HAMBURG. Trotz einer erstmals seit Wochen wieder unter 100 liegenden Corona-Inzidenz schränkt Hamburg den Betrieb seiner Kitas und Schulen weiter ein. Aus dem derzeit eingeschränkten Regelbetrieb werde eine erweiterte Notbetreuung, sagte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Mittwoch nach Beratungen des Senats zur Umsetzung der von Bund und Ländern vereinbarten Verlängerung und Verschärfung des Lockdowns bis zum 14. Februar.
Tschentscher nannte mehrere Kriterien, nach denen Eltern die Notbetreuung ab Montag in Anspruch nehmen können: einen dringenden Betreuungsbedarf des Kindes, eine Berufstätigkeit der Eltern in besonders wichtigen Bereichen, familiäre Gründe, individuelle Notfälle und Alleinerziehung. Einen Katalog von Berufen, die die Eltern für die Inanspruchnahme ausüben müssen, werde es nicht geben, sagte der Bürgermeister. Sozialstaatsrätin Petra Lotzkat erläuterte, dass Eltern auch etwa als Reinigungskräfte eine wichtigen Betrag zur Aufrechterhaltung der Infrastruktur leisten könnten.
Wann immer möglich, sollten die Eltern ihre Kinder zu Hause betreuen, betonte Tschentscher. Die Notbetreuung sei auf dringende Fälle begrenzt: «Es gibt schon eine Darlegungspflicht der Eltern.» Zugleich rief er die Väter und Mütter auf, vom erweiterten Krankentagegeld Gebrauch zu machen, um die Kinder zu Hause betreuen zu können, auch wenn diese nicht krank seien. Trotz der geltenden Kontaktbeschränkung auf eine Person außerhalb des eigenen Haushalts sei auch eine privat organisierte Kinderbetreuung in kleinen Gruppen weiterhin zulässig.
Bislang waren die Hamburger Kitas auch im sogenannten eingeschränkten Regelbetrieb für alle Kinder geöffnet. An die Eltern wurde lediglich appelliert, wann immer möglich, ihre Kinder zu Hause zu betreuen. Nach Angaben der Sozialbehörde wird aktuell noch rund die Hälfte der Kinder in die Kitas gebracht.
Auch bei den Schulen soll die Zahl der Schüler im Präsenzunterricht gedrückt werden. Künftig sollten auch dort nur noch Kinder und Jugendliche unterrichtet werden, bei denen ein Homeschooling nicht möglich ist. Laut Schulbehörde waren die Grundschulen zuletzt noch zu einem Viertel (24,6 Prozent) ausgelastet. Deutlich weniger Schüler besuchten demnach weiterführende Schulen.
Nur in Grundschulen habe die Auslastung in den letzten Wochen zugenommen, sagte Rabe. Dabei sei kein Schema zu erkennen, weder was die soziale noch die geografische Lage angehe. Einzelne Schulen wiesen einen Anstieg der Schülerzahlen auf und hier bestehe der Handlungsbedarf. «Wir gehen auf diese Schulen zu, die diese hohen Auslastungen haben», kündigte der Senator an. Rabe hatte sich monatelang gegen Einschränkungen im Kita- und Schulbetrieb gewehrt – mit dem Segen des Bürgermeisters: Noch Anfang Januar erklärte Tschentscher, er erwarte, „dass der Bund darlegt, auf welcher wissenschaftlichen Grundlage beziehungsweise Datengrundlage er eine weitere pauschale Schließung von Kitas und Schulen fordert“. News4teachers / mit Material der dpa
