Home Leben Sie haben uns ein Jahr lang hinters Licht geführt! Umweltbundesamt räumt plötzlich...

Sie haben uns ein Jahr lang hinters Licht geführt! Umweltbundesamt räumt plötzlich ein: Mobile Luftfilter in Klassenräumen helfen doch

48

BERLIN. Der Luftfilter-Skandal wächst sich aus: Das Umweltbundesamt (UBA) hält plötzlich mobile Luftfiltergeräte in Schulen doch für sinnvoll – und behauptet nun, nie etwas anderes erklärt zu haben. Recherchen von News4teachers legen allerdings nahe: Die Öffentlichkeit ist seit fast einem Jahr – auch von Kultusministern –, darüber getäuscht worden, dass mobile Luftfilter in Kitas und Schulen vor Corona-Infektionen hätten schützen können. Offensichtlich waren die Geräte den Politikern schlicht zu teuer – und das UBA mit Gefälligkeits-Statements zu Diensten.

Einzelne Kommunen – hier eine Schule in der bayerischen Gemeinde Neubiberg – haben ihre Schulen mit Luftfiltern ausgestattet. Foto: Shutterstock / Alexandra Goertz

Der Satz dürfte wie eine Bombe in den 16 deutschen Kultusministerien einschlagen. «Natürlich helfen mobile Luftfilter gegen Viren, wenn es sich um geprüfte Geräte handelt und sie richtig im Klassenraum aufgestellt sind», sagt Heinz-Jörn Moriske, Geschäftsführer der Innenraumlufthygiene-Kommission des Umweltbundesamtes (UBA) in einem Interview mit dem «Handelsblatt». Er weist darin die Darstellung zurück, das UBA habe monatelang vom Einsatz mobiler Luftfilter in Schulen abgeraten. Recherchen von News4teachers belegen allerdings, dass das UBA sehr wohl seit dem Sommer vergangenen Jahres vom Einsatz von Luftfiltern abgeraten hat – sehr zum Gefallen der Kultusminister.

„Die IRK (gemeint ist die lnnenraumlufthygienekommission des UBA, d. Red.) hält den Einsatz von mobilen Luftreinigern in Klassenräumen (…) für nicht geeignet, da sie das aktive Lüften nicht ersetzen, sondern allenfalls in Einzelfällen flankieren können“, so heißt es nämlich in einer Pressemitteilung des UBA mit Datum vom 13. August 2020.

Beantwortet wird damit eine Frage, die gar nicht gestellt worden war: Niemand wollte wissen, ob mobile Luftreiniger das Lüften ersetzen. Das können die Geräte logischerweise nicht, weil sie über keine Verbindung nach außen verfügen und deshalb keine Frischluft zuführen können. Interessant war (und ist) vielmehr, ob mobile Luftreiniger Corona-verseuchte Aerosole aus der Atemluft filtern können – und damit das Fensterlüften wirkungsvoll ergänzen. Die Frage wird vom UBA plötzlich mit „ja“ beantwortet. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse, die den Meinungsumschwung erklären könnten, gibt es allerdings nicht.

„Die Maßnahme ‚mobile Luftreinigung als Ergänzung zum Lüften‘ hat positive und negative gesundheitliche Wirkungen“

Studien, die die Wirkung der Geräte belegen, existieren schon seit vergangenem Jahr – wurden aber sowohl vom UBA wie auch von den Kultusministern der Länder sowie dem Bundesbildungsministerium bislang ignoriert. „Die Maßnahme ‚mobile Luftreinigung als Ergänzung zum Lüften‘ hat positive und negative gesundheitliche Wirkungen“, so heißt es in einer nach wie vor gültigen Leitlinie zum Schulbetrieb in der Corona-Pandemie, die Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) im Februar vorstellte. Welche negativen gesundheitlichen Wirkungen denn? Darüber schweigt sich das Papier weitgehend aus.

