
Wegen der schlechten PISA-Ergebnisse fordert Bundeskanzler Friedrich Merz eine «große Kraftanstrengung» für bessere Bildung in Deutschland. «Die Ergebnisse, die wir dort gesehen haben, sind ernüchternd», sagte der CDU-Politiker im Bundestag. «Ich will den Ländern in Deutschland ausdrücklich anbieten, dass wir noch einmal gemeinsam zu einer großen Kraftanstrengung finden, um die Situation der Bildung in Deutschland zu verbessern.»
Zugleich betonte er, man könne Bildung und Erziehung nicht an den Staat «outsourcen». Auch die Familien hätten eine Verantwortung. «Wenn wir das gemeinsam wahrnehmen, dann können wir das Problem lösen», sagte Merz. «Ich biete es den Ländern ausdrücklich an und sage es auch für die Bundesregierung: Ja, wir wissen, dies ist eine der zentralen Aufgaben unseres Landes, dafür zu sorgen, dass Kinder und Jugendliche eine Chance haben.»
PISA-Ergebnisse so schwach wie nie
In der jüngsten Ausgabe der internationalen Vergleichsstudie Pisa hatten die Schülerinnen und Schüler in Deutschland 2025 so schwach abgeschnitten wie nie zuvor. Getestet wurden rund 6.700 15-Jährige vor allem auf Kompetenzen in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften. Der Studie zufolge fehlt jedem dritten Jugendlichen grundlegende Kompetenz in Lesen und Mathematik, jedem vierten in Naturwissenschaften. Gut jeder Fünfte habe in keinem der drei Felder «ausreichende Basiskompetenzen», hieß es weiter.
Die Studie entfacht eine neue Debatte über weitere mögliche Bildungsreformen. Sowohl Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) als auch die Präsidentin der Bildungsministerkonferenz, Anna Stolz aus Bayern, verwiesen aber auf bereits begonnene Veränderungen: mehr Geld für Schulen in sozialen Brennpunkten über das Startchancen-Programm von Bund und Ländern, frühe Sprachtests und Sprachförderung mit Hilfe eines neuen Kita-Gesetzes und verbesserte Unterrichtskonzepte.
Elternrat: Ins Handeln kommen
Der Bundeselternrat betonte, PISA habe keine neuen Erkenntnisse gebracht – die Schwächen seien längst bekannt. «Es kann nicht die Antwort auf sinkende Kompetenzen sein, noch eine Studie zu veröffentlichen und anschließend die nächste Arbeitsgruppe einzusetzen», erklärte der Bundeselternrat. «Wenn seit 25 Jahren bekannt ist, dass Kinder beim Lesen, Schreiben, Rechnen und in den Naturwissenschaften Unterstützung brauchen, muss die entscheidende Frage lauten: „Was benötigen wir, um schneller und wirksamer ins Handeln zu kommen?“»
Der Rat unterstützt die Ansätze von früher Sprachförderung, Sicherung von Basiskompetenzen und gezielter Unterstützung benachteiligter Schulen. Nötig seien ausreichend Personal und verlässliche Rahmenbedingungen. All dies werde «seit Jahren gefordert und jedoch nur mangelhaft umgesetzt», erklärte die Elternvertretung.
Schülerkonferenz beklagt Druck
Die Schülerinnen und Schüler fordern andere Lösungskonzepte. «Jetzt ein weiteres Mal den Fokus auf die Stärkung der Basiskompetenzen zu legen, wird uns langfristig nicht weiterhelfen», erklärte die Bundesschülerkonferenz. «Das Grundproblem liegt an anderer Stelle: Wer sich nicht wohlfühlen und nicht partizipieren kann, kann auch nicht lernen.»
Die Schülervertretung verwies auf Stress durch Faktoren wie Leistungsdruck, Mobbing und soziale Medien. Genau hier werde nicht angesetzt. «Kinder und Jugendliche müssen sich sicher im digitalen Raum bewegen», erklärte die Schülerkonferenz. Der Nachholbedarf an Schulen bei Grundlagen betreffe die digitale Ausstattung und Medienkompetenz. News4teachers / mit Material der dpa
PISA-Chef Schleicher: „Das deutsche Bildungssystem ist ambitionslos geworden“










„Der Bundeselternrat betonte, PISA habe keine neuen Erkenntnisse gebracht – die Schwächen seien längst bekannt.“
JA !
