüge ich die Menschheit“.

Es ist eher so wie bei der „Verteidigung gegen die dunklen Künste“. Im Modul Krisenkommunikation geht es dann zum Beispiel darum, wie man sein Unternehmen gegen solche Praktiken schützt und verteidigt. Zwinker, zwonker. Dazu muss man natürlich die Strategien der „Gegenseite“ (zwinker) kennen.

Die Absolventen dieser Studiengänge arbeiten dann oft in PR-Agenturen und betreiben Auftragskommunikation im Interesse ihrer Mandanten. Einige sollen gerüchteweise die Methoden, die sie im Studium kennengelernt haben, dort auch zur Anwendung bringen 😉

dickebank
10 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich sach nur „versatzloser Abbau“ statt „Bruchbau“ oder „aktive Böschungsumbildung“ statt „Böschungsrutschung“.

Schotti
12 Tage zuvor
Antwortet  Alex

Ich musste auch echt lachen. So arbeiten Frauen halt. Wenn Sie so etwas als Schulleiter in einem Männerkollegium gemacht hätten, dann wären sie ganz bestimmt verprügelt worden.

Nicht böse sein, ist ein Scherz. Es ist aber immer spannend, wie unterschiedlich wir hier mit Vorgaben des Ministeriums umgehen. Vielen Dank dafür.

Fräulein Rottenmeier
11 Tage zuvor
Antwortet  Schotti

Schön, dass ich Sie zum Lachen bringen konnte. Lachen ist gesund 🙂

Heinz
12 Tage zuvor

Die Schulleitung ist mein direkter Dienstvorgesetzter, der mir meine Arbeit zuteilt. Damit ist sie zunächst für mich auch zuständig, wenn es hinterher darum geht, wo zusätzliche Belastung oder Entlastung herkommt.
Wer, was, wie und wo nachschaut und regelt ist mir im Grunde egal, wichtig ist, dass es dann gemacht wird.

Fräulein Rottenmeier
12 Tage zuvor
Antwortet  Heinz

Mal langsam. Ich habe die Dienstvorgesetzteneigenschaft (obligat). In diesem Rahmen bin Ihnen gegenüber weisungsbefugt. Ich teile Ihnen entsprechend Ihres Deputats und Fächern einen UVD zu und habe dann die Aufgabe, sicherzustellen, dass Sie dem auch nachkommen. Darüber hinaus habe ich die Qualität Ihres Unterrichts sicherzustellen.
Für einige Ihrer unterrichtsnahen Tätigkeiten (Aufsichten z.b.) bin ich auch Ihnen gegenüber weisungsbefugt.
Und ich habe eine Sorgfaltspflicht Ihnen gegenüber.
So, wenn Sie sich also durch die Vielzahl der Aufgaben überlastet fühlen, dann kommen Sie zu mir und wir sprechen über Entlastungsmöglichkeiten. Wenn Sie sich zu wenig belastet fühlen, dann kommen Sie zu mir und wir sprechen über eine weitere, sinnvolle Aufgabe.

Es ist aber (noch) nicht meine Aufgabe, Ihre gesamte Arbeitszeit zu überwachen. Da sollten Sie Selbstfürsorge betreiben und für sich sicherstellen, dass Sie nicht permanent überlastet sind. Wenn Sie aber permanent überlastet sind, dann siehe oben…..dafür brauche ich aber Ihre AZE nicht.

447
12 Tage zuvor

Sie beschreiben das hier sehr gut und ich persönlich nehme Ihnen das auch ab.

Bitte bedenken Sie: Da sind Sie aus Sicht vieler KuK eine (positive) Ausnahme.

Fräulein Rottenmeier
12 Tage zuvor
Antwortet  447

Ich weiß das nicht….ich gehe immer davon aus, dass alle SL das irgendwie so handhaben und wenn ich hier so mitlese, wie es an anderen Schulen zu gehandhabt wird, dann bin ich regelmäßig erstaunt und manchmal auch erschüttert…..
Aber glauben Sie mal nicht, das bei uns an der Schule nicht ordentlich gejammert und geschimpft wird…..das scheint einfach dazuzugehören 😉