Festgestellt wird lediglich: „Hohe Kosten bei Anschaffung, Unterhalt, Wartung und Entsorgung. Machbarkeitsprobleme, insbesondere hinsichtlich fachgerechter Installation und Wartung. Beeinträchtigung von Lehrqualität und Bildungserfolg sowie Gesundheit durch Lärm. Ökologisch: hoher Ressourcenverbrauch.“ In Sachen Gesundheit wird (außer dem angeblichen Lärm) nur ein – positiver – Effekt angeführt: „Wahrscheinlich positive Wirkung auf den Infektionsschutz.“ Kurz: Viel Schaden, wenig Nutzen.

„Lüften funktioniert nun mal am besten“, erklärte UBA-Präsident Dirk Messner am 19. Februar gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa), die ihn ausdrücklich zu Luftfiltern befragt hatte. Er betonte: Viele Menschen hofften in der Corona-Pandemie zwar auf technische Lösungen, Luftreiniger könnten aber dazu verführen, sich in falscher Sicherheit zu wiegen. Die dpa schrieb daraufhin in einem „Faktencheck“: „BEHAUPTUNG: In Klassenzimmern schützen mobile Luftfiltergeräte besonders effizient gegen eine drohende Infektion mit Coronaviren. BEWERTUNG: Forscher haben herausgefunden, dass Stoßlüften wirksamer ist.“ Der Bericht blieb vom UBA unwidersprochen.

News4teachers titelte daraufhin: „Der Luftfilter-Skandal: Wie das Umweltbundesamt den Einsatz der Geräte in Schulen schlechtredet – und was dahintersteckt“. Die Kultusminister ließen sich von den wachsenden Irritationen an der UBA-Bewertung auch unter Schülern, Eltern und Lehrkräften allerdings nicht beirren. Alle 16 wiesen immer wieder aufkommende Forderungen nach den Geräten zurück.

Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrick Tonne (SPD) behauptete zum Beispiel noch unlängst in einem Schreiben an Amira Mohamed Ali, Vorsitzende der Linken-Bundestagsfraktion, das News4teachers vorliegt: „Mobile Luftreinigungsgeräte versprechen, virushaltige Partikel in Innenräumen zu reduzieren. Ob die Minderungen ausreichen, eine Infektionsgefahr in dicht belegten Klassenräumen abzuwenden, ist nach jetzigem Wissenstand unsicher.“ Tonne: „Vor dem Hintergrund dieser Bewertung erscheint mit dem heutigen Wissensstand eine Investitionsentscheidung zur Auflage eines Förderprogramms zur Ausstattung aller Schulräume mit mobilen Raumluftreinigern weder erforderlich noch sinnvoll begründet zu sein.“ Statt Luftfilter einzusetzen, so Tonne, sollen weiterhin (nur) die Klassenraum-Fenster regelmäßig aufgerissen werden – auch im kommenden Winter. „Frische Luft ist gesund, das Lüften verursacht keinerlei gesundheitliche Risiken, auch keine Erkältungen – im Gegenteil, das regelmäßige Lüften wirkt hier sogar vorbeugend.“

Dieser Einschätzung hat sein Chef, Ministerpräsident Stephan Weil, jetzt öffentlich widersprochen. Mittlerweile habe sich eine vorherrschende Meinung herausgebildet, die mobilen Luftfiltern eine hohe Wirksamkeit bescheinige, räumte der SPD-Politiker nebenbei in einem Interview ein, über das News4teachers berichtet.

„Im Ergebnis kamen die Wissenschaftler überein, dass der Einsatz solcher Geräte grundsätzlich nicht nötig sei“

Dabei war Tonne nur der Argumentation der Kultusministerkonferenz gefolgt, die Ende September 2020 eine Expertenanhörung zu dem Thema veranstaltet hatte und zu dem Schluss kam: „Die Experten waren sich einig, dass das Lüften in Schulräumen ein unerlässlicher Bestandteil der bereits in den Schulen angewendeten Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen sei. Sie rieten zum Stoßlüften (Fenster weit öffnen) im zeitlichen Abstand von 20 Minuten und für etwa 3 bis 5 Minuten Dauer sowie zum Querlüften (Durchzug) der Räume in den Pausen“, so hieß es in einer Presseerklärung, die die KMK im Anschluss herausgab. Weiter stand darin: „Der Einsatz von mobilen Luftreinigungsgeräten in Schulräumen, der derzeit in der Öffentlichkeit intensiv diskutiert wird, wurde ebenfalls erörtert. Im Ergebnis kamen die Wissenschaftler überein, dass der Einsatz solcher Geräte grundsätzlich nicht nötig sei, wo Räume über Fenster gelüftet werden können.“ Das Problem: Die Darstellung war falsch.

