BERLIN. Lehrkräfte sehen die Ursachen ihrer hohen Belastung überwiegend nicht bei sich selbst, sondern in den Arbeitsbedingungen an den Schulen. Das geht aus einer bundesweiten Umfrage des Deutschen Philologenverbands (DPhV) und des Bildungsportals Lehrer-Online unter 1.020 Lehrkräften hervor. Nur acht Prozent der Befragten führen ihre Belastung vor allem auf das eigene Classroom Management zurück. Im Umkehrschluss sehen 92 Prozent die Ursachen in strukturellen und systemischen Rahmenbedingungen ihres Berufsalltags – von Bürokratie und Zusatzaufgaben bis hin zu hohen Korrektur- und Verwaltungsbelastungen.

Die zwischen dem 9. Februar und dem 2. März 2026 durchgeführte Befragung zeichnet das Bild einer Mehrfachbelastung auf mehreren Ebenen zugleich: auf der Beziehungsebene durch den Umgang mit Schülerinnen und Schülern, auf der Systemebene durch organisatorische und administrative Anforderungen sowie auf der persönlichen Ebene durch die Schwierigkeit, Beruf und Privatleben voneinander abzugrenzen.
Größter einzelner Stressfaktor im Schulalltag ist herausforderndes Schülerverhalten. 45 Prozent der Lehrkräfte nennen diesen Punkt. Damit bestätigt die Umfrage einen Befund des kürzlich veröffentlichten Deutschen Schulbarometers der Robert Bosch Stiftung (News4teachers berichtete). Es folgen administrative und organisatorische Aufgaben mit 39 Prozent sowie Schwierigkeiten, Beruf und Privatleben voneinander zu trennen (38 Prozent). Ein Viertel der Befragten sieht die Heterogenität der Lerngruppen als wesentliche Belastung, 23 Prozent beklagen Lärm und fehlende Rückzugsräume, 21 Prozent mangelnde Pausen. Weitere Belastungsfaktoren sind die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts sowie digitale Anforderungen (17 Prozent), zu hohe beziehungsweise mangelnde Leistungserwartungen (15 Prozent) und die Elternarbeit (14 Prozent).
DPhV-Bundesvorsitzende Prof. Susanne Lin-Klitzing sieht darin ein strukturelles Problem. „Unsere Lehrkräfte leisten im Klassenzimmer jeden Tag mehr, als ihnen selbst guttut. Das ist kein individuelles Erschöpfungsproblem – sie arbeiten in einem System, das sich seit Jahren auf dem übergroßen Einsatz Einzelner ausruht, statt alle Schulen flächendeckend verlässlich abzusichern.“
Auch bei der Frage nach Unterstützung wünschen sich viele Lehrkräfte vor allem Hilfen, um den beruflichen Anforderungen besser begegnen zu können. 56 Prozent möchten konkrete Techniken erlernen oder vertiefen, um im Berufsalltag klarer Grenzen setzen zu können. 46 Prozent wünschen sich mehr Sicherheit in der Kommunikation bei Konflikten. 37 Prozent interessieren sich für Achtsamkeits- und Entspannungstechniken, 31 Prozent für Zeitmanagement. Jeweils 25 Prozent nennen Emotionsregulation beziehungsweise Maßnahmen zur Stimmpflege und Gesundheit der Stimme. Aus den Freitextantworten geht laut den Herausgebern hervor, dass sich der Wunsch nach klareren Grenzen häufig auf den Umgang mit Schulleitungen und Eltern bezieht. Viele Lehrkräfte wollten vor allem handlungsfähiger gegenüber äußeren Anforderungen werden – und nicht lediglich ihre persönliche Belastbarkeit steigern.
„Wenn wir Lehrkräfte weiter bis an die Belastungsgrenze arbeiten lassen, ohne sie zu entlasten, verlieren wir sie – durch Krankheit, durch Frühpensionierung, durch innere Kündigung“
Bei den bevorzugten Unterstützungsformaten sprechen sich 47 Prozent für kurze tägliche Impulse aus, die sich dauerhaft in den Schulalltag integrieren lassen. 36 Prozent wünschen sich ein alltagsbegleitendes Mentoring-Programm, 28 Prozent regelmäßigen Peer-to-Peer-Austausch. Daneben stoßen auch klassische Fortbildungsangebote auf Interesse: 24 Prozent bevorzugen eintägige Workshops, 17 Prozent mehrtägige Formate. Aus Sicht der Lehrkräfte wirken solche Angebote vor allem dann nachhaltig, wenn sie durch kurze, alltagsbegleitende Formate ergänzt werden.
Lin-Klitzing warnt davor, die Ergebnisse politisch zu ignorieren. „Wenn wir Lehrkräfte weiter bis an die Belastungsgrenze arbeiten lassen, ohne sie zu entlasten, verlieren wir sie – durch Krankheit, durch Frühpensionierung, durch innere Kündigung. Jede Lehrkraft, die gesundheitsbedingt ausfällt, bedeutet mehr Unterrichtsausfall, mehr Druck auf die verbleibenden Kolleginnen und Kollegen und am Ende eine Abwärtsspirale, die sich die Politik beim derzeitigen Lehrkräftemangel nicht leisten kann. Das ist kein Randthema für spätere Zeiten. Das ist ein akutes Risiko für die Unterrichtsversorgung in diesem Land.“
Der DPhV fordert die Bildungsministerinnen und Bildungsminister der Länder deshalb auf, Lehrkräfte durch eine spürbare Absenkung des Stundendeputats sowie durch ausreichend Fachkräfte aus Schulpsychologie, Schulsozialarbeit und Verwaltung von Aufgaben zu entlasten, die nicht zu ihren Kernaufgaben gehören. Zudem spricht sich der Verband für funktionale Rückzugsräume an jeder Schule, tatsächlich nutzbare Pausen- und Ruhezeiten sowie flächendeckende, dauerhaft finanzierte Mentoring- und Unterstützungsangebote aus. Ergänzend fordert er klare, dienstrechtlich abgesicherte Regelungen zur Erreichbarkeit und Abgrenzung von Lehrkräften gegenüber Schulleitungen und Elternhäusern.
Zum Abschluss erneuert Lin-Klitzing den Appell an die Bildungspolitik: „Lehrkräfte müssen nicht lernen, sich selbst noch mehr zu optimieren. Wir brauchen ein System, das sie endlich als Berufsgruppe stärker unterstützt und nicht länger übergroße Lasten tragen lässt. Die Zahlen liegen auf dem Tisch – jetzt muss die Politik in den Ländern liefern, bevor uns noch mehr gute Lehrkräfte gesundheitsbedingt verloren gehen.“ News4teachers










Zitat:
„Wenn wir Lehrkräfte weiter bis an die Belastungsgrenze arbeiten lassen, ohne sie zu entlasten, verlieren wir sie – durch Krankheit, durch Frühpensionierung, durch innere Kündigung“
Oder, wie die immer weniger werdenden LehramtsstudentInnen zeigen, es spricht sich rum und es kommen kaum welche nach.
Die meisten kommen wegen der Verbeamtung… super Motivation
Lehrkräfte dürfen nicht an ihre Zukunft denken und sollten stets selbstlos handeln oder wie?
Auch wenn Verbeamtung nicht mein erstes Zugpferd war, so war sie durchaus auch wichtig.
Da sagen Sie was…wissen Sie, was mich neulich richtig aufgeregt hat?
…
..
.
Diese SUPERMÄRKTE!
Genug zu essen haben ist ein Menschenrecht!
Ich wollte mal einkaufen ohne was bezahlen – da haben die sich voll angestellt!
Die machen das aber nur wegen dem Geld!
Tolle Motivation, ey, statt mal an die leuchtenden Kubdenaugen zu denken, sind die nur wegen der schnöden Kohle dabei, verdammte Kapitalisten!
Und wissen Sie, was mich an den Supermärkten am allermeisten aufregt?!
Da gibt´s keinen Brokkoli mehr und keine/r der Angestellten kommt auch nur ansatzweise auf die Idee, von daheim einen mitzubringen.
Und wenn ich an der Kasse sage, dass ich Geburtstag habe, bekomme ich auch nichts…
Belege?
Die Organisation der Schule im Stil des 19.Jahrhunderts ist nicht mehr zeitgemäß. Es muss wie bei Unternehmen auch eine echte Mitarbeiterpflege mit Betriebsarzt, Arbeitszeiterfassung und Einhaltung arbeitsrechtlicher Vorschriften geben. Dieses semiprofessionelle Weiterwursteln unter stillschweigender Einrechnung privater Ressourcen (Arbeitszimmer, Wochenende, Büromaterial usw.) hat keine Zukunft.
Volle Zustimmung, aber …
Natürlich hat das leider Zukunft. Spürbare Änderungen, die auch nicht erst einmal langjährige Pilotprojekte bedürfen, muss man mit der Lupe suchen. Bildung hat keine Priorität und deshalb bleibt mMn noch lange Zeit mehr oder weniger alles beim Alten.
Äußerst gern nehme ich hier Gegenbeispiele zur Kenntnis.
Stimme Ihnen zu.
Würde aber noch hierzu „Äußerst gern nehme ich hier Gegenbeispiele zur Kenntnis.“ etwas als „Denkanregung“ mit einbringen in den Diskurs:
„Die Zeit“.
Die „Zeit“ ist eine Sache, wo auch die Politiker/der Staat nicht auskommen.
Keiner. Genau genommen. Und „die Zeit“ bei Klimawandel usw. zeigt dies und wird dies weiter zeigen. Sonderlich Handeln? Muss man nicht. Noch nicht. Aber die Zeit holt einen oftmals dann eben ein.
Und so ist es im Bildungssektor auch.
Magelsystem. Schon lange. Aber die Zeit legt immer mehr Steine oben drauf, während es unten bröckelt.
Daher sind wir aktuell meiner Einschätzung nach [wenn wir so weiter fahren/machen … Und „keine technische ‚Rettung‘ “ kommt …] bei 10-15 Jahren, bis das System schon stark am Rand kollabieren wird.
Bis 2030 schauen wir mal „gelassen“. Fixpunkte auf „Ganztag/OGS/Hort-Abdeckungen“. Das aktuell die Priorisierung.
Zuletzt war es „Kita“. Dort werden voraussichtlich die Tarifverträge verbessert, da ebenfalls Anwendung bei Ganztag/OGS/Hort oftmals. Immerhin. Des Weiteren? War Kita halt jetzt erst dran … Ob sich da noch was tut? Schauen wir mal.
Wann und „ob“ „Schule selbst“ dran kommt … Wer weiß.
Bis 2030 jedoch keine Chance. Und dann kommt es eben drauf an, wie man bis Dato aufgestellt ist. Je nachdem werden die Rahmenbedingungen noch weiter angezogen, da man ggf. „Lehrkräfte“ dann zur Abdeckung des Ganztages braucht … Bin gespannt, wie man das politisch und gesellschaftlich verkauft. Oder auch systemisch als Umbau/Einbau.
Aber das „kommt ja nicht plötzlich“ alles. Das weiß man, wenn man sich mit den Systematiken etwas auseinander setzt.
Und das wäre „eigentlich“ der Job eines KuMis mitunter.
Schade aber auch.
In manchen BL ist man anscheinend jetzt zumindest auf die Idee gekommen, dass es eine „Früherkennung“ bei Gewalttaten und -potentialen gibt. Also was bei vielen „Common Sense“ ist … Ist dort eine Erkenntnis. Wir sind so am A…
Zu Ihrem letzten Absatz:
Und das NUR unter dem Druck (letztlich real katastrophaler) Ergebnisse, die sich nicht mehr leugnen liessen.
Und hätte jemand (was ein Gesetzesverstoss gewesen wäre, ’nuff said) diese Informationen VOR dem aktuell letzten Gewaltverhalten zusammengeführt, ich sehe es schon vor mir: „diskriminierend“, „Datenschutz“, „Vorverurteilung“, „Chancen geben“…
Na ja.
Whatyougonnado? – Und so.
Ist dann halt so.
Gegen Arbeitszimmer steht die Präsenz. Will auch niemand.
Wie hätten Sie’s denn gerne?
Ich könnte als Lehrkraft für Deutsch und Englisch durch eine kontrollierte Arbeitszeit nur gewinnen und stelle es mir ganz nett vor, in einem vom Dienstherrn ausgestatteten, klimatisierten Büro bis 17.00 im Schulgebäude zu arbeiten und mich danach mit etwas ganz anderem beschäftigen bzw. wenigstens Überstunden abrechnen zu können. So hätte ich es gerne.
Geht mir auch so.
Mir auch!
