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Neue KMK-Prognose: Schülerzahl in Deutschland steigt um fast eine Million

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An den Schulen in Deutschland werden nach Berechnungen der Bundesländer Mitte der 2030er Jahre voraussichtlich knapp eine Million Schüler mehr unterrichtet als heute. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler könnte demnach von derzeit etwa 10,8 Millionen auf 11,7 Millionen im Jahr 2035 ansteigen. Die Prognose legte die Kultusministerkonferenz (KMK) am Freitag vor. Begründet wird die Entwicklung mit «zuletzt stetig angestiegenen Geburtenzahlen» und der Zuwanderung. Der VBE warnt vor einem «Jahrzehnt der Notversorgung».

Es geht aufwärts – mit den Schülerzahlen jedenfalls. Illustration: Shutterstock

Die Vorausberechnungen werden regelmäßig aktualisiert und von der KMK veröffentlicht. Sie sind Grundlage für Berechnungen zur Entwicklung des Lehrkräftebedarfs. Steigende Schülerzahlen werden immer wieder als eine der Ursachen für den Lehrermangel genannt. Im Vergleich zur letzten Prognose fällt der erwartete Anstieg der Schülerzahl geringfügig kleiner aus.

Der aktuellen Prognose zufolge wird besonders in den Stadtstaaten mit einem starken Anstieg der Schülerzahl gerechnet. Sie wachse «erheblich» um 11,7 Prozent, heißt es. Auch im Westen des Landes wird ein starker Anstieg von 10,2 Prozent erwartet. In den ostdeutschen Bundesländern könnte es dagegen nach einem Anstieg bis Ende dieses Jahrzehnts einen leichten Rückgang der Schülerzahlen im Vergleich zu heute geben.

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Mit steigenden Schülerzahlen steigt auch die Zahl der Abgänger und Absolventen, was in Zeiten des Nachwuchsmangels in vielen Branchen zumindest langfristig etwas Entspannung bringen könnte. An allgemeinbildenden Schulen wird demnach mit einem Anstieg der Abgänger- und Absolventenzahlen von heute 771.000 auf 863.000 und an beruflichen Schulen von 924.000 auf 957.000 gerechnet. Die Zahl der Absolventen mit Fachhochschul- oder Hochschulreife könnte von 397.000 auf 448.000 ansteigen.

“Die Politik ist jetzt in der Pflicht, schnellstmöglich geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die erwartbare Lücke zu schließen”

Der VBE sieht sich durch die neuen KMK-Zahlen bestätigt. „Mit der neuen Prognose bestätigt die KMK die Berechnungsgrundlage auf der Professor Klaus Klemm im Auftrag des VBE bereits im Frühjahr den zu erwartenden Lehrkräftemangel für das Jahr 2035 berechnet hat. Demnach werden dem Bildungssystem im Jahr 2035 knapp 160.000 Lehrkräfte fehlen, wenn die bereits beschlossenen pädagogischen Reformmaßnahmen Ganztag, Inklusion und Unterstützung von Kindern in herausfordernden sozialen Lagen umgesetzt werden”, sagt VBE-Bundesvorsitzender Udo Beckmann. News4teachers hatte über Klemms Gutachten berichtet.

Der VBE-Chef mahnt: “Die bereits zu Beginn dieses Schuljahres sichtbare personelle Unterversorgung der Schulen in einem bisher nicht gekannten Ausmaß und der durch die KMK bestätigte Schüler:innenzuwachs zeigt den Ernst der Lage und dass die Zeit des Schönrechnens nun endgültig vorbei ist. Die Politik ist jetzt in der Pflicht, schnellstmöglich geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die erwartbare Lücke zu schließen. Hierzu gehören unter anderem langfristige Maßnahmen, wie eine bundesweite Fachkräfteoffensive bei gleichzeitiger Erhöhung der Studienkapazitäten und Verbesserung der Studienbedingungen zur Reduzierung der Abbruchquoten. Ebenso muss eine kurzfristige Entlastung der im System befindlichen Lehrkräfte, beispielsweise durch den Einsatz multiprofessioneller Teams erfolgen. Andernfalls wird aus dem angekündigten Jahrzehnt der Bildungschancen ein Jahrzehnt der Notversorgung.“ News4teachers / mit Material der dpa

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