„Zugleich betonte er, man könne Bildung und Erziehung nicht an den Staat «outsourcen». Auch die Familien hätten eine Verantwortung.“
Auch JA, …
… aber ein alter Hut. Das hören und lesen wir alle paar Wochen, Monate, Jahre wieder. Ganz viele Eltern machen das ja auch !!! Und die es nicht wollen oder nicht können, die können wir nicht sich selbst überlassen und sagen: Aber ihr müsst! Bringt doch nichts.
Was wäre denn die Alternative? Nichts zu sagen?
Das würde dann vielleicht von noch mehr Eltern als „Ihr müsst nicht, wir übernehmen das“ verstanden.
Hier schreib neulich ein Kollege (?), dass wir als Lehrkräfte die Pflicht hätten, die Erziehung zu übernehmen, wenn die Eltern das nicht hinkriegen, da das unser Job sei.
Da kann ich nur sagen: Sorry, nö.
Dann sind im falschen Job. Die Schulgesetze verpflichten Sie zur Erziehung der Schüler. Bleiben Sie mit Ihrem Nö besser anonym.
Lehrkräfte haben das Recht und die Pflicht, Schüler zu einem sozial verträglichen Verhalten zu erziehen. Bitte informieren Sie sich! Wenn die Eltern das nicht machen, so sehe ich es auch, bleibt nur die Schule/Lehrkraft!
PS: Zweites Zitat von Friedrich Merz. Entschuldigung!
„Auch die Familien hätten eine Verantwortung.“ (sagt Merz)
Soso, sehen das hier alle auch so? Schleicher sieht es wohl auch so:
https://www.news4teachers.de/2026/09/pisa-chef-schleicher-ueber-deutschlands-absturz-das-bildungssystem-ist-ambitionslos-geworden/
„Zugleich betonte er, man könne Bildung und Erziehung nicht an den Staat «outsourcen»“
Da spricht Herr Merz ja für viele im Forum, aber es lässt sich halt auch nicht vermeiden, dass Eltern dies nicht gewuppt bekommen (wollen) – Pech für die Kinder.
Aber die Botschaft ist dann ja klar: Gewöhnen wir uns dran – unterscheidet sich meines Wissens nicht von „Protest“-Parteien, muss also ganz der Meinung der lauten Mehrheit entsprechen.
Wer will da nich auf die Wissenschaft hören, bspw. auf… was haben wir da… achja, jüngst kam eine PISA-Studie raus, die gerade die enorme Gewichtung auf Elternhäuser in Deutschland kritisierte… :/
ach die Eltern! ja klar! dieselben Eltern denen alles teurer gemacht wird und wo verlangt wird das bitte beide Elternteile arbeiten gehen sollen…
❤️
merz dein statement ist nur arrogant und doof 30 jahre lehrerin an bayrischer haupt oder mittelschule
Haben Sie auch was Substanzielles beizutragen oder bleibt es bei Beleidigungen?
Ich gebe ihm nicht oft Recht, aber hier trifft er.
… Ihre Meinung. Glückwunsch 😉
Ein 15. jähriger war bereits 9 Jahre im deutschen Bildungssystem. Eventuell noch einige Jahre in einer Kita zur frühkindlichen Bildung und er beherrscht nicht die Basiskompetenzen.
Das ist dann Schuld der Eltern? Was hat der denn die ganzen Jahre gemacht?
Die Regierung sollte sich schämen.
Es gibt eine Schulpflicht, Bildungsaufträge.
Kinder haben ein Recht auf Bildung. Wofür Schulpflicht wenn es nicht läuft.
Man hat nicht nur Pflichten sondern auch Rechte. Die Eltern sollten die Regierung verklagen.
„Zugleich betonte er, man könne Bildung und Erziehung nicht an den Staat «outsourcen».“
Genauso ist es! Die Eltern müssen wieder mehr in die Pflicht genommen werden. Warum nicht mal über einen „Elternführerschein“ nachdenken?
Die notwendigen Prüfungen dürften viele nicht bestehen, angefangen beim Essverhalten…
Was folgt dann daraus – Zwangssterilisation?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Natürlich nicht!
Es folgt das Gleiche, was auch bei einer nicht bestandenen Führerscheinprüfung folgt: Vorerst ist das Fahren untersagt.
