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Hunderte Lehrer nutzen das “Meldeportal” der AfD – aber anders, als sich die Partei das vorstellt…

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HAMBURG. Die Hamburger AfD hat ein Beschwerdeportal für Schüler und Eltern eröffnet. Die werden aufgefordert, vermeintliche Verstöße gegen das für Lehrer geltende Neutralitätsgebot zu melden (News4teachers berichtete). „Hier werden Kinder zu Denunzianten gemacht“, so kritisiert die Hamburger Schulverwaltung zu der Aktion. Tatsächlich scheinen vor allem Lehrerinnen und Lehrer das Formular, das auch anonyme Meldungen erlaubt, zu nutzen – aber anders, als die AfD sich das vorgestellt hat. Die Seite wird offenbar mit satirischen Beiträgen geflutet.

Solche Posts erreichen die AfD in diesen Tagen massenhaft. Screenshot

Im Netz kursieren Dutzende von Aufrufen insbesondere an Lehrkräfte, die AfD-Seite mit dem Titel “Informationsportal Neutrale Schulen Hamburg” für eigene Kommentare zu nutzen – und augenscheinlich stößt die Anregung  auf viel Gegenliebe. Auf Facebook werden viele der ironischen Posts dokumentiert. Unter der Absender-Adresse „leckt@mich.de“ und dem Betreff „einen mitgeben“ heißt es beispielsweise: „Die Lehrerin meines Sohnes kauft im Netto heimlich Bier aus dem Ausland. Habe ich was gewonnen?“ Unter dem Betreff „Leerer“  steht zu lesen: „Her Brinhaus is fett und shwitzt und er qitscht absichtlich mit der Kreide. Der is voll gege mich.“ Einen ernsteren Hintergrund hat eine Mail mit dem Betreff: „Macht mal was sinnvolles“. Darin heißt es: „In Thüringen gibt’s einen Lehrer der faschistische Propaganda verbreitet. Björn, ne Bernd Höcke heißt der. Hat letztens auch an einer rechtsextremen Demo in Chemnitz teilgenommen.“

An Wilhelm Busch wird erinnert („Es ist ein Unding, wie Herr Lämpel mit unseren Söhnen Max und Moritz umgeht“), aber auch an das Grundgesetz: „Der Lehrer meiner Kinder lehrt sie jetzt das Grundgesetzt. Faselte was von ‚Die Würde des Menschen ist unantastbar‘. Linksradikal“.  „Der Achmed hat bei meinem Sohn Heinz-Günter abgeschrieben. Unternehmen Sie was!“, so werden die AfD-Funktionäre aufgefordert. Immer wieder wird ironisch-bitter auf die Verfolgungen in der Nazi-Zeit verwiesen. „Ich unterrichte Muslime“, so „bekennt“ eine Lehrerin und fragt: „Von wo fährt euer blauer Partybus in Richtung Lagerstelle für homosexuelle Humanisten?“ News4teachers

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Der Beitrag ruft zahlreiche Reaktionen auf der Facebook-Seite von News4teachers hervor.

Das „Meldeportal“ wird zum PR-GAU für die AfD: Immer mehr Lehrer machen sich über die Partei lustig – Tenor: Bloß nicht einschüchtern lassen!

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