„klimatisierten Büro bis 17.00“
=> Das muss dann wohl ein Neubau sein … oder eine Organisationsheinheit (Schulträger), die bzw der darauf Wert legt, dass die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.5 bzw. die im März 2022 fachlichen Ergänzungen bzgl. Maßnahmen bei Sommerhitze mit Außenlufttemperaturen über +26 °C als wirksame Maßnahme verwirklicht wurden. Über welchen (Förder-)Topf konnte das so schnell geschehen?
Ich hätte gerne einen eigenen Raum.in der Schule gehabt. Das vermisste ich nach Dienst im Ausland sehr: eigener Schreibtisch, abschließbare Schränke. Ich habe dort tatsächlich auch einen Großteil der Korrekturen und Vorbereitung erledigen können. Dann um 17.00 Uhr mit leichtem Gepäck nach Hause gehen….
Will das wirklich niemand? Liest man hier oftmals anders.
Klar, gibt verschiedene Richtungen …
Ich hätte auch kein Problem mit (reiner) Präsenzzeit.
Ich habe auch kein Problem mit Präsenzzeit + tatsächlichen Homeoffice. Andere AG schaffen das ja auch.
Witzigerweise sind manche Privatschulen hier schon „etwas weiter“. Dort gibt es dann bspw. eine Präsenzzeit, welche für Einführungen usw. da ist und eine „digital vorbereitete Umgebung“. Lässt sich prima machen als Freiarbeitskonzept. Dann gibt es Impulszeiten und „selbständige“ Arbeitszeiten, bei welchen man jedoch Aufsicht stellen muss [ist halt Gesetzeslage …] und Hilfe leistet. Also als „Lernbegleiter“ [ich liebe das Wort … Triggert so manchen.].
Aber aber… Die Privatschulen beschäftigen ja nur angestellte Lehrer. DAS will auch wieder niemand.
Bei Trägerschaft durch die evangelische Landeskirche sind es aber „Kirchenbeamte“ mit gleichen Amtsbezeichnungen wie an staatlichen Schulen, allerdings mit dem Zusatz i.E. – im Ersatzschuldienst.
Ich kenn den Fall eines SL (OStD i.E.), der später zur Schlaufsicht bei der BR als LRSD gewechselt ist.
Und was ändert das?
Stimmt auch nur bedingt. Inzwischen ist die Tendenz eindeutig so. Ja. Mangel.
Aber rein theoretisch gibt es (Alt-)Abordnungen. Kenne bspw. beamte Lehrkräfte an Privatschulen.
Jedoch geht es mir ja um die Möglichkeit. Können staatliche Schulen ja auch so machen .. so ist es nicht.
Klar, gleichen Job mit gleicher Verantwortung für 500-1K weniger im Monat. Nur mit Bonus Anwesenheitspflicht.
Und alle so: „Yeah!“
Können Sie das belegen? Wenn die Alternativen Entgrenzung der Arbeitszeit und Arbeiten in Präsenz mit vollausgestattetem Arbeitsplatz un geregelten Arbeitszeiten ist, steht Ihre Behauptung vermutlich auf tönernen Füßen.
Ich wäre gerne präsent 🙂
Wenn ich dann den Rest des Tages und die Wochenenden frei habe, gerne. Aber warum kein Home-Office? Warum geht das in vielen Firmen klar, nur die Lehrkräfte besch… natürlich massiv bei der Arbeitszeit und machen zu Hause natürlich nix. Ist eigentlich irgendwem schon mal aufgegangen, dass sich die Arbeiten z.B. nicht von Zauberhand korrigieren? Oder dass man bei Emails ja z.B. sehen kann, dass sie geschrieben wurden? irgendwann muss diese Arbeit ja von irgendwem erledigt worden sein. Was also soll die Debatte um das Arbeitszimmer?
Zur Organisation aus dem 19. Jahrhundert gehört auch der Beamtenstatus für Lehrkräfte mit all seinen Privilegien. Keine Rosinenpickerei. Lassen wir das 19. Jahrhundert im schulischen Bereich endgültig hinter uns, dann bitte auch den nicht mehr zeitgemäßen Beamtenstatus, damit Lehrkräfte endlich leistungsgerecht bezahlt werden können. Die, die mehr machen, Fachsprecheramt, Schulentwicklung usw., müssen mehr Geld bekommen, als die, die sich immer wegducken und dafür sorgen, dass alle anderen mehr arbeiten müssen.
An dem die Länder und der Bund aber ein wesentlich höheres Interesse haben als die Bediensteten. In der aktiven Dienstzeit sind sie nämlich kostengünstiger als gleichwertig qualifizierte Angestellte.
Die Tagessätze von Rechtsberatern von Behörden und Ministerien sind deutlich höher als die anteiligen Bezüge der verbeamteten Juristen. Ausnahme, Lobbyverbände stellen die Rechtsberater unentgeltlich zur Verfügung.
Das ist sicherlich richtig. Aber mit Blick auf die gesamte Lebenszeit des Beamten (inkl. Pension und Beihilfen im Krankheitsfall im Alter), sind sie deutlich teurer. Aber darum ging es mir jetzt gar nicht. Mir ging es mehr darum, dass es keine leistungsgerechte Vergütung in diesem Beruf gibt.
… aber nur weil Beamte des hD auch noch durchschnittlich älter werden als der Rest der Bevölkerung.
Richtig. Dazu bindet der AG zusätzlich seine Die… Bediens… sein Fachpersonal. Und die Zweiklassengesellschaft [eigentlich Mehrklassengesellschaft] kann man zusätzlich noch aufrecht erhalten, um weitere Kosten und Rahmen zu sparen.
Wenn man jetzt das Rentenalter nur noch deutlich höher bekommen würde … Oh.
Zu Hico: Man müsste noch nicht mal „Sondereinsatzgebiete“ extra bezahlen … Man könnte dies auch ganz einfach als Deputatsangleichung machen. Aber was sage ich da … Deputate gäbe es dann ja gar nicht mehr. Sondern „tatsächliche Zeit“ wie es das AZE auch vorsieht.
Daher wäre sowas wie „Sondereinsatzgebiete/Ämter“ selbstverständlich auch schon „(in)direkt abgedeckt“.
Bin dafür: Keine Rosinenpickerei.
Durchaus diskutabel. Bitte erlauben Sie mir folgende höflichen Hinweise:
a) Eine Beendigung bestehender Beamtenverhältnisse ist nur mit Zustimmung der Betroffenen möglich (außer in bestimmten Fällen bei schweren Pflichtverletzungen und rechtskräftig verurteilten Straftätern, was nicht die Regel ist).
Das bedeutet zwangsläufig, Sie hätten viele, viele Jahre lang noch zwei parallel laufende Systeme in allen Bundesländern – und vermutlich auch einen zeitlichen Verschub bei der Aufhebung der Verbeamtung in den einzelnen Bundesländern. Das dürfte Migrationsbewegungen der angehenden Lehrkräfte auslösen, hin zu den Bundesländern, die noch verbeamten. Sie dürfen m.E. davon ausgehen, dass ohne dieses leidige Lehrkräfte-Migrationsproblem die Verbeamtung im Osten jetzt abgeschafft wäre.
Ist schon ironisch: Freie Marktwirtschaft – Lehrkräfte dürfen ihr Bundesland frei wählen – sorgt für Beibehaltung der Verbeamtung.
b) Sie nehmen als uneingestandene Voraussetzung an, dass es genügend Lehrkräfte gibt, die zu wenig arbeiten – dass also die vorhandenen Aufgaben durch das vorhandene Personal problemlos und sachgerecht abgedeckt werden könnten, wenn nur leistungsgerecht bezahlt würde.
Nun ja… – viel Glück mit dieser Annahme, und stellen Sie sich in einem ruhigen Moment folgende Frage: Wenn das bestehende System wirklich so einseitig zum Vorteil der Beamten (m/w/d) wäre – warum wurde es dann nicht längst abgeschafft?
Zitat: „Wenn das bestehende System wirklich so einseitig zum Vorteil der Beamten (m/w/d) wäre – warum wurde es dann nicht längst abgeschafft?“
Ganz genau! Das ist die einzig relevante Frage in diesem Zusammenhang.
Anders gestellt könnte sie auch lauten: „Wenn die Lehrerinnen und Lehrer tatsächlich so wenig arbeiten, wie die „hart arbeitende Bevölkerung“ zu wissen glaubt: Warum hatte dann in Jahrzehnten kein einziges Bundesland irgendein noch so kleines Interesse daran, diese Arbeitszeit der Lehrerinnen und Lehrer präzise nach geltendem Arbeits- und Beamtenrecht zu erfassen?“
Ok.
Dann auch keine Beamtenpflichten mehr.
Kurze ketzertische Gegenfrage.
Warum sollte man umsonst mehr Arbeit machen? steile Thesen: Das machen die Menschen die sich gerne ausnehmen lassen von ihren Mitmenschen.
Argument:
Es ist meine Zeit, die ich für nichts opfere. Meine Zeit die ich mit meinen Kindern, meiner Frau/meinem Mann oder meinem Freunden verbringen kann und an meiner geistigen Gesundheit arbeiten kann.
Man arbeitet so schon viel zu viel. Warum dann noch Ämter sammeln und Zeit verschwenden?
Ich finde es erstmal einen löblichen und sinnvollen Gedanken, denjenigen mehr Geld zu geben, die mehr als nur Unterricht machen.
Für einige Dinge gibt es das, in Form von Beförderungsstellen (z.B. Fachbereichs- und Jahrgangsleitung) und Anrechnungsstunden (z.B. Sammlungsleitung, IT).
Auf der anderen Seite gibt es sehr viele Lehrkräfte, die zusätzliche Arbeit leisten und nichts dafür bekommen:
Sollten nicht die Musiker, die alle möglichen Schulveranstaltungem begleiten, auch eine Anrechnung bekommen? Was ist mit den Sportkollegen, die Jahrgangstuniere planen? Die Werken-Lehrer, die in ihrer freien Zeit z.B. Sitzmöbel für den Schulhof bauen, sollten auch nicht leer ausgehen. Wenn die Naturwissenschaftler nebenbei eine Chemie-Show vorbereiten oder die Schüler in ihrer Freizeit zu Jugend forscht begleiten, ist das etwa keine Mehrarbeit? Da wird die Deutsch-Kollegen nicht ohne Grund argumentieren, dass sie auch bei Jugend debattiert mitmachen…
Dabei sind wir noch nichtmal bei der Mitarbeit in Arbeitskreisen und Gremien angekommen…
Bei uns engagieren sich fast alle Lehrkräfte außerhalb des Ganztagsbetriebs noch zusätzlich für Dinge, die ihnen am Herzen liegen. Sie stecken zusätzlich viel Zeit in Aufgaben, die weit über den normalen Unterricht hinausgehen. Das macht Schule aus, führt aber eben auch noch stärker zum Verschwimmen von Grenzen zwischen dienstlichen Aufgaben und Privatleben.
Ich finde genau diese Einstellung das blödeste am Job: Wer in Schulentwicklung geht, macht angeblich mehr. Wer tolle Leuchtturmprojekte macht, macht angeblich mehr. Nein, man macht was anderes. Der Tag hat nur 24 Std. und Lehrkräfte setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Das lieben mein Kollegen übrigens an Schule: Jeder findet seine Nische. Der eine macht mehr im Schulgarten, der andere ne Fahrradwerkstatt usw. Jeder bringt so seine eigenen Vorlieben ein. Und wird dafür noch bezahlt. Andere hingegen wollen einfach nur guten Unterricht machen und investieren da viel Zeit rein. Sieht natürlich keiner, weil das hauptsächlich zuhause und im Klassenräume stattfindet. Ich gehöre zu dieser letzteren Kategorie. Damit mache ich genauso viele Überstunden wie der Kollege, der in gefühlt jedes Schulentwicklungsteam geht und ständig für tolle Projekte (seine Hobbies) aus dem Unterricht ausgeplant wird.
Das ist aber auch ein steile These, dass Kollegen ihren Hobbies nachgehen. Es gibt ständig irgendwelche neuen Verordnungen, Singe die geprüft werden müssen usw. viele Orga Sachen. Irgendwer muss das machen und meine Hobbies sehen da echt anders aus. Vielleicht trifft das auf eine AG oder so mal zu im Nachmittagsprogramm, aber nicht auf die Verpflichtungen, die man an manchen Positionen hat.
Eltern und Schüler erwarten, dass wir 24/7 für sie da sind.
Letzte Woche erst erlebt, Mutti schreibt um 19.30 h und beschwert sich 30 Min später in einem sehr derben Ton beim SL, da sie nicht sofort Antwort erhält.
