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„Akzeptanz“ oder „Toleranz“? Lehrplan zur Sexualerziehung sorgt in Hessen für Diskussionen

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WIESBADEN. Wo es um sexuelle Vielfalt in Lehrplänen geht, kommt es rasch zum Streit. So auch in Hessen. Die Regierungsfraktion verteidigte nun den neuen Lehrplan zur Sexualerziehung, der bei Eltern auf Ablehnung gestoßen war.

Die Regierungsfraktionen von CDU und Grünen im hessischen Landtag haben den neuen Lehrplan zur Sexualerziehung verteidigt. Klarer Maßstab sei die grundlegende Bedeutung von Ehe und Familie gewesen, sagte der CDU-Abgeordnete Armin Schwarz. «Auf der anderen Seite sind nicht-eheliche Partnerschaften, Patchwork-Familien und gleichgeschlechtliche Partnerschaften nicht nur gesellschaftliche Realität in Deutschland, sondern werden vom Staat auch rechtlich anerkannt.» Dieser Entwicklung werde mit dem neuen Lehrplan nun in der Schule Rechnung getragen.

“Bienchen und Blümchen-Aufklärung” mag unumstritten sein, wird aber der heutigen Realität wohl kaum gerecht. Foto: Pierre Guezingar / flickr (CC BY-SA 2.0)

Der neue Lehrplan war ohne Zustimmung des Landeselternbeirates in Kraft getreten. Das Gremium hatte vergeblich gefordert, anstelle von «Akzeptanz» sexueller Vielfalt «Toleranz» als Zielvorgabe in den Plan zu schreiben. Allerdings distanzierte sich der Landeselternbeirat zuletzt auch von Äußerungen des ultrakonservativen «Aktionsbündnisses Ehe und Familie», das eine «Frühsexualisierung der Kinder» befürchtet hatte.

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Die Gruppierung hat für 30. Oktober zu einer Demonstration unter dem Motto «Elternrecht achten – Indoktrinierende Sexualerziehung stoppen» in Wiesbaden angemeldet. Die Fraktionen von SPD, Linken und Grünen riefen zur Gegendemonstration auf. (dpa)

• zum Bericht: Streit um „Sexuelle Vielfalt“ bald auch in Hessen? Neuer Lehrplan sieht Akzeptanz von Schwulen und Lesben vor

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