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Corona-Aufholprogramm: Ein wildes Sammelsurium von Einzelmaßnahmen

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BERLIN. Monatelange Schulschließungen und eingeschränkte Freizeitangebote in den ersten Corona-Wellen haben Spuren hinterlassen. Deshalb wurde vor einem Jahr ein bundesweites «Aufholprogramm» für Kinder und Jugendliche aufgelegt. Nun liegt ein Zwischenbericht dazu vor – der wie ein wildes Sammelsurium von Einzelmaßnahmen wirkt. Ein Plan ist auf den 126 Seiten nicht erkennbar.

Was ist der Plan hinter dem “Corona-Aufholprogramm”? Illustration: Shutterstock

Mehrere Millionen Schülerinnen und Schüler haben bisher über das sogenannte Corona-Aufholprogramm für Kinder und Jugendliche Förderung erhalten. Das geht aus einem Zwischenbericht von Bundesbildungsministerium und Kultusministerkonferenz (KMK) hervor, der am Dienstag veröffentlicht wurde. In den Ländern wurden und werden demnach verschiedene Maßnahmen angeboten, damit Schüler Lernrückstände aufholen können, wieder mehr in Bewegung kommen und bei psychischen Problemen unterstützt werden.

Eingesetzt wurde das entsprechende Fördergeld beispielsweise für Ferienkurse, zusätzlichen Schwimmunterricht, verschiedene schulische und außerschulische Nachhilfeangebote oder Bildungsgutscheine. Eine genaue Zahl, wie viele Kinder und Jugendliche insgesamt bisher damit erreicht wurden, lässt sich aus dem Bericht nicht ableiten, da Fördermittel in den Ländern auch so eingesetzt wurden, dass alle davon profitierten. Schüler bekamen zudem mehrere Angebote.

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Die große Koalition hatte das Aufholprogramm vor einem Jahr auf den Weg gebracht. Es besteht aus zwei Säulen: Rund eine Milliarde Euro stellt der Bund für Lernförderprogramme zur Verfügung, eine weitere Milliarde für die Aufstockung sozialer Projekte für Kinder, Jugendliche und Familien.

«Gleichwohl bedarf es eines langen Atems, bis die coronabedingten Folgen überwunden werden können»

Bildungspolitiker sind sich einig, dass die Zeit der Schulschließungen und des sogenannten Wechselunterrichts im Frühjahr 2020 sowie im Winter und Frühjahr 2020/2021 Spuren hinterlassen hat. Nach OECD-Berechnungen vom vergangenen September gab es zwischen Januar 2020 und Mai 2021 an 67 Prozent der Unterrichtstage in Deutschland keinen normalen Unterricht. Schätzungen zufolge haben sich bei fast einem Viertel der etwa 11 Millionen Schülerinnen und Schüler Lernrückstände aufgebaut oder vergrößert.

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) sagte am Dienstag, allein in Mathematik und den Naturwissenschaften liege der Lernrückstand bei 10 bis 13 Wochen. «Bei Kindern, die in sozial schwierigeren Verhältnissen aufwachsen, sind die Lücken sogar noch größer. Das können wir nicht hinnehmen.» Die Anstrengungen bei der Umsetzung des Aufholprogramms sollten weiter erhöht werden, forderte sie.

Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe (SPD) sagte, Länder und Kommunen hätten umfangreiche und vielversprechende Förderangebote geschaffen. «Gleichwohl bedarf es eines langen Atems, bis die coronabedingten Folgen überwunden werden können.» Der hessische Kultusminister Alexander Lorz (CDU) lobte den Bund, der gezeigt habe, «dass er auf sehr unbürokratische Art und Weise Geld zur Verfügung stellen kann».

Nach dem nun vorliegenden Zwischenbericht müssen die Bundesländer dem Bundesbildungsministerium bis Ende März nächsten Jahres einen Abschlussbericht zur Umsetzung der Maßnahmen und Verwendung der Mittel vorlegen. Aus dem Zwischenbericht wird nicht erkennbar, wie insbesondere die Kinder und Jugendlichen erreicht werden, die eine Förderung besonders nötig haben. Deutlich wird allerdings, woran es häufig hapert: am fehlenden pädagogischen Personal. In der tabellarischen Übersicht taucht häufig in der Rubrik “Herausforderungen” die lapidare Notiz “Personalgewinnung” auf.

Pikant: Ebenfalls heute hat die Ständige Wissenschaftliche Kommission der KMK ein Impulspapier veröffentlicht, in dem sie die Evaluation von Förderprogrammen anmahnt, wie News4teachers berichtet. Allzu oft werde deren Wirkung nämlich kaum überprüft. News4teachers / mit Material der dpa

Hier geht es zum Zwischenbericht der KMK.

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