Schüler schreiben einen bis weit in die Nacht wegen Kleinkram an. Eltern entschuldigen das damit, nieman aus Klassengruppe würde ihrem Kind Auskunft geben…
Und was hat die SL der Mutter geantwortet (ich hoffe, die hat diese auch bis zum nächsten Tag zappeln lassen)?
Nein. Hat sich sofort bei der Kollegin gemeldet mit der Bitte um Klärung…
Sorry, aber einen Schulleiter mit solch Eigenschaften könnte ich nicht ernst nehmen. Es gibt keine rechtliche Grundlage, den Eltern binnen x Minuten zu antworten. Dein Chef sollte mal an seine Kolleginnen und Kollegen und deren Gesundheit denken und der Mutter eine klare Ansage machen…
Der SL sollte- ebenso wie die Kollegin- derartige Nachrichten IGNORIEREN.
Dann muss es so ungemein wichtig gewesen sein, dass es um Leben und Tod ging….anders kann ich mir das nicht erklären 😉
Und eine weitere Frage, die sich mir stellt: Wieso ist die SL um diese Uhrzeit erreichbar? Ich hätte die Beschwerde alldieweil auch erst nächsten Morgen gelesen…..
Ich wäre vor allem auch nicht mehr ans Telefon gegangen, wenn die SL um diese Uhrzeit meldet.
Wenn Lehrer permanent proklamieren, dass sie bis spät Abends arbeiten (damit sie in den Ferien Überstunden abbauen können), dann weckt das nunmal Erwartungen.
Anders gefragt: wie hätten Sie’s denn gern mit der Kommunikation?
Zwischen 9 und 14 Uhr geht nur in der unterrichtsfreien Zeit. Und da hat meines Wissens nach noch nie eine Lehrkraft ein Elterngespräch geführt. Wegen Überstundenabbau, Sie wissen schon…
Seien Sie nicht so spitzfindig Herrn oder Frau Tigrib gegenüber!
In der Sache: Bürozeiten angeben und dann auch einhalten. Und das kann man auch der SL gegenüber kommunizieren. Ich verstehe nicht, warum Kollegen dann gleich in Angst und Panik verfallen. Was bitte soll passieren, wenn sich Eltern bei der SL beschweren, man würde abends, morgens, wochenends nicht antworten etc.? GAR NICHTS!
…und aufhören, sich permanent zu erklären und zu rechtfertigen. Beides machen Lehrer ständig und wundern sich, dass das Gegenüber immer dreister und fordernder wird.
Es ist auch die Aufgabe einer SL die KuK zu schützen, indem es Vereinbarungen zur Kommunikation innerhalb und außerhalb des Systems gibt. Das entlastet auch KuK, die dann darauf verweisen können.
Wer dann meint, auf Elternmails (übrigens auch KuK untereinander tun sich in diesem Kontext gegenseitig viel Leid an) die außerhalb der Zeiten geschrieben werden, zu reagieren, ist selber Schuld.
Kleine Anekdote am Rande: Bei uns in der Kommune werden bei Auslösen des Alarms (Z.B. defekter Feuermelder oder tatsächlich ein Vorkommnis) zuerst die SL angerufen, da sie neben dem HM wohl als einzige einen Universalschlüssel besitzen. Mein Handy ist nachts leider in der Küche und somit außer Hörweite…..wer mich erreichen will, muss schon persönlich vorbeikommen (wer sie die 50 Minuten Fahrt antun will, gerne, nur zu…)
Sorry, vor einer E-mail schützen?
Und persönlich nach Hause kommen mit einem Anliegen?
Das ist beides irgendwie daneben.
Dass Eltern nach Feierabend Mails an die Schule schreiben halte ich übrigens für die einzig mögliche Zeit. Die meisten arbeiten ja auch. Abends noch sofort eine Antwort erwarten ist daneben, aber wer sich von sowas stressen lässt hat seine Kommunikation nicht im Griff.
Und wie schon erwähnt: in der unzwrrichtsfreien Zeit sind Lehrer auch nicht zu erreichen.
Verrückt, oder?
Eltern können gerne wann auch immer eine Mail schreiben, solange Sie nicht sofort und umgehend eine Antwort erwarten.
Beschweren Sie sich auch bei Ämtern, die spätestens um 18 Uhr schließen? Nein, ach so….
Zu: „Beschweren Sie sich auch bei Ämtern, die spätestens um 18 Uhr schließen?“ ja per Mail oder Kontaktformular auf Webseite.
Meine berufliche Kommunikation ist zu anderen Zeiten als meine private.
Private Kommunikation also auch Antworten auf Schul-Emails der Schule meiner Kinder, mit Handwerkern und öffentlicher Verwaltung geschieht zeit-versetzt am Abend und am Wochenende.
Wer etwas von mir direkt will, muss sich nach mir richten; oder auf meine Antwort eben warten.
Wenn ich einen Besprechungstermin mit den Lehrer/innen meiner Kinder möchte, dann richte ich mich nach deren Zeit-Vorgeben.
Und umgekehrt erwarte ich das aber auch:
Wenn mich Lehrer/innen meiner Kinder sprechen wollen, dann würde ich den Abend oder das Wochenende deutlich bevorzugen.
Sie beschweren sich tatsächlich bei Ämtern, dass diese geregelte Öffnungszeiten anbieten, die Ihnen nicht genehm sind? Ach so…..und hatten Sie schon Erfolg, dass man Ihnen Sonderöffnungszeiten anbot?
Wenn ich in meiner Funktion als Lehrkraft etwas mit Ihnen zu besprechen habe, dann biete ich Ihnen ein oder zwei Termine an. Sollten Sie diese ablehnen mit dem Verweis, dass Sie nur abends oder am Wochenende können, dann würde ich Sie freundlich darauf hinweisen, dass Sie als Eltern verpflichtet sind, mit der Schule zusammenzuarbeiten.
Eine Schule kann nicht auf alle erwerbsbedingten Umstände der Eltern Rücksicht nehmen und muss sie auch nicht, denn sie kein Dienstleistungsunternehmen.
Das ist der Irrglaube, den viele Eltern anheimfallen…..
„Verpfichtung mit Schule zusammenarbeiten“
ist aber nicht nur uni-direktional:
Schule ist verpflichtet auch mit den Eltern zusammen zuarbeiten: Klassengemeinschaft und Schulgemeinschaft geht über Lehrer/innen und Schüler/innen hinaus.
Bisher konnte ich immer mit den Lehern meiner Kinder immer einen Termin finden, wenn es nötig war – und wenn es zwischen den eigenen Lehrveranstaltungen via Video-Sitzung war.
Für mich ist Abends und Wochenende einfach der bessere Unterhaltungszeitraum.
Elterngespräche in Nordrhein-Westfalen sind im Schulgesetz NRW (SchulG) (insbesondere § 42 und § 44) sowie in der Allgemeinen Dienstordnung (ADO § 9) geregelt. Sie basieren auf dem Grundsatz der partnerschaftlichen Zusammenarbeit von Schule und Eltern für den Lern- und Erziehungserfolg der Kinder.
„SchulG §44 (4) Die Lehrerinnen und Lehrer beraten die Eltern außerhalb des Unterrichts. Elternsprechtage werden nicht während der Unterrichtszeit am Vormittag durchgeführt.“
„ADO §9 (3) … in Ausnahmefällen an besonders zu vereinbarenden Terminen stehen die Lehrerinnen und Lehrer den Eltern und den für die Berufserziehung Mitverantwortlichen für Rücksprachen und Beratung zur Verfügung.“
Der Dienstherr ist in der ADO sehr deutlich: Lehrer/innen stehen den Eltern zur Verfügung – nicht umgekehrt.
Also ist das Elterngespräch am außer-unterrichtlichen Zeitblock Arbeitszeit – und Lehrer/innen müssten eigentlich auf die Vorschläge der Eltern eingehen (nicht umgekehrt)..
Aber bei so vielen Schulgesetzten und zugehörigen Verordnungen, mag es Bundesländer geben, in denen Eltern Urlaub nehmen müssen, um Schulgespräche am Vormittag zu führen. Wie geht das dann in jenen Bundesländer, wenn Eltern selber im Schuldienst sind?)
Schule, welche unternehmerischen Tätigkeiten ordnen Sie ihr denn zu?
Das „öffentlich-rechtliche Schulverhältnis“ (SchulG NRW §42) ist für mich ein Dienstleistungsverhältnis: jeweils mit Hol-und-Bring-Schuld(en) für Schülerschaft, Elternschaft und Kollegium.
Ich werfe mal noch den §42 in den Raum!
§ 42
Allgemeine Rechte und
Pflichten aus dem Schulverhältnis
(1) Die Aufnahme der Schülerin oder des Schülers in eine öffentliche Schule begründet ein öffentlich-rechtliches Schulverhältnis. Aus ihm ergeben sich für alle Beteiligten Rechte und Pflichten. Dies erfordert ihre vertrauensvolle Zusammenarbeit.
(2) Schülerinnen und Schüler haben das Recht, im Rahmen dieses Gesetzes an der Gestaltung der Bildungs- und Erziehungsarbeit der Schule mitzuwirken und ihre Interessen wahrzunehmen. Sie sind ihrem Alter entsprechend über die Unterrichtsplanung zu informieren und an der Gestaltung des Unterrichts und sonstiger schulischer Veranstaltungen zu beteiligen.
(3) Schülerinnen und Schüler haben die Pflicht daran mitzuarbeiten, dass die Aufgabe der Schule erfüllt und das Bildungsziel erreicht werden kann. Sie sind insbesondere verpflichtet, sich auf den Unterricht vorzubereiten, sich aktiv daran zu beteiligen, die erforderlichen Arbeiten anzufertigen und die Hausaufgaben zu erledigen. Sie haben die Schulordnung einzuhalten und die Anordnungen der Lehrerinnen und Lehrer, der Schulleitung und anderer dazu befugter Personen zu befolgen.
(4) Eltern wirken im Rahmen dieses Gesetzes an der Gestaltung der Bildungs- und Erziehungsarbeit der Schule mit. Sie sorgen dafür, dass ihr Kind seine schulischen Pflichten erfüllt. Eltern sollen sich aktiv am Schulleben, in den Mitwirkungsgremien und an der schulischen Erziehung ihres Kindes beteiligen. Zu diesem Zweck haben Eltern, die Kommunikationsunterstützung benötigen, die Rechte aus § 8 Absatz 1 des Behindertengleichstellungsgesetzes Nordrhein-Westfalen vom 16. Dezember 2003 (GV. NRW. S. 766) in der jeweils geltenden Fassung in Verbindung mit der Kommunikationsunterstützungsverordnung Nordrhein-Westfalen vom 15. Juni 2004 (GV. NRW. S. 336) in der jeweils gültigen Fassung.
(5) In Bildungs- und Erziehungsvereinbarungen sollen sich die Schule, Schülerinnen und Schüler und Eltern auf gemeinsame Erziehungsziele und -grundsätze verständigen und wechselseitige Rechte und Pflichten in Erziehungsfragen festlegen.
(6) Die Sorge für das Wohl der Schülerinnen und Schüler erfordert es, jedem Anschein von Vernachlässigung oder Misshandlung nachzugehen. Die Schule entscheidet rechtzeitig über die Einbeziehung des Jugendamtes oder anderer Stellen. Jede Schule erstellt ein Schutzkonzept gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch. Es bedarf der Zustimmung der Schulkonferenz.
(7) Außerunterrichtliche Veranstaltungen der Schule, die kein Unterricht in anderer Form sind, sind grundsätzlich so zu organisieren, dass kein Unterricht ausfällt. Nachprüfungen finden vor Unterrichtsbeginn des neuen Schuljahres statt.
(8) Die Schulkonferenz kann eine einheitliche Schulkleidung empfehlen, sofern alle in der Schulkonferenz vertretenen Schülerinnen und Schüler zustimmen.
Aber nur um @Sporack eine aufwendige Recherche zu ersparen.
Hin und wieder ist es nicht schlecht neben dem Paragraphen auch Angaben zu angezogenen Rechtsnorm anzugeben.
Zu: „Schule kein Dienstleistungsunternehmen“.
Na sicher sind öffentliche Schulen steuerfinanzierte Dienstleistungsunternehmen.
Für Angestellte wird der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes der Länder angewendet.
Landesbeamte – auch Lehrer/innen – haben Dienstaufgaben.
Zitat: „In der letzten Woche vor Unterrichtsbeginn des neuen Schuljahres müssen sich die Lehrerinnen und Lehrer zur Dienstleistung für schulische Aufgaben bereit halten, soweit dies für die organisatorische Vorbereitung des neuen Schuljahres erforderlich ist und vorher angekündigt wurde.“ (ADO NRW §14)
Wenn Schule keine Dienstleistung für die Gesellschaft erbringt, nämlich Wissensvermittlung und auch Erziehung, was „macht“ Schule dann?
