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„Schmerzliches Thema“: Viele Kita-Fachkräfte beobachten unangemessenes Verhalten von Kolleginnen gegenüber Kindern – schreiten aber nicht ein

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GÜTERSLOH. Unangemessenes Verhalten von Beschäftigten gegenüber Kindern wird in Kitas offenbar deutlich häufiger beobachtet, als es in der öffentlichen Debatte oft angenommen wird. Eine große Befragung der Justus-Liebig-Universität Gießen in Kooperation mit der Bertelsmann Stiftung zeigt: Mehr als ein Viertel der befragten Fach- und Leitungskräfte erlebt regelmäßig Situationen, in denen sie den Impuls haben, zum Schutz eines Kindes einzugreifen. Die Studie verweist zugleich auf das Arbeitsklima in den Teams als zentralen Einflussfaktor: Wo Kommunikation, Feedback und gemeinsame Maßstäbe fehlen, treten solche Situationen häufiger auf.

Im Blick. (Symbolbild.) Illustration: Shutterstock

Grundlage der Untersuchung ist eine Online-Befragung von mehr als 21.000 pädagogischen Fach- und Leitungskräften aus Kitas. Wichtig für die Einordnung: Die Studie legt nicht fest, was im Einzelnen als „unangemessenes“ oder „verletzendes“ Verhalten gilt. Erfasst wurde vielmehr, wie häufig Beschäftigte Interaktionen zwischen Kolleginnen und Kollegen und Kindern beobachten, „in denen sie den Impuls haben, einzugreifen, um das Kind emotional oder körperlich zu schützen – und zwar unabhängig davon, ob sie auch tatsächlich eingreifen oder nicht“. Die Autorinnen und Autoren machen damit bewusst keine objektive Grenzziehung, sondern greifen auf die subjektive Wahrnehmung der Beschäftigten zurück.

Aufgrund der gewählten Fragestellung müsse davon ausgegangen werden, „dass das tatsächliche Auftreten von Fehlverhalten gegenüber Kindern systematisch unterschätzt wird“. Erfasst würden nur Situationen, die als so gravierend wahrgenommen werden, dass ein Schutzimpuls ausgelöst werde. Nicht jede problematische Interaktion werde so eingeschätzt; hinzu kämen Abstumpfung, Resignation oder unbeobachtete Situationen. Insgesamt sei daher von „einer nicht quantifizierbaren Dunkelziffer“ auszugehen.

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Die Zahlen zeigen in jedem Fall, dass solche Situationen für viele Fachkräfte zum Alltag gehören. Mehr als ein Viertel der Befragten gibt an, an den meisten Tagen, fast täglich oder sogar ständig Interaktionen zu beobachten, in denen aus ihrer Sicht ein Einschreiten notwendig wäre, um Kinder emotional oder körperlich zu schützen. Rund ein weiteres Drittel berichtet, an eher wenigen Tagen entsprechende Situationen mitzuerleben. Nur 40,2 Prozent geben an, in ihrer Einrichtung nie oder fast nie solche Beobachtungen zu machen.

„Jeder Vorfall, bei dem das Wohl eines Kita-Kindes mutmaßlich nicht gewährleistet ist, ist einer zu viel“

Diese Beobachtungen gehen mit einer hohen emotionalen Belastung einher. 69 Prozent der befragten Fach- und Leitungskräfte fühlten sich stark oder eher stark belastet, wenn sie Situationen beobachten, „in denen Kinder geschützt werden müssten“. Anette Stein, Expertin der Bertelsmann Stiftung für frühkindliche Bildung, formuliert das deutlich: „Jeder Vorfall, bei dem das Wohl eines Kita-Kindes mutmaßlich nicht gewährleistet ist, ist einer zu viel. Das treibt nicht nur Eltern um, sondern auch die Fachkräfte selbst. Die allermeisten von ihnen haben hohe Ansprüche an die eigene Arbeit und wünschen sich, bei diesem sensiblen Thema nicht allein gelassen zu werden. Entscheidend ist daher das Vertrauen und Zusammenspiel innerhalb des gesamten Kita-Teams.“

Genau dieses Zusammenspiel gerät in vielen Einrichtungen jedoch unter Druck. Ein zentraler Befund der Studie lautet, dass es in fast allen Kitas keinen gemeinsamen Maßstab dafür gibt, was als angemessener Umgang mit Kindern gilt. Lediglich sechs Prozent der Befragten verneinen, dass es im Team unterschiedliche Auffassungen dazu gibt. Mehr als ein Drittel fühlt sich davon stark oder sehr stark belastet. Im Ergebnisteil heißt es dazu unmissverständlich, dass „in fast allen KiTa-Teams Uneinigkeit darüber besteht, was ein angemessener Umgang mit Kindern bedeutet“. Diese Uneinigkeit sei nicht nur ein theoretisches Problem, sondern fördere Belastung und die Beobachtung von Fehlverhalten.

Die Studie zeigt zudem, dass Unsicherheit und Teamdynamiken konkret dazu führen, dass Fachkräfte nicht einschreiten – selbst dann, wenn sie den Impuls dazu verspüren. Der häufigste genannte Grund ist „die Unsicherheit, die beobachtete Situation richtig einzuschätzen“. Mehr als die Hälfte der Fachkräfte nennt diesen Punkt. Hinzu kommt die „Scheu vor Konflikten mit dem Team und/oder der Leitung“. Rund ein Drittel gibt an, aus der Erfahrung heraus oder aus der Befürchtung, „damit nicht ernstgenommen zu werden“, nicht eingegriffen zu haben.

Auch Angst vor Ausgrenzung spielt eine Rolle. Etwa ein Viertel der Befragten berichtet, aus Angst vor Mobbing oder sozialer Isolation im Team nicht eingeschritten zu sein. Ein Fünftel nennt Loyalitätskonflikte gegenüber Kolleginnen und Kollegen. Die Studie macht deutlich, dass diese sozialen Dynamiken ebenso hemmend wirken wie strukturelle Faktoren – etwa Zeitmangel oder die Sorge, ein Eingreifen könne den Personalmangel verschärfen.

„Eine ausreichende Personalausstattung ist eine notwendige Bedingung für kindgerechte Arbeit in der Kita“

Die Teamarbeit selbst bewerten viele Befragte kritisch. Knapp ein Viertel stimmt der Aussage nicht zu, dass die Kommunikation im Team durch Wertschätzung, Respekt und Toleranz geprägt ist. Nur gut ein Viertel stimmt dem voll zu. Beim Thema Feedback zeigt sich ein ähnliches Bild: Fast die Hälfte der Befragten gibt an, nicht regelmäßig Rückmeldungen zu ihrem pädagogischen Handeln zu erhalten – weder zu gelungenen Interaktionen noch zu problematischem Verhalten. Die Studie ordnet die Defizite klar ein. Teamarbeit könne präventiv wirken, um Fehlverhalten gegenüber Kindern zu reduzieren – allerdings nur dann, wenn sie tatsächlich funktional sei. Wertschätzende Kommunikation, regelmäßiges Feedback und eine Leitung, die Anliegen ernst nimmt, seien zentrale Schutzfaktoren. In vielen Einrichtungen seien diese jedoch „unzureichend ausgeprägt“.

Auch beim Thema Personalausstattung warnt die Studie vor Verkürzungen. Zwar funktionierten gut besetzte Teams tendenziell besser. Gleichzeitig betonen die Autorinnen und Autoren, dass eine ausreichende Personalausstattung „eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung“ für kindgerechte Arbeit sei. Kathrin Bock-Famulla, Expertin der Bertelsmann Stiftung, formuliert es so: „Eine ausreichende Personalausstattung ist eine notwendige Bedingung für kindgerechte Arbeit in der Kita. Aber, das zeigen unsere Daten: Sie kann Schutz und Wohlbefinden von Kindern nur fördern, wenn sie auch zu einer Verbesserung der Teamarbeit beiträgt.“

Zu den Befunden haben sich die Kita-Fachkräfteverbände mit einer gemeinsamen Stellungnahme zu Wort gemeldet. Sie schreiben, die Beschäftigten in den Einrichtungen engagierten sich „für kindgerechte Kita-Rahmenbedingungen nach fachlichen Vorgaben“, sie selbst erlebten aber zugleich täglich, „wie herausfordernd es im Kita-Alltag sein kann, Kinder und Fachkräfte vor prekären Betreuungsbedingungen und Überforderung zu schützen“.

Zwar müsse jede Kita eine pädagogische Konzeption und ein institutionelles Schutzkonzept vorweisen, doch „reißen Berichte nicht ab und zeigen Studien auf, dass verletzendes Verhalten in Kitas ein schmerzliches Thema ist, mit dem sich Fachkräfte, Träger und Politik auseinandersetzen müssen“. Die Verbände fordern daher: „Wir fordern alle Kita-Akteure auf, das Kindeswohl im Sinne einer qualitativ guten Bildung, Erziehung und Betreuung konsequent an die erste Stelle zu setzen.“

Dabei wird Kinderschutz ausdrücklich als aktiver Prozess verstanden. „Konsequenter Kinderschutz im Kita-Alltag bedeutet, dass Fehlverhalten gegenüber Kindern nicht relativiert oder unter den Teppich gekehrt, sondern benannt und angesprochen wird sowie zu entsprechenden Konsequenzen führt“, heißt es in der Stellungnahme. Zugleich betonen die Verbände, dass Schutz nur gelingen könne, wenn Kinder „den ganzen Tag über vertraute Bezugserzieher*innen zur Verfügung“ haben – „sei es in Kern- oder Randzeiten“.

Auch strukturelle Voraussetzungen werden benannt. Kinderschutz bedeute ebenso, „jedem Kind mit einer pädagogisch gut gestalteten Eingewöhnung die Zeit zu gewähren, die es braucht, um im Kita-Alltag gut anzukommen“. Gruppengrößen und räumliche Bedingungen müssten den fachlichen Vorgaben für gute Kita-Qualität entsprechen.

Konkret fordern die Verbände Personalschlüssel, „die Raum für genügend Zuwendung, Assistenz und intensive frühpädagogische Arbeit bieten“ und zugleich „Urlaub-, Krankheits- und Fortbildungstage berücksichtigen“. Außerdem stellen sie klar: „Persönliche Eignung und eine fundierte Ausbildung sind Voraussetzung, um in Kitas zu arbeiten.“ Pädagogisches Personal müsse verpflichtet werden, sich regelmäßig fort- und weiterzubilden; die finanziellen Mittel dafür müssten bereitgestellt werden. Gefordert wird auch „ein ausreichendes und verbindliches Kontingent an mittelbarer Arbeitszeit“ für Besprechung, Organisation, Vor- und Nachbereitung sowie Reflexion der pädagogischen Arbeit – also genau jene Zeit, die laut Studie in vielen Teams fehlt.

„In Zeiten personeller Unterbesetzung sind die Aufsichtspflicht und das Wohlergehen der Kinder nicht verhandelbar“

Auch die Träger werden von den Verbänden in die Pflicht genommen. Diese sollten verpflichtet werden, sich selbst zu qualifizieren und „verpflichtend zu entwicklungspsychologischen Themen sowie Belangen des Kinderschutzes und der Kinderrechte geschult werden“. Und sie formulieren eine klare Grenze: „In Zeiten personeller Unterbesetzung sind die Aufsichtspflicht und das Wohlergehen der Kinder nicht verhandelbar.“ Prekäre Betreuungsverhältnisse dürften nicht akzeptiert werden – „auch wenn Betreuungszeiten gekürzt werden, um das Wohlergehen der Kinder zu gewährleisten“.

Am Ende bündeln die Verbände ihre Forderungen zu einem politischen Appell. Es reiche nicht aus, über Standards zu sprechen. Notwendig seien „angemessene Personalschlüssel, Zeit für Fachberatung und Reflexion sowie nachhaltige Investitionen in Ausbildung und Qualifizierung“. Ihr Fazit ist unmissverständlich: „Jeder Vorfall, der das Wohl eines Kindes gefährdet, ist einer zu viel.“ Ziel müsse es sein, verletzendes Verhalten nicht nur zu benennen, sondern durch klare Strukturen, verbindliche Standards und verlässliche Rahmenbedingungen wirksam zu verhindern. News4teachers 

Hier lässt sich die vollständige Studie herunterladen. 

Immer mehr aggressive Kita-Kinder: “Sehr viele pädagogische Fachkräfte gehen mit blauen Flecken nach Hause”

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lehrer002
1 Monat zuvor

Ich wünsche mir für die vorschulische Bildung in Deutschland das französische System: Vorschullehrerinnen mit einem qualifizierten Studium auf Fachhochschulniveau, Pflicht für Kinder ab 3 Jahren (oder spätestens viereinhalb Jahren), verpflichtende Bildungspläne und ernsthaftes Interesse an der Vorbereitung der Kinder auf die Schule und ein Eingliedern in die Gesellschaft.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  lehrer002

… oder man greift auf Erfahrungen aus einem Teil DE zurück (den ideologischen Teil kann man ja weglassen) 🙂
https://research.uni-leipzig.de/fernstud/Zeitzeugen/zz1029.htm

Ulla
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Die Erziehung in der DDR baute auf der Ideologie auf.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Ulla

Wenn Sie damit meinen, dass man möglichst gut (aus)gebildete Menscjhen haben wollte, um ein rohstoffarmes Land am Laufen zu halten und eine Zukunft aufzubauen, dann haben Sie recht. Sie sollten sich wirklich einmal die Bildungspläne von Kindergarten bis Abitur ansehen und (wie ich schon schrieb,) sich das “sozialistisch” und ähnliches Gedöns wegdenken. Da bleibt noch eine Menge an grundlegender Allgemeinbildung übrig. Da baute eines auf dem anderen auf und war einheitlich geregelt im ganzen Land. Da war ein Ortswechsel/Schulwechsel kein Problem für Eltern und Kinder.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Ulla

Anfang der 80er schrieb ich meine Diplomarbeit zum Thema “Entwicklung des anschaulich-praktischen Denkens bei Vorschulkindern”. Dazu musste ich mich mit den Bildungsplänen des Kindergartens der DDR beschäftigen, hospitierte in verschiedenen Kindergärten und führte selbst verschiedene Aufgaben mit den Kindern durch … Meine beiden Kinder besuchten den Kindergarten kurz vor bis kurz nach der Wende (Im Osten). Meine Enkel dann zu Westzeiten. Viele Jahre führte ich die Schuleingangstests bei den Erstklässlern durch und war auch einige Jahre Kontaktlehrer zwischen der GS und den Kitas im Einzugsbereich der Schule. …
Ich denke, ein bisschen kann ich schon die Qualität der vorschulischen Bildung (zumindest in meinem Einzugsbereich) beurteilen! Mein persönliches Fazit: Von einheitlichen Standards in der Vorschulerziehung und -bildung – keine Spur. Es gibt einige gute Kitas und … andere.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Ulla

Baut nicht jede Erziehung/Bildung irgendwie auf einer Ideologie auf?
https://www.wortbedeutung.info/Ideologie/

Kati
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Mir wird schlecht, bei diesen Kommentaren. Wo lebe ich ????

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Kati

Warum? Können Sie das bitte erklären? Was genau führt bei Ihnen zu derartigem Unwohlsein?

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Kati

@Kati
Sie sollten sich meinen link zur Bedeutung des Wortes “Ideologie” (noch einmal?) gründlich durchlesen. es gibt zwei Bedeutungen – 1. die neutrale und 2. die negativ konnotierte.
Leider ist in unserer heutigen Zeit der Begriff überwiegend negativ besetzt (Populismus?), wenn von Ideologien die Rede ist.
Ich gehe in meinem Post, auf den Sie sich beziehen, von ersterem aus!

Götz
1 Monat zuvor
Antwortet  lehrer002

Funktioniert das?

Gelbe Tulpe
1 Monat zuvor

Viele Beschäftigte im pädagogischen Bereich haben eine niedrige Impulskontrolle. Personen, die dort arbeiten wollen, sollten auf Borderline, ADH!S etc. getestet werden zum Schutz der Kinder und Jugendlichen.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Sie hätten dem Impuls zu dieser Aussage standhalten können 😉

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Da bin ich zum allersten Mal vollständig Ihrer Meinung!

Gelbe Tulpe
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Na, ob die betroffenen Kinder und Jugendlichen Ihre Aussage so witzig halten, bezweifel ich doch.

Kati
1 Monat zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Ohh Mensch, Ihr arbeitet mit Kindern???

Canishine
1 Monat zuvor

Eine Befragung, die nach der subjektiven Betrachtung der Beschäftigten fragt, dabei bewusst auf eine objektive Grenzziehung verzichtet und dann feststellt, dass es zu wenig Einigkeit über ein angemessenes Verhalten den Kindern gegenüber gibt, die hat schon das gewisse etwas.

TschinavonMauzen
1 Monat zuvor

Ja schwierig und schmerzhaft. Natürlich haben das Wohl und der Schutz der Kinder oberste Priorität. Leider gehen die Empfindungen manchmal auseinander was nun übergriffig, wertend bzw abwertend ist. Nicht immer sind Situationen eindeutig, und doch ich kenne das von mir. In manch einer Situation, handle ich anders als andere Kolleginnen. Es fehlt mitunter an Verständnis, Geduld und Empathie. Hinzu kommen, die Überreste schwarzer Pädagogik, die wohl in uns allen schlummern. Nicht immer ist klar, geht es hier um einen Machtkampf – um das Ego der Erzieherin oder darum dem Kind eine wertvolle Lektion zu vermitteln. Wo lassen wir Kinder an ihre Grenzen kommen, wo lassen wir sie aushalten um die Frustrationstoleranz zu fördern und wo grenzen wir uns ab. Klar ist, wir sind keine Maschinen. Wir reagieren nicht immer perfekt oder angebracht. Personalmangel, schlechte Arbeitsbedingungen verschärfen die Situation . Auch wenn sie keine Entschuldigung sein können, wenn wir so entgleisen, dass ein Kind dabei zu Schaden kommt. Es braucht Reflexion, vor allem Zeit für Reflexion. Es braucht mehr Personal und bessere Arbeitsbedingungen zur Entlastung. Und es braucht regelmäßige Fortbildung in Deeskalation. Und es braucht Herz und Zivilcourage, und Mut um sich für die Kinder einzusetzen. Ein offenes und freundliches Arbeitsklima und die Erkenntnis, dass keine/r nur böse oder nur gut ist. Kinder müssen uns als Menschen wahrnehmen, die Gefühle haben. Und wir müssen begreifen, dass wir Kinder nicht nach Schablonen zurecht stutzen können.

Ahorn2
1 Monat zuvor

Das ist ein sehr langer Artikel über unangemessenes Verhalten von Erziehern gegenüber Kindern und warum viele nicht einschreiten, aber wenn ich mich nicht irre, lese ich kein einziges Beispiel, was da unter unangemessenem Verhalten verstanden wird. Das finde ich sehr unbefriedigend, denn es bestimmt von vornherein einfach, dass etwas unangemessen ist, ohne dass ich weiß , was denn und mir eine eigene Meinung dazu bilden kann.

Pädagogin
1 Monat zuvor

In den Jahren meiner Tätigkeit in Kindertageseinrichtungen habe ich wiederholt unangemessenes Verhalten von Kolleg*innen gegenüber Kindern beobachtet und reflektiere zugleich kritisch, dass auch mein eigenes Handeln nicht in allen Situationen pädagogisch angemessen war. Pädagogische Fachkräfte sind Menschen, und die häufig belastenden strukturellen sowie arbeitsorganisatorischen Rahmenbedingungen stellen eine erhebliche Herausforderung dar. Gleichwohl dürfen diese Bedingungen – ebenso wie weitere systemische Problemlagen – nicht als Rechtfertigung für grenzüberschreitendes oder kindeswohlgefährdendes Verhalten dienen. Vielmehr ist eine kontinuierliche Selbstreflexion des eigenen pädagogischen Handelns unerlässlich. Ebenso wichtig ist es, fachliche Rückmeldungen von Kolleg*innen ernst zu nehmen und gegebenenfalls Konsequenzen für das eigene Verhalten abzuleiten.

Die in den vergangenen zehn Jahren stark angestiegene Zahl pädagogischer Mitarbeitender in Kindertageseinrichtungen – sie hat sich nahezu verdoppelt – hat zudem dazu geführt, dass auch fachlich oder persönlich ungeeignete Personen in das System gelangt sind. Vor dem Hintergrund des anhaltenden Fachkräftemangels im pädagogischen Bereich werden Mitarbeitende selbst bei eindeutig kindeswohlgefährdendem Verhalten häufig nicht entlassen. In diesen Fällen wirken institutionelle Strukturen eher schützend für die betreffenden Personen als für die betroffenen Kinder, wobei insbesondere die Verantwortung der Träger in den Blick zu nehmen ist.

Diese Problematik habe ich auch persönlich erfahren. Kritische Stimmen werden nicht selten als illoyal wahrgenommen; Personen, die Missstände benennen, geraten in eine Außenseiterrolle, erleben Ausgrenzung oder Mobbing, und öffentliche Äußerungen werden teilweise mit juristischen Mitteln unterbunden.

Michow
1 Monat zuvor

Es ist insgesamt eine erschreckende Situation in den Kitas, die sich seit Jahren bereits aufbaut. Vorab erwähnt sei, dass es sehr gutes pädagogisches Personal gibt, die qualitativ hervorragende Arbeit leisten. Doch es werden immer weniger bzw. es kommen zu wenig hervorragend ausgebildete Mitarbeiter nach, die grundsätzlich ein pädagogisches Selbstverständnis mitbringen, das nicht immer erlernbar ist. Ebenso die Definition von Erziehung, die entscheidend auch von der Biografie beeinflusst wird, falls man diese unreflektiert übernimmt. Weiterhin kommen Neuerungen wie Parizipation oder bedürfnisorientierte Erziehung ins Spiel, die durch wenig Überlegungen, was dies grundsätzlich bedeutet und wie dies altersgemäß umgesetzt wird, dazu.
Das unser Beruf entscheidend davon abhängt, dass wir in erster Linie als Vorbild für Kinder agieren, ist einem Großteil der Mitarbeiter zwar bewusst, jedoch es wird weniger gelebt. Von den Kindern können wir nichts erwarten, das sie nicht bei uns beobachten können. Das wird manchmal vergessen.
Diese letzt genannten Thematiken gelten jedoch auch für die Eltern.
Wir erleben seit Jahren, dass Kinder keine bzw. kaum