OLDENBURG. Ein 45-jähriger Mann aus Oldenburg muss sich vor dem Landgericht wegen des Verdachts, im Jahr 2022 kinderpornografische Videos über eine Darknet-Plattform verbreitet zu haben, verantworten. Der Angeklagte arbeitete bis zum Beginn der Ermittlungen als Lehrer an einer weiterführenden Schule. Dies berichtet NWZ Online.

Laut Anklage soll er Mitglied einer Plattform gewesen sein, die ausschließlich dem Austausch entsprechender Inhalte diente, und in mindestens drei Fällen Videomaterial hochgeladen haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm bandenmäßiges Zugänglichmachen kinder- und jugendpornografischer Inhalte vor.
Bei einer Hausdurchsuchung im Mai stellten Ermittler nach Angaben der Staatsanwaltschaft insgesamt 946 kinderpornografische Dateien sicher, die sich auf mehreren Laptops befanden. In der Anklage schilderte die Staatsanwältin teils schwerste sexuelle Gewalt gegen Kinder, die in den Videos zu sehen gewesen sein sollen. Der Angeklagte selbst äußerte sich zum Prozessauftakt nicht zu den Vorwürfen. Die Ermittlungen wurden von der Staatsanwaltschaft Hannover geführt, die auf die Bekämpfung von Kinderpornografie spezialisiert ist.
Der Verteidiger des Mannes kündigte laut NWZ-Bericht im Prozess zwei Entlastungszeugen an und kritisierte zugleich Lücken in den Ermittlungsakten. Die Zeugen sollen aussagen, dass sich der Angeklagte zu den vorgeworfenen Tatzeiten nicht zu Hause aufgehalten habe. Um diese Angaben überprüfen zu lassen, setzte das Gericht das Verfahren aus und ordnete Nachermittlungen an. Der Prozess soll nach Abschluss dieser Ermittlungen fortgesetzt werden, unter anderem mit der Klärung der Herkunft der sichergestellten Dateien. News4teachers