Schule ist sicherlich weder ein „Rohstoff fördendes Unternehmen“ noch „Güter produzierendes Gewerbe“. Wenn weder primärer noch sekundärer Sektor auf Schule zutrifft, dann bleibt nur der tertiären Sektor (Dienstleistungen) übrig.
Dienst für die Gesellschaft (den Staat), genau. Nicht aber für die individuellen Interessen von Herrn Meyer oder Frau Piotrowski, wie es denen am besten passt.
Dienstaufgaben, für die sich Lehrkräfte bereitzuhalten haben, werden vom Dienstherrn vorgegeben, nicht von einzelnen Eltern.
Mal ganz langsam. Sie suchen hier im Schulgesetz und in der ADO Fragmente zusammen und biegen sich die Ausführungen so hin, wie Sie sich das vorstellen.
Also, Schulen sind zwar steuerfinanziert (so wie alle Behörden auch), aber dennoch kein Dienstleistungsunternehmen. Da besondere Rechte als „Kunde“ abzuleiten, geht also fehl. Schulen gehören, wie alle anderen Behörden des Staates auch zur Daseinsvorsorge. Die Aufgaben und Verpflichtungen der Beschäftigten regelt die jeweilige ADO und andere Gesetze.
Lehrkräfte haben sich in der letzten Woche vor Ende der Sommerferien bereitzuhalten, um etwaigen dienstlichen Verpflichtungen nachzukommen. Das beinhaltet aber lediglich innerschulische Verpflichtungen und keine Dienstleistungen in Ihrem Sinne.
Elternberatungszeiten finden (zumindest in der Grundschule) außerhalb der Unterrichtszeit statt. Hieraus das Recht abzuleiten, auf alle zeitlichen Wünsche der Eltern einzugehen, geht fehl. Im Gegenteil, Eltern sind verpflichtet, mit der Schule zusammenzuarbeiten, was auch die Beratung mit einschließt. Und hier auch wieder: Schule ist kein Dienstleistungsunternehmen und ist daher nicht verpflichtet auf alle individuellen Ansprüche einzugehen.
Die Bezierkregierung Münster schreibt hierzu in ihrem Handlungsleitfaden:
„Selbstverständlich dürfen Eltern mit Gesprächswünschen aufgefordert wer-
den, die Zeiten der Sprechstunde zu nutzen und hierfür Termine zu vereinba-
ren. Eltern können durchaus auch auf freie Termine in nachfolgenden Sprech-
stunden hingewiesen werden, wenn die nächste(n) Sprechstunde(n) bereits
mit Gesprächsterminen belegt ist / sind. Ausnahmefälle ergeben sich dabei
lediglich aus der Dringlichkeit aufgrund besonderer Thematiken, nicht jedoch
aufgrund einfacher terminlicher Schwierigkeiten.
Im Sinne einer vertrauensvollen Zusammenarbeit und Erziehungspartner-
schaft sollte die Schule immer bemüht sein, individuelle Gesprächstermine –
beispielsweise vor dem Unterricht oder am späten Nachmittag – zu ermöglichen.
Dazu ist es hilfreich, wenn die Schule von Beginn an ihr Beratungskonzept
transparent und öffentlich macht und auch von Eltern terminliche Flexibilität erwartet.“
Die rechtliche Einordnung §9 ADO
Eine Anmerkung zu Schluss (denn ich werde nichts mehr dazu kommentieren): Ich habe den Eindruck gewonnen, dass Sie zu der Sorte Eltern bzw. Mensch gehören, die dazu neigen, sich mit ganz gefährlichen Halbwissen in Szene zu setzen und sich andere versuchen so nutzbar zu machen. Wahrscheinlich setzen Sie auch gerne andere mit Ihren angeblich berechtigten Ansprüche mittels seitenweiser Briefe generiert von ChatGPT unter Druck in der Hoffnung, dass jemand am anderen Ende die Nerven verliert und klein bei gibt.
Da wären Sie bei mir allerdings an der falschen Adresse, denn ich recherchiere grundsätzlich selber und würde Ihnen damit sofort auf die Schliche kommen.
Dem Foristen @Sporack ist der semantische Unterschied zwischen „einen Dienst leisten“ und „eine Dienstleistung erbringen“ nicht klar.
Der Dienst wird von den Bediensteten gegenüber dem Dienstherren abgeleistet, eine Dienstleistung wird von Dienstleistern gegenüber einem zahlenden Auftaggeber erbracht.
Das sind trotz ähnlich klingender Bezeichnungen vollkommen andere Bedeutungsinhalte, die im Kern nichts miteinander zu tun haben.
In der Politikwissenschaft und den Wirtschaftswissenschaften gibt es durchaus den Begriff der staatlichen Dienstleistungen und einen (zwangs)zahlenden Auftraggeber gibt es ebenfalls in Form von Steuer- oder Gebührenzahlern.
„Der Dienst wird von den Bediensteten gegenüber dem Dienstherren abgeleistet“
„eine Dienstleistung wird von Dienstleistern gegenüber einem zahlenden Auftaggeber erbracht.“
Angewendet auf Schule:
Der Dienstherr erwartet, dass der Dienst für ihn (in seinem Sinne, in seinem Namen) durch den/die Bediensteten abgeleistet wird. Empfänger dieser Dienstleistung ist nicht der Dienstherr (Staat) sondern die Gesellschaft, die über die (politisch motivierte) Gesetzgebung Aufgaben für den Staat definiert und mittels Steuern finanzieren lässt…
Beamte sind Staatsdiener, sie dienen dem Staat, erbringen in seinem Namen Dienstleistungen für die Gesellschaft auch an und für konkrete Personen. (Welche Berufsgruppen Beamte sein sollten, welche Aufgaben ein Staat haben sollte, ist sicher interessant; sprengt hier aber das Thema der Arbeitszeiterfassung und die Abgrenzbarkeit von Beruf und Privatleben.)
@dickebank: Einen semantischen Unterschied, auf den Sie verweisen, kann ich im Konzept nicht erkennen. Lehren und Unterrichten sind Dienstleistungen für und am Lernenden.
(Nur lernen müssen SuS schon noch selber, dass können weder LuL noch Eltern abnehmen.)
Wenn Sie ihn nicht erkennen, dann heißt das nicht, dass es ihn nicht gibt.
Staatsdiener sind dem Staat verpflichtet, nicht dem Staatsbürger.
Staatsbürger haben das Recht die Vertreter der Legislative zu wählen, die wiederum einen Regierungschef, der die oberste Exekutivebene ist, zu wählen. Der Regierungschef hat das Recht Minister*innen seiner Wahl zu berufen und durch den BuPrä ernenen zu lassen. Auf Länderebene kann er sie selbst ernenen. Minister*innen sind die oberste Verwaltungsebene, darunter die Ober- und Mittelbehörden und nachgelagert die Unterbehörden, zu denen auch die Schulen mit ihren Bediensteten gehören. Da der Staat Interesse hat, Kinder und Jugendliche in seinem Interesse zu bilden, bedient er sich seiner bediensteten, um die vorgegebenen zwecke zu erreichen, die nicht unmittelbar mit den Wünschen und Zielen der eltern kompartibel sein müssen. Wenn die Eltern Veränderungen wollen, müssen sie sich an die oberste Verwaltungsebene wenden. Kommt die den wünschen nicht nach, kann man versuchen diese auf dem Klagewege durch die Judikative bewegen, eine andere Haltung einzunehmen. Und ansonsten bleibt die Möglichkeit im Rhytmus der Legislatur, politische Veränderungen durch Wahlen zu erreichen.
Ansprüche gegenüber der untersten Verwaltungsebene und deren Bediensteten haben die Bürger jedoch nicht, sie sind allenfalls Beteiligte in Verwaltungsprozeseduren. Im besten Fall sind sie Nutznießer staatlichen Handelns, aber sicherlich keine Dienstleistungsempfänger.
Meinetwegen können Sie auch statt Staatsbürger den altertümlichen Begriff „Untertanen“ einsetzen.
@dickebank: Widersprechend zu Ihren Ausführungen, dass Bürger keine Ansprüche gegenüber Beamte hätten, verweise ich auf das BGB:
Das BGB zeigt, dass Dritte gegen Beamte durchaus Ansprüche haben, z.B. auf Schadensersatz bei Amtspflichtverletzung.
Die meisten Ansprüche hat der Bürger allerdings gegenüber dem Staat /Land / Kommune – und selbige nutzen Beamte und Angestelle, um die Anliegen zu behandeln.
========
BGB § 839
(1) Verletzt ein Beamter vorsätzlich oder fahrlässig die ihm einem Dritten gegenüber obliegende Amtspflicht, so hat er dem Dritten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen.
=========
Bei Amtspflichtverletzung, aber die muss erstmal gerichtlich festgestellt werden.
Nö.
Denn Dienstleister müssen machen was der Kunde will.
Wäre ich Dienstleister, wären 80% meiner Stunden „Freispiel mit Händi“, der Rest Playstationtime.
Next.
Sie können mir gerne Halbwissen – oder auch gar kein Wissen unterstellen. Auch können Sie gerne die Meinung vertreten, dass meine Antworten KI-mäßig seien.
Um einen griechischen Philosophen frei zu zitieren: Ich weiß, dass es viele Themen gibt, von denen ich nichts weiß.
Ihrem Aufruf „grundsätzlich selber zu recherchiere“ schließe ich mich gerne an.
Ansonsten stelle ich gerne an diesem Punkt die Diskussion zur Art des Dienstgeschäfts Schule ein. Wir haben offenbar unterschiedliche Meinungen und offenbar auch unterschiedliche Interpretationen desselben.
„Ach so…..und hatten Sie schon Erfolg, dass man Ihnen Sonderöffnungszeiten anbot?“
Das maße ich mir nicht an, direkte Ursache dafür zu sein:
Aber ich konnte feststellen, dass in den vergangenen Jahren die regulären Öffnungszeiten für „Laufkundschaft“ im für mich zuständigen Bürgerbüro verändert wurden und auch aktuell in zwei Phasen angeboten werden von 07:30 bis 12:30 Uhr und 13:30 bis 19:00 Uhr.
Damit möchte ich nicht vorschlagen, dass ein Schultag bis 19 Uhr gehen sollte. Aber es zeigt, dass dort wo früher um 15:30 Uhr für die Öffentlichkeit „die Tür geschlossen war“ heute auch wegen anderen Ansprüchen „der Kundschaft“ die Büro-Tür geöffnet wird.
Wir können es dabei belassen; schulische Öffnungs- und individuelle Arbeitszeit bedürfen organisatorische Maßnahmen.
Ich bin sehr gespannt wie (und wann bzw. ob) die unterschiedlichen Bundesländer die AZE für Lehrende und Unterrichtende umsetzen werden.
Der Schultag – Arbeitstag für Lehrkräfte – ist ja so lang.
Nur ist bis auf wenige Ausnahmen der Publikumsverkehr nach Unterrichtsende beendet.
„Dass Eltern nach Feierabend Mails an die Schule schreiben halte ich übrigens für die einzig mögliche Zeit.“
Das ist hier nicht das Problem, sondern das sehr fordernde Kommunikationsverhalten einiger Eltern – nicht nur in der Sache, sondern auch in der Erwartungshaltung einer unmittelbaren Antwort bzw. sofortigen Bearbeitung.
Tatsächlich kann ich mich noch an eine Zeit erinnern, in der es normal war, als Lehrkraft die private Telefonnummer an Eltern herauszugeben. Das war mal kein Problem – man wurde nicht spätabends noch angerufen oder mindestens jede Woche einmal („Ich wollte mal nachfragen, wie sich mein Kind dieserWoche in den Hauptfächern gemacht hat“) oder wenn man sonntags noch im Bett lag („Gut, dass ich Sie erreiche, ich habe ja sonst nie Zeit dafür“).
Das kippte dann so grob Anfang der 2000er und schlug bei einzelnen Eltern (aber das reicht ja leider) in das beschriebene Verhalten um; da veränderte sich anscheinend etwas in der Gesellschaft: Häufig wird inzwischen versucht, die eigenen Interessen völlig gnaden- und komplett empathielos auch auf Kosten des Gegenübers durchzudrücken.
Infolgedessen ist dann das Gegenüber gezwungen, Regeln aufzustellen und die konsequent durchzusetzen, z.B. keine private Nummer herauszugeben, E-Mails nur bis 18:00 Uhr zu beantworten, und Telefongespräche gibt es längst nur noch nach Ruckrufbitte per E-Mail, entweder vom dienstlichen Anschluss aus oder mit unterdrückter eigener (privater) Rufnummer.
