BERLIN. Das Robert-Koch-Institut hat in der vergangenen Woche einen Stufenplan für Corona-Schutzmaßnahmen im Schulbetrieb herausgegeben, der von den meisten Ländern – wie News4teachers aktuell berichtet – nicht beachtet wird. Zwar gibt es auch ein KMK-Rahmenkonzept. Dem aber fehlt, anders als dem RKI-Papier, die Zuordnung der Stufen zu Inzidenzzahlen und damit jegliche Verbindlichkeit. Der Bundeselternrat und die beiden größten Lehrkräftevertretungen, GEW und VBE, kritisieren das jetzt in einer gemeinsamen Erklärung.
Viele Länder passen ihre bestehenden Vorgaben nicht dem Infektionsgeschehen an, monieren die Verbände jetzt gemeinsam. Das KMK-Papier erfülle seinen Sinn nicht – dabei wäre das in der aktuellen Dynamik dringend notwendig. „Jedes Kultusministerium empfindet sich auf Stufe 1, obwohl das Infektionsgeschehen teilweise längst bedeutend andere Szenarien vorsieht. Das Ganze läuft nach dem Motto ‚Richtgeschwindigkeit auf Autobahnen‘: Viele können damit gut umgehen, wenige sind übervorsichtig und manche kacheln mit 250 km/h in den Stau. Konkrete Vorgaben würden insbesondere rücksichtsloses Verhalten eindämmen, während die, die jetzt noch kaum Zahlen zu verzeichnen haben, von schärferen Maßnahmen nicht getroffen würden“, schreiben die Vorsitzenden Stephan Wassmuth (Bundeselternrat), Marlis Tepe (GEW) und Udo Beckmann (VBE).
“Schutz aller an Schule Beteiligten ist zu gewährleisten”
Sie fordern: „Wir erwarten, dass der Rat aus der Wissenschaft ernstgenommen wird, um den bestmöglichen Schutz aller an Schule Beteiligten zu gewährleisten. Die KMK muss erklären, weshalb sie sich bisher nicht an den Empfehlungen des RKI orientiert. Eine Begründung muss auch offenlegen, welche Hinderungsfaktoren es aktuell gibt.“ Bereits während der Schulöffnungsphase hatten die drei Organisationen von der KMK gemeinsam eingefordert, dass es transparente Pläne für unterschiedliche Szenarien geben muss, sodass bei jedem eintretenden Szenario allen klar ist, was zu tun ist und wer für wen Ansprechperson ist.
KMK-Präsidentin Stefanie Hubig (SPD), Bildungsministerin von Rheinland-Pfalz, hatte in der vergangenen Woche erklärt, „ein Automatismus macht aus unserer Sicht aber keinen Sinn”. Die Entscheidung über Einschränkungen im Schulbetrieb müsse von der Situation vor Ort abhängig gemacht werden. Ein Begründung dafür lieferte sie nicht. News4teachers
