ESSEN. Kinder und Jugendliche treiben zunehmend weniger Sport. Der dritte Deutsche Kinder- und Jugendsportbericht kommt zu dem Schluss, dass der Ausbau der Ganztagsbetreuung in Kitas und Schulen eine Mitschuld trägt.
Eine paradoxe Situation: Obwohl sich im Kinder- und Jugendsport immer vielfältigere Angebote und Sportszenen entwickeln, bewegen sich Heranwachsende heute weniger als in der Vergangenheit. Eine der wichtigsten Gründe dafür sind die längeren Schultage in Ganztageseinrichtungen sowie die verdichteten Zeiten des Lernens im auf acht Jahre verkürzten Gymnasium. Sportexperten befürchten, dass Kinder zu lange inaktiv sind und zu lange Sitzen. Vereine und Verbände müssten dafür sorgen, erfolgreiche Kooperationsmodelle zwischen Vereinen und Schulen bekanntzumachen. Spiel und Sport müssten verstärkt in den Einrichtungen verankert werden, heißt es in dem am Freitag in Essen vorgestellten Bericht.
In den letzten Jahren haben die Sportvereine ihre Monopolstellung als Sportanbieter verloren. Konkurrenz erwächst ihnen nicht nur durch die Ganztagsschule, sondern auch durch kommerzielle Anbieter. In vielen Orten entstehen jetzt neue Kooperationsformen zwischen Schulen und Vereinen. Rund 71 Prozent der Ganztagsschulen arbeiten bereits mit einem Partner aus dem Bereich Sport zusammen. Dabei entstehen neue Angebote, von denen die Heranwachsenden profitieren und die ihnen anderenfalls nicht zur Verfügung gestanden hätten, so der Bericht. nin