Wenn diese Anrufe mit unterdrückter privater Nummer dann geblockt werden – Pech: telefonische Kommunikation nur noch über dienstlichen Anschluss, also auch nur, bis die Schule am späten Nachmittag geschlossen wird.
Das ist der Weg!
Ich kann mich noch sehr gut erinnern, wie oft ich nachmittags angerufen wurde, wegen Lappalien, völlig belangloses Zeug. Eine Familie hat es mal auf die Spitze getrieben und hat mich abends um 22 Uhr angerufen und wollte wissen und darüber diskutieren, ob der Teppich, den ich in die Klasse als Bauecke (wir hatten Fischer Technik dort) hingelegt hatte, pädagogisch sinnvoll sei….
Da hat es mir gereicht und mein Mann hat einen permanenten AB auf dieser Rufnummer eingerichtet…und im folgenden Jahrgang habe ich meine Telefonnummer gar nicht mehr rausgegeben….
Ja, Sie haben recht. Das waren früher noch ganz andere Zeiten. Mittlerweile sind viele Eltern -zum Glück nicht alle, es gibt auch noch vernünftige, einsichtige, kooperative und höfliche Menschen- leider unverschämter als unverschämt geworden. Von guter Erziehung, Achtung und Respekt keine Spur! Hauptsache, man kann seine eigenen egoistischen Forderungen und Ziele völlig rücksichtslos durchsetzen.
Also bei uns sieht das so aus:
– Feste Sprechzeiten an der Schule und/oder „freie Sprechzeiten nach Vereinbarung und Bedarf“
– Einmal mind. am Tag Mails checken (und ggf. beantworten) [wann wäre mir überlassen]
Schreiben Eltern eine Mail ist bei uns normalerweise [von keinem/keiner …] nicht die Erwartung, dass wir sofort antworten.
Mir ist das jedoch oft lieber. Ist mein Arbeitsrhythmus. Ich rufe ggf. auch dann mal um 19 Uhr oder so bei Eltern an. Dürfen selbstverständlich sagen, dass es gerade nicht passt und wann es passt.
Das ist auch klar kommuniziert und schreibe ich ggf. auf, wenn jemand eben „nicht am Samstag um 18 Uhr angerufen werden will“.
Manche sind da (erstmal) etwas … Erstaunt.
Jeder hat halt so seine Arbeitsweise. Die kann man „zeitlich offen halten“ oder „stark fixieren“.
Muss eben zu einem passen.
Gemacht werden „muss“ es so oder so …
Als „Grunderwartung“? Gibt es das jedoch nicht. Da können sich dann Eltern gerne ggf. beschweren. Kam jedoch noch nie vor.
Ich erwarte auch nicht, dass Eltern am Freitag um 19 Uhr mit mir telefonieren. Das ist eben ein „Angebot“, falls sie bspw. um 18 Uhr eine Mail geschrieben haben.
Und andersrum sehe ich das auch so: Eltern dürfen jederzeit mir Mails schreiben. Von mir aus auch um 3 Uhr in der Früh, wenn sie meinen.
Aber die Erwartung, dass ich dann um 3:15 Uhr antworte… Sollte man nicht haben.
Je nach Mail [Um was es halt geht und wie komplex es ist/wie viele „dranhängen“] halt eben „in angemessener Zeit“. Und die definiere ich primär für mich selbst.
Beim Beispiel von Tigrib würde ich maximal lachen und/oder „innerlich weinen“. Wahrscheinlich nachdem die SL-Ebene bei uns das erst gemacht hätte … Aber immerhin.
Wirklich „ernst nehmen“ würde sowas absurdes ja kaum jemand.
[Außer Tigrib hat/hätte seine/ihre Sprechzeit um 19:30 Uhr gelegt … Dann versteh ich die Eltern allerdings.]
Ist wie bei Ihrem Hausarzt.
So ist es. Jeder kann seine Grenzen selbst setzen. SL muss da gar nichts- und schon gar nicht sofort springen, wenn ein Elternteil ein Stöckchen… Aber so, wie viele Kollegen gleich Angst vor der SL haben, sind letztere oft getrieben von der Angst vor der Schulaufsicht. Als ob man Beamten irgendwas könnte!
Ganz bestimmt würde die Schulaufsicht große Augen machen, wenn sich Eltern wegst der abendlichen Erreichbarkeit beschweren….zumal meine Schulaufsicht Mails von Eltern generell erstmal Tage liegen lässt und sich ganz viel Zeit lässt, zunächst Fakten zusammenzutragen…..
Da kommt dann bei mir zunächst die Frage an: „Muss ich noch etwas dazu wissen?“
Vorhin habe ich einen dienstlichen Onlinetermin mit einer Unternehmensvertreterin ausgemacht. Da wird mit der Bitte um mögliche Slots direkt gesagt, wann die betreffende Person in der kommenden Woche im Büro ist- montags 9-11, dienstags 10-16.30, mittwochs 9-13, freitags gar nicht usw.). Die in Teilzeit arbeitende Dame gibt da gleich eine klare Ansage und niemand findet etwas dabei. Gleiches bei einem Herrn eines Schulbuchverlages. Der kümmert sich erst wieder am 19.8.- denn erst dann ist er wieder aus dem Urlaub zurück. Die Schulaufsichtsbeamten halten es ähnlich: Urlaub ist da Urlaub. Und das stellt niemand strittig oder findet etwas dabei. Und das ist auch alles in Ordnung.
Nur die Lehrkräfte meinen und machen trotzdem- und erklären und rechtfertigen sich dann auch noch permanent. Gilt auch fürs Posten- ist ja im Grunde auch dienstlich, oder?
Ganz genau! Ich antworte Kollegen auch nicht immer direkt und erwarte nie!, dass sie abends antworten. Bisher war es auch nie extrem dringend. Empfehlenswert ist, wenn man ein Diensthandy hat, auf dem der schulinterne Messenger und das E-Mail Programm installiert ist und man nach der Arbeitszeit dieses Handy in die Schublade packt. Dann besteht auch keine Gefahr.
Tja, was passiert? Wenn SL nicht so reagiert wie erhofft, gehen diese Eltern mittlerweile gerne zum Schulamt. Und das hat bisher leider zu oft Parteib der Eltern ergriffen.
Also steht der SL weder hinter noch vor uns…
Dann gehen sie eben.
Gute Kollegen regeln das mit einem zusammen, dann lernen es auch die Helikoptereltern.
Wie sagt Herr März….angstgetrieben.
Ich denke, Sie beweisen mit Ihrem Beitrag, dass Sie recht wenig Einblick in den Lehrerberuf haben:
1. Ich kommuniziere recht häufig vormittags mit Eltern, egal ob persönlich, telefonisch oder digital. Und ich bin da sicher nicht der Einzige.
2. Warum nur zwischen 9 und 14 Uhr? Was ist mit der Zeit zwischen 8 und 9?
3. Sie glauben also, Lehrer arbeiten in der unterrichtsfreien Zeit nicht?
4. Dass Lehrer ihres Wissens in der unterrichtsfreien Zeit nicht mit Schülern und Eltern kommunizieren, liegt vielleicht nicht nicht an den Lehrern, sondern an Ihrem Wissen.
Ich kann Ihnen Ihr Bild vom Beruf des Lehrers trotzdem nicht übelnehmen. Es ist sehr weit verbreitet. Ich habe genug Bekannte, die mich seit vielen Jahren kennen und mich trotzdem immer wieder ungläubig anschauen, wenn ich ihnen sage, dass ich am Wochenende keine Zeit habe, weil ich arbeiten muss.
Ich bin kein Anwalt, also habe ich auch keine Ahnung, was ein Anwalt so macht. Ich bin kein Bäcker, also weiß ich nicht, was ein Bäcker so macht. Aber jeder war mal in der Schule und denkt deshalb, er kennt sich aus.
Danke. Jetzt weiß ich Bescheid.
Und wieder erklären und rechtfertigen…
Rechtfertigen nicht. Brauche ich nicht. Den Vorwurf des Erklärens nehme ich an. Lehrerkrankheit.
Damit sollten wir wirklich ganz dringend aufhören…. „Heute kann ich Ihnen kein Gespräch anbieten, weil…..“, „Leider……, weil……“
Aber das muss man trainieren….., denn aus dieser Rechtfertigungsnummer kommt man gar nicht so leicht raus.
Der besondere Spaß ist doch, wenn Eltern einen morgens oder nach Unterrichtsende auf dem Parkplatz oder noch besser bei zufälligen Begegnungen außerhalb der Schule abpassen und ein Gespräch führen wollen.
Wer da nicht in der Lage ist, das abzublocken, dem ist nicht zu helfen.
„Nein, ich gehe jetzt in den Unterricht. Schreiben Sie mir eine Mail, warum Sie mich sprechen möchten. Ich biete Ihnen dann einen Termin an. Eine schönen Tag noch!“
Ich habe eine sonore durchdringende Stimme. Kommt in der Öffentlichkeit gut, wenn man zurückfragt, ob es um die Leistungsdefizite/des Fehlverhaltens des Nachwuchses geht und ob das nicht besser jenseits der gespitzten Ohren der Umstehenden besprochen werden könnte.
Der Rest wie oben beschrieben, Email mit Terminvorschlägen.
Sie verstehen es definitiv nicht. Ein immer größerer Teil der Schulformen wird in den Ganztag überführt, entweder in den offenen oder den gebundenen Ganztag.
Das bedeutet für NRW, dass Vollzeitlehrkräfte an GE und SekS mit einer Deputatsverpflichtung von 25,5 Stunden je Woche in einem Stundenraster von 39 bis 42 möglichen Unterrichtsstunden zur Verfügung stehen müssen. Die durchschnittlich 5 Unterrichtseinheiten je Wochentag verteilen sich an drei Tagen (Mo, Mi, Do) auf ein Zeitfenster von maximal 10 Stunden, wobei die 6. Stunde eine 60-minütige Mittagspause ist, die laut Vorgabe zwingend einzuhalten ist. An zwei Tagen (Di und Fr) endet der Unterricht in der Regel nach der 6. Stunde, wobei der Dienstagnachmittag für Konferenzen und Dienstbesprechungen freigehalten wird. Diese finden im Regelfall an 3 von 4 möglichen Terminen auch statt und dauern so zwischen 60 und 90 Minuten.
Da der üeberwiegende teil der Fächer in Doppelstunden unterrichtet wird, hat man auch häufig 90-minütige „Freistunden“, in denen man gerne einen Arbeitsplatz in der Schule hätte. Und damit meine ich nicht paat Quadratzentimeter am Gruppentisch im „Lehrkräfteaufbewahrungsraum“, der definitiv weder die rechtlichen Mindestanforderungen eines Großraumbüros noch die eines Sozialraumes erfüllt. Somit muss ein großer Teil der anfallenden Arbeiten zuhause erledigt werden. Das passiert dann im Algemeinen am späten Nachmittag, den Abendstunden oder am Wochenende.
Unter der Woche ist man also meist nicht vor 14 bzw. 16 Uhr zuhause. Und das Wochenende beginnt freitags nach 14 Uhr. Dass man während des Tages in der Schule telefonisch nicht erreichbar ist, liegt an der fehlenden Ausstattung, denn es gibt keine Diensthandys und das private Handy ist eben privat. Nur wer mit dem Klammerbeutel gepudert ist, veröffentlicht die Telefonnummer der privaten Geräte.
Anders gefragt: wie hätten Sie’s denn gern mit der Kommunikation?
Ein festes Stundensoll innerhalb der Wochenarbeitszeit für Kommunikation mit Eltern, SuS, (Team)Kolleg*innen, Schulsozialarbeiter*innen, Sonderpädagog*innen, Jugendamt etc. hätte ich gern!
…und nicht nach oben hin offen und on top. Das wäre auch ein guter Schritt hin zur Zeiterfassung für Lehrer*innen.
Und wenn das in der einen Woche nicht erreicht wird? dann wird es unter den Teppich gekehrt. Und wenn es überschritten wird? Dann wird nach Überstundenabfeiern geschrien.
Ja, ist ein Weg. Macht er Sinn? Nein
Zeiterfassung heißt übrigens nicht, für alle Eventualitäten ein möglichst großes Zeitfenster fest einplanen…
Ich versuch´s nochmal:
Die Arbeitszeit von Lehrer*innen nur nach Unterrichtsstunden zu beziffern, funktioniert (schon lange) nicht mehr.
Sie muss aufgegliedert werden z. B.
in Unterrichtsverpflichtung,
Vor- und Nachbereitungszeit,
dienstliche Kommunikationszeit,
Korrekturzeit
usw.
