Start Themenmonate Klassenfahrten & außerschulische Lernorte Fünf gute (wissenschaftlich belegte) Gründe, warum Klassenfahrten so wertvoll sind

Fünf gute (wissenschaftlich belegte) Gründe, warum Klassenfahrten so wertvoll sind

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BERLIN. Eine Klassenfahrt bedeutet für Lehrkräfte Arbeit: Anträge und Elternabende, Buchungen und Einverständniserklärungen, Aufsicht rund um die Uhr – und die Verantwortung für eine ganze Gruppe fernab des gewohnten Schulalltags. Warum also der Aufwand? Weil genau dieser Ausnahmezustand pädagogische Möglichkeiten eröffnet, für die im normalen Stundenplan wenig Platz bleibt. Studien aus verschiedenen Ländern zeigen, wie gemeinsame Fahrten Beziehungen verändern, neue Begegnungen ermöglichen und sogar fachliches Lernen fördern können. Fünf gute (wissenschaftlich belegte) Gründe, warum es sich lohnt, mit einer Klasse auf Reisen zu gehen.

Klassenfahrten wirken. (Symbolfoto.) Foto: Shutterstock
  1. Weil aus einer Klasse auf Reisen eine Gemeinschaft werden kann

Im Klassenzimmer sitzt man vielleicht seit Jahren nebeneinander und hat trotzdem wenig miteinander zu tun. Freundeskreise sind längst entstanden, Gruppen haben sich gefunden. Auf Klassenfahrt gerät dieses Gefüge in Bewegung: Man verbringt den ganzen Tag miteinander und erlebt Situationen, in denen plötzlich andere Menschen wichtig werden.

Das zeigt eine australische Untersuchung mit 160 Jugendlichen aus drei weiterführenden Schulen. Vor und nach einem mehrtägigen School Camp wurden sie unter anderem zu ihren sozialen Beziehungen befragt. Nach dem Aufenthalt fühlten sich die Jugendlichen ihren Mitschülerinnen und Mitschülern insgesamt stärker verbunden. Auch die Verbundenheit mit ihrer Schule nahm zu.

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Bestehende Freundschaften wurden dagegen nicht signifikant enger. Die Forschenden bringen das mit der Gestaltung des Camps in Verbindung: Die Jugendlichen verbrachten dort gezielt Zeit mit Mitschülerinnen und Mitschülern außerhalb ihres üblichen Freundeskreises. Gerade darin kann eine besondere Qualität von Klassenfahrten liegen: Sie bringen Kinder und Jugendliche zusammen, die sich im Schulalltag zwar täglich sehen – aber deshalb noch lange nicht wirklich miteinander zu tun haben.

Studie: Lauren Rose, Ian R. Williams, Craig A. Olsson & Nicholas B. Allen (2018): Promoting Adolescent Health and Well-Being Through Outdoor Youth Programs: Results From a Multisite Australian Study. Journal of Outdoor Recreation, Education, and Leadership, 10(1), 33–51. Hier geht es hin. 

  1. Weil Lehrkräfte und Schüler einander von einer anderen Seite kennenlernen

Im Unterricht sind die Rollen ziemlich klar verteilt. Eine Klassenfahrt verändert diese Konstellation. Lehrkräfte erleben ihre Schülerinnen und Schüler bei Herausforderungen und kleinen Krisen, beim gemeinsamen Essen, bei Unternehmungen und in Situationen, in denen Fähigkeiten sichtbar werden, für die eine Mathematikstunde oder ein Deutschaufsatz wenig Gelegenheit bieten.

Wie bedeutsam das sein kann, zeigt eine tschechische Studie. Befragt wurden 17 Grundschullehrkräfte, die ihre Klassen bei drei- bis fünftägigen Aufenthalten begleitet hatten. Obwohl Natur- und Umweltbildung im Mittelpunkt der Programme standen, beschrieben die Lehrkräfte vor allem die sozialen Wirkungen: Fast alle berichteten von positiven Effekten auf das Klassenklima und die Beziehungen unter den Schülerinnen und Schülern. Viele wollten die Fahrten auch nutzen, um ihre Klassen besser kennenzulernen.

