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Trotz Attest wollen Lehrer “auf eigenen Wunsch” Präsenzunterricht erteilen

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DRESDEN. In Sachsen lassen sich in der Corona-Krise nur wenige Lehrer mit einem Attest vom Unterricht befreien. Zu Beginn des neuen Schuljahres haben lediglich 668 von mehr als 33.000 Lehrern ein entsprechendes Attest vorgelegt, teilte das Kultusministerium am Mittwoch nach einer vorläufigen Erhebung des Landesamtes für Schule und Bildung ‎mit. Trotz Attest wollten aber 338 Lehrer “auf eigenen Wunsch” Präsenzunterricht erteilen, so heißt es. Damit fehlt etwa ein Prozent der Pädagogen im Unterricht.

Ältere Lehrkräfte gehören per se nicht zu einer anerkannten Corona-Risikogruppe (Symbolfoto). Foto: Shutterstock

Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) sprach von einem bemerkenswerten Signal. «Das ist ein deutliches Bekenntnis der Lehrerinnen und Lehrer, selbst unter Pandemiebedingungen ihre ‎Schüler an der Schule unterrichten zu wollen», so der CDU-Politiker.

Lehrer mit Risikoerkrankungen können sich wegen der Corona-Krise mit einem Attest vom Unterricht befreien lassen. Dazu zählen etwa chronische Lungenerkrankungen, aber auch Diabetes, Leber-, Nieren- oder Krebserkrankungen. Lehrer mit einem entsprechenden Attest übernehmen dann andere Aufgaben – etwa Unterrichtsvorbereitung und Korrekturarbeiten.

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GEW: Restriktives Vorgehen gegen Lehrer aus Risikogruppen

GEW-Bundesvorstand Ilka Hoffmann hatte allerdings erklärt, die Gewerkschaft beobachte bei den betriebsärztlichen Begutachtungen in vielen Bundesländern eine sehr restriktive Vorgehensweise. „Bei einer weniger strengen Handhabung würden einfach zu viele Lehrer fehlen.“ Sie sehe eine große Verunsicherung. „Der Arbeits- und Gesundheitsschutz kommt viel zu kurz. Das ist eine Verletzung der Fürsorgepflicht. Die Gesundheit der Lehrkräfte ist den Behörden weitgehend egal.“ dpa

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