Hier konkret: Vorerst keine Kinder. Möchte man welche haben, sind die notwendigen Kompetenzen und finanziellen Ressourcen im VORFELD sicherzustellen. Eine solche Politik würde viel Leid ersparen!
Leider ist es so, dass für das Fahren eines Autos strengere Vorschriften gelten als für das Zeugen und Erziehen von Kindern – obwohl Letzteres deutlich anspruchsvoller ist als Autofahren.
„Hier konkret: Vorerst keine Kinder.“
Wie stellen wir uns denn bitte ein staatliches Verhütungsprogramm vor?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
So etwas muss natürlich politisch auf demokratischem Wege ausgehandelt werden.
In der Praxis muss leider festgestellt werden, dass viel zu oft die schlechten Eltern (weil zu wenig Geld & Bildung; exakt die Faktoren, die bei PISA als entscheidende Ursachen für das Verfehlen von Kompetenzstandards genannt wurden) viele Kinder bekommen, wohingegen die guten Eltern zu oft wenige oder keine Kinder bekommen.
Genau hier ist die Politik gefragt, die richtigen Anreize zu liefern.
„So etwas muss natürlich politisch auf demokratischem Wege ausgehandelt werden.“
Meinen Sie das jetzt ernst? Menschen vorzuschreiben, ob und wie viele sie Kinder bekommen dürfen oder nicht, gab es nur in totalitären Systemen (Ein-Kind-Politik in China, Zwangssterilisationen im Nationalsozialismus). Wir würden mal sagen: gruselige staatliche Allmachtsfantasie.
Gute Eltern – schlechte Eltern. Und das entscheiden: Sie?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Eltern, die keine Kinder bekommen, sind nur dann Eltern, wenn sie adoptieren.
Die Wirtschaft ist gefragt – nicht die Politik. Unternehmen bestimmen die Preise.
Die Politik – zumindest unsere hier – setzt zwar Kosten für Orgnungswirdigkeiten und Stafen auch Verwaltungsgebüren und Steuern fest; aber die überwiegenden Preisbestandteile sind von Unternehmen und Interessenvertretungen definiert bzw ausgehandelt.
Wir könnten ja einfach mal weniger als Lohn, Gehalt und Besoldung bekommen – vielleicht wird dann auch Essen, Nachhilfe, etc günstiger…
Kindergeld nur bei Bestehen der Prüfung beispielsweise?
Ohne das jetzt als „Pro/Kontra“ einzusortieren.
Wäre allerdings eine mögliche Regelung.
„Die Würde des Menschen ist unantastbar“ – nur mal als Memo.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Im Bildungssystem, im Verkehrsbereich usw. machen „wir“ das doch auch so?
Warum ist dort die Würde antastbar? Wenn man „Prüfungen“ als „Eignung“ als „Würde antastbar“ sieht?
Glauben Sie mir … Wenn man ständig „Blackouts“ in „Tests“ wegen massiver Prüfungs- und Versagensangst hat(te) … Dann wird „die Würde“ auch angetastet … Juckt eben keinen in dem Bereich?
Und bei „Familie“ ist das jedoch genau warum jetzt anders?
Wäre man doch als Staat zumindest etwas konsequent(er)?
Wie gesagt … Es geht mir dabei gar nicht um „Pro/Kontra“. Es geht mir um „die Möglichkeit“.
Die „machen“ wir in anderen Bereichen ja trotz „Würde“ auch so … Juckt? Kaum.
Oh man, skurrile Vorstellung von Familiengründung und Kinder bekommen…..
Kinder machen mit einer Führerscheinprüfung auch nur annähernd zu vergleichen….wow…..weiß nicht, ob ich lachen soll oder weinen soll….
Sie sind bestimmt auch für Zwangsadoptionen (wie in der DDR praktiziert oder wie man es gerade mit ukrainischen Kindern macht)
Ich grusel mich gerade…….
Selbstverständlich nicht.
Ein Kind aus seiner Familie zu reißen, wird aus guten Gründen vom Jugendamt immer nur als Ultima Ratio gewählt.
Es geht darum, künftiges Leid zu verhindern. Denn viel zu oft werden Menschen Eltern, die es lieber nicht werden sollten.
Hat man hier die Erkenntnisse aus PISA schon wieder vergessen?
