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Studie: Leistungsfußball fördert den Schulerfolg

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WÜRZBURG. Jugendliche, die in ihrer Freizeit viel Sport treiben, haben bessere Noten. Das gilt auch für junge Fußballer zeigt eine neue Studie von Bildungsforschern der Universität Würzburg.

Fußballkarriere und Schulerfolg schließen sich aus – ein Vorurteil, dass sich hartnäckig hält. Obschon heutzutage Akteure in einer durchprofessionalisierten Unterhaltungsmaschinerie, genießen Profifußballer hinsichtlich ihrer kognitiven Fähigkeiten nicht gerade den besten Ruf. Fußballerzitate wie „Egal ob Mailand oder Madrid, Hauptsache Italien“ prägen noch heute das Bild vom Widerspruch zwischen Fußball und Intelligenz.

Fußball fördert die kognitiven Fähigkeiten junger Menschen. Foto: skeeze / Pixabay (CC0 1.0)

Mittlerweile achten Bundesligavereine jedoch auf den Schulerfolg ihrer Nachwuchsspieler. Eine Studie der Universität Würzburg belegt nun gar, dass viel Fußball mit besseren Schulnoten einhergeht. Die Forscher hatten bei insgesamt 235 Vereinsfußballern im Alter von 15 und 16 Jahren die wöchentliche Sportzeit sowie die Schulnoten gemessen.

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Der Würzburger Bildungsforscher Heinz Reinders rät auf dieser Basis Eltern, Schulstress durch viel Sport zu begegnen. Auch wenn die Versetzung gefährdet ist oder die Noten schlechter ausfallen als erhofft, sollte die elterliche Devise nicht lauten: „Mehr büffeln!“ Und schon gar nicht sollten sie die Freizeitaktivitäten ihrer Kinder einschränken oder gar ganz streichen.

„Das ist zumindest für den Sport grundlegend falsch“, kommentiert Reinders derartige Reaktionen von Eltern. Zwar sei verständlich, dass Eltern auf die Schulleistungen ihrer Kinder achten, aber der Entzug von Sport am Nachmittag verschlimmere alles nur noch.

Die Befragung der Würzburger Wissenschaftler ergab, dass Jugendliche mit intensiver sportlicher Aktivität sowohl in Mathematik als auch in Deutsch bessere Noten hatten. Während zum Beispiel Jungen mit wenig Sport am Nachmittag in Mathe die Durchschnittsnote 3,5 erzielten, erreichte ihre Vergleichsgruppe mit Intensivsport die Note 2,9. Auf höherem Niveau zeigt sich dieser Notenunterschied auch bei den jungen Fußballerinnen. Intensivsportlerinnen schafften in Mathe durchschnittlich eine 2,3 und waren damit den weniger sportlich aktiven Mädchen um eine halbe Note voraus. Das entspreche in etwa dem Wissen eines halben Schuljahres.

Das gleiche Bild fand sich auch im Fach Deutsch. Auch hier zeigten Spieler mit intensivem Freizeitausgleich deutlich bessere Leistungen. Dabei machte es bereits einen Unterschied, ob die Mädchen und Jungen wöchentlich mehr oder weniger als fünf Stunden Sport trieben. Auf der Suche nach Gründen für diesen positiven Zusammenhang von sportlichem Ausgleich und Leistungen sind die Bildungsforscher auf zwei Erklärungen gestoßen.

Erstens seien Intensivsportler bereits von Kindesbeinen an aktiv. Gerade viel Sport und Bewegung in der Kindheit begünstigten nach wissenschaftlichen Studien allerdings die Intelligenzentwicklung. Zweitens schulten die Nachwuchstalente bei intensivem Fußball-Training ihre Agilität, also ihre kombinierte Fähigkeit einer schnellen Auffassungsgabe und Bewegungsschnelligkeit. „Je intensiver die Jugendlichen Fußball spielen, desto besser werden auch ihre kognitiven Fähigkeiten geschult. Jede Entscheidungssituation im Spiel geschieht in Bruchteilen einer Sekunde, davon profitieren die Schülerinnen und Schüler“, ist sich Reinders sicher.

Nachdrücklich empfehlen die Forscher Eltern und Lehrern, Kindern schon frühzeitig Sport als Ausgleich zu ermöglichen und gerade in der Jugendphase Leistungssport zu unterstützen. Im Sport erlebten die Schüler auch Erfolge und lernen Teamgeist, beides sei enorm förderlich für eine gesunde Entwicklung. „Und sind wir mal ehrlich:“ schließt Fußballfan Reinders, „Welcher Elternteil möchte nach acht Stunden im Job noch einen Anruf vom Chef bekommen und weitere Aufträge erledigen? Den Kindern geht es nicht anders, es muss auch mal Schluss sein mit schulischem Leistungsstress“ (zab, pm)

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