Der Verband Deutscher Realschullehrer (VDR) warnt vor einem Anstieg des Versorgungsdefizits an den Schulen. Die geringe Zahl der geplanten Neueinstellungen könne die Pensionierungen nicht ausgleichen und ermögliche keine zufriedenstellende Lehrerversorgung.
Der VDR begrüßt zwar die Ausweitung des Vertretungspools mit Beamtenstellen, kritisiert aber, dass diese aus Mitteln für Vertretungsverträge finanziert werden sollen. Eine Verringerung des Unterrichtsausfalls kann auf diese Weise nicht erwartet werden.
„Holt die Lehrer von der Straße! Diese VDR-Forderung gilt zum Schuljahresende mehr als je zuvor“, so VDR-Landesvorsitzender Bernd Karst. „Vertretungslehrer, die jetzt gekündigt bzw. nicht eingestellt werden, stehen in Zeiten des durch die Pensionierungswelle steigenden Bedarfs nicht mehr zur Verfügung. Aufgrund der erschwerten Rahmenbedingungen in den Schulen entscheiden sich immer weniger Studentinnen und Studenten für den Lehrerberuf. Noch sind qualifizierte Kräfte auf dem Arbeitsmarkt zu finden. Lasst sie nicht in die Wirtschaft oder in Nachbarländer abwandern!“
Gerade in den durch die Schulstrukturreform zusätzlich belasteten Realschulen plus und integrierten Gesamtschulen ist eine gute Lehrerversorgung Grundlage für eine gedeihliche Entwicklung. Man kann die neu geschaffenen Schulen nicht schon wieder kaputtsparen. Im Vergleich mit anderen Industrieländern ist der Anteil der Bildungsausgaben am Bruttosozialprodukt in unserem Land noch immer sehr bescheiden.
