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Hessischer Kultusminister Lorz kündigt Rekord bei Lehrerstellen an

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WIESBADEN. Das neue Schuljahr beginnt mit einem Rekord: Insgesamt 50 900 Lehrerstellen gibt es nun in Hessen, ein «Allzeithoch», wie Kultusminister Alexander Lorz (CDU) am Donnerstag in Wiesbaden sagte. Kommendes Jahr sollen nochmals mehr als 1000 weitere Lehrer hinzukommen, vor allem zur Integration von Flüchtlingskindern. Aber auch der Ausbau von Ganztagsangeboten und gemeinsamem Unterricht von behinderten und nicht-behinderten Kindern gehören zu den Zielen, die weiter gefördert werden sollen. Insgesamt knapp 771 000 Schüler zählt das Land aktuell und damit rund 3000 mehr als im Jahr zuvor. Grund sei die Zuwanderung, sagte Lorz.

Hessens Kultusminister Alexander Lorz wird von der Opposition scharf kritisiert. Foto: Hesssisches Kultusministeriums

Der Minister kündigte die Bildung neuer Klassen zur Integration der Kinder und Jugendlichen an. Zudem wird der islamische Religionsunterricht im am Montag beginnenden neuen Schuljahr auch für Viertklässler angeboten – und es soll mehr Ganztagsbetreuung geben. Zehn weitere Kommunen machen beim «Pakt für den Nachmittag» mit freiwilliger Betreuung an Grundschulen bis 17 Uhr mit.

Stellen reichen nicht aus, um Abbau auszugleichen

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Während die Regierungsfraktionen CDU und Grüne die Neuerungen lobten, sprach die Opposition von «Schönrednerei». Dass es bei mehr Schülern mehr Lehrer geben müsse, sei eine Selbstverständlichkeit, sagte der SPD-Abgeordnete Christoph Degen. Er kritisierte auch, es gebe weit mehr Intensivklassen für Zuwanderer an Haupt- und Realschulen als an Gymnasien. Hessen hinke zudem beim gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht-behinderten Kindern sowie beim Ausbau der Ganztagsschulen massiv hinterher.

Die Linke erklärte, der Stellenaufbau reiche auch mit Blick auf die Überlastung hessischer Lehrer nicht aus. 53 entsprechende Anzeigen waren aus den Schulen im vergangenen Schuljahr beim Ministerium eingegangen. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) nannte es fraglich, ob die zusätzlichen Stellen überhaupt besetzt werden könnten. Schon jetzt herrsche Lehrermangel im Land. Bei den Ganztagsangeboten des «Pakts für den Nachmittag» fehle zudem eine Qualitätssicherung.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) rechnete vor, dass trotz des Stellenaufbaus die Zahl von Lehrern für den regulären Unterricht sinke. Insbesondere für Grundschulen bedeute dies größere Klassen. Auch die FDP warf Lorz vor, die Grundschulen und Gymnasien «zum bildungspolitischen Steinbruch verkommen» zu lassen. Der Stellenaufbau reiche nicht aus, um die Kürzungen der vergangenen Jahre sowie die gestiegenen Schülerzahlen auszugleichen. dpa

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