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“Bildungswende jetzt!”: Zig-Tausende demonstrieren bundesweit für bessere Schulen

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Für eine Wende in der Bildungspolitik sind am Samstag Tausende von Menschen in 29 Städten auf die Straße gegangen. Den Veranstaltern zufolge waren bundesweit insgesamt rund 25.000 Menschen dafür unterwegs. 

Für eine Wende in der Bildungspolitik haben am Samstag in Köln mehrere Tausend Menschen demonstriert. Die Polizei sprach am frühen Nachmittag von rund 2.000 Menschen, die Veranstalter gingen zunächst von mehr als 3.000 Teilnehmern aus. Bei einer Kundgebung auf dem Heumarkt und einem anschließenden Zug durch die Innenstadt forderten sie ein gerechteres und inklusiveres Bildungssystem sowie eine bessere Finanzierung.

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«Wir sehen seit Jahren, dass der Bildungssektor vor die Wand gefahren wird und keiner tut was. Also gehen wir auf die Straße»

In München kamen nach Angaben der Veranstalter rund 2000 Menschen zur Kundgebung, in Erlangen 600 bis 700 und in Würzburg etwa 500. In Kiel demonstrierten laut Polizei etwa 500 Menschen und marschierten durch die Innenstadt. Weitere Demonstrationen mit Hunderten Teilnehmenden gab es zum Beispiel in Braunschweig, Oldenburg und Osnabrück. Hunderte Menschen haben nach Angaben der Bildungsgewerkschaft GEW auch im Südwesten für bessere Bildung demonstriert. Aktionen gab es in Stuttgart, Freiburg, Karlsruhe und Konstanz. Die Demo in Köln war eine von insgesamt rund 40 Kundgebungen und die einzige in Nordrhein-Westfalen.

«Wir sehen seit Jahren, dass der Bildungssektor vor die Wand gefahren wird und keiner tut was. Also gehen wir auf die Straße», sagte Christian Bickmann, Vorsitzender der Landeselternkonferenz NRW, am Samstag im «Morgenecho» bei WDR 5. Schon seit mehreren Jahren seien die steigenden Schülerzahlen absehbar gewesen. «Jetzt platzen die Klassen aus allen Nähten. Die Lehrerversorgung ist nicht sichergestellt. Der Unterrichtsausfall wird von jeder Schule beklagt», sagte Bickmann. Es könne nicht sein, dass man sich dauerhaft mit Notlösungen zufrieden gebe. Bildung werde noch immer nicht die höchste Priorität beigemessen.

Die Teilnehmer demonstrierten für inklusive und zukunftsfähige Schulen und Kitas. Mit Slogans wie «Ohne Bildung keine Zukunft» forderten sie mehr Investitionen in Schulen und Kitas. «Deutschland steckt in einer der schwersten Bildungskrisen seit Gründung der Bundesrepublik», heißt es auf der Homepage des Bündnisses. Kernforderungen sind außerdem eine ausreichende Finanzierung und ein «Bildungsgipfel auf Augenhöhe».

Die SPD in Nordrhein-Westfalen nahm den Protesttag am Samstag zum Anlass, Landesregierung, Bund und kommunale Akteure zur Zusammenarbeit aufzurufen. Um die «Bildungskatastrophe» in Nordrhein-Westfalen zu bekämpfen, brauche es eine gemeinsame Kraftanstrengung «jenseits der parteipolitischen Kalküle», hieß es einer gemeinsamen Mitteilung der NRW-SPD sowie SPD-Mandatsträgern in Bund, Land und Kommunen. Geforder wurde unter anderem ein Rettungspaket für die unterfinanzierten Kitas, eine Landes-Investitionsförderung zur Modernisierung von Schulen und zusätzliche Finanzierungsmittel vom Bund, etwa über ein Sondervermögen für Bildung.

«Nirgendwo hat die Bildungskatastrophe ein solches Ausmaß wie hier», sagte SPD-Fraktionschef Jochen Ott. Die Landesregierung habe die Dimension des Problems bis heute nicht erfasst. Unter anderem müsse der Lehrerberuf mit neuen Arbeitszeitmodellen attraktiver gestaltet werden.

«Die Bildung ist in der Krise, Schulen und Kitas fallen auseinander. Es braucht mehr Investitionen in der Bildung. Wenn wir 100 Milliarden für Kriegsrüstung und Panzer haben, dann haben wir auch 100 Milliarden für das Bildungswesen», sagte Tom Erdmann, Vorsitzender der Berliner GEW,  laut einem Bericht der «Berliner Zeitung» auf der Kundgebung in der Bundeshauptstadt. News4teachers / mit Material der dpa

„Bildungswende jetzt!“: In bundesweit 29 Städten soll demonstriert werden

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