Luftfilter-Skandal, nächste Runde: Sitzen Zehntausende Schüler und Lehrer in Klassenräumen, die gar nicht genutzt werden dürfen?

28

DÜSSELDORF. Neue Runde im Luftfilter-Skandal: „Die Mehrheit“ der Schulen in NRW ist bei der Lüftung zum Schutz gegen das Coronavirus gut aufgestellt – behauptet das Bundesumweltamt (UBA). „Nur“ 15 bis 25 Prozent könnten derzeit „nicht so belüftet werden, dass Viren durch das Öffnen der Fenster abtransportiert“ würden, sagte UBA-Direktor Heinz-Jörn Moriske am Dienstag in Düsseldorf. „Nur“ 15 bis 25 Prozent? Das lässt sich auch andersherum lesen: Anderthalb Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie werden allein in Nordrhein-Westfalen noch immer bis zu 500.000 Schülerinnen und Schüler in Räumen unterrichtet, die den Vorgaben der KMK zum Gesundheitsschutz nicht entsprechen.

Schulfenster lassen sich nicht immer vollständig öffnen – das ist in der Corona-Pandemie ein Problem. Foto: Shutterstock

Bereits im vergangenen Herbst hatte das Umweltbundesamt (UBA) für die Kultusministerkonferenz (KMK) eine Handreichung zum richtigen Lüften in Schulen erarbeitet, die dann im Oktober vorgestellt wurde. Darin, so heißt es, geben „die Expertinnen und Experten für Innenraumlufthygiene des UBA“ Empfehlungen, wie sich mit richtigem Lüften in Schulen das Risiko reduzieren lasse, sich mit dem neuartigen Coronavirus zu infizieren. „Kern unserer Empfehlung ist, Klassenräume regelmäßig alle 20 Minuten für etwa fünf Minuten bei weit geöffneten Fenstern zu lüften“, so erklärte UBA-Präsident Dirk Messner seinerzeit.

Notwendig sei es, stoßzulüften – also alle Fenster weit zu öffnen. Nur ein Fenster teilweise zu öffnen oder die Fenster zu kippen, reiche nicht aus. „Können Räume nicht gelüftet werden, sind die Räume aus innenraumhygienischer Sicht nicht für den Unterricht geeignet“, heißt es in der Handreichung, die auch in Nordrhein-Westfalen für die Schulen verbindlich ist.

„Kann eine jederzeitige wirksame Belüftung nicht gewährleistet werden, kommen solche Räume (…) nicht in Betracht“

Auf der Homepage des Schulministeriums Nordrhein-Westfalen steht dann auch (mit Datum vom 15. März 2021) entsprechend zu lesen: „Kann eine jederzeitige wirksame Belüftung nicht gewährleistet werden, kommen solche Räume für den regelmäßigen Aufenthalt von mehreren Personen nicht in Betracht.“

Kommen sie offenbar doch: Auf 15 bis 25 Prozent schätzt das UBA den Anteil der Schulen mit nicht ausreichend zu lüftenden Klassenräumen im Land. Für diese könnten Luftreiniger Abhilfe schaffen, die etwa mit hocheffizienten Filtern arbeiteten, erklärte nun Moriske. Sinnvoll seien auch geräuscharme, sogenannte UVG-Geräte, die Viren in der Luft «biologisch inaktivieren». Dass das UBA über ein Jahr lang mobile Luftfilter in Schulen für unnötig erklärt hatte – und damit den Ländern und den Kommunen ein Alibi fürs Nichtstun lieferte, wie News4teachers berichtet –, ist Moriske keine Erwähnung wert.