„Ich teile die in der Pressemitteilung aufgeführte Meinung nicht, weil meine experimentellen Analysen diese Meinung nicht stützen“, so erklärte Prof. Christian Kähler vom Institut für Strömungsmechanik und Aerodynamik an der Universität der Bundeswehr München seinerzeit gegenüber News4teachers. „Gemäß unserer wissenschaftlichen Analysen bieten Raumluftreiniger, die eine Luftwechselzahl von mindestens 6 pro Stunde schaffen, einen Filter der Klasse H14 nutzen und hinreichend leise sind, so dass sie nicht abgeschaltet werden, ein viel höheres Maß an Sicherheit vor einer indirekten Infektion als die freie Lüftung.“ Und dies habe er in der Expertenrunde mit den Kultusministern auch so dargestellt; die Pressemitteilung der KMK sei nicht mit ihm abgestimmt worden. Kähler war der einzige Experte in der Runde, der tatsächlich zum Einsatz von Luftfiltern in Klassenräumen geforscht hatte. Sein Befund ist mehrfach wissenschaftlich bestätigt worden.

Mit am Tisch saßen übrigens hochrangige Vertreter des Umweltbundesamtes. Sie widersprachen der KMK-Pressemitteilung nicht. News4teachers / mit Material der dpa

Warum keine Luftfilter für Kitas und Schulen? Wenn die Argumente ausgehen…

 

Anzeige

48 COMMENTS

  1. Lügenbeutel, wo man hinschaut!
    Ohnmächtige Wut verspüre ich !
    Hoffentlich kommen sie jetzt in die Gänge!
    Lügen ist die neue Kompetenz, dies noch ohne rot zu werden oder beschämt zu sein!
    Siehe auch Scheuer oder unser Gesundheitsminister!
    Welche Vorbilder sehen unsere Kinder in der Politik oder anderen wichtigen Funktionsstellen!
    Können tun und lasse was sie wollen , sind vom Volk gewählt und werden nicht abgestraft oder treten zurück wenn sie erwischt werden!
    Unsäglich!

  2. @Redaktion:

    Tut mir leid, aber ich muss jetzt mal richtig derb werden, sonst platze ich!!!

    Von wegen „hinters Licht führen“, sie haben die Öffentlichkeit doch immer wieder ganz offen VERARSCHT!!!!
    Und wer mit offenen Augen durch die Welt geht und sich auch nur ein bisschen mit dieser Thematik beschäftigt hat, der wusste das auch die ganze Zeit.
    Diese ignoranten, geistig minderbemittelten, inkompetenten, der Wirtschaftslobby in den Hintern kriechenden und verabscheuungswürdigen Witzfiguren haben doch ganz bewusst immer wieder wissenschaftliche Erkenntnisse ignoriert und kleingeredet, damit sie weiterhin die günstigste Variante fahren konnten. Bzw immer erst dann ein paar kleine Maßnahmen ergreifen mussten, wenn es gar nicht mehr anders ging.

