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Mehr Geld statt Ruhestand – Bildungsministerium lockt ältere Lehrkräfte mit Bonus

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POTSDAM. Der Lehrkräftemangel setzt die Bundesländer weiter unter Druck. Zum Schuljahresstart fehlten beispielsweise in Brandenburg zuletzt laut Bildungsministerium 500 Lehrerinnen und Lehrer (News4teachers berichtete). Den Personalmangel will das Land zukünftig mithilfe finanzieller Boni eindämmen – und bietet etwa Pädagog:innen vor dem Ruhestand Zulagen von bis zu 900 Euro monatlich.

Bis zu 900 Euro monatlich erwartet Lehrkräfte in Brandenburg ab kommendem Schuljahr, wenn sie länger im Schuldienst verbleiben, statt in den Ruhestand zu wechseln. Foto: Shutterstock/Roman Samborskyi

Das Land Brandenburg will älteren Lehrkräften „attraktive Alternativen zum Ruhestand bieten“, und zahlt ihnen daher künftig finanzielle Zulagen, wenn sie weiter unterrichten. Das Bildungsministerium in Potsdam und der Hauptpersonalrat schlossen dazu am Montag eine Dienstvereinbarung. Damit soll ab dem Schuljahr 2024/2025 angesichts des Lehrkräftemangels mehr Unterricht möglich werden. Lehrkräfte sollen mit Zulagen von bis zu 10.800 Euro jährlich länger gebunden werden. «Die Dienstvereinbarung ist ein zentraler Baustein, mit dem wir den großen Erfahrungsschatz lebensälterer Lehrkräfte wertschätzen und Unterricht in Brandenburg besser absichern wollen. Es kommt auf jede Stunde an», sagte Bildungsminister Steffen Freiberg (SPD) laut Mitteilung des Bildungsministeriums.

Gestaffelte Zulage

Die Dienstvereinbarung richtet sich an alle Lehrkräfte, die geplant haben, vorzeitig in den Ruhestand zu wechseln, oder die absehbar die Regelaltersgrenze erreichen – und zwar gleichermaßen für verbeamtete wie angestellte Lehrkräfte. Voraussetzung für die Zulagen ist, dass Lehrkräfte ihren jeweiligen Antrag auf Versetzung in den Ruhestand oder ihr angekündigtes Ausscheiden für mindestens ein halbes Schuljahr zurückziehen. Die monatlich zusätzlich ausgezahlte Summe steigt laut Ministerium mit der Zeitspanne, in der eine Lehrkraft länger im Schuldienst verbleibt: 700 Euro für das erste und zweite Schulhalbjahr, 800 Euro für das dritte und vierte Schulhalbjahr sowie 900 Euro ab dem fünften Schulhalbjahr in Vollzeitbeschäftigung. Wer den Wechsel in die reguläre Rente oder Pension hinausschiebt, erhält ab Erreichen der Regelaltersgrenze zusätzlich 900 Euro monatlich für das weitere Unterrichten.

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Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bezeichnete das Vorgehen als eine tragfähige Lösung für die schwierige Personalsituation an den Schulen. «Jede gewonnene Unterrichtsstunde hilft den Schulen», so Günther Fuchs, Vorsitzender der GEW Brandenburg. Zugleich sei es allerdings wichtig, zeitnah weitere Maßnahmen zur Entlastung der Schulen und der Lehrkräfte zu vereinbaren.

Verbesserte Hinzuverdienstmöglichkeiten

Über diese Dienstvereinbarung hinaus lockt das Land Brandenburg auch Lehrkräfte, die sich bereits im Ruhestand befinden, in den Schuldienst zurückzukehren, und aktive Pädagog:innen, mehr zu unterrichten. Dabei sollen nach eigenen Angaben verbesserte Hinzuverdienstmöglichkeiten helfen: Ab dem 1. August 2024 werden demnach

Die Regelung gilt laut Bildungsministerium zunächst bis zum 31. Dezember 2030. Gleichzeitig habe die Landesregierung zugesichert, die Unterrichtsverpflichtung für Lehrkräfte bis zum 30. Juni 2025 nicht zu verändern. News4teachers / mit Material der dpa

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