Eine Lehrerin beschrieb die Veränderung nach der Rückkehr so: „Irgendwie fühle ich mich jetzt wohler in der Klasse, weil ich sie anders kennengelernt habe.“ Das Verlassen der schulischen Umgebung habe sich sehr positiv auf das Klassenklima ausgewirkt.

Eine Klassenfahrt macht aus Lehrkräften und Schülern keine Freunde – und soll es auch nicht. Aber sie schafft gemeinsame Erfahrungen, aus denen pädagogische Beziehungen wachsen können.

Studie: Jan Činčera, Jan Zalesak, Miloslav Kolenaty, Petra Simonova & Bruce Johnson (2021): We love them anyway: outdoor environmental education programs from the accompanying teachers’ perspective. Journal of Outdoor and Environmental Education, 24(3), 243–257. Hier geht es hin. 

  1. Weil Kinder aus ihren gewohnten Rollen herauskommen

Fast jede Klasse kennt die Lauten und die Stillen, die Anführer und diejenigen, die sich lieber im Hintergrund halten. Solche Rollen können erstaunlich stabil werden. Eine Klassenfahrt bringt Kinder und Jugendliche dagegen in Situationen, in denen die gewohnte Ordnung nicht mehr selbstverständlich funktioniert.

Eine neuseeländische Studie mit 32 Jugendlichen im Alter von 14 und 15 Jahren zeigt, wie sich dadurch das soziale Gefüge verändern kann. Die Schülerinnen und Schüler dokumentierten ihre Erfahrungen während eines School Camps mit Kameras und wurden anschließend ausführlich dazu befragt.

Die Forschenden beschreiben eine vorübergehende Gemeinschaft – eine „temporary community“. Die Jugendlichen verbrachten anders Zeit miteinander, erweiterten ihre sozialen Kontakte und lernten Mitschülerinnen und Mitschüler von Seiten kennen, die ihnen aus dem Schulalltag nicht vertraut waren.

Eine Klassenfahrt setzt die sozialen Regeln einer Klasse nicht außer Kraft. Aber sie kann die Karten neu mischen – und Kindern Gelegenheit geben, einander jenseits der Rollen zu begegnen, die sich im Schulalltag längst verfestigt haben.

Studie: Erin F. Smith, Gary Steel & Bob Gidlow (2010): The Temporary Community: Student Experiences of School-Based Outdoor Education Programmes. Journal of Experiential Education, 33(2), 136–150. Hier geht es hin. 

  1. Weil Lernen an einem anderen Ort eine besondere Qualität bekommt

Klassenfahrten werden häufig vor allem mit Gemeinschaft verbunden. Doch auch fachliches Lernen kann vom Ortswechsel profitieren. Küstenformen lassen sich auf einem Arbeitsblatt beschriften – oder dort untersuchen, wo Wind, Wasser und Gestein die Landschaft tatsächlich formen.

Der britische Bildungsforscher Roger Scrutton untersuchte einen dreitägigen Aufenthalt mit zwei Übernachtungen, bei dem Schülerinnen und Schüler unter anderem zu Küstengeomorphologie und Ökologie arbeiteten. Für die Auswertung wurden vergleichbare Gruppen von jeweils 25 Jugendlichen gebildet und deren fachliches Wissen vor und nach dem Programm getestet.

Die Jugendlichen auf der Fahrt erzielten einen signifikanten fachlichen Wissenszuwachs; die Untersuchung fand damit einen klaren kognitiven Effekt des curriculumbezogenen Residential-Kurses. Bemerkenswert ist auch, was Scrutton nicht fand: Die gemessenen affektiven Merkmale veränderten sich nicht entsprechend. Die Fahrt musste die Jugendlichen also nicht erst messbar selbstbewusster machen, damit sie fachlich profitierten.

