DÜSSELDORF. Anders als die Kollegen in einigen anderen Ländern, will NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann am Turbo-Abitur festhalten. Für Schüler soll es allerdings spürbare Entlastungen geben. Trotzdem will eine Bürgerinitiative erreichen, dass das Thema im Landtag wieder auf die Tagesordnung kommt.
Die Landesregierung will zwar nach ihrer Grundsatzentscheidung am «Turbo-Abitur» in Nordrhein-Westfalen festhalten. Dennoch stemmt sich eine Bürgerinitiative nach wie vor gegen den Schulabschluss nach zwölf Jahren. Am Wochenende geht die Volksinitiative «G9 jetzt NRW» in den Endspurt. Nur wenn sie Anfang April mindestens 66.322 amtlich geprüfte Unterschriften deutscher Bürger nachweisen kann, muss der Düsseldorfer Landtag das Thema erneut auf seine Tagesordnung setzen.
Am Samstag sollen in den Fußgängerzonen über 10.000 noch fehlende Unterschriften gesammelt werden. Bislang sind nach Angaben der Organisatoren über 55.000 zusammengekommen (Stand Freitagmittag).
Die Initiative hält das kürzere Abitur für nicht kindgerecht. Aus ihrer Sicht werden Kinder gestresst und sowohl ihre Gesundheit als auch Lernerfolge gefährdet. Die rot-grüne Landesregierung hat Entlastung – unter anderem bei Hausaufgaben und Nachmittagsunterricht – versprochen.
Falls die Volksinitiative die Unterschriften zusammenbekommt, um ihr Anliegen auf die Landtagsagenda zu bringen, wäre damit noch kein Richtungswechsel möglich. Dies wäre über einen Volksentscheid zu erreichen. Da die Hürde in NRW sehr hoch ist, ist es dazu noch nie gekommen. (dpa)
zum Bericht: Löhrmann will schnelle Umsetzung der G8-Reform in NRW
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