Wenn die eine „Zeit“ mal nicht ausgeschöpft werden sollte, liegt sicher noch genug Arbeit aus den anderen Bereichen bereit. …fließende Übergänge…
Dass Lehrer*innen damit zu wenig arbeiten könnten, ist eine sehr unrealistische Befürchtung, stattdessen könnten sie nach erledigtem Stundensoll den Übergang ins Private realisieren.
Wie das geregelt werden kann, machen skandinavische Länder vor.
Man muss es aber wollen!
Danke. Jetzt weiß ich Bescheid.
(Sie haben aber Schulaufsflüge und Weiterbildungen vergessen. Und die Elternabende.)
Ich biete es gerne immer wieder an: Begleiten Sie mich einen Tag/eine Woche, um mal ansatzweise einenEinblick zu bekommen….
Geht das auch während der derzeitigen Ferienzeit?
Nein!
Schade:)
Und wenn das in einer Woche nicht erreicht wird- dann freue ich mich und trinke Kaffee. Meine Güte- da hat aber jemand ein Trauma!
Ich habe deshalb wegen der angeblichen Dringlichkeit auch schon einmal morgens um kurz vor 6 Uhr zurückgerufen.
Kam bestimmt gut an
Hat sich vor allem bei den anderen Eltern herumgesprochen.
Für schulische Zwecke habe ich eine MSN an die Eltern weitergegeben, über die ich natürlich tagsüber nicht zu erreichen war. Und nach 17 Uhr lief auch wieder der „Anrufbeantworter“.
Wenn ich an Lang- oder Konferenztagen nicht vor 16 Uhr aus dem Laden rausgekommen bin, hatte der Anrufbeantworter gut zu tun, da ich auch nicht direkt neben der Schule gewohnt habe.
Btw klar sind Eltern heutzutage mobil erreichbar, aber die meisten möchten tagsüber nur ungern am Arbeitsplatz kontaktiert werden, da die meisten AG das nicht gern sehen. Also ist es wenig sinnvoll, während Freistunden bestimmte Eltern anzurufen.
In dringenden Fällen habe ich den Eltern über deren Kinder ausrichten lassen, mich zu einer festgelegten Uhrzeit anzurufen.
Merk ich mir!
Macht aber das Verhalten nicht besser. Eltern denken sich jetzt: ok, wenn ich so früh angerufen werden, dann kann ich ja auch früh/spät kommunizieren.
Versteh jetzt nicht, was daran gut sein soll.
Es soll doch um konstruktive Kommunikation gehen, und nicht um ein Demonstrieren, wann man erreichbar ist und wann nicht. Solange aber die Erreichbarkeit von Lehrern eine Blackbox ist wird sich das nicht ändern.
Das ist der Weg.
Eine heilsame Erfahrung für die (V-)Erziehenden.
Ich halte meine „Bürozeiten“ ein. Alles was bis zu einer bestimmten Uhrzeit eintrudelt, wird tatsächlich noch bearbeitet, alles danach unterliegt meinem eigenen Ermessen. Zumeist lasse ich es dann bis zum nächsten Morgen liegen.
Eine deutlich kommunizierte Sprechstunde hilft darüber hinaus unnötige Termine zu zerlegen. Lästig sind nur (V-)Erziehende, die Termine ausmachen und diese dann doch nicht wahrnehmen. Sprechstundenplanung übernimmt bei uns das Sekretariat, um mehrfach Buchungen zu vermeiden. Auch strikte Absprachen mit dem Sekretariat sind hilfreich.
Tja. Also bei mir ist es tatsächlich so, dass ich bis ca 14 Uhr und wieder ab 20 Uhr arbeite. Wegen der Familie schaffe ich die Arbeit sonst nicht. Daher antworte ich generell immer abends…
Wer sich über die Überlastung der Lehrkräfte noch wundert, hat den Schulalltag der Gegenwart lange nicht gesehen. Fachunterricht ist vielerorts kein Bildungsauftrag mehr, sondern ein pädagogischer Escape Room voller materialgestützter Aufgaben, Kompetenzgedöns und Selbstwirksamkeitsblablablubberfasel. Hohe, nein immer höhere, Korrekturbelastung – logisch!
Dank der uns übergestülpten IQB‑Bildungstrendkompetenz‑Aufgaben mutieren selbst MINT‑Klausuren zu papiernen Monsterstapeln: fast schon Bachelorarbeiten mit immer weniger fachlichem Inhalt, dafür mit endlosen „Formuliere Hypothesen“- und „Begründe deinen Denkweg“-Abschnitten, die weder Lehrkräfte noch begabte oder fachlich motivierte Schüler ertragen können – und die vor allem eines leisten: Arbeits‑ und Lebenszeit vernichten.
Parallel dazu läuft an vielen Schulen das verhaltensoriginelle Schülerchaos auf Dauerschleife: 28 Smartphone‑Junkies pro Raum, TikTok‑Dopaminentzug, Geräuschpegel wie im Terminal 2. Herausforderndes Verhalten ist längst kein Ausnahmefall mehr, sondern bereits das Grundrauschen.
Und viele Eltern? Pädagogische Helikopterpiloten, die jede Regel als Übergriff und jede Note unter 13 Punkten als Kriegserklärung deuten. Aus dieser Mischung entsteht der schulische Notenbasar mit Rechtfertigungsdruck für die Lehrkräfte, auf dem Punkte gefeilscht werden wie auf einem Wochenmarkt – mit Petitionen, Drohungen und dem festen Glauben, dass Durchwinken ein Menschenrecht sei.
Ein System, das seine Lehrkräfte zu Deppen der Nation macht: ein Bildungsapparat, der im Elfenbeinturm pädagogische Visionen entwirft, oftmals fernab der Realität. Bürokratie als Hobby von Verwaltungsfetischisten, Inklusion ohne Ressourcen, Ganztag ohne Personal etc. Lehrkräfte dokumentieren wie Polizisten, therapieren wie Psychologen und babysitten oftmals mehr als Erzieher – und sollen ihr Kerngeschäft, die Wissensvermittlung, möglichst nur noch nebenbei ausleben, weil politisch und bildungsideologisch längst feststeht, dass der Generation KI‑Daddelfix nichts zugemutet werden darf, das sich wie echtes Lernen oder gar angestrengtes Pauken anfühlt.
Willkommen in ‚Schland‑2035‘: der Bildungsinitiative, die vieles völlig neu denkt, außer das, was wirklich hilft. Ein Land, in dem Lehrkräfte die Feuerwehr sind – nur dass man ihnen vorher die Schläuche geklaut hat.
Ist das ein Kündigungsschreiben? Herzliche Grüße Die Redaktion
Kündigung? Nööö. Die läuft wie bei vielen meiner KuK der Generation X längst still und innerlich. Wir sind in Sachsen schließlich nicht verbeamtet und hüten unsere ‚wertschätzende‘ Angestelltenrente wie einen seltenen Vogel, den man nicht durch voreilige Fluchtversuche verschrecken sollte. Ich gönne mir gelegentlich die Freiheit, das innere Druckventil verbal zu öffnen. Viele KuK sollten dies auch öfter, weniger opportun und deutlich unmissverständlicher tun. Und zur Erhaltung meiner psychischen Gesundheit bewege ich mich im Alltagsgeschäft immer konsequenter am Rand der Egalität und schiebe vieles raus aus meinem persönlichen Relevanz‑ und Verantwortungskorridor.
„Ich gönne mir gelegentlich die Freiheit, das innere Druckventil verbal zu öffnen.“
Sorry, billige Nummer – anonym mit Dreck um sich zu schmeißen. Bei allem Verständnis dafür, dass auch mal abgekotzt werden muss: Wir bieten hier keine Halde für toxischen Unrat.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Interessant, was außerhalb der Drachenstadt als „mit Dreck um sich schmeißen“ und „toxischer Unrat“ empfunden wird. Ich komme aus dem Staunen nicht heraus.
Wenn Ihnen nicht mal bewusst ist, was Sie schreiben, dann sollten Sie vielleicht doch mal an Ihrer Kommunikationskompetenz arbeiten. (Wir wissen, mit Kompetenzen haben Sie es nicht so.)
„Selbstwirksamkeitsblablablubberfasel“, „die weder Lehrkräfte noch begabte oder fachlich motivierte Schüler ertragen können“, „Arbeits und Lebenszeit vernichten“, „Schülerchaos auf Dauerschleife“, „28 Smartphone Junkies pro Raum“, „Deppen der Nation“, „Generation KI‑Daddelfix“ usw. – ist, hüstel, nicht nett.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Hüsteln Sie gern weiter. Ich bin schon im Reizhusten-Stadium.
Dann bitte in die Armbeuge rotzen – und nicht in unser Forum. Herzliche Grüße Die Redaktion
„‚Ihr‘ Forum? Ich war bisher der Ansicht, dass zu einem Forum vor allem die Foristen gehören — mit Meinungen und Befindlichkeiten verschiedenster Art. Über die Definitionen von ‚Rotz‘ und dem, was verschämt in die „Armbeuge“ gehört, scheinen in „Ihrem“ Forum diese jedenfalls nicht einig zu sein.
Und auch da liegen Sie falsch: Sie befinden sich hier auf einer privaten Party – und wir sind die Gastgeber.
Es gibt übrigens auch Regeln hier. Die vielleicht wichtigsten: „Niemand hat einen Anspruch darauf, in den Foren zu den einzelnen Artikeln eine eigene Wortmeldung zu veröffentlichen. Die Redaktion legt Wert darauf, nur Leserzuschriften zu veröffentlichen, die erkennbar darauf abzielen, einen inhaltlichen Beitrag zur Diskussion des darüberstehenden Artikels zu leisten. (…) Wir behalten uns darüber hinaus vor, Leserbriefe, die lediglich der Stimmungsmache dienen, zu löschen.“ Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/uber-uns/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ich rechne Ihnen nach wie vor sehr hoch an, dass Sie sehr viele Beiträge zulassen. Tatsächlich kann ich mich nicht erinnern, mal einen Beitrag „unter der Gürtellinie“ gelesen zu haben. Danke für Ihre Offenheit und Moderation im Hintergrund.
Nur mal kurz angenommen, die Dinge wären genau so, wie von Katze illustriert:
Sollte er sie dann wirklich „nett“ formulieren?
Oder wäre das nicht die Forderung, dass er den Kakao, durch den er gezogen wird, auch noch trinken soll…
Alles rein hypothetisch natürlich;)
„Nur mal kurz angenommen, die Dinge wären genau so, wie von Katze illustriert.“
Dann würden wir, sehr ernsthaft, dazu raten, über einen Berufswechsel nachzudenken. Lehrkräfte sind nicht versklavt. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2023/12/immer-mehr-lehrkraefte-suchen-den-ausstieg-aus-dem-schuldienst-ein-interview-ueber-die-ursachen-und-ueber-die-moeglichkeiten/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„Wir sind in Sachsen schließlich nicht verbeamtet und hüten unsere ‚wertschätzende‘ Angestelltenrente wie einen seltenen Vogel, den man nicht durch voreilige Fluchtversuche verschrecken sollte.“
Dann ist das eben der Deal, auf den Sie sich eingelassen haben. Ich weiß auch immer nicht, was der Rest der Welt damit zu tun hat.
Und falls Sie das tröstet:
Das geht Millionen anderer Arbeitnehmern in ganz vielen Berufen so. Maul halten bis zur Rente und dazwischen möglichst oft AU einreichen.
Schwingen Sie Ihre Reden doch bei sich im Lehrerzimmer, ggü. Ihrer Schulleitung, auf Elternabenden, Lehrerkonferenzen und Schulkonferenzen.
Put your Money where your mouth is!
„Put your money where your mouth is“ fordert interne Aussagenkongruenz, letztlich also „ehrenhaftes“ Handeln.
Ehrenhaftes Handeln in unehrenhaften bzw. wörtlich ehrlosen Zusammenhängen ist schlicht dümmliche Selbstbeschränkung der eigenen Optionen bzw. in letzter Konsequenz Selbstschädigung.
Und ändert eh nichts, davon ab.
(Genau so wenig wie unsere Kommentare hier, das erwartet aber wohl auch niemand)
Wir beide, Sie schilderten das ein paar Mal, wissen, dass es sich gelegentlich so verhält, dass man an manchen Orten/Einrichtungen mit manchen Menschen und manchen Vorgesetzten einfach falsch ist.
Und das lässt sich ändern. Vielleicht rollt man der Katze mit ihrer Einstellung in anderen Einrichtungen den roten Teppich aus und streut Rosen vor jedem ihrer Schritte.
Gut möglich.
War bei mir auch so.
Dazu muss man aber das Dauergejammer gegen die eine oder andere Konsequenz eintauschen.
Ich denke, Katze macht Inventur.