Studie: Roger Scrutton (2020): Investigating the process of learning for school pupils on residential outdoor education courses. Journal of Outdoor and Environmental Education, 23, 39–56. Hier geht es hin. 

Weil eine Klassenfahrt keine verlorene Unterrichtszeit sein muss

Wer mit einer Klasse fünf Tage unterwegs ist, verliert auf dem Papier fast eine komplette Schulwoche. Eine kleine britische Langzeitstudie legt allerdings nahe, dass diese Rechnung zu kurz greifen kann.

Die Forschenden begleiteten Jugendliche aus sozial benachteiligten Verhältnissen mit eher schwächeren schulischen Leistungen. Zwölf nahmen über drei Jahre hinweg zweimal jährlich an dreitägigen Residentials teil; ihnen wurde eine möglichst vergleichbare Gruppe von zwölf Jugendlichen gegenübergestellt. Bei den späteren Abschlussprüfungen schnitt die Residential-Gruppe bei einem Gesamtmaß der schulischen Leistungen signifikant besser ab. Besonders deutlich war der Unterschied im Fach Englisch. Die Studie fand zudem Hinweise auf gewachsenes Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit.

Was das bedeuten konnte, schilderte einer der Jugendlichen selbst. Früher habe er im Unterricht kaum gesprochen. Inzwischen melde er sich und beantworte Fragen. Dann berichtete er von einer Erfahrung, die er sich zuvor nicht zugetraut hätte: „Ich habe vor 400 Eltern eine Rede gehalten.“ Noch ein oder zwei Jahre zuvor hätte er sich das nicht vorstellen können.

Die Stichprobe mit zwölf Jugendlichen pro Gruppe ist klein, zudem ging es um wiederholte Aufenthalte über drei Jahre. Die Untersuchung belegt also nicht, dass Klassenfahrten bessere Noten produzieren. Sie zeigt aber, wie Erfahrungen außerhalb des Klassenzimmers in die Schule zurückwirken können.

Studie: Carol Fuller, Daisy Powell & Simon Fox (2017): Making gains: the impact of outdoor residential experiences on students’ examination grades and self-efficacy. Educational Review, 69(2), 232–247. Hier geht es hin. 

News4teachers

Hier geht es zu allen Beiträgen des News4teachers-Themenmonats „Klassenfahrten und Außerschulische Lernorte“. 

„Klassenfahrten sind das Beste, was Schule leisten kann“: Bildungsforscher im Interview

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15 Kommentare
Katze
9 Tage zuvor

Liebe Schülerinnen und Schüler,

Thank you for travelling with Klassenfahrt.
Die begleitenden Lehrkräfte bedanken sich für euer Vertrauen. Sie waren 24 Stunden täglich für euch da. Dass andere Berufsgruppen so etwas Bereitschaftsdienst nennen würden, soll den pädagogischen Mehrwert nicht schmälern. Schließlich geht es heute nicht mehr nur um Unterricht, Wissen oder Lernerfolg, sondern um Kompetenzen. Welche Kompetenzen genau entstanden sind, bleibt zwar offen, aber im Kompetenzkarussell darf kein Erlebnis unzertifiziert bleiben. In diesem Sinne bedanken wir uns für die gemeinsame Horizonterweiterung und wünschen viel Erfolg bei der Rückkehr in jene Lernumgebung, die früher einmal Fachunterrichtsraum oder Klassenzimmer hieß.

Aber schließlich gibt es ja fünf gute (wissenschaftlich belegte) Gründe, warum Klassenfahrten so wertvoll sind:

1. Weil aus einer Klasse auf Reisen eine Gemeinschaft werden kann.
Absolut. Spätestens wenn geklärt werden muss, wer nachts auf dem Flur war, entsteht ein Zusammenhalt, von dem jede demokratische Gesellschaft nur träumen kann.
2. Weil Lehrkräfte und Schüler einander von einer anderen Seite kennenlernen.
Die Schüler entdecken, dass Lehrkräfte rund um die Uhr funktionstüchtig und ansprechbar sind. Die Lehrkräfte entdecken, warum manche Eltern ständig erschöpft aussehen.
3. Weil Kinder aus ihren gewohnten Rollen herauskommen.
Und Lehrkräfte gleich mit. Aus Fachlehrern werden Aufsicht, Krankenpfleger, Seelsorger, Sozialarbeiter, Reiseleitung und 24‑Stunden‑Hotline. Schland 2035 nennt das multiprofessionelle Teamentwicklung.
4. Weil Lernen an einem anderen Ort eine besondere Qualität bekommt.
Aber klar doch. Früher fragte man nach Wissenserwerb. Heute genügt die Gewissheit, dass irgendwo zwischen Selfies, Schlafmangel und Gemeinschaftserlebnis bestimmt eine Kompetenz entstanden sein muss.
5. Weil eine Klassenfahrt keine verlorene Unterrichtszeit sein muss.
Natürlich nicht. Schließlich geht es heute nicht mehr darum, ob etwas gelernt wurde. Entscheidend ist, dass etwas erlebt wurde. Und wenn das Erlebnis nur intensiv genug war, gilt sein pädagogischer und kognitiver Mehrwert inzwischen beinahe als naturwissenschaftliche Gewissheit.

Rainer Zufall
7 Tage zuvor
Antwortet  Katze

Wussten Sie bei der Berufswahl nichts von Klassenfahrten?

Rainer Zufall
8 Tage zuvor

Schön auf die Punkte gebracht. Gerade beim Ersten merke ich das deutlich, wenn die üblichen Verdächtigen fehlen, die besonders davon hätten profitieren können.

Hm… Hat jemand die Email von Herrn Rabe? 😛
https://www.news4teachers.de/2026/09/bildungskrise-ties-rabe-hat-eine-erstaunlich-einfache-loesung-ueber-die-kaum-jemand-spricht-mehr-unterricht/

Jerunda
8 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Stimmt! Das hat Katze gut auf den Punkt/ die Punkte gebracht. 🙂
Wieviele Klassenfahrten, mit wie vielen Schülern,7 haben Sie eigentlich schon geleitet? Wie waren Ihre persönlichen Erfahrungen zu den angesprochenen Punkten?

Rainer Zufall
7 Tage zuvor
Antwortet  Jerunda

„Stimmt! Das hat Katze gut auf den Punkt/ die Punkte gebracht.“
Sie haben sich verlesen, ich stimmte dem Artikel zu.

Zu den Punkten schrieb ich ja bereits: „Gerade beim Ersten merke ich das deutlich, wenn die üblichen Verdächtigen fehlen, die besonders davon hätten profitieren können.“

Jerunda
7 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Eigene Erfahrungen mit Klassenfahrten (als Lehrer) haben Sie also nicht. Aber immerhin eine „Meinung“ zum Artikel und Katzes Kommentar. Toll!

Bernd Brunnet
7 Tage zuvor
Antwortet  Jerunda

Die grossen Klassenfahrten-Experten toben sich hier aus! Ergänzend zu gestern: Gestern meldete die Rheinische Post Düsseldorf, dass Erziehungsberechtigte auch als Eltern bezeichnet, für ihren Autismusspektrum und ADHS gehandicapten Sohn in der 3. Klasse, der schulseitig nicht auf eine Klassenfahrt mitgenommen werden sollte, vor dem VG Düsseldorf eine Einstweilige Verfügung erwirkt haben, die doch die Teilnahme ermöglicht! Folgen: Wenn irgendetwas passiert sind die Kollegen dran, vgl. Urteile in Mönchengladbach oder die Ermittlungen wegen Aerzen in Hameln-Pyrmont! Sie werden strafrechtlich, zivilrechtlich und disziplinarrechtlich zur Verantwortung gezogen! Existenzbedrohend! Man erinnert sich an die wochenlange Suche nach einem autistischen Kind mit tragischem Ausgang!
Die Richter tragen keine Verantwortung, sie entscheiden nach Antragslage ohne Sachgrundlage! Die Entscheidung in der Hauptsache steht dann ja noch aus, weit nach einem Termin nach der Klassenfahrt!
Klassenfahrten gehören zu den Dienstpflichten von Lehrkräften und sind pädagogisch sinnvoll! Ob aber man nicht nur angesichts der Rechtsprechung auch das zweite Bein von der Gefängnismauer im Knast absetzen möchte, sollte man sich überlegen! Von den eigenen Schäden an der Psyche ganz abgesehen!
Aber das ist manchen Richtern, Eltern und Kollegen vollkommen egal!