Pikant ist in diesem Zusammenhang die Begründung der NRW-Landesregierung für ein neues Förderprogramm, mit dem sie (zur Hällfte aus Bundesmitteln) die Anschaffung von Luftfiltern für Kitas und Schulen mitfinanziert. „Mit diesen Mitteln können gezielt Räumlichkeiten mit mobilen Luftfilteranlagen ausgestattet werden, die nur über eine eingeschränkte Lüftungsmöglichkeit (keine sog. Raumlufttechnische Anlage vorhanden, Fenster nur kippbar oder Lüftungsklappen mit minimalem Querschnitt) verfügen“, wie es auf der Seite des Schulministeriums heißt – Räume also, die es nach den eigenen Vorgaben gar mehr geben dürfte.

Wenn das tatsächlich jede sechste oder sogar jede vierte Schule im Land betrifft, wie nun das UBA schätzt, dann wurden bislang (bei 2,1 Millionen Schülerinnen und Schülern in NRW) bis zu eine halbe Million Kinder und Jugendliche sowie ihre Lehrkräfte wissentlich einem besonderen Risiko einer Corona-Infektion ausgesetzt. Auf die Ansteckungsgefahr in einem Klassenraum ohne ausreichende Lüftung weist das UBA selbst hin. „Wegen des vergleichsweise geringen Luftvolumens im Klassenzimmer mit vielen anwesenden Schülerinnen und Schülern ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich infektiöse Partikel im Raum anreichern, vergleichsweise hoch“, so erklärt es in seiner Handreichung.

„Die allermeisten haben keine Probleme zurückgemeldet. Schulen sind sichere Orte für unsere Kinder“

NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) behauptete noch unlängst: Das Schulministerium habe alle Schulen abgefragt, ob es Lüftungsprobleme gebe, und: «Die allermeisten haben keine Probleme zurückgemeldet. Schulen sind sichere Orte für unsere Kinder.» Tatsächlich hatte die Landesregierung im vergangenen Herbst von den Schulträgern wissen wollen, wie viele Klassenräume sich mangels zu öffnender Fenster nicht belüften lassen – die Zahl der gemeldeten Fälle sei gering gewesen, so Scharrenbach. Eine Kontrolle der Angaben fand offenbar nie statt.

Warum stellt das Land aber nun plötzlich, nachdem der Bund ein entsprechendes Programm aufgelegt hat, 90,4 Millionen Euro „für mobile Luftfiltergeräte sowie für einfache bauliche Instandsetzungs- oder Umrüstmaßnahmen an Fensteranlagen einschließlich einfacher Zu- und Abluftanlagen“ zur Verfügung, obwohl es doch angeblich gar keine Räume mit entsprechendem Ausstattungs- oder Renovierungsbedarf gibt? Dieser Widerspruch bleibt unaufgelöst.

„Die Rahmenbedingungen für bestmöglichen Unterricht sind gegeben“ – meinen die Schulträger

Die Schulträger ficht das alles nicht an. Sie zeigen nach wie vor wenig Lust, in Luftfilter zu investieren, und sei es auch nur den Eigenanteil zu bezahlen, den die Förderprogramme von Bund und Land vorsehen. Der Präsident des Städte- und Gemeindebunds, Eckhard Ruthemeyer (CDU), befindet entgegen den Empfehlungen aller Wissenschaftler, die den Einsatz mobiler Luftfilter in Schulen untersucht haben, eine flächendeckende Ausstattung mit den Geräten sei nicht zwingend nötig. Es brauche solche Anlagen nur, wo das «deutlich wirksamere Fensteröffnen» nicht möglich sei. Alles in allem gelte: Die Rahmenbedingungen für «bestmöglichen Unterricht» seien gegeben.

Der Vorsitzende des Städtetags NRW, der Bielefelder Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD), meint generös in Richtung von Eltern- und Lehrerverbänden, die Bedeutung von Lüftungsanlagen solle nicht überbewertet werden. Es seien lediglich «Hilfskrücken». Aber für was eigentlich – wenn es die Räume, die damit sinnvoll ausgestattet werden könnten, doch ohnehin nicht gibt?