Bla
11 Tage zuvor

Ne, das ist nicht unbedingt „Standard“.
Gibt da wohl alle Richtungen:
– Macht mal
– Hier die Handreiche – dran halten
– Das bauen wir konzeptionell und systemisch auf und ein [wie Sie]
– Mir doch egal – hauptsache es funktioniert
– Stuhlkreis mit Diskussion, wie man das macht und was gemacht wird – aber ohne Ergebnis

Gibts doch alles …

Bei „und habe dann die Aufgabe, sicherzustellen, dass Sie dem auch nachkommen. Darüber hinaus habe ich die Qualität Ihres Unterrichts sicherzustellen.“ ist das doch auch ehrlicherweise „sehr weitreichend offen“ in der Praxis. Kenne und kannte Schulen, wo die SL keine Besuche machte, da keine Zeit. Oder wo sie sich Zeit nahm. Oder wo man sich wie in Ref. fühlte und sie „gerne mal öfter“ besuchte.
Gibt auch eine Art „Baumsystem“, wo man als SL delegiert und die Bereichsleitungen hospitieren und die Gespräche führen und dies dann weiter geben. Usw.

Die Frage ist halt durchaus „wie sinnvoll ist was“ und „wer will was“.

Gejammert wird überall. „Wir“ teilen uns ja schließlich auch ein Bildungssystem und eine Gesellschaft. Mal mehr und mal weniger ähnlich halt.

– Transparenz und Kommunikation
– (Freiwillige) Mitwirkung und Mitentscheidung
– Nachvollziehbare Begründungen
– Effektive und effiziente nachhaltige Strukturen [wenn was gemacht wird wie (angeordnete) Fobis/Besprechungen/Päd. Nachmittage… Sollte es ein Ziel und v. A. einen Nutzen haben]
– Als Mensch gesehen (zu) werden
– Machbarer Rahmen [Bei Belastung auch Entlastung – wo eben nötig]
Das sind oft ganz gute Punkte für „(Schul)Gemeinschaft“ und „Führungsebene (an Schulen)“ finde ich.

Wenn eine Fachschaftssitzung nur „bisschen Labern und orientierungslose Wegfindung“ ist, dann verliert man halt einen Teil „der Begeisterung“.
Wenn päd. Nachmittage nur den Nutzen haben, auf dem Papier zu stehen und sich zu versammeln … Dann kann man sie auch lassen.
Man kann aber auch planen und schauen, was man braucht – wer Kapazitäten hat. Wer „Lust“ hat. Wer geladen werden könnte. Wie man Kooperationen nutzt. Ob man „Zeit zur Verfügung stellt“. Ob man Feedback zu Themen-Interessen einholt.
Geht man gerne mal davon aus, dass das „Standard“ ist … Ne.

447
11 Tage zuvor

„Nun, dear Sir, so erregte ich mich: Der Kaviar war wärmlich, der Schaumwein gar völlig ungekühlt!“
„Indeed, Lord Trenchington, indeed! Was für unmenschliche Zustände! Wo kommt die Welt nur hin, WOHIN, sage ich?“

dickebank
11 Tage zuvor
Antwortet  447

Geh mich wech mit die salzige Brombeermarmelade und dat Prickelwasser. Tu mich ne Frikadelle und’n lecker Pilsken. Wohin? – Is doch klar, im Pott.

WeißerGeist
10 Tage zuvor

Nach vielen Jahren des „Arbeitszeit-Jammerns“ gibt es nun endlich ein Instrument der Arb.-Zeiterfassung für Lehrer. DAS ist gut so! …noch dazu in Kooperation mit einem der größten Lehrerverband in der BRD! Der Korrektheit halber gehört dort auch hinein, dass Lehrkräfte (als Beamte oder Angestellte) nur Anspruch auf Urlaubstage innerhalb ihres Berufsstandes (Beamte oder Angestellte) haben. Zeiten von Unterrichtsausfall (Hitzefrei! oder Prüfungsentfall von Unterricht) sind gegenzurechnen. Mehr als 70 bezahlte Urlaubstage pro Jahr (Ferien: Weihnachten, Fasnacht, Ostern, Pfingsten, Sommer, Herbst/Allerheiligen) sind aufgrund der Finanzlage dieses Landes, nicht mehr zeitgemäß. Bin gespannt was unterm Strich rauskommt und was wieder einmal nur „Sommertheater-Geklapper!“ war.!!!