Jerunda
7 Tage zuvor
Antwortet  Bernd Brunnet

„Klassenfahrten gehören zu den Dienstpflichten von Lehrkräften und sind pädagogisch sinnvoll!“
Ich möchte keine meiner Klassenfahrten (als Schüler und als Lehrer (verantwortlicher oder begleitender) missen. Es waren immer sehr schöne, aber auch sehr anstrengende Zeiten. Eigentlich kann ich den Punkten im Artikel voll zustimmen. ABER: Die Zeiten, die Schüler und die Eltern waren damals andere. Heute würde ich keine Klassenfahrt mehr machen, das Risiko wäre mir zu groß. Deshalb stimme ich Katzes Kommentar zu!
(Eine Dienstpflicht waren Klassenfahrten aber hier nie. Die waren freiwillig und wurden anfangs auch freiwillig von den Lehrern selbst bezahlt. Später konnte man die Kosten einreichen und erhielt dann Monate später einen Teil zurück- ist aber schon eine Weile her seit meiner letzten Klassenfahrt, den aktuellen Stand kenne ich nicht.)

Bernd Brunnet
6 Tage zuvor
Antwortet  Jerunda

Genau darum geht es aber! Klassenfahrten sind für sich genommen sinnvoll! Mit der Zeit arteten sie aber aus zu touristischen Events! So konnte man eine Klasse auf Mallorca am Flughafen erleben, war dort preiswerter wie eine Klassenfahrt innerhalb Deutschlands! Für Schüler aus sozial schwachen Familien oftmals die erste Gelegenheit aus dem eigenen Umfeld zu entkommen und Neues zu entdecken!
Was Dienstpflichten anbelangt, steht dies in der ADO NRW! Schulgesetz ebenso!
Hinzu kommen allerdings auch noch Eingriffe von Erziehungsberechtigten, die wähnen über Inhalte bestimmen zu können, Organisation ebenso! Bis hin zu Eltern die mit Gewalt drohten, wenn ihr Kind am letzten Abend in der Unterkunft nicht machen konnten was sie wollten!
Oder Kollegen nassforsch behaupteten, dass man mindestens 3 Ziele zur Auswahl stellen müsse, worüber dann Schüler und Eltern abstimmen! Die Lehrkraft darf das Ganze organisieren!

Rainer Zufall
3 Tage zuvor
Antwortet  Bernd Brunnet

„So konnte man eine Klasse auf Mallorca am Flughafen erleben, war dort preiswerter wie eine Klassenfahrt innerhalb Deutschlands!“
Und Sie messen einen Artikel über positive, wissenschaftlich nachgewiesene Effekte von Klassenfahrten daran, was Sie (auf Social Media?) „erlebten“?
Oder waren Sie einer der Lehrkräfte dort? 😛

Bernd Brunnet
3 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Nein, aber auf der Zwischenstation vor dem Rückflug! Auf Social Media auch nicht, aber das ist ein anderes Thema!
Die Kritik nicht verstanden! Man muss allerdings sich nicht nur eben auf diese Quelle verlassen! Erfahrung und jemand, der weiss wovon er spricht! Beobachte die Entwicklung dafür schon zu lange! Wenn man mitbekommen hat, wie ein Schüler kurz vor dem Rückkehrziel schwer verletzt worden ist, weil er den Kopf aus einem Dopelstock-Bus gesteckt hat! Oder eine Autobahn gesperrt werden musste, weil Schüler so betrunken waren, dass sie mit dem RTH in eine Klinik gebracht werden mussten!
Von daher sind „wissentschaftliche“ Studien sicher nett zu lesen, aber sie blendet die Realität leider aus!