    Aus politischem Kalkül haben diese Abziehbilder von Menschen doch die ganze Zeit gelogen was das Zeug hält. Da sie genau wissen, dass sich die beschäftigten Lohnsklaven sich kaum dagegen wehren können. Was sind schon ein paar Remonstrationen? Die lassen sich doch leicht wegwischen und ignorieren, streiken dürfen die meisten ja eh nicht. Was wäre wohl sonst los gewesen? Was sind schon ein paar Elternaufrufe, wenn gleichzeitig die Querdenker das Gegenteil schreien? Das kam ihnen doch gerade gelegen, so konnten sie immer behaupten, dass sie ja alles für die Schulen tun, die Schulen sicher sein und sie die Kleinen doch mega mäßig schützen!
    Immer in dem Wissen, dass Kinder in unserem Land keine große Lobby haben und das faule Lehrpersonal noch weniger. Und da die breite Öffentlichkeit häufig nur wenig mit dem System Schule zu tun hat und nur die Meldungen in der offiziellen Medienlandschaft wahrnimmt, war das ein ganz leichter Trick… So lässt sich Politik machen!
    Auf der Außenseite sind ihre Westen blütenweiß, aber von innen kohlrabenschwarz! Und an den Geruch mag ich gar nicht denken!

    Die sollen mal schön gehen und sich selbst an der Patella lieb haben!!!

    • Liebe MeinSenf:
      Ich verspüre exakt die gleiche Wut und hätte es selber kaum passender ausdrücken können.

      Vielen Dank für deine klaren Worte!!

      Der Redaktion muss man eindeutig zugute halten, dass sie vermutlich das gleiche dazu denken, wie wir….sie aber aus Gründen der journalistischen Etikette von dieser treffenden Bewertung Abstand genommen haben.

      • @WiMoKa und @Andre Hog

        Schön, naja eigentlich nicht schön, dass es nicht nur mit so geht. Da fühle ich mich nicht mehr ganz so allein.
        Ich habe mich in meiner Ausdrucksweise sogar noch gezügelt und hatte trotzdem schon fast befürchtet, dass die Redaktion meinen Beitrag nicht veröffentlichen würde, wofür ich tatsächlich Verständnis gehabt hätte.
        Ich hätte noch stundenlang weiter schimpfen können, aber schon dieser kurze Druckablass hat mir deutlich gut getan.
        WiMoKa, viel Spaß bei der Tingeltour durch die Landesparlamente, es sind ja jetzt (oder bald) Ferien. Urlaub in der Politik! 😉 Könnte nach der Zeit im Chaos Schule echt entspannend sein. Außerdem ist man in der luftgefilterten Atmosphäre dort auch gut vor Corona geschützt. Sicherer Sommerurlaub!

        • Vielleicht sollten wir – zum Thema Tingeltour – in die verschiedenen Parlamentsgebäude, Ministerien usw gehen, Picknickkorb, Liegestuhl, Longdrink und was zu lesen mitnehmen und behaupten, dass wir die Wirkung von Luftfilteranlagen testen – während der Ferien! Die Gesichter würde ich gerne sehen. Auch würde ich nicht mehr fragen, warum keine solchen Anlagen in Schulen stehen, sondern warum in dieser Art von Gebäuden. Auf die Antwort wâre ich ebenfalls sehr gespannt. Anschließend könnte man für nach den Ferien mal probeweise einen Arbeitsplatztausch vorschlagen, ggf auch mit einem Kamerateam von RTL2 gefilmt. Das wäre ein Spaß, gell?

          • Sehr schöne Idee, ich bin dabei 🙂

            Man braucht ja schließlich ein Forscherteam, um empirisch valide Ergebnisse zu bekommen.

    • Wer waren doch gleich der Landeschef und seine „Getreuen“?
      Die SuS freuen sich sicherlich tierisch über diesen Ferienbeginn. Deren Eltern ebenfalls über diese spontane Änderung in den Urlaubsplanungen. Die Eltern haben sich ja nun auch nach über einem Jahr an die beständige Unbeständigkeit gewöhnt wie auch deren Arbeitgeber und können jeder Zeit auf spontane Veränderungen sofort reagieren. Schließlich sind alle Eltern ja in höchstbezahlten Jobs und können es sich erlauben, immer wieder in die Quarantäne zu gehen.
      Die Schülerschaft hingegen freut sich über verlängerte Ferien und dürfen ihre buckelige Verwandtschaft und die nervtötenden Freunde nicht treffen, Quarantäne sei Dank. Sie sitzen bei sommerlichen Temperaturen zum Teil in unterkühlten Kinderzimmern und erfreuen sich an dieser verordneten Ruhe vor Familie und Freunden.
      Eine Quarantäne ist doch was herrliches für alle Beteiligten.