Der sozioökonomische Hintergrund ist DER entscheidende Aspekt für den Bildungserfolg. Daher sollte man nach über 20 Jahren PISA-Ergebnissen auch einmal über politische Konsequenzen nachdenken.
Vielleicht noch einen Führerschein für die Benutzung von Internetforen?
Warum?
Ihre Meinung muss nicht meine sein – und umgekehrt.
Die Meinungsfreiheit ist aus guten Gründen ein hohes Gut. Scheinbar für viele immer wieder ein Problem…
Da wird mal wieder ein seltsamer Widerspruch deutlich: Sie pochen auf Ihre Meinungsfreiheit. Aber die Meinung von jemand anderem akzeptieren Sie nicht.
Warum darf man meinen, Kinder nur nach Erlaubnis bekommen zu dürfen – aber nicht meinen, das Internet nur nach Erlaubnis nutzen zu dürfen (was ja nicht mal ernstgemeint ist)? Das eine ist so schwachsinnig wie das andere. Unsere Meinung.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ich trete ein für die Meinungsfreiheit von jedem Menschen – unabhängig davon, ob sie einem gefällt oder nicht. 😉
Es geht nicht um „einen“ – es geht um Sie. Offensichtlich haben Sie ja doch ein Problem mit Meinungen, die Sie negativ berühren.
Könnte anderen Menschen bei Ihren Kommentaren ja genauso gehen, wenn Sie öffentlich die Einschränkung von elementaren Menschenrechten fordern. Gerne mal drüber nachdenken.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Das ist ja eine typische AfD-Verhaltensweise. Man pocht auf Meinungsfreiheit, bezieht sich dann aber teilweise auf verfassungsrechtlich problematische Äußerungen (Stichwort: Elternführerschein), diskrediert dann aber den „Gegner“. Sie, Lina, sind sehr durchschaubar. Meine Meinung. Do not feed the troll!
„Die Meinungsfreiheit ist aus guten Gründen ein hohes Gut.“
Die freie Lebensgestaltung auch, aber fragen Sie mal die Rechtsextremen zu beidem 😛
Aber jemand wie Sie braucht doch keinen … Naturtalent!
Erwischt XD
1. Ich bin ganz sicher kein Troll.
2. Mich in die Nähe der AfD zu rücken, ist ziemlich schräg, wenn man bedenkt, dass ich einen konkreten Lösungsvorschlag liefern wollte, zu dem jede Person ja gerne stehen kann, wie sie möchte. Die Idee des besagten Elternführerscheins stammt auch nicht von mir, sondern ich kann diese Idee zumindest bei mir im Kollegium immer wieder vernehmen. Liegt vielleicht auch daran, dass man sich in einer sog. „Brennpunktschule“ mit der Realität auseinandersetzen muss.
3. Am besten noch mal die Ergebnisse von PISA studieren, Stichwort sozioökonomischer Hintergrund.
„Die Idee des besagten Elternführerscheins stammt auch nicht von mir, sondern ich kann diese Idee zumindest bei mir im Kollegium immer wieder vernehmen. Liegt vielleicht auch daran, dass man sich in einer sog. ‚Brennpunktschule‘ mit der Realität auseinandersetzen muss.“
Sorry, dieser Kontext ist ja noch schlimmer.
„Um die ‚Reinhaltung des gesunden Volkskörpers‘ zu gewährleisten, verabschiedeten die Nationalsozialisten am 14. Juli 1933 das ‚Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses‘. Damit wurde die Grundlage für die Verfolgung, Ausgrenzung und später Ermordung von Menschen mit psychischen Krankheiten geschaffen.