Rainer Zufall
3 Tage zuvor
Antwortet  Jerunda

„Ich möchte keine meiner Klassenfahrten (als Schüler und als Lehrer (verantwortlicher oder begleitender) missen.“
Ich freue mich, dass Sie dies so erlebten (und theroretisch aktiven Kolleg*innen mitgeben könnten).

„ABER: Die Zeiten, die Schüler und die Eltern waren damals andere.“
Ja, Sie sind sind in Rente und machen keine Klassenfahrten mehr

Aber im Ernst: Welches Risiko soll zu hoch sein? Wir lassen Schüler*innen in der Schule, auf die wir uns nicht verlassen können. Oder meinten Sie ein anderes Risiko?

Rainer Zufall
3 Tage zuvor
Antwortet  Bernd Brunnet

„Die grossen Klassenfahrten-Experten toben sich hier aus!“
Sie können jederzeit selbst nach der wissenschaftliche Methode Klassenfahrten auf deren Effekte untersuchen. Niemand hält die auf – im Gegenteil 🙂

Rainer Zufall
3 Tage zuvor
Antwortet  Jerunda

Meinungen schon, aber keine Studien durchgeführt.
Sie sollten wissen, was von beidem aussagekräftiger ist, wenn man ALLE Schulen betrachtet, nicht den eigenen Bauchnabel 😉

Bernd Brunnet
8 Tage zuvor

Wer die Situationen auf Klassenfahrten wirklich kennt, sieht die Dinge anders!
Einerseits sozial schwache Schüler fahren nicht mit, obwohl das Teilhabegesetz dies vorsieht! Manche Traumreise auf Gymnasien ist unbezahlbar! Einerseits denkt man unweigerlich an Zwischenfälle! Den Absturz der German Wings Maschine, Todesfälle in London oder im Landkreis Hameln-Pyrmont mit Urteilen oder Ermittlungen gegen Lehrkräfte! Oder ein Vorfall bei dem Schüler einer 7. Klasse Alkohol für Schüler einer 8. Klasse organisierten! Folge in der Nacht Notarzteinsatz mehrere Rettungswagen plus Polizei in der Einrichtung!
Die Kollegen und Kolleginnen belächelten in der Lehrer-Lounge einen, weil man seine eigenen Schüler engmaschig kontrollierte!
Oder ein Urteil eines Antsrichters gegen einen Lehrer: Ein Schüler kletterte nachts an der Dachrinne hinab, um zu einer Mitschülerin im Nebengebäude zu gelangen! Absturz des Schülers! Verurteilung des Lehrers wegen Verletzung der Aufsichtspflicht! Die Frage des Lehrers wie er das hätte verhindern können, beantwortete der Richter: Er hätte sich nachts auf den Flur legen müssen, um das Geschehen zu verhindern! Aufsicht rund um die Uhr mit Lebendkontrolle!
Bericht zur Steigerung der sozialen Interaktion: 16 Schüler sitzen in einem 6-Bettzimmer. Statt miteinander zu reden, chatten sie miteinander, Entfernung 3-4 Meter!
Natürlich auch die andere Seite in Klasse 10 stellt man überrascht fest, dass man nur 2 Strassen weiter entfernt wohnt! Seit der 1. Klasse!
Ach ja, die Darstellung lässt sich fortsetzen!
Bemerkenswert ist jedoch die regelmässige Begleitung bei solchen Studien, sie beziehen sich auf Grundschulklassen, Sekundarstufe I Fehlanzeige, Sekundarstufe II auch! Aufsichtspflicht bei Volljährigen? Alkohol, Drogen, etc.
Gibt noch viel? Oder die nicht genehmigungsfähigen Inhalte, z.B. Besuch von Freizeitparks!
Klassenfahrten sind natürlich auch Gegenstand von Erzählungen jeglicher Art bei späteren Klassentreffen! Das fliegende Klassenzimmer lässt grüssen!