Start Praxis Streit mit Schüler eskaliert: Lehrer muss wegen Körperverletzung vor Gericht

Streit mit Schüler eskaliert: Lehrer muss wegen Körperverletzung vor Gericht

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PIRMASENS. Ein Streit im Unterricht, ein geworfenes Mäppchen – und am Ende ein 13-Jähriger mit einer Platzwunde im Krankenhaus: Knapp zwei Jahre nach einer körperlichen Auseinandersetzung am Hugo-Ball-Gymnasium in Pirmasens beschäftigt der Fall nun das Gericht. Ein früherer Lehrer der Schule muss sich im November wegen des Vorwurfs der Körperverletzung im Amt verantworten. Gegen einen Strafbefehl hat er Einspruch eingelegt.

Das Gericht hat zu entscheiden. (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

Was im Dezember 2024 in einem Klassenraum des Hugo-Ball-Gymnasiums geschah, wird damit Gegenstand einer Gerichtsverhandlung. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Zweibrücken warf der Schüler dem Lehrer während des Unterrichts ein Mäppchen ins Gesicht. Im weiteren Verlauf der Auseinandersetzung soll der Pädagoge den damals 13-Jährigen verletzt haben.

Wegen des Vorfalls erging nach Angaben der Rheinpfalz gegen den Lehrer ein Strafbefehl. Dagegen legte er Einspruch ein, weshalb es nun zur Hauptverhandlung kommt. Dabei wird das Gericht zu klären haben, was während der Auseinandersetzung geschah und ob sich der Lehrer wegen Körperverletzung im Amt strafbar gemacht hat. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.

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Der Fall hatte bereits unmittelbar nach dem Vorfall im Dezember 2024 weit über die Schule hinaus für Aufsehen gesorgt (News4teachers berichtete). Polizei und Staatsanwaltschaft hatten seinerzeit zunächst lediglich mitgeteilt, Schüler und Lehrer hätten erst mit Worten gestritten, später sei es zu „Handgreiflichkeiten“ gekommen.

Die Mutter des Schülers schilderte gegenüber Medien einen wesentlich konkreteren Ablauf. Nach ihrer damaligen Darstellung soll ihr Sohn während des Unterrichts zunächst vor die Tür geschickt worden sein. Beim Hinausgehen habe der Lehrer ihn ins Gesäß getreten. Als Reaktion darauf habe der Schüler sein Mäppchen nach dem Pädagogen geworfen. Anschließend, so der Vorwurf der Mutter, sei der Lehrer ebenfalls vor die Tür gekommen und habe den Jungen mit dem Hinterkopf mehrfach gegen eine Steinwand geschlagen.

Diese Darstellung war zu diesem Zeitpunkt nicht unabhängig bestätigt. Die Polizei teilte damals mit, der Schüler habe leichte Verletzungen erlitten. Seine Mutter berichtete von einer Platzwunde und Schwellungen am Kopf. Der 13-Jährige musste im Krankenhaus behandelt werden.

Dienstrechtliche Konsequenzen hatte der Vorfall ebenfalls bereits im Dezember 2024. Zunächst betraute die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) den Lehrer mit anderen Aufgaben. Noch in derselben Woche fand nach Angaben der Behörde ein Gespräch zwischen der Lehrkraft und der Schulaufsicht statt. Anschließend wurde der Lehrer bis auf Weiteres vom Dienst befreit.

Die Auseinandersetzung hatte allerdings eine Vorgeschichte. Die ADD bestätigte gegenüber dem SWR, dass ihr Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Lehrer sowie Schülerinnen und Schülern bereits länger bekannt gewesen seien. Handgreiflich sei es nach Kenntnis der Schulaufsicht zuvor jedoch nie geworden.

„Es ist traurig, dass immer erst etwas schlimmes passieren muss, bis wirklich reagiert wird“

Auch der Schulelternbeirat berichtete von länger bestehenden Konflikten. Er habe wiederholt versucht, zwischen Schülerinnen und Schülern und dem Lehrer zu vermitteln; an der Schule habe es bereits mehrere Gespräche über die Probleme gegeben. „Die Schule hat alles gemacht, was sie machen konnte“, sagte die damalige Vorsitzende des Elternbeirats gegenüber dem SWR.

Andere Eltern erhoben seinerzeit deutlich weitergehende Vorwürfe. Sie berichteten dem Sender, die Schwierigkeiten mit dem Lehrer bestünden bereits seit Jahren. Einige Kinder hätten Angst vor ihm gehabt, manche Schülerinnen und Schüler seien zeitweise nicht mehr zur Schule gegangen. Ein Elternpaar warf dem Lehrer vor, die Klasse gemobbt und beinahe täglich drangsaliert zu haben. Auch in Gesprächen mit Eltern sei der Pädagoge verbal ausfällig geworden. Ob und inwieweit diese Vorwürfe zutrafen, war nicht geklärt.

Nach Darstellung der Eltern hatten sie bereits vor der körperlichen Auseinandersetzung vor einer möglichen Eskalation gewarnt. „Es ist traurig, dass immer erst etwas schlimmes passieren muss, bis wirklich reagiert wird“, erklärten Eltern der betroffenen Klasse damals gegenüber dem SWR.

Nach dem Vorfall sprachen sich Schulelternbeirat und Schulleitung nach Angaben eines Elternvertreters dafür aus, dass der Lehrer nicht an die Schule zurückkehren solle. Die Entscheidung darüber lag bei der ADD als zuständiger Schulaufsichtsbehörde.

Die Schule zog darüber hinaus Konsequenzen für den Umgang mit Konflikten. Der Verhaltenskodex des Hugo-Ball-Gymnasiums sollte überarbeitet werden, außerdem waren zusätzliche Angebote gegen aggressives Verhalten vorgesehen. Der Vorfall wurde damit an der Schule auch zum Anlass, den Umgang mit Konflikten grundsätzlich aufzuarbeiten. News4teachers

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2 Kommentare
heinz
19 Tage zuvor

Gut, kann man jetzt wenig zu sagen. Im Artikel gibt es nur die Anschuldigungen der Mutter, keine Aussage vom Lehrer und auch keine von Zeugen, damit muss man dann wohl das Ergebnis der Verhandlung abwarten müssen.

Fakt ist, dass wir alle Eltern und Schüler kennen, die in dem Alter ggf. auch irgendwelche Lügen zurecht erfinden. Fakt ist aber auch, dass ich für kaum noch einen meiner Kollegen die Hand ins Feuer legen würde, da man auch da schon viel zu viel erlebt hat. 3. Fakt ist, dass es wohl keinen Lehrer gibt, wo sich nicht mal Eltern bei der Schulaufsicht beschwert haben, begründet oder unbegründet.

Ist also alles etwas schwierig. Sollte es so gewesen sein, wie die Mutter berichtet und sollte auch stimmen, wie der Kollege mit Klassen umgeht, dann müssen wir uns nicht darüber unterhalten, dass es richtig ist, dass es hier zum Prozess kommt.

Rainer Zufall
18 Tage zuvor

„Die ADD bestätigte gegenüber dem SWR, dass ihr Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Lehrer sowie Schülerinnen und Schülern bereits länger bekannt gewesen seien.“
An einer Schule? Zwischen Schüler und Lehrkraft? Geh nach Hause!

Vielleicht lieber den konkreten Vorwurf klären, als einen Bliebtheitswettbewerb zu starten (sofern hier keine ähnlichen Taten gemeldet wurden) :/