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Prien behauptet: Luftfilter können schädlich sein – fördert sie aber trotzdem

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Die Landesregierung von Schleswig-Holstein hat am Dienstag den Einsatz von Luftfiltern mithilfe von Bundes- und Landesgeld auf den Weg gebracht. 6,8 Millionen Euro kommen vom Bund, jeweils 3,5 Millionen vom Land und von den Trägern. Der Finanzausschuss des Landtages muss noch zustimmen.

Fördert Luftfilter, redet ihren Nutzen aber klein: Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien. Foto: Frank Peter / Staatskanzlei Schleswig-Holstein

Die mobilen Luftfilteranlagen sind in Schleswig-Holstein zum Schutz vor dem Coronavirus für Räume vorgesehen, die nach den Kriterien des Umweltbundesamtes nur schlecht oder nicht belüftet werden können – die also nach denselben Kriterien für den Unterricht überhaupt nicht genutzt werden sollten, wie News4teachers berichtet. Beantragt werden können die Mittel für Geräte, die seit dem 1. Mai beschafft wurden. Das benachbarte Hamburg hat hingegen angekündigt, sämtliche Klassenräume bis zum Herbst mit mobilen Luftfiltern auszustatten. News4teachers berichtet auch darüber.

Fördert Schleswig-Holstein die Geräte nur, weil der öffentliche Druck so groß ist? Besonders große Lust auf das Förderprogramm zeigt Bildungsministerin Karin Prien (CDU) jedenfalls nicht: Luftfilteranlagen seien kein Allheilmittel der Pandemiebekämpfung, befand sie. «Mobile Luftfilter sind im besten Fall ein weiterer Baustein in Kombination mit anderen Hygienemaßnahmen und sie ersetzen auf keinen Fall das regelmäßige Lüften.» Falsch eingesetzt könnten sie sogar schädlich sein. Was genau sie damit meint, erläuterte Prien nicht.

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„Wenn Sie einen Föhn bedienen können, gelingt Ihnen das mit einem mobilen Luftfilter auch“

Besondere Kenntnisse beim Aufstellen, beim Betrieb oder bei der Wartung der mobilen Luftfilter seien nicht nötig, sagt hingegen Prof. Christian J. Kähler, Leiter des Instituts für Strömungsmechanik und Aerodynamik der Universität der Bundeswehr München, im Gespräch mit News4teachers. „Wenn Sie einen Föhn bedienen können, gelingt Ihnen das damit auch“, sagt er: Stecker in die Steckdose, Volumenstrom je nach Raumgröße einstellen, Startknopf drücken – läuft.

Prien stellt zudem einen Abbau der Schutzmaßnahmen an Schulen in Aussicht: Mittelfristig müsse jetzt darüber diskutiert werden, in welchen Schritten nach der sicheren Rückkehr aus den Herbstferien Lockerungen der Maskenpflicht und eine Anpassung der Teststrategie möglich seien, sagte die Ministerin. Bisher gilt in Innenräumen der Schulen Maskenpflicht. News4teachers / mit Material der dpa

Staatliche Desinformation: Wie Schulträger und Umweltbundesamt das Märchen „Luftfilter bringen nicht viel“ in die Welt setzen

 

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