Marie Lange, geb. Stephan, war eine von rund 350.000 bis 400.000 Menschen, die als ‚erbkrank‘ galten und während der NS-Zeit zwangssterilisiert wurden. Als erbkrank galt u.a., wer psychische Einschränkungen aufwies. Auf der Liste standen Depressionen, Schizophrenie und geistige Behinderungen. Selbst wer schlechte Noten in der Schule bekam, geriet schnell in den Verdacht, ein ‚Idiot‘ zu sein oder an ‚angeborenem Schwachsinn‘ zu leiden. Jeder, der von der ‚Norm‘ abwich, so wie sie nationalsozialistische Rassenhygiene definierte, lief ab 1934 Gefahr, Opfer der Zwangssterilisation zu werden. Egal ob Mann oder Frau.“
Gerne hier nachlesen: https://www.mdr.de/geschichte/ns-zeit/politik-gesellschaft/zwangssterilisation-euthanasie-gesetz-zur-verhuetung-erbkranken-nachwuchses-pirna-sonnenstein-mdr-100.html
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„Mich in die Nähe der AfD zu rücken, ist ziemlich schräg, wenn man bedenkt, dass ich einen konkreten Lösungsvorschlag liefern wollte“
Sick burn auf die Rechtsextremen, die keine Antwort für nichts haben! 😀
Ich leite eine Brennpunktschule und habe im Kollegium noch nie den Vorschlag „Elternführerschein“ mit Ihren angedachten Konsequenzen gehört. So ein Vorschlag würde mich im Übrigen veranlassen, mit der Kollegin ein ernstes Gespräch darüber zu führen, ob dies der geeignete Arbeitsplatz ist. Denn wenn jemand so etwas denkt, dann kann er nicht ohne Verachtung den Kindern und Eltern gegenübertreten und steht der vertrauensvollen Zusammenarbeit diametral gegenüber.
Denken Sie mal drüber nach…..
„mit der Kollegin“
„dann kann er“
Könnte man hier auch als Stereotypisierung anführen.
Es ist halt nicht immer alles so, wie manche es schreiben/lesen und es scheint.
Denken Sie mal drüber nach…
Es geht doch noch weiter, nicht nur schulische Kompetenzen schrumpfen.
Auch Dinge wie Schleife binden, Stifthaltung, allgemeine Motorik, mit Messer und Gabel essen.
Zuhören, Ausreden lassen.
Wie soll lesen und schreiben gelehrt werden, wenn die SuS die Aufmerksamkeitsspanne eines Tiktok Videos haben?
Wenn beide Eltern ganztags arbeiten und die Kinder nachmittags aus der Kita holen, haben beide Seiten keine freien Kapazitäten mehr für Nachhilfeunterricht.
Es geht nicht um Nachhilfeunterricht, sondern um so normale Dinge wie Alltagskompetenzen, mit einander reden, die Kinder in den Alltag einbeziehen anstatt sie vor irgendwelchen Medien zu parken, gemeinsame Mahlzeiten – gerne auch mal gemeinsam zubereitet, Vermittlung von Werten und Sozialverhalten, Frustrationstoleranz – Nein, das Kind muss nicht alles bekommen, was es möchte und es sind nicht immer die Anderen schuld, wenn etwas nicht klappt.
Und das kann man auch, wenn man Vollzeit arbeitet. Und in den meisten Familien ist es ja nicht mal so, dass beide Vollzeit arbeiten, Deutschland ist ja ganz oben dabei bei der Teilzeitquote.
Sorry, aber dann muss man sich schon fragen, wozu dann Kinder bekommen?
Sie gehen hier ja Richtung: Wollen zwar Kinder – haben aber gar keine Zeit.
Und ja, das spiegelt leider so manche Realität wieder. Ist das jedoch „der Weg“?
Wie sehen Sie das? „Keine freie Kapazität“? Kinder?
Sorry … Geht sich mir einfach nicht auf.
„Arbeitet mehr, arbeitet länger für weniger Geld – und kümmert euch besser um eure Kinder.“
Für mehr und bessere Betreuungsangebote fehlt das Geld, Schulen sind sehr oft in miserablem Zustand, Lehrkräfte fehlen. Lehrkräfte schicken ihre eigenen Kinder auf Privatschulen.
Solange konservative Politiker:innen aus ideologischen Gründen bereits nach der vierten Klasse aussortieren und am Schulsystem von gestern festhalten, wird sich nichts ändern.
Und den Eltern, deren Kinder bei der Einschulung keinen deutschen Satz sprechen und nicht bis 10 zählen können, sollte man das Kindergeld kürzen.
Ein Ergebnis bei PISA-2025 war scheinbar auch, dass solche SuS deutlich bessere Ergebnisse als die jeweilige peer-group aufwiesen, die Angaben, dass ihre Eltern positives Interesse an Schule und Bildung ihrer Kinder zeigen.
Wundert mich jetzt nicht.
Bemerkenswert! Verdient den Hurrelmannpreis für Offensichtliches, was aber irgendwer halt nachweisen muss, in Gold 😀
Die Bildung unserer Kinder ist eine Ressource für die Zukunft. Das sollte eigentlich ein Hauptanliegen von allen sein, Politik, Gesellschaft und Familien. Natürlich müssen dann alle daran mitarbeiten.