Ein Verdacht drängt sich auf: Offenbar wussten Land und Kommunen die ganze Zeit, dass es sehr wohl einen nennenswerten Anteil von Unterrichtsräumen gibt, in denen ein besonders hohes Infektionsrisiko besteht, weil sie die Anforderungen von KMK und Schulministerium nicht erfüllen. Die verantwortlichen Politiker haben nichts dagegen unternommen – und damit Ansteckungen von Schülern und Lehrern in Kauf genommen. News4teachers / mit Material der dpa

Warum es wichtig ist, Kitas und Schulen mit mobilen Luftfiltern auszustatten: Aerosol-Forscher bringen Positionspapier heraus

 

 

 

Anzeige


28 KOMMENTARE

  1. In der Broschüre „Besser lernen in guter Luft – Anforderungen an Lüftungskonzeptionen in Bildungseinrichtungen“ empfiehlt der Arbeitskreis Lüftung am Umweltbundesamt schon 2018:

    „Fensterlüften allein reicht nicht aus, um gute Innenraumluftqualität sowie ein behagliches Innenraumklima zu gewährleisten.“ Zweitausendachtzehn!

  2. Ich finde es super, dass Ihr, liebe @Redaktion, einfach nicht locker lasst zum Thema „sichere“ Schulen, insbesondere zum Thema „Luftfilter“!
    Dass Ihr den Verantwortlichen hartnäckig und deutlich die Unsinnigkeit ihrer eigenen Argumente und deren Widersprüchlichkeit vor Augen führt und sie selbst damit sozusagen „vorführt“.
    Große Klasse!

  3. Die Inspektion kommt vorbei, sie schreibt einen Bericht, in dem steht, dass der Schulträger verantwortlich ist für bestimmte Maßnahmen. Das ist aber nur eine Feststellung, mehr nicht.

    Der Landesbeauftragte für Arbeitssicherheit kommt vorbei. Er schreibt einen Bericht. Er empfiehlt bestimmte Maßnahmen. Das ist aber nur eine Empfehlung, denn das Land ist für die Umsetzung nicht zuständig und dem Schulträger gegenüber nicht weisungsberechtigt. Die Mängel sind bekannt, die Verantwortung trägt weiter die SL, nichts passiert.
    Ach, doch, der Beauftragte für Arbeitssicherheit des Schulträgers kommt vorbei. Er stellt die Mängel in Abrede, Fluchtwege sind wie sie sind, Türen können auch schmal sein, über Lüftung macht er sich keine Gedanken. Er schreibt einen Bericht und der Schulträger setzt einen Haken daran.

    Solange man sich nicht gemeinsam verantwortlich sieht, sondern Aufgabe und Finanzierung immer anderen zuschieben kann, wird sich nichts ändern.

    Passiert etwas, stehen die Mängel in den Berichten, aber nach Floriansprinzip trifft es ja immer die anderen.

      • Thx.
        Die weinende Ärztin (I can’t do this) tat mir unendlich leid.

        Allen Krankenhauspersonal ein grosses Danke für Euren Einsatz, der an Grenzen führt.

        Und die weit offenen Schulen sorgen für weiteren Nachschub. Sehenden Auges. Das tut mir noch mehr leid.

      • Aber wir können die US nicht mit Deutschland vergleichen, denn dort spricht man Englisch und bei uns Deutsch, die Sprache der Dichter und Denker.
        Und in den US gibt es eigentlich nur 2 Parteien.
        Und 50 Bundesländer.
        Und überhaupt !!!!!
        Und dort regiert Joe Biden……
        Und die Leute sind dicker… .
        Also, kein Grund zur Sorge!

  4. „Können Räume nicht gelüftet werden, sind die Räume aus innenraumhygienischer Sicht nicht für den Unterricht geeignet“

    Dieser Satz gilt übrigens auch OHNE Corona! Ich frage mich, wie man auf die Idee kommt, viele Menschen über längere Zeit in solche Räume zu stecken.

    Diese Räume müssten mit sofortiger Wirkung für die weitere Benutzung gesperrt werden und die Verantwortlichen bestraft werden.

