LEIPZIG. Im sächsischen Landkreis Leipzig – einem Corona-Hotspot – hat das Gesundheitsamt offenbar vor der Pandemie kapituliert. Wie einem Bericht der Nachrichtenseite von t-online.de zu entnehmen ist, reagiert die Behörde angesichts der Häufung von Corona-Fällen (auch) in Kitas nicht mehr auf Ausbrüche in Bildungseinrichtungen: Es wird nicht mal mehr Quarantäne verhängt.
Ausgangspunkt ist ein einzelner Corona-Fall in der Kita „Waldknuffel“ in Markranstädt im Südwesten Leipzigs am Montag vergangener Woche, der ohne Konsequenzen blieb. Am Freitag hatten sich dann schon fünf der insgesamt 29 Fachkräfte der Kita angesteckt. Hinzu kämen mehrere infizierte Kinder, allein drei in einer einzigen Kitagruppe, wie eine Mutter berichte. In anderen Gruppen gebe es weitere Fälle.
Wie viele genau, sei zwar unklar, als sicher könne aber gelten: Es handelt sich um einen massiven Ausbruch.
Das zuständige Gesundheitsamt des Kreises sei, so schildere es die Kita-Leitung in einem Brief an die Eltern, zunächst nicht zu erreichen gewesen. Als jemand dann doch mal ans Telefon ging, habe es schlicht geheißen: „Durch das hohe Infektionsgeschehen werden keine Kinder und Kita-Fachkräfte zurzeit in Quarantäne geschickt und auch keine Quarantänebescheide ausgestellt.“
Auf Anfrage der Redaktion habe der Landkreis Leipzig dann mitgeteilt, aktuell seien vor Ort fast 20 Kitas von Corona-Infektionen betroffen. Das Gesundheitsamt schaffe die Bearbeitung von Infektionsfällen momentan erst zwei bis drei Tage nach Vorliegen der Testergebnisse – offenbar ist die Verwaltung der Meinung: Dann kann man’s auch gleich lassen. „Kapitulation“, so schlussfolgert t-online.de.
Im Landkreis liegt die Inzidenz unter den – in der Regel ungetesteten – Null- bis Vierjährigen liegt bei offiziell 380, unter den Fünf- bis 14-Jährigen bei 2.659. News4teachers
