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Schlechte Einstellungschancen für junge Gymnasiallehrer wegen G8?

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DÜSSELDORF. Erst kamen Klagen aus Bayern über schlechte Einstiegschancen für den Lehrernachwuchs insbesondere an Gymnasien. Jetzt herrscht unter Referendaren in Nordrhein-Westfalen Krisenstimmung: Für Gymnasiallehrer gebe es das zweite Jahr in Folge nur wenige freie Stellen, die nicht nur zur Vertretung ausgeschrieben seien, berichtet die „Rheinische Post“. Der Grund: G8 – es würden wegen der verkürzten Schulzeit weniger Gymnasiallehrer gebraucht.

Werden wegen G8 weniger Lehrer an den Gymnasien benötigt?. Foto: Luis Priboschek

Weil die Schülerzahl an den Gymnasien in NRW durch den doppelten Abiturjahrgang 2013 stark gesunken sei, gibt es dort einen Lehrer-Überschuss., so heißt es in dem Bericht. „In diesem Sommer und wohl auch noch im kommenden Jahr werden an den Gymnasien vor allem Stellen abgebaut”, sagt Michael Schulte, Geschäftsführer der Landesgruppe der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) dem Blatt zufolge. Neue Stellen würden nicht eingerichtet, frei werdende nur selten neu besetzt.

„Nach dem doppelten Abiturjahrgang gibt es um die 2000 Lehrerstellen, die nach dem Stellenkonzept überflüssig sind”, sagt Schulte laut Bericht. Daher seien nur etwa 300 Stellen für das neue Schuljahr ausgeschrieben worden. Mit der gleichen Anzahl rechne Schulte für den nächsten Einstellungstermin im Februar. Allein 3000 Lehrkräfte hätten die Studienseminare aber zum Sommer verlassen. Die meisten würden also zum Schuljahresbeginn keine feste Stelle haben. Vertretungsstellen, etwa für erkrankte Lehrer oder solche in Elternzeit, würden zwar regelmäßig ausgeschrieben, aber auch davon gebe es nicht genug für jeden neuen Lehrer. Das Schulministerium bestätigt die Zahlen der „Rheinischen Post“ zufolge nicht; erst Mitte August lasse sich genaueres sagen – und dann die Situation bewerten.

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In Bayern ist von drohender Arbeitslosigkeit allerdings auch der Nachwuchs anderer Schulformen betroffen. Von Seiten der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Junglehrer im BLLV (ABJ) heißt es zur Situation im Freistaat: „Rund 470 Grundschulkollegen stehen ab sofort auf der Straße. Für angehende Gymnasial- und Realschullehrer ist die Situation dramatisch.“ Verglichen mit der Gesamtzahl der Bewerber und im Hinblick auf die Situation in den Schulen seien die von der Landesregierung geplanten Einstellungen zu wenig. „Damit die erklärten Vorhaben der Politik – individuelle Förderung, Umsetzung der Inklusion und Ausbau des Ganztagesangebots – sinnvoll umgesetzt werden können, brauchen die Schulen aber dringend die jungen Lehrerinnen und Lehrer […]. Die Leidtragenden sind in erster Linie die Schülerinnen und Schüler“, sagt die ABJ-Vorsitzende Kerstin Polster. News4teachers

Zum Bericht: Tausende bayerische Junglehrer abgelehnt

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