    • Aus Gründen des Unfallschutzes und des Klimaschutzes (Energieeinsparung) sind im Zuge der energetischen Sanierung in den letzten Jahren vielfach Lamellenfenster eingesetzt worden. Deren Lüftungsquerschnitt führt dazu, dass diese Räume unter den geltenden Bedingungen während der Pandemie unzureichend sind, um den geforderten Luftaustausch zu ermöglichen.

      • Wenn man das mal nach denm gängigen Normen für Lüftung an Arbeitsplätzen nachrechnet, wird man zu dem Ergebnis kommen, dass es auch ohne Corona nicht ausreicht, um den geforderten Luftdurchsatz zu erreichen.

        Klimaschutz kann man mit einer maschinellen Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung problemlos erreichen. Die Energieeinsparung gegenüber normgerechter Fensterlüftung ist enorm. In unserem EFH konnten wir alleine durch die WRG die Heizung deutlich kleiner dimensionieren (6 KW statt 10 KW) und es friert niemand. In einem Schulgebäude ist das Einsparpotential noch viel größer und man würde zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Geringeres Infektionsrisiko und deutliche Energieeinsparung für den Klimaschutz.

  5. Wer oder was reitet den Städtetag Luftfiltergeräte als Krücken zu bezeichnen und Lüften als überlegen?

    Mit voller Absicht und entgegen besseren Wissens Kinder durchsuchen zu wollen ist ein Verbrechen.

    Mit seinen verheerenden Ansichten infiziert der Städtetag seit einem Jahr Städte, Gemeinden und Landesregierungen.

    • Die Sicht des Städtetages kann ich nur ausdrücklich unterstützen. Die Luftreiniger sind aus der Not geborene Hilfsmittel. Besser wäre eine klimatechnische Sanierung der Schulgebäude mit entsprechenden Lüftungs- und Klimaanlagen und zentraler Luftreinigung durch HEPA-Filter oder UV-Bestrahlung. Im Normalfall – in der wärmeren Jahreszeit – sind die Unterrichtsräume schon unzureichend belüftet und ggf. vorhandene CO2-Warner spingen bei voll belegter Klasse in regelmäßigen Abständen an.
      Die Gebäudetechnik im Schulbereich ist weit hinter dem Stand der Technik. Bürogebäude mit vergleichbarem, fehlenden Ausstattungsstandard dürften von privaten Unternehmen gem. Betriebsstättenverordnung überhaupt nicht mehr betrieben werden.

      • So sollte es wohl sein und man ist Lichtjahre davon entfernt. Hier eine Episode zum Thema Gebäudewartung durch den Schulträger „von der Front“:
        An Schule sind mündliche Abiturprüfungen terminiert. Diese finden aus organisatorischen Gründen in einem bestimmten Gebäudeteil statt. Tagelang vorher kein Strom in Gebäudeteil, dies ist auch den relevanten Ansprechpartnern bekannt.
        An Prüfungstagen noch immer kein Strom, Problem sei nicht zu beheben. (Dass der Prüfungsplan kurzfristigst umgestrickt werden musste, sei nur am Rande erwähnt).
        Fazit: noch nicht einmal die Basics funktionieren während einer so wichtigen Veranstaltung wie dem Abitur. Beim Stichwort „klimatechnische Sanierung“ bleiben also nur Jubel, Trubel, Heiterkeit.

        • Machen Sie den Schulträger nicht schlecht. Der tut auch nur, was er kann.

          Wie, er hat nichts gemacht, aber das entspricht doch auch seiner Kompetenzstufe:)

          Für ausleibende Schulsanierungen gibt es mehrere Gründe:
          1) Fehlende Haushaltsmittel
          2) Fehlende personelle Ressourcen für die Planung
          3) Fehlende Auftragnehmer
          4) Fehlender politischer Wille …

          Weil der letzte Punkt nicht gut bei den Wähler*innen ankommt, muss halt eine Kombination aus mindestens 2 der 3 genannten Punkte als Begründung für die Erhaltung des Status quo herhalten.

