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Schwarzer Peter – ein Kommentar zum VBE-Vorstoß, Eltern stärker in die Pflicht zu nehmen

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Von News4teachers-Herausgeber Andrej Priboschek.

Der Bildungsjournalist Andrej Priboschek. Foto: Tina Umlauf

Es wirkt ein bisschen wie Schwarzer Peter. Die Politik schiebt die Verantwortung an die Lehrer, die Lehrer schieben sie an die Eltern, die Eltern an die Schulen – und die wieder zurück an die Politik. Und ändern tut sich wenig.  Kein Wunder: Die Diagnose, dass sich Erziehungsprobleme häufen, mag richtig sein. Der schlichte Appell an Väter und Mütter, erzieht doch mal besser, ist es nicht. Der VBE-Vorstoß greift zu kurz.

VBE: Schul- und Verwaltungsreformen schön und gut, aber: Setzt endlich auch bei Eltern an, liebe Politiker!

Viele Familien in Deutschland agieren Tag für Tag am Rande ihrer Möglichkeiten. Doppelverdiener (aus materieller Notwendigkeit, nicht aus Spaß), Alleinerziehende oder urbane Kleinfamilien ohne stützendes Beziehungsgeflecht (Großeltern!) – das sind diejenigen, von denen hier die Rede ist und denen man damit mal eben zuruft: Erzieht doch einfach besser!  Wenn Sie’s nur könnten …

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Auch Lernstörungen, ADS und ADHS, ein Überangebot von Bildschirm-Medien, steigende Scheidungszahlen und eine kinderfeindliche Umwelt (Straßenverkehr!) lassen sich nicht mit einem saloppen: „Macht’s mal gefälligst besser!“ aus der Welt schaffen. Übrigens auch nicht in Richtung der Lehrerinnen und Lehrer: Die sind ebenfalls damit überfordert, da hat der VBE schon recht, gravierende Erziehungsprobleme im Vorbeigehen zu lösen.

(K)eine Frage des Geldes

Was also ist zu tun? Eigentlich liegt die Lösung auf der Hand: Erziehen in schwierigen Fällen (also in genau denen, die den Unterricht immer wieder belasten) ist eine Aufgabe für Spezialisten. Also holt doch solche Spezialisten in die Schulen: Schulpsychologen, Sozialpädagogen, Erzieher, Therapeuten, Schulkrankenpfleger – Lehrerinnen und Lehrer benötigen ein Unterstützungssystem von Vertretern solcher Professionen vor Ort, das ihnen anspruchsvolle erzieherische, medizinische und sonderpädagogische Aufgaben abnimmt. Die Lehrkräfte können sich dann auf das konzentrieren, wozu sie vor allem da sind: unterrichten nämlich.

Eine Frage des Geldes ist das eher nicht, denn einerseits existieren diese Spezialistendienste ja durchaus schon (und werden häufig zum Beispiel von Jugendämtern oder Krankenkassen bezahlt), nur eben meist nicht in Schulen. Andererseits gibt’s derzeit ja reichlich freie Lehrerstellen, die die Länder kaum besetzt bekommen, weil der Arbeitsmarkt für Lehrkräfte leergefegt  ist. Die Mittel sind also vorhanden,  zumal auch die Steuereinnahmen derzeit sprudeln wie noch nie.

Das wäre die Chance: Liebe Bildungspolitiker, schafft endlich eine multiprofessionelle Schule! Ein Krankenhaus besteht doch auch nicht aus Ärzten allein.

Zum Beitrag: VBE – Schul- und Verwaltungsreformen schön und gut – aber: Setzt endlich auch bei den Eltern an, liebe Politiker!

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