      Bitte verzeihen Sie mir meine Ironie und meinen Sarkasmus.

  3. Überrascht? Nein.
    Schockiert? Ja.

    So ein Gewissen kann einen aber auch beißen, so vorhanden und aktiviert.

  4. Die Luftreinigungsgeräte gingen entgegen der Lüftungsanweisungen nicht in die Folder.

    Im übrigen sollten die SuS und ihre Eltern doch froh sein, dass die Abgeordneten der Landtage sowie die Ministeriumsbediensteten in einem mehr als einjährigen Test durch persönliches Engagement die Wirksamkeit der Luftreiniger vollkommen selbstlos im Selbstversuch für uns getestet haben. Wissen entsteht auch empirisch. Das muss doch anerkannt werden.

    • … wenn ich mir überlege, was die in den Ministerien in dieser Testphase gelitten haben…schrecklich!

  5. Niemals hätte ich gedacht,dass das in diesem Land so möglich ist.Und dass es auch keine Konsequenzen hat.Dass es viele,die nach Schulöffnungen schreien,einfach nicht interessiert….warum stehen in Regierungsgebäuden Luftfilter,wenn sie doch angeblich nichts bringen?Das muss doch jeder checken,dass da was nicht stimmen kann.

  6. Ich kenne keine Erzieher oder Lehrer, die sich, insbesondere seit Corona, in irgendeiner Form von der Politik gehört, geschweigedenn gewertschätzt fühlen. Überall erlebe ich Frust und Resignation. Stress mit Verwaltungen, deren Mitarbeiter in sicheren Büro’s sitzen, Anweisungen geben und allenfalls ein paar warme Worte für die Leute an der Front übrig haben. Verschleiß und Überforderung schon bei jungen Pädagogen, die ins Hamsterrad geraten, ehe sie sich überhaupt orientieren und organisieren konnten. Machen, machen und funktionieren ohne Widerworte. Ich erlebe immer mehr Sprachlosgkeit angesichts politischer Entscheidungen, wonach es scheinbar ein Recht auf Urlaub inklusive Virusmitbringsel gibt, aber Arbeitsschutzmaßnahmen, vielleicht auch für diejenigen, die solidarisch eben nicht in den Urlaub fahren, nicht gewährt werden. Von Schülern ganz zu schweigen, die lt. Mass ja scheinbar sowieso noch keine vollwertigen Menschen sind. Die Politik des letzten Jahrzehnts wird durch den Umgang in der Coronasituation noch einmal getoppt. Kurzfristig reagieren, statt durchdacht zu handeln und Konsequenzen zu bedenken. Fehlt es den Entscheidern an Lebenserfahrung, haben sie ihren Großeltern nicht zugehört, kein Geschichtsverständnis? Mir scheint viele von denen leben in einer Blase aus hohen ideellen Ansprüchen mit moralischer Selbstüberschätzung bei völliger Blindheit für die grundlegenden Bedürfnisse der durchschnittlichen Bevölkerung, die durch ihre Steuern und Abgaben dieses Land stützen. Hochmut kommt vor dem Fall. Durch Lügen oder Verschleierung der Wahrheit, weil es gerade nicht passt für Bildung und dieses „Gedöns“ Geld auszugeben, wird die politische Glaubwürdigkeit immer weiter untergraben. Mir graust vor den Resultaten dieser Politik. Wer wird sich zukünftig noch für pädagogische Berufe entscheiden? Die Aussteigerquote bei Erziehern beispielsweise ist sehr hoch. Werden die hohen Ansprüche auf Rundumbetreuung durch Billigkräften zum Nachteil der Kinder erfolgen? Holt man sich die Leute aus dem Ausland, wie in der Pflege? Wie sollen Bildungsansprüchen bei zunehmender Heterogenität in einer sich weiter spaltenden Gesellschaft umgesetzt werden, wenn zugelassen wird, dass z.B. Oberschulen in Nds zu Resteschulen werden, die Inklusion, Migration, soziale Probleme lösen sollen? Wenn offensichtlich ist, dass die Inklusion als Sparmodell missbraucht wird und Eltern und Pädagogen bei Sozialämtern um Unterstützung betteln müssen. Wenn Schulanfänger mit unzureichenden Sprachkenntnissen keine Unterstützung haben und in einer 25er Klasse irgendwie klar kommen sollen. Wenn der Tag für Lehrer und Erzieher auch nur 24
    Stunden hat und sie, trotz aller Mühen, keinen Zugang zu Eltern, welche in Parallelwelten leben, finden? Welche Gesellschaft soll hieraus erwachsen? Welche Wählerschaft wird hieraus erwachsen?
    Was sind unsere Kinder, die Zukunft, unseren sg. Volksvertretern wert? Jetzt doch wenigstens einige Luftfilter?

    • @Echt:

      Jedes Wort, jede Ihrer Fragen:
      Bravo!
      Genau das sind die Fragen, die ich mir z.T. auch schon vor Corona stellte!

    • @Echt

      Das sind original meine Fragen und Sorgen, schon seit Jahren.
      Läuft … leider bergab und das von Ihnen beschriebene Elend nimmt immer mehr Fahrt auf.

    • @Echt

      Genau DAS! DANKE!

      Mir kocht im Moment die Galle mal wieder so über, dass ich zu solch sachlichen Äußerungen nicht mehr die Worte habe. Wie oben zu sehen, möchte ich meine Wut nur noch in die Welt schreien. Auch, wenn’s keinen da oben je interessieren wird.

      Wenn es dieses Forum nicht gäbe, müsste ich wahrscheinlich zur Therapie.

        • @Mary-Ellen
          Da ich von eher überschäumenden Temperament bin, würde ich wahrscheinlich sofort alle Tischkante durchbeißen und anschließend mit den Stühlen weitermachen.
          So viele neue Möbel kann ich mir gar nicht leisten, wie ich da bräuchte…
          Außerdem brauche ich meine Zähne noch.
          🙂 🙁

  7. Und Ties Rabe als Sprecher der SPD-KuMis erdreistet sich hierzu (zu finden im Corona-Ticker auf ndr.de):

    „Der Sprecher der Kultusminister der SPD-geführten Länder, Ties Rabe, hat die Diskussion über Lüftungsanlagen in Schulen kritisiert. Der Hamburger Schulsenator verwies auf bereits umgesetzte Maßnahmen wie Hygieneregeln, Maskenvorgaben, Testpflichten, Lüftungsregeln und Impfmöglichkeiten. „Es ist schwer zu erklären, warum der Schulbetrieb auch noch von Luftfiltern abhängen soll, die in anderen Lebensbereichen mit weniger strengen Schutzmaßnahmen – beispielsweise in Einzelhandel oder Gastronomie – keineswegs vorgeschrieben sind.“ Der Bund fördert seit Kurzem den Einbau stationärer raumlufttechnischer Anlagen in Klassenräumen für Kinder bis zwölf Jahre, weil für sie noch keine Impfung möglich ist. Rabe sagte, die Förderung helfe zweifellos dem Schulbau, sei in Sachen Corona aber Augenwischerei. „Um solche Anlagen einzubauen, müssten alle rund 500.000 Klassen- und Unterrichtsräume aufwendig umgebaut werden. Selbst bei größter Anstrengung würde der Einbau mehrere Jahre dauern, sagte Rabe.“

    Was ein selbstgefälliger/s … (bitte passenden uncharmanten Begriff je nach eigener Gemütslage einsetzen)!!!

  8. @Dil Uhlenspiegel, 7.Juli, 22:33 Uhr:

    Der zweite Satzteil des zweiten Absatzes Ihres Kommentars beinhaltet wohl das, was man bei der für die Schulen verantwortlichen Gurkentruppe deutlich infrage stellen darf!!!!!!

  9. Unser Hamburger geflügelter und doppelzüngiger Dienstherr biegt weiter die Balken: « Rabe sagte, die Förderung helfe zweifellos dem Schulbau, sei in Sachen Corona aber Augenwischerei. „Um solche Anlagen einzubauen, müssten alle rund 500.000 Klassen- und Unterrichtsräume aufwendig umgebaut werden. Selbst bei größter Anstrengung würde der Einbau mehrere Jahre dauern, sagte Rabe. » (Quelle: NDR, 8.7.) Was sagt er uns hier? Es ist anstrengend etwas zu tun, also lassen wir es ganz. Jetzt also Faulheit, nachdem die ganze Lügenblase geplatzt ist? Aber er ist es, der hier weiter « Augenwischerei » betreibt: Ein Umbau von Klassenzimmern wäre bei mobilen Luftfiltern nicht nötig. Also liegt der Grund woanders: Unwille, für die Sicherheit der Schulen großes Geld in die Hand zu nehmen. Und das bereits seit Sommer 2020! Ich gehe jetzt erstmal vor die Tür…

    • @Teacheress

      „Also liegt der Grund woanders: Unwille, für die Sicherheit der Schulen großes Geld in die Hand zu nehmen.“

      Vielleicht so:
      Unwille + Faulheit + eingeschränker individueller Realitätsbezug + geringe Kompetenz-Evaluationskompetenz/ Kompetenznutzungskompetenz + x = …
      Gegeben ist: X= D*mmheit

  10. Eine Kommune investiert bereits im Februar 2021 in 20 Luftfiltergeräte. Die werden ausgeliefert!
    Eine einzige Schule erhält davon 13 Geräte, installiert 3 Geräte und es wirdt der Rest von 10 Geräten unbenutzt in den Keller gestellt.
    Scheint dann ja nicht so großes Interesse vorzuliegen.

  11. Liebe Redaktion,
    Damit zur Presse, am besten Bild ;-), falls nicht schon geschehen! Und hier müssten die Eltern mehr agieren, um etwas zu ändern.
    Habe selbst miterlebt, wie sogar die Kleinsten sich abgefroren haben. Furchtbar sowas.

  12. Die wirklichen Profis haben das schon lange in der Fachzeitschrift CCI ausdiskutiert und reden zwar Umluftfilter nicht schlecht, sehen aber nur Lüftungsanlagen als effektiv an. Auch gibt es Alternativen, wie zum Beispiel Vieren mit vierentötenden Aerosolen zu bekämpfen, oder UVC Licht usw. Umluftgeräte sind in erster Linie Gerät die auch Partikel im Raum durch hohe Luftwechsel ideal verteilen, hat man keine Quelle im Raum ist der Filter okay, hilft aber auch nicht, vor was auch. Hat man eine Quelle im Raum werden Partikel und Viren in erster Linie verteil, dass jeder eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit erfährt sich zu kontaktieren. Feuer oder Hölle.

  13. Dieses Portal und Lehrer:innen, die das, was hier an Zumutungen für Kinder und Jugendliche propagiert, gut finden, haben meine Kinder nicht verdient!!!
    Die Schulschließungen waren nur deshalb wirksam, weil dadurch die Eltern (im Übrigen überwiegend dabei die Frauen) in ihrer Mobilität eingeschränkt wurden. Was aber durch die Maßnahmen mit vielen Kindern geschehen ist, und dass die Bildungsschere weiter auseinander gegangen ist, scheint in diesem Portal keine große Rolle zu spielen.
    Inzwischen testen wir symptomlose Kinder, in einigen Bundesländern (NDS) demnächst gar täglich, während den Lehrern kaum Verhaltensregeln auferlegt werden.
    Warum findet in den Nachbarländern seit Sommer 2020 Unterricht in Präsenz statt, ohne, dass es einen großen Effekt auf das Infektionsgeschehen hat? So z. B. in Dänemark, den Niederlanden, Frankreich, der Schweiz und Spanien (nach dem 1. sehr harten Lockdown durchgehend Präsenz)? Die Nachbarländer haben erkannt, dass es überwiegend ein Virus der Älteren ist. Aber in Deutschland?
    Liegt es am Beamtenstatus? Liegt es daran, dass Kinder hier nichts zählen? In dieser kinderhassenden Altenrepublik? Wieviel sind Deutschland die Kinder, also die Zukunft unseres Landes wert? Und kommen Sie mir nicht mit Long Covid. Aus eigener Erfahrung an meinen Kindern und Kindern aus dem Umfeld (Mittelschicht, Haus, Garten, keine finanziellen Sorgen) kenne ich die Folgen von Long Lockdown und ich bin persönlich davon überzeugt, dass Long Lockdown schwere Schäden an einer ganzen Generation verursacht.
    Ich verstehe die Vorbehalte und die Angstmacherei dieses Portals nicht.
    Wir haben eine gänzlich andere Ausgangslage als im Sommer 2020. Die meisten Erwachsenen sind geimpft. Wer dies nicht möchte, übernimmt das Risiko auf eigene Verantwortung.

    • Sehr geehrte Gaby,

      dann schauen Sie sich mal die Liste an, welche Länder wie viele Todesopfer durch die Corona-Pandemie zu beklagen haben. In Deutschland sind mindestens 35 Lehrkräfte und ErzieherInnen im Zusammenhang mit Corona gestorben. Alle diese Todesopfer hatten Familien. Alle diese Todesopfer haben sich bei jemandem angesteckt – auch bei jungen Menschen. Vielleicht verstehen Sie dann besser, warum diese Portal – gemeint ist offenbar News4teachers – die Warnungen aus der Wissenschaft thematisiert.

      Gerne hier nachschauen: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1111794/umfrage/todesfaelle-mit-coronavirus-covid-19-je-millionen-einwohner-in-ausgewaehlten-laendern/

      Herzliche Grüße
      Die Redaktion

      • @Gaby
        Sie verzapfen hier großen Blödsinn
        Virus der Älteren?
        LuL keine Verhaltensregeln?
        Andere Ausgangslage?
        Die meisten Erwachsenen geimpft?
        Andere Länder durchgehend Präsenzunterricht und keine Auswirkungen?
        Bildungsschere wäre uns egal?

        Dann schreiben Sie, Sie kennen Longcovid und die schweren Schäden die entstehen können.
        WAS bitte wollen Sie?
        Was sollen diese widersprüchlichen Aussagen?

        Zudem, ja, die Ausgangslage ist eine andere als Sommer 2020.
        Wir stehen an gleicher Stelle mit höherer Inzidenz und schnellerer Ausbreitung, bei gleichzeitig deutlich infektöserer Variante!
        Und viele scheinen NICHTS daraus gelernt zu haben!

    • In den Nachbarländern fand KEIN durchgehender Präsenzunterricht statt.
      In Frankreich mussten zwar erst zahlreiche Eltern versterben, bis die Schulen in Distanzunterricht gingen.
      Was sind das für Langzeitfolgen für die Kinder? In meiner Schule gab es auch viele Fälle von Long Covid der Eltern, durch die Infektion verstorbene Eltern, zahlreiche Großelternteile.
      Das sind Langzeitfolgen für Kinder, und nicht der Distanzunterricht und Lockdown.

      Vielleicht etwas mehr (besser) informieren, bevor man etwas behauptet. Das mit den offenen Schulen im Ausland ist ein äußerst hartnäckiges Märchen.

  14. @Gaby
    Noch was..
    Wenn dieses Portal und LuL Sie und Ihre Kinder nicht verdient haben : wir brauchen Sie nicht und Ihre Kommentare auch nicht.
    Aber hey, es ist ein öffentliches Forum, Sie können hier fast alles erzählen was Sie wollen. Aber mit den Kommentaren müssen Sie dann auch leben.

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here