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Woidke kündigt weite Schulöffnungen an – bei Inzidenz unter 50

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POTSDAM. Brandenburg unternimmt angesichts schnell sinkender Corona-Zahlen große Schritte in Richtung Normalität. Von Schulen über Hotels und Gaststätten bis zum Freizeitsport sind weitreichende Lockerungen beschlossen oder in Vorbereitung. Die Eindämmung der Pandemie gelinge, sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Dienstag. Anders als im vergangenen Frühjahr gebe es nun Impfungen und bessere Möglichkeiten zur Kontaktnachverfolgung. «Deswegen können wir ein bisschen mutiger sein.» Kritik kam vom Pädagogenverband.

“Ein bisschen mutiger sein”: Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Foto: Landesregierung Brandenburg

Folgendes hatte das Kabinett nach Regierungsangaben zuvor besprochen: Am Montag (31. Mai) kehren die Grundschulen nach dem Kabinettsbeschluss vollständig wieder in den Präsenzunterricht zurück, eine Woche später die weiterführenden Schulen (7. Juni). Voraussetzung dafür ist ein Wert von weniger als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen in dem Landkreis, und zwar an drei Tagen in Folge. Dies war nach Woidkes Angaben am Dienstag in zwei Dritteln der Kreise und kreisfreien Städte der Fall. Die Maskenpflicht drinnen und draußen bleibt bestehen, auch die Testpflicht. Ohne Nachweis gibt es Distanzunterricht.

Nun können Brandenburger Schüler auch wieder zu Wandertagen oder Exkursionen aufbrechen. Mehrtägige Schulfahrten sind aber noch nicht gestattet. Auch Horte öffnen wieder. Während der Sommerferien soll es einen Ferienbetrieb mit Lernangeboten geben. Am 1. Juni gehen Kitas wieder in den uneingeschränkten Regelbetrieb.

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«Mit der Öffnung riskiert die Landesregierung die Gesundheit der nicht vollständig geimpften Lehrer und der noch nicht geimpften Schüler»

Lehrer- und Schülervertreter kritisierten den Beschluss. «Mit der Öffnung riskiert die Landesregierung die Gesundheit der nicht vollständig geimpften Lehrer und der noch nicht geimpften Schüler», kritisierte der Pädagogenverband Brandenburg. Zudem sei nicht sicher, ob durch die Öffnung die Zahl der Corona-Fälle wieder zunehme. Damit werde dann auch der Urlaub von Familien gefährdet. «Man hätte mit dem Wechselunterricht das Schuljahr auslaufen lassen können, das wäre die goldene Mitte gewesen», sagte Präsident Hartmut Stäker.

Er verstehe den Schritt, Schülern wieder sozialen Kontakt ermöglichen zu wollen, da viele psychisch belastet seien durch die Pandemie. Der geregelte Tagesablauf fehle. Zudem könnten Lehrer punktuell noch gravierende Lernrückstände der Schüler ausmachen und Eltern Empfehlungen geben. Doch ohne vollständigen Schutz vor dem Coronavirus steige das Ansteckungsrisiko an den Schulen.  Ähnlich äußerte sich der Landesschülerrat. Offen ist, wann Schüler geimpft werden können. Dafür werde es anders als angekündigt keinen zusätzlichen Impfstoff vom Bund geben, sagte Woidke. dpa

Sorge vor Jojo-Effekt: Bei Kindern und Jugendlichen sinken die Infektionszahlen – gehen die mit den Schulöffnungen wieder rauf?

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