BERLIN. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat ein 20-Millionen-Euro-Projekt gegen Mobbing an Schulen angekündigt und will damit gleichzeitig die Integration fördern.
«Wir gehen nun das Thema Mobbing an, an vielen Schulen in Deutschland ein Riesenproblem», sagte die SPD-Politikerin der «Welt am Sonntag». Zum kommenden Schuljahr sollen demnach 170 zusätzliche Anti-Mobbing-Profis an Schulen mit Problemen gehen «und den Lehrern den Rücken stärken».
«Das ist für mich auch ein Beitrag zur Integration», so die Ministerin. Die Experten sollen demnach vor allem über Jugendmigrationsdienste gesucht werden. «Es geht darum, Frauen und Männer zu finden, die in der Jugendsozialarbeit ausgebildet sind, oft selbst einen Migrationshintergrund haben und sich sehr für diese Aufgabe interessieren.»
Das Motto «Integration durch Normalität» sei Grundsatz ihrer Integrationspolitik, sagte Giffey. «Ich halte nichts davon, immer neue Projekte mit einer Fokussierung auf bestimmte Gruppen aufzusetzen – in der Erwartung, dadurch gelinge Integration. Bilderbuch-Kino nur für Roma-Kinder, Anti-Aggressionstraining nur für türkischstämmige Jugendliche oder Berufsorientierung nur für arabische Frauen mit komplexer Profillage – das bringt alles nichts.» (dpa)
Projekte gegen Mobbing an Grundschulen starten mit prominenter Unterstützung