„Katze“ nennt in einem Kommentar zu einem Artikel, in dem es u. a. um überlastete Lehrkräfte geht, mögliche (meinetwegen auch von ihr/ihm/? so empfundene) Gründe für diese Überlastung.
Ich finde die Bemerkung „Ist das ein Kündigungsschreiben?“ unpassend. Ich formuliere es mal so: Wenn alle Lehrer, die sich ähnlich wie Katze über die herrschenden schulischen Zustände äußern, kündigen würden, würde das Bildungssystem ziemlich sicher bundesweit zusamnenbrechen. Deshalb frage ich mich anlässlich Ihres Kommentars, ob Sie das Ausmaß des Problems wirklich erkennen. Denn es könnte der Eindruck entstehen, dass Sie es bagatellisieren.
Tun wir keineswegs. Wir berichten ja tagtäglich darüber. Allerdings sehen wir auch keinen Sinn darin, die fraglos bestehenden Probleme zum Weltuntergang hochzujazzen. Wir versuchen hier nämlich beides: Probleme benennen – und Lösungen aufzeigen.
Wir haben aktuell noch unseren Themenmonat „Aus- und Fortbildung“ laufen, in dem sich viele junge Menschen über den Lehrkräfteberuf informieren. Was sollen die mit einem solchen Post anfangen – außer flüchten?
Dabei gehört auch das zur Wahrheit: „Lehrkräfte sind zufrieden: mit ihrem Leben, mit ihren Schülern (den meisten), mit ihren Kollegen – aber nicht mit der Schulpolitik“. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2025/04/lehrkraefte-sind-zufrieden-mit-ihrem-leben-mit-ihren-schuelern-den-meisten-mit-ihren-kollegen-aber-nicht-mit-der-schulpolitik/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„Wir haben aktuell noch unseren Themenmonat „Aus- und Fortbildung“ laufen, in dem sich viele junge Menschen über den Lehrkräfteberuf informieren. Was sollen die mit einem solchen Post anfangen – außer flüchten?“
Werden dort auch die Schattenseiten gezeigt?
Ganz ehrlich … Wer sich bei dem Post von Katze einsc…. Ehm. Sorry. Abgeschreckt sieht und flüchtet … Der sollte ernsthaft überlegen, ob der Beruf aktuell etwas „für ihn/sie ist“.
Sollte man auch mal bedenken.
Zum einen wird man immer wieder „solchen direkten Meinungen“ begegnen. Von allen Seiten.
Zum anderen stellt es „inhaltlich“ ja einen Teil der Praxis durchaus dar.
Über die Art und Weise … Okay, das verstehe ich. Kann man kritisieren. Kann man auch zulassen. Passt beides.
„Informationen zum Lehrerberuf“ durfte ich schon so manche mit machen … Vor dem Studium, im Studium, nach dem Studium … Und viele „Informationen“ sind wie Bundeswehrstände/PR. Action und Spaß. Nur eben weit von der Realität entfernt.
Bin mal gespannt, was ich beim Themenmonat dementsprechend vorfinden werde.
„Dabei gehört auch das zur Wahrheit: „Lehrkräfte sind zufrieden: mit ihrem Leben, mit ihren Schülern (den meisten), mit ihren Kollegen – aber nicht mit der Schulpolitik“.“
Das ist ja gerade das Traurige. Wie bei ErzieherInnen und PflegerInnen halt auch … Soziale Arbeit „gibt“ viel. Das Potential „als Zufriedenheit“ ist immens. TROTZ einem absoluten Mangelsystem, unfähige Politik, schlechter Systematik und dauernde Forderungen ohne Förderungen, sowie „wir schieben alles zu Schule als Verantwortung“.
Klar kann man „mit den Menschen“ zufrieden sein. Ändert halt nichts an den Umständen.
Beispielsweise kann ein stark „verhaltensoriginelles Kind“ sowohl massiv an Ressourcen und Kraft (zusätzlich) „kosten“ und „man mag es trotzdem“. Das geht. Das schließt sich null aus. Aber die Umstände muss man doch trotzdem „merken“ … Alles andere wäre ja auch etwas naiv für/bei vielen.
Wer „wird“ denn eine Lehrkraft? Wer geht/bleibt?
Die Fragen muss man dazu auch stellen …
Es „rutscht“ selten jemand in den Sozialen Bereich „einfach so rein“. Und langfristig sowieso nicht, wenn man „keine sozialen Kontakte mag“. Wäre ja Irrsinn.
Selbstverständlich ist man oft „zufriedener“ im sozialen Bereich, wenn man mit Menschen zu tun hat. Das dann die eine Ebene.
Eine andere sind Umstände.
Und dann noch bspw. Systematiken.
Und Umstände und Systematik schrecken halt Menschen ab – wenn die diese tatsächlich „erfahren“ oder „aufgeklärt“ wären. Also wirklich aufgeklärt. Mit Bewusstsein/Bewusstwerdung.
Solche Artikel sind mit Vorsicht zu genießen und mit Sicherheit nicht allgemein gültig. Da würde ich eher denen vertrauen, die jeden Tag in den Schulen mit den gleichen Problemen konfrontiert werden und keine Verbesserungen spüren. Für Veränderungen bedarf es einer Bereitschaft, die ich nicht erkennen kann. Das beginnt schon bei der Schulleitung. Fehlende Kommunikation, keine Bereitschaft, auf das Kollegium einzugehen. Und auch im Kultusministerium kann ich keine Bereitschaft dafür entdecken. Lehrer werden nie gefragt, ob eine bestimmte Maßnahme sinnvoll ist oder man es vielleicht besser machen könnte. Es wird angeordnet, fertig. Meistens bedeutet es dann mehr Arbeit. Beispiel Jede Schule muss ein Schulprogrammm entwerfen und ständig anpassen. Erst mal eine gute Idee. Aber was bringt es, wenn es nicht umgesetzt und angewendet wird. Die Kommunikation an der Schule hat sich nicht verbessert. Wofür macht man sich dann die Arbeit? Und dann fehlt es entschieden an Anerkennung. Bei uns gibt es das nicht, nur wenn es nicht läuft, bekommt man sofort eine Rückmeldung. Wenn dann Kollegen innerlich abschließen, ist das nachvollziehbar.
„Solche Artikel sind mit Vorsicht zu genießen“ – dieser Artikel (falls der von uns verlinkte gemeint ist) basiert auf einer Umfrage der GEW.
Was ist seriös wohl stärker zu gewichten: ein anonym im Internet platziertes Wutpamphlet – oder eine auf nachvollziehbaren Quellen basierende Veröffentlichung der größten Lehrkräftegewerkschaft in Deutschland?
Bei allem Verständnis für Frust im Job (haben wir auch manchmal – wie wohl jeder): Wir sind hier ein wissenschaftsgeleitetes Bildungsmagazin, keine (rechts-)populistische Hasspostille.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Naja, die GEW-Studie ist nun ja aber nicht die einzige. Andere Studien kommen zu folgenden Ergebnissen: „Insgesamt zeigt das Schulbarometer 2026, dass Lehrkräfte in ihrem Berufsalltag zunehmend belastet sind. Dazu tragen Faktoren wie Heterogenität, Arbeitsbelastung und Zeitmangel, bildungspolitische Rahmenbedingungen und Bürokratie sowie die Zusammenarbeit mit Eltern bei, die sie neben problematischem Schülerverhalten als weitere Herausforderung erleben. Gleichzeitig machen unsere Ergebnisse deutlich, dass Lehrkräfte sich nicht wegducken, sondern diese Herausforderungen annehmen, sich weiterqualifizieren wollen und nach Lösungen suchen. […] Wie in den Jahren zuvor, würde ein gutes Viertel der Lehrkräfte ihren Beruf wechseln, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten (28 Prozent). 36 Prozent der Lehrkräfte fühlen sich mehrmals in der Woche oder täglich durch ihre Arbeit erschöpft und jede fünfte Lehrkraft (19 Prozent) fühlt sich schon müde, wenn sie morgens aufsteht und einen Schultag vor sich hat. Die emotionale Erschöpfung, die hier deutlich wird, kann ein Symptom für Burnout sein und sollte ernst genommen werden.
(Gerne nachlesen: https://bosch-stiftung.de/story/das-verhalten-ihrer-schuelerinnen-fordert-lehrkraefte-zunehmend-heraus)
Das klingt schon eher (wenn auch natürlich weniger polemisch) wie das, was Katze beschreibt.
Und inwiefern Katzes Beitrag „(rechts-)populistisch“ sein soll, würde mich wirklich interessieren.
Im Deutschem Schulbarometer gaben 89 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer an, gerne an ihrer Schule zu arbeiten. Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/schulbarometer-robert-bosch-stiftung-100.html
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Was so gar nichts mit der Belastung zutun hat! Ich arbeite auch gerne an meiner Schule, bin aber notorisch belastet, ändert aber nichts an der Aussage, dass ich an meiner Schule gerne arbeite….
Tja, diesen Unterschied kapieren viele nicht. Sind meistens dieselben, die grundsätzlich jede kritische Äußerung von Lehrkräften als „Jammern“ framen…
Das ist aber etwas anderes. Ich arbeite sogar sehr gern an meiner Schule.
„ Was ist seriös wohl stärker zu gewichten: ein anonym im Internet platziertes Wutpamphlet – oder eine auf nachvollziehbaren Quellen basierende Veröffentlichung der größten Lehrkräftegewerkschaft in Deutschland?“
Ich sehe kaum Stellen, an denen sich die Aussagen der beiden Protagonisten widersprechen. Lediglich der Stil ist anders gewählt.
„Die befragten Lehrkräfte aller Schulformen bewerteten ihr aktuelles Glücksempfinden als relativ hoch (Mittelwert 4,5), auch die gegenwärtige Zufriedenheit ist insgesamt relativ hoch (4,8)“
vs.
alles (und alle) Scheiße.
Wir sehen da schon Unterschiede.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Kleiner Nachtrag: Die „Katze“ ist aus dem Sack. Wie aus einem neuen Post von ihr unter einem Beitrag von uns zur Situation in Sachsen-Anhalt hervorgeht – wirbt „Katze“ für die AfD. Wir haben diesen Kommentar nicht freigegeben, weil wir extrem rechte Propaganda nicht verbreiten, auch nicht im Leserforum (braucht also niemand zu suchen).
Für diejenigen, die in „Katze“ nur eine frustrierte, überlastete Lehrerin am Rande ihrer Kräfte sahen (und ihre Posts mit Likes unterstützten): Gerne mal darüber nachdenken, welchen Rattenfängern Sie auf den Leim gehen – wenn Sie nicht selbst welche sind.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ich lese es als den Anfang eines Manifests, nur fehlen noch die Forderungen.
… und irgendetwas Konstruktives. Herzliche Grüße Die Redaktion
Die Baufeldberäumung ist etwas Grundlegendes und nichts Destruktives, selbst dann nicht, wenn dafür Sprengstoff benötigt wird.
Ohne Freigabe durch den Sprengmeister schon. Herzliche Grüße Die Redaktion
Gut, dass ich über eine Sprengberechtigung verfüge
In der Bildungspolitik bedarf es inzwischen eher einer „Tiefenenttrümmerung“. (Ein schönes deutsches Wort aus dem Bauwesen. 🙂
Ich weiß, so ne Art „Wurzelbehandlung“:)
… aber ohne sie gäbe es den Phönixsee in DO nicht …
Per aspera ad astra – so gesehen hat Schule doch noch eine Chance auf Besserung
Ja genau. Sehe ich auch so. Ich kann alles davon nachvollziehen und empfinde teilweise genauso. Aber ich will das System nicht verlassen, sondern verändern. Leider arbeitet die Politik konsequent in die andere Richtung. Während ich zB mehr Lehrerzentrierung will, wollen die immer mehr selbständiges Arbeiten.
Aber für die 70% mach ich noch 1 Jahr die Faust in der Tasche.
Ich kann mit diesem „Früher war alles besser“-Gejammer wenig anfangen.
Wie soll ich mit so einer Einstellung meinen Job machen?
Das bedeutet nicht, dass man nicht die vorgesetzte Behörde (Ministerium, Schulamt) kritisieren darf, man muss es in der heutigen Zeit sogar. Auch einzelne Elterngruppen dürfen gerne ihr Fett wegbekommen.
Aber so eine grundsätzliche Alles doof-Haltung zeugt nur von mangelhafter Frustrationsbewältigung und hilft weder einem selbst noch anderen, sie macht einen nur zwangsläufig zu einer schlechten Lehrkraft.
„Sie arbeiten in einem System, das sich seit Jahren auf dem übergroßen Einsatz Einzelner ausruht, statt alle Schulen flächendeckend verlässlich abzusichern.“
Dem Einsatz von Müttern?
