Website-Icon News4teachers

Klassenfahrt gegen Cybermobbing: Die Jugendherbergen des DJH Rheinland bieten Präventionsprogramme mit Aha-Effekt

Anzeige

Im Klassenraum für ein friedliches Miteinander im Internet und den Sozialen Medien zu sensibilisieren, erfordert eine gute Vorbereitung. Die Jugendherbergen des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) Rheinland bieten deshalb innovative Klassenfahrten an, deren Programme auf die Prävention von Cybermobbing ausgelegt sind. Der große Vorteil: Sie werden von speziell ausgebildeten Referent*innen geleitet, die in Spielen und Aktionen die Medienkompetenz, Zivilcourage und Teamfähigkeit der Kinder und Jugendlichen fördern. Für die Lehrkräfte gibt es Zusatzmaterial, das im Unterricht genutzt werden kann, und viele wertvolle Tipps.

Schülerinnen und Schüler reflektieren in den Programmen zur Prävention von Cybermobbing über das Problem der Hetze im Netz. Foto: DJH Rheinland

Die Zahlen sind erschreckend: In nur einem Monat kommt mehr als die Hälfte der Internetznutzer*innen im Alter von 12 bis 19 Jahren mit Beleidigungen in Kontakt, und 14 Prozent erleben Anfeindungen gegen sich selbst (JIM-Studie 2023). Hinzu kommt, dass die Opfer von Cybermobbing über ihr Smartphone überall und jederzeit attackiert werden, und Posts, die einmal im Internet sind, verbreiten sich schnell und tauchen immer wieder auf.

Gründe genug für Eltern und Schule als Erziehungspartner, präventiv gegen Cybermobbing vorzugehen. Doch Studien des Bündnisses gegen Cybermobbing zeigen, dass dies nur selten geschieht. Nicht zuletzt, weil vielfach das Hintergrundwissen fehlt und es kaum Fortbildungsmöglichkeiten gibt. Der Landesverband Rheinland des Deutschen Jugendherbergswerks hat auf diese Problematik reagiert. Er bietet innovative Klassenfahrten an, deren Programme speziell auf die Prävention von Cybermobbing sowie die Förderung von Medienkompetenz, Zivilcourage und Teamfähigkeit ausgerichtet sind.

Programme für jede Altersgruppe

Ausgelegt sind die Fahrten auf drei  bzw. fünf Tage, sie richten sich an unterschiedliche Altersgruppen. So ist das Programm „Hey, chill mal“, das die Jugendherberge Essen anbietet, bereits für Schüler*innen ab der dritten bis zur achten Klasse geeignet, während das Programm „Cybermobbing auf der Spur“ der Jugendherberge Simmerath-Rurberg an Jugendliche ab dem 7. Schuljahr adressiert ist.

Alle Programme eint aber, dass sie von besonders geschulten Referent*innen durchgeführt werden. „Unsere Teammitglieder haben alle einen pädagogischen Hintergrund und Zusatzqualifikationen durch Tätigkeiten in der Gewaltprävention“, berichtet Ulrich Koj, Geschäftsführer des Unternehmens Skills4Life, das in mehreren Jugendherbergen tsprechende Programme leitet. Was die Referenten konkret mit den Kindern und Jugendlichen unternehmen, erklärt er am Beispiel des Programms „#Hashtag“, das ebenfalls an der Jugendherberge Essen angeboten wird:

„Los geht es mit einer Fragerunde quer durch den Raum, bei der es darum geht, wer welche Apps nutzt und wer schon mal Beleidigungen und Spott online erlebt oder anstößige Bilder erhalten hat. Danach entsteht in aller Regel eine große Diskussion, denn erschreckenderweise gibt es keine Klasse, in der nicht fast jeder so etwas schonmal erlebt hat.“ An diesem Punkt ginge es dann darum, den Schüler*innen zu vermitteln, dass Online-Beleidigungen und -Häme trotzdem nicht in Ordnung seien und hingenommen werden müssten, nur weil sie jeder kennt, so Koj.

„Vielen Jugendlichen fehlt das Bewusstsein, dass viele der schlimmen und unangenehmen Sachen, die sie schon gesehen oder im Web erlebt haben, justiziabel sind und dass sich die Polizei dafür interessiert“, sagt er. Für Täter sei dieser Hinweis eine eindringliche Warnung, für Opfer ein erster Rat, was sie gegen Mobbing unternehmen können.

Online-Kommunikation analog gelernt

Im nächsten Schritt des Programms gehe es dann um das eigene Kommunikationsverhalten der Schüler. „Wir geben dazu jedem und jeder Schüler*in einen verschlossenen Brief, den sie so lange wie möglich nicht öffnen sollen“, berichtet der Skills4Life-Gründer. Der Effekt: Die Kinder und Jugendlichen merken schnell, dass es viel Willenskraft kostet, den Umschlag nicht zu öffnen. „Und genauso geht es ihnen bei jeder WhatsApp- oder Instagram-Nachricht, die sie erhalten: Wenn eine Nachricht kommt, will man sie auch lesen. Mit dieser Erkenntnis wollen wir sie sensibilisieren, weniger Nachrichten zu verschicken und vor allem nicht zu jeder Tages- und Nachtzeit“, erklärt Koj weiter.

Im Anschluss dürfen die Schüler*innen endlich den Umschlag öffnen. Diesmal mit der Vorgabe, dass dessen Inhalt nur für sie persönlich bestimmt sei. „Bei neun von zehn Klassen kennen aber trotzdem wenig später mindestens fünf Schüler*innen den Brief eines Sitznachbarn oder einer Freundin“, schildert Koj. Dieser Effekt wiederum verdeutliche den Teilnehmenden, dass eine Nachricht schnell und einfach an viele Menschen gelangt – auch wenn sie eigentlich nur für den besten Freund oder die beste Freundin gedacht war.

Zwischentöne machen den Unterschied

Ein weiterer Programmpunkt: Die Teilnehmer*innen malen auf Papier ein Profil – mit Avatar und ein paar Daten, so wie sie auch ein Profil bei WhatsApp oder Instagram anlegen. „Die Plakate werden dann aufgehängt, und nun kann jeder auf Klebezetteln Kommentare zu den Mitschüler*innen schreiben und sie an deren Plakat heften“, erläutert der Skills4Life-Geschäftsführer. Nach ein paar Runden sortieren die Jugendlichen dann die Kommentare auf ihrem Plakat danach, ob sie sich darüber gefreut haben, die Nachricht unnötig empfanden oder sie am liebsten sofort abgerissen hätten. „Die Schüler*innen merken dabei ganz schnell, dass manche Dinge, die spaßig gemeint waren, so nicht ankommen. Einfach weil bei Online-Kommentaren die Zwischentöne fehlen, die es in einem Gespräch gibt“, sagt Koj. So werde das eigene Kommunikationsverhalten überdacht.

Andere Programme – andere Schwerpunkte

Um das Kommunikationsverhalten und dessen Konsequenzen geht es auch beim Klassenfahrt-Programm #cool&clever, das die Jugendherberge Bonn zusammen mit Medienkompetenz-Tage.de anbietet. Da sich das Programm an Schüler*innen ab Klasse 7 richtet, setzen sich die Jugendlichen auch intensiv mit sozialen Netzwerken und dem Thema Datenschutz auseinander und erarbeiten Strategien, wie sie selbst Cybermobbing vorbeugen und dagegen vorgehen können.

Das Programm „Hero Construction Academy“ an der Jugendherberge Simmerath-Rurberg setzt seinen Schwerpunkt dagegen auf die Förderung von Zivilcourage und ermutigt die Kinder, aktiv gegen Mobbing in der Online- wie auch in der realen Welt vorzugehen. Durchgeführt wird das Programm vom Verein Helden e.V., der den Schülerinnen und Schülern vor allem verdeutlichen will, dass jede ihrer Handlungen von Bedeutung ist.

Offline gegen die Online-Hetze

Eine Gemeinsamkeit fast aller Programme zum Thema Cybermobbing: Sie stellen Lehrenden Zusatzmaterial für den Unterricht zur Verfügung. „Außerdem nennen wir den Lehrkräften Beratungsstellen in ihrer Nähe oder Online-Angebote, wo es Hilfen gibt, wie eine Schule präventiv arbeiten oder auf Cybermobbing reagieren kann“, so Koj. Für dieses „Futter“, mit dem sie angefangene Prozesse in ihrer Schule fortsetzen und auf andere Klassen ausweiten können, seien die meisten Pädagogen und Pädagoginnen sehr dankbar.

Die Referent*innen wiederum sind den Lehrkräften sehr dankbar, wenn diese darauf hinwirken, dass Smartphones und Co. zu Hause gelassen werden. Denn: „Auch wenn es in den Programmen um WhatsApp und Co. geht, brauchen wir für unsere Programme keine digitalen Endgeräte“. Und es sei viel spannender, wenn die Kinder und Jugendlichen zusammen agieren, als wenn sie die Welt um sich durch den Blick auf das Smartphone ausschließen. Und nicht zuletzt kann es für die Opfer von Cybermobbing eine echte Erleichterung sein, ein paar Tage Ruhe zu haben.

Weitere Informationen zu Klassenfahrten zum Thema „Prävention vor Cybermobbing“ bietet das DJH Rheinland telefonisch unter 0211- 3026 3026 oder per Mail an service@djh-rheinland.de.

Weitere Informationen und noch viele weitere Programme finden sich unter jh-klassenfahrt.de

Dies ist eine Pressemeldung des Deutschen Jugendherbergswerks Rheinland e.V.

Von der Klasse zum starken Team – die neuen Programme in den Jugendherbergen des DJH Rheinland

 

 

 

Anzeige
Die mobile Version verlassen