MÜNCHEN. Schüler haben in der Regel jährlich 61 freie Tage mehr als ihre berufstätigen Eltern. Viele Berufstätige hätten daher Betreuungssorgen.
Die SPD hat von der Staatsregierung eine bessere Ferienbetreuung von Schulkindern verlangt. Der Freistaat solle den Betreuungsbedarf ermitteln und ein Konzept erarbeiten, das staatlich geförderte Betreuung zu Ferien- und Randzeiten sicherstellt, sagte SPD-Familienpolitikerin Simone Strohmayr. Arbeitnehmer hätten in Bayern durchschnittlich 29 Urlaubstage im Jahr, ihre schulpflichtigen Kinder hätten etwa 90 Tage frei, sagte Strohmayr. Viele berufstätige Eltern quäle deshalb immer wieder die Sorge: Wer betreut mein Kind?
Im Freistaat gebe es keine flächendeckenden Betreuungsangebote in Ferien- und Randzeiten. Ganztagsschulen böten meist keine Ferienbetreuung an, Horte, Mittagsbetreuungen und Kindergärten nur teilweise. Es fehlten Konzepte und Geld, kritisierte die SPD-Politikerin. Angebote, die die Eltern selbst zahlen müssen, seien für viele zu teuer. «Der Freistaat lässt die Kommunen mit dem Problem allein», kritisierte Strohmayr. Zum Beispiel zahle Stadtbergen im Landkreis Augsburg jährlich 35 000 Euro für die Ferienbetreuung der Kinder. Sollte der Freistaat die Ferienbetreuung künftig finanzieren, müsse auch ein Qualitätsrahmen festgelegt werden, forderte Strohmayr. (dpa)
(17.05.2013)