Wenn man wirklich innerhalb der normalen Arbeitszeitregeln bleiben würde, wären viele Dinge in der Schule eben nicht mehr wie gehabt möglich, z.B. fünf Tage Klassenfahrt mit lediglich zwei Lehrkräften als Begleitung, lange Elterabende oder -sprechtage, nach denen es am mächsten Morgen wieder früh losgeht.
Vieles läuft, weil Lehrkräfte es mitmachen und damit eben auch Druck für Kolleg*innen entsteht.
Wenn plötzlich jede Stunde Lehrerarbeitszeit gerechnet würde, würde das vermutlich auch viele Prozesse deutlich schlanker machen.
„Wenn plötzlich jede Stunde Lehrerarbeitszeit gerechnet würde“, läge die wohl deutlich hinter der Arbeitszeit der vielen, vielen Müttern, welche neben ihrem Beruf noch Haushalt, Erziehung und Nachhilfe leisten dürfen….
„Vieles läuft, weil Lehrkräfte es mitmachen und damit eben auch Druck für Kolleg*innen entsteht.“
Unironische Zustimmung! Besonders schlimm für Anfänger*innen, welche „Fragen“ auf vermeindlicher Augenhöhe nicht auszuschlagen wagen 🙁
„fünf Tage Klassenfahrt mit lediglich zwei Lehrkräften als Begleitung, lange Elterabende oder -sprechtage“
Jup! Unregelmäßig hohe Arbeitsphasen kotzen an. Die im Sekretariat können Ihnen da ein Lied von singen, wenn bspw. die Schulanmeldungen erfolgen
„„Wenn plötzlich jede Stunde Lehrerarbeitszeit gerechnet würde“, läge die wohl deutlich hinter der Arbeitszeit der vielen, vielen Müttern, welche neben ihrem Beruf noch Haushalt, Erziehung und Nachhilfe leisten dürfen….“
„Haushalt, Erziehung und Nachhilfe“ haben auch Lehrkräfte zu leisten. Dürfen wir diese dann auch noch einmal auf unsere Arbeitszeiten hinzurechnen oder dürfen das nur Nicht-Lehrer?
Rainer, Sie vermischen wieder einmal Themen, die nicht zusammengehören.
Sie wissen aber schon, dass viele Lehrkräfte zusätzlich Mütter sind, oder?
… und es soll auch Lehrkräfte geben, die zusätzlich Väter sind.
Können nur Mütter gleichzeitig Beruf, Haushalt, Erziehung und Nachhilfe? Warum können Väter das nicht?
Schade! Eigentlich hatte ich erwartet, dass sich jetzt Väter zu Wort melden und auch Mütter, die die Väter verteidigen.
Da lebe ich wohl in einer Blase, denn ich kenne nicht wenige Väter, die auch gleichzeitig Beruf, Haushalt und Erziehung bewältigen – gleichberechtigte Arbeitsteilung in der Familie, wenn beide Vollzeit arbeiten.
Übrigens, das funktioniert auch bei Eltern, die sich getrennt haben und das Wechselmodell der Kindererziehung leben.
Wenn Leute keine Lust auf Kinder haben würde es sich empfehlen, keine zu bekommen.
Freies Land und so.
Was ist mit den Vätern?
„Bei den bevorzugten Unterstützungsformaten sprechen sich 47 Prozent für kurze tägliche Impulse aus, die sich dauerhaft in den Schulalltag integrieren lassen. 36 Prozent wünschen sich ein alltagsbegleitendes Mentoring-Programm, 28 Prozent regelmäßigen Peer-to-Peer-Austausch. Daneben stoßen auch klassische Fortbildungsangebote auf Interesse: 24 Prozent bevorzugen eintägige Workshops, 17 Prozent mehrtägige Formate. Aus Sicht der Lehrkräfte wirken solche Angebote vor allem dann nachhaltig, wenn sie durch kurze, alltagsbegleitende Formate ergänzt werden.“ Oh je, das klingt eher nach noch mehr Arbeit, weniger nach Entlastung. Das erinnert mich daran, wie wir die permanent viel zu hohe Arbeitsbelastung mal vorsichtig in einer Lehrerkonferenz angesprochen haben und daraufhin von der Schulleitung und Personalrats der tolle Vorschlag kam, doch gerne eine von den vielen Fortbildungen zum Stressmanagement und zur persönlichen Resilienz zu besuchen. Im Übrigen sollte bald eine Supervisionskraft für zwei Tage an die Schule kommen, der könne man sich doch anonym anvertrauen und mit ihr über die eigenen Sorgen sprechen. Wir kamen uns alle, naja, wie soll ich sagen, leicht verschaukelt vor. Liebe Kollegen, wir alle wissen doch, dass keine Fortbildung der Welt, keine Supervision, kein Psychologe der Welt uns Lehrern jemals helfen wird. Was dagegen wirklich helfen würde, wäre ein geringeres Stundendeputat, eine Entschlackung des Lehrplans, mehr Zeit für das Wesentliche, für die Festigung des Grundwissens, für Übung und Wiederholung des Gelernten, mehr Zeit auch für die pädagogische Arbeit mit den Schülern, kleinere und leistungsmäßig homogenere Klassen, mehr Schulsozialarbeiter, weniger Bürokratie und weniger unsinnige Verwaltungsaufgaben, keine 50 Projekte und Sonderaktionen im Jahr und keine gefühlt 2000 Prüfungen im Jahr in Vollzeit (auf so eine Zahl komme ich jährlich in Vollzeit mit zwei Korrekturfächern und fünf Klassen). Aber von was träume ich da? Das ist eh nur dummes Gerede. Nichts davon wird jemals eintreten.
An der ein oder anderen Stelle kann man aber auch selbst in den Kollegien was dagegen tun. Ich kann zwar keinen Elternabend ganz absagen, aber wir haben z.B. mit unserem Personalrat zusammen eine Formulierung unterzeichnet, dass nach 16 Uhr Krone dienstlichen E-Mails oder Telefonate gelesen oder beantwortet werden müssen, davor allerdings schon. Daran halte ich mich strikt, egal was ansteht und egal wie dringend der Fall jetzt zu sein scheint. Hat bis jetzt super funktioniert und trennt bei mir den Alltag sehr gut von der Arbeit.
Ein schönes Beispiel für mehr Effizienz im Lehrerberuf:
Bayern Übertritt 4. Klassen
Über 2400 Grundschulen legen Anforderungen bis runter auf die einzelne Aufgabe eines Leistungsnachweises selbst fest.
Manche machen das effizienter entlang weniger 18 Probearbeiten, andere wie hier in München fackeln mit 29 Probearbeiten/schriftlichen Leistungsnachweisen Leistungsdruckorgien ab. Egal wie, jede Schule denkt sich selbst Aufgaben aus. Über 2400 mal.
Wer da jammert hat definitiv noch viel Luft!!
So etwas gehört auch/ vor allem aus Gleichbehandlungsgründen und Fairness den Kindern gegenüber zentral standardisiert gemacht (akzeptable Ausnahme HSU Probe lokale Stadtgeschichte, aber auch da: die ist dann an allen 120 Grundschulen in München auch gleich).
Und dann auch gleicher Gesamtansatz bayernweit 24 Noten für alle Bayernweit, 12 Probearbeiten ganzer Wertung Rest halber Wertung/ mündliche/ praktische Noten: überall gleich, keinen Sollwert Quatsch, und kann Regelungen -> muss sich keiner jedes Jahr neu ausdenken
Ich hab für das Gejammer der Lehrer daher echt nur bedingt Verständnis: optimiert Euch pro Jahrgangsstufe, pro Schule, pro Schulträger, pro Schulart und schafft mehr Effizienzen auch über Schuljahre hinweg!
Sie glauben ja nicht, wie groß das Geschimpfe der Eltern bei zentralen Leistungsvergleichen (die aus Gründen der Vergleichbarkeit auch an denselben Tagen erhoben werden müssen) ist. Das geht schon bei Arbeiten los, die innerhalb nur einer Schule zentral geschrieben werden, weil sich die Fachkonferenz darauf verständigt hat (z.B. „im Fach D schreiben aus Gründen der Vergleichbarkeit alle Klassen eines Jahrgangs dieselben Klassenarbeiten“).
Lehrer A hat das Thema nicht intensiv genug behandelt, Lehrer B hat eine Woche gefehlt – die Kinder konnten das Thema nicht genug behandeln, die Aufgabenstellung war aber ganz anders formuliert, als es Lehrer C sonst macht, und und und.
Und jetzt rechnen Sie das mal auf eine Stadt bzw. ein Bundesland hoch.
Berücksichtigen Sie jetzt noch die terminliche Organisation unter Einbeziehung der pädagogischen Freiheiten der Lehrkräfte, was die inhaltliche und methodische Form der Vermittlung der einzelnen Themen betrifft. Viel Vergnügen…
PS: Ich erinnere mich gut an das Mokieren darüber, dass Arbeitsblätter wiederverwandt werden. Das soll bei Klassenarbeiten anders sein?
Mit dem entsprechenden Übertrittsverfahrens Ergebnis in Bayern haben sie Bayernweit die Möglichkeit aufs Gymnasium zu gehen oder sie haben es eben nicht.
Der Gleichbehandlungsgrundsatz verlangt, dass kein Kind durch eine besondere, wohnortabhängige Schwere des Übertrittsverfahren benachteiligt werden darf
(29 Probearbeiten vs 18 sind ein Exzess).
Daher hat das Schulsystem hier wirklich alle Möglichkeiten hier Effizienzen zu ziehen;-) wenn es clever ist..
Ansonsten bleiben Ineffizienzen, also hiöohe Arbeitsbelastung und es gibt von den Eltern was auf den Deckel wenn Leistungsdruckorgien stattfinden.
Suchen Sie es sich aus
Übung macht den Meister und die Meisterin.
Zentrale Abschlussprüfungen (Hauptschulabschluss, Realschulabschluss, Abitur) kann ich in gewisser Weise verstehen.
Aber reguläre Tests und Klassenarbeiten, die gerade nicht den Blick auf „das solltet Ihr mit Erhalt des Abschlusses wissen/können“ haben, müssen den im Unterricht behandelten Stoff (gerne auch die verlangen Kompetenzen) abprüfen – eine Zentralisierung ist da nicht förderlich.
Der eine baut das Haus links herum, der andere baut es rechts herum. Aber Dach sollte erst nach dem Keller dran kommen…
Ja, sowas hatten wir an der Grundschule unserer Kinder. Wenn Sie Effizienz wollen: Super. Pädagogisch aus Gründen, die Mika BB genannt hat, echt für die Tonne. Wer derart zentralisiert, nimmt den Lehrkräften verdammt viel pädagogischen Spielraum, um auf individuelle Probleme der Lerngruppe einzugehen.
Als Sahnehäubchen musste bei unserer Grundschule auch mit der Rückgabe gewartet werden, bis auch der letzte Hansel, der krank war, nachgeschrieben hatte. Echt Mist.
Meine Erfahrung: Zentralisierung und Normierung ist im pädagogischen Bereich fast immer Mist. Organisatorisch würde das eine entsprechende Normierung aller Schulen erfordern, die alle individuellen Projekte und Charakteristika einer Schule stark behindern würde.
Und die Kinder sind halt irgendwie auch nicht normiert.
Wenn durch die AZE alle weniger arbeiten, weil sie jetzt ja eine 80 Stunden Woche haben: werden dann die Bezahlung und die Ferien angepasst?
was passiert, wenn keine „Überstunden“ mehr während der Lernphasen gesammelt werden, weil alle nach 8 Stunden brav zu arbeiten aufhören? Dann gitb es diese Möglichkeit, die Überzeiten en bloc in den Ferien abzufeiern nicht mehr. Konsequenz: Elterngespräche etc auch in den Ferien.
Und wenn derzeit A13plus durch die vielen Extratätigkeiten (die einen immensen Teil des Arbeitspensung ausmachen gar nichts mit Lehren zu tun haben, aber nur und ausschließlich von Personen ausgeführt werden können, die ein Staatsexamen haben, weil die Bezahlung ja ann einer – in diesem Fall nicht passenden – Ausbildung hängt…) gerechtfertigt ist und dadurch, dass ja so viel Überstunden geleistet werden: was passiert wenn das alles wegbricht?
Lasst mich raten: wird auch nicht Recht sein…
Bezahlt werden Lehrkräfte ja wie andere Angestellte bzw Beamte. Also für 40 Stunden pro Woche (abhänhig vom Bundesland) egal wieviele Stunden sie real dafür arbeiten. Insofern macht Ihre erste Bemerkung keinen Sinn.