          Status quo ist übrigens der Euphemismus für den sich von Schuljahr zu Schuljahr verschlechternden baulichen Zustand des Gebäudes aka Verfall.

          Wenn die broken-windows-Theorie einen Prozess beschreibt, dann ist der Zustand von Schulen der Endpunkt dieses Prozesses.

          • Ich habe den Schulträger nicht schlecht gemacht, lediglich eine Situation beschrieben. Die Gründe für fehlende Schulsanierungen sind mir bekannt. Hinzufügen würde ich noch Punkt 2b) Personelle Ressourcen für Planung sind fachlich, planerisch und kommunikativ völlig inadäquat.
            Ich könnte Ihnen da Dinge erzählen…
            Nichtdestotrotz hält man ja an der Struktur der inneren und äußeren Schulverwaltung fest und die Einschätzung des KfW-Kommunalpanels, das einen Investitionsbedarf für Schulen von rund 46 Milliarden € ausweist, deutet darauf hin, dass der Zustand nicht singulär, sondern strukturell bedingt ist,

          • Die Schulträgerschaft haben ie nicht schlecht gemacht, die ist schlecht. Die Kommunen sind dergestalt unterfinanziert, dass denen nichts Anderes übrigbleibt als von der Substanz zu leben. Die Pflichtaufgaben im konsumtiven Teil des städtischen Haushaltes – vor allem die Sozialausgaben – lassen keinen Spielraum für Investitionen. Und ’ne Straße in erbarmungswürdigem Zustand, die aber von vielen Mitgliedern der Kommune täglich genutzt wird, hat eben bei den Investitionen einen höheren Stellenwert als die Schule, die nur von einem kleinen Prozentsatz der Einwohnerschaft, der nicht einmal wahlberechtigt ist, genutzt wird.

            Was die personellen Ressourcen angeht, müssen Sie mir nichts erzählen. Ich habe die Hälfte meines Beruflebens in einem Ingenieurbüro gearbeitet, bevor ich über die Anerkennung in den Schuldienst gewechselt bin. Von daher bin ich auch mit den Gegebenheiten in den Technischen Rathäusern bestens vertraut, vor allem aber weil ich über ein 2. StEx für den höheren Dienst in einer technischen Fachrichtung verfüge.

      • @dickebank
        Jedes kleine günstige Luftfiltergerät gibt es mit Hepafilter und UVC zum Viren abtöten.

        Wenn man zusätzlich Abluft und Zugluftventilatoren einbaut, was laut Experten nur wenige Stunden benötigt, hat man die Luft mindestens genauso gut gereinigt und frische Luft in den Klassenzimmern wie mit einer hochkomplexen zentralen Luftfilteranlage.

        Langfristig kann man natürlich dies Sanierung der Schulen mit Zentralluftfilteranlagen ins Auge fassen.
        In der aktuellen Situation ist es nur eine Ablenkung von sinnvollen Maßnahmen.

        • Das ist doch immer noch eine Unterarmgehhilfe aka Krücke. Die zentrale Luftreinigung ist die ultima ratio. Im zerstörten Verkehrsnetz im Ahrtal ist eine Pionierbrücke der BW sicherlich hilfreich – aber sie ist nur eine Behelfslösung.

          Dass es Hepa-Filter oder UV-Bestrahlung lediglich bei zentralen Anlagen und nicht bei dezentralen Lösungen gibt, habe ich doch gar nicht gesagt.

          Ich sehe lediglich die Vorteile der dezentralen Lösungen nicht und verstehe sie deshalb als Tostpflaster zur Beruhigung der Gemüter, das dazu führen wird, dass sich dauerhaft an der klimatechnischen Ausstattung von Schulgebäuden nichts ändern wird („Aber wir haben euch doch erst vor Kurzem Luftfilter beschert …“).

  6. In Deutschland bekommen die Schüler(innen) weder Impfungen, mobile Luftfilter, PCR-Tests, Quarantäneschutz , AHA-L noch brauchen sie zwingend Räume, die ausreichend gelüftet werden können.

    Die Rufe nach Vollpräsenzunterricht hört man aus allen Ecken, während in den USA die Kinderkrankenhäuser um Hilfe rufen!!! Stiko, die meisten Politiker(innen) und sogar auch viele Eltern interessiert das nicht. Sie sagen, alles sei genauestens unter Beobachtung bis hin zu „Corona ist für Kinder harmlos“. Sie sagen, sie fahren auf Sicht!

    Dann schaut doch endlich auch hin, BEVOR es AUCH HIER richtig weh tut!

  7. Wohin geht das Geld, was eigentlich für Belüftungsanlagen vorgesehen ist? In unserer Schule in Niedersachsen wurde im Kollegium 3 Tage vor den Sommerferien gefragt, ob wir dafür wären, welche zu bekommen. Was für eine Frage. Dass das aber dann noch durch weitere Gremien auch bei der Gemeinde muss, ist klar. Wann wäre es dann so weit? Nachstes Jahr? Wir starten dann erstmal wieder so, kein Problem. Wie viele Menschen sitzen in einem Raum? Natürlich kann sich auch keiner in den 20 Minuten anstecken, in denen die Fenster nicht auf sind. Bewusst werden Erkrankungen von Lehrern und Kindern in Kauf genommen. Dumm gelaufen. Die Note 6 geht diesmal an unsere Schulpolitik!

  8. ( in BaWü) Wie die Stellen, welche Gesundheitsvorschriften, Feuerschutz und Hygiene an den Schulen kontrollieren, ihre Verantwortung wahrnehmen:
    Vor zwei Jahren war in der Schule turnusmäßig wieder mal eine Kontrolle zur Arbeitssicherheit. In meinem Klassenzimmer stand ein Wasserkessel für Teewasser beim Klassenfrühstück. Großer Bohei: Es war keine feuerfeste Unterlage darunter. Ich musste den Wasserkocher ausstecken und in den Schrank stellen, bis die Anforderung erfüllt seien.
    Ich habe Fliesen untergelegt, lose nebeneinander und den Kocher wieder hingestellt. Kontrolle nach genau einer Woche. Anweisung der kontrollierenden Dame, dass die Fliesen auf einem Träger zusammenhängend aufgeklebt sein müssen, solange dürfe ich nicht ….
    Ich habe die Fliesen auf ein Brett geklebt und mit Fugenfüller „veredelt“. Nach etwa 2 Wochen kam eine erneute Kontrolle (diesmal männlich), die nach einer seltsamen Debatte, ob man im Klassenzimmer überhaupt frühstücken solle, diesmal positiv ausfiel. Endlich konnte ich Wasser erhitzen, wie es rechtens und gestattet war. Wohlgemerkt-lange vor Corona.
    Corona Zeit: Kein einziges Mal kam irgendjemand, sei es vom Arbeitsschutz, Gesundheitsamt, der Stadt oder sonst einer der Stellen, die sich immer so wichtig nehmen und hätte kontrolliert ob auch alles pandemiegerecht eingerichtet sei. Keiner hat nachgesehen, wie es in den Toiletten zugeht und wie die Kinder davor Schlange stehen, weil immer nur eines die Schülertoilette mit 6 Toilettenräumen betreten durfte. Keiner hat überprüft, wie es mit Lüften aussieht (wie auch nie zuvor). Keiner hat kontrolliert ob Desinfektionsmittel vorhanden sind, keiner hat gecheckt und Anweisungen gegeben, wie das Reinigungspersonal zu arbeiten hat.
    Ganz klar, dass sich auch keiner für Raumluftreiniger interessiert oder einsetzt. Außer dem Bürgermeister samt Stadtrat, die ganz schnell wussten, dass es für unsere Schulen im Ort keine Luftreiniger geben wird, weil es nicht finanzierbar sei, trotz der Zuschüsse.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here