Ich fand es aber schon in früheren PISA-Analysen fürchterlich, dass das gegliederte Schulsystem in Deutschland noch „erfolgreich“ wäre, weil durch die Bildungsaspiranz von Elternhäusern dadurch mehr Anreiz herrsche, in die außerschulische Bildung (hier: Nachhilfe) zu investieren, ohne die Schularten würde der Anreiz Geld auszugeben fehlen (Zitat aus einer der letzen PISA-Studien).
Kann man bitte mal aufhören, dabei immer die Schuld/Ursache beim anderen zu suchen? Ist es nicht einfach ein Problem, dass auf dem Tisch liegt, dass die Ausgangssituationen von Kindern in allen Schullagen so unterschiedlich sind, dass man nicht mehr von einheitlichen Klassen ausgehen kann. Dass Familienhintergrund der größte Prediktor für Schulerfolg ist. Und dann nicht nur fordern, dass sich das ändert (mit Appell an Eltern, die aus verschiedensten Gründen dazu nicht in der Lage sind)?
Es ist so, wie es ist und wir müssen das in den Griff bekommen.
Und dazu brauchen wir neben selbstreflektierenden Eltern, die das Beste für ihre Kinder wollen und Unterstützung für die Eltern, die diese benötigen, Schulen, die in der Lage sind, diese Probleme auch wirklich anzugehen: mit vielen Lehrern, die sich um weniger Kinder kümmern können, mit Lernräumen, die sich auf Gruppenheterogenotät anpassen lassen (real und digital), mit Bedingungen an Schulen, die Schülern und Lehrern es leicht machen, zu lernen und zu unterrichten und vielleicht auch einfach um gerne dort hinzugehen. Dann haben wir vielleicht auch wieder mehr Menschen, die diesen Job machen wollen.
Das ist eine Vision, die Engagement und Geld braucht von den Familien und vom Staat und den Ländern und sicher keine Vorwürfe, wer mal wieder nicht genug getan hat. Der Staat braucht jedes einzelne dieser Kinder, vom Höchstleister bis zum Schulverweigerer. Und gemeinsam sollte sich darum gekümmert werden, dass alle ihre Chance bekommen! Das sollte bei der Ausgabenverteilung höchste Priorität bekommen.
Ich habe bei den Zitaten von Herrn Merz zu sehr das Dejà-vu wie bei den Krankmeldungen und dem (angeblich) fehlenden Arbeitswillen.
Nichts gegen Ursachenforschung, Schuldzuweisungen ändern aber nichts am Problem!
„Dass Familienhintergrund der größte Prediktor für Schulerfolg ist.„
War auch bei PISA-2025 so, dass Kinder im Vergleich zur peer-group signifikant besser abschnitten, die beim Kriterium „family support“ überdurchschnittlich positive Werte angaben.
Laut OECD-Bericht lagen die Werte beim Kriterium „family support“ in DE deutlich unter dem OECD-Schnitt, die erzielten Punktzahlen etwas über dem OECDSchnitt.
„… weil durch die Bildungsaspiranz von Elternhäusern dadurch mehr Anreiz herrsche, in die außerschulische Bildung (hier: Nachhilfe) zu investieren, …“
Aber Sie wissen, dass bei den PISA-Siegern in Japan, Südkorea, Singapur und auch China noch viel mehr Nachhilfeunterricht gegeben wird? Es gibt fast einen Zwang dazu, auch für gute Schüler, und fast alle Eltern haben zwangsweise eine hohe „Bildungsaspiranz“ in einem kompetitiven System. Arme Leute opfern ihre letzten Groschen für die Bildung ihrer Kinder. Und die Kinder wissen das und strengen sich entsprechend an. Ganz ohne Stress geht das natürlich nicht ab, aber dort ist man Tests und eine Bewertung nach Punkten gewöhnt. Wenn Sie das nicht glauben, fragen Sie Dr Google.
Bevor Merz weitere Forderungen stellt, stellt sich mir die Frage nach dessen MHD.
Warten wir die Wahlen in Hedwig-Schlossstein und Berlin ab, und er wird die Steigerungsform von Feind kennenlernen.
Feind, Erzfeind, Parteifreund
das ist doch der Gipfel. die Pisa-Studie zeigt doch auch ,das Bildung in diesem Land vom dem Einkommen der Eltern anhangog ist. ich als Freideich Merz würde das mal angehen und die Chancengleichheit im unserem Land erhöhen. Er kûrzt doch Sozialleistungen, verschlechtert die Gesundheitsversorgung, Er möchte doch Poollösungen für Schulbegleitung und Integatationskräfte . Nur Grosskonzerne und Reiche werden bei ihm geschont. Herr Merz schnallt den Gürtel bei Familie , Kranke dich enger.
Ich bin einer von etwa 1000 suchenden fertigen Gymnasiallehrern in BW die keine Stelle bekommen, weil das Land derzeit an der Bildung sparrt. Gleichzeitig wird der Beruf beworben und vom Lehrermangel geredet. Viele von uns verlassen nun das Berufsfeld oder das Land, weil es einfach keine Option ist zu bleiben.
Aber wozu Fachkräfte, wenn sich die Eltern endlich mal mehr Mühe geben könnten.
„Ich bin einer von etwa 1000 suchenden fertigen Gymnasiallehrern in BW die keine Stelle bekommen“
Überlegen Sie sich, es (vorerst) an einer anderen Schulform zu probieren.
In der Inklusion arbeitete ich mit einer Lehrkraft, die erst das Jahr darauf an ein Gymnasium wechselte.
Die Frau unglaublich und eine einmalige Bereicherung für diese Kinder, obwohl Sie sich das zuvor kaum vorstellen konnte.
„Aber wozu Fachkräfte, wenn sich die Eltern endlich mal mehr Mühe geben könnten.“
❤️
Liebe Redaktion,
ich habe den Eindruck, dass Sie hier ganz schön schwere Geschütze auffahren.
Der Zusammenhang zwischen mangelndem Bildungserfolg und sozioökonomischem Hintergrund ist hinreichend empirisch belegt – zuletzt durch PISA.
Politisch muss es darum gehen, Lösungen zu finden. Ein Elternführerschein kann in diesem Zusammenhang ein gangbarer Weg sein.
Ein Weiter so wie bisher ist aus meiner Perspektive als Steuerzahlerin jedenfalls keine Alternative.
Und wir haben den Eindruck, dass Sie nicht im Geringsten reflektieren, was Sie hier öffentlich fordern. Als „Steuerzahlerin“, auch noch Lehrerin im Staatsdienst, Menschen erlauben oder verbieten zu wollen, Kinder zu bekommen – ist schlicht größenwahnsinnig.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Von einem generellen Verbot war hier nie die Rede. Vielmehr geht es darum, notwendige Voraussetzungen einer Elternschaft im VORFELD sicherzustellen – dies ist bei einer Adoption übrigens gängige Praxis.
Lassen Sie uns gern auf den Ursprung zurückkommen:
„Zugleich betonte er, man könne Bildung und Erziehung nicht an den Staat «outsourcen».“
Darum geht es. Wenn die Eltern nicht in der Lage sind, ihren Teil beizutragen, ist es Ende immer die Gesellschaft, die die Kinder im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe auffangen muss. Es ist gut, dass wir uns dies als Sozialstaat leisten können.
Im Sinne eines vorausschauenden staatlichen Handelns sollte es jedoch darum gehen, dass wir als Gesellschaft zukünftig Eltern haben, die auch in der Lage sind, für ihren Nachwuchs zu sorgen. Nur so kann zukünftig der empirisch belegte Zusammenhang zwischen mangelndem Bildungserfolg und sozioökonomischem Hintergrund aufgebrochen werden.
„Vielmehr geht es darum, notwendige Voraussetzungen einer Elternschaft im VORFELD sicherzustellen“ – also einen Aufsichtsbeamten an jede Jungfrau?
Wie wäre es, der Staat leistet erst mal das, wofür er ohnehin schon verantwortlich ist: vernünftige Straßen, einen funktionierenden ÖPNV, gute Kitas, gute Schulen…
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Spannend mal zu lesen, was da vorgeschlagen wird, wenn etwas Konkretes geliefert werden soll, das über das kryptische Genörgel nach „konsequenten Durchgreifen“ hinausgeht…
„Ein Elternführerschein kann in diesem Zusammenhang ein gangbarer Weg sein.“
Cool. Welches Land hat diese naheliegende, praktisch umsetzbare „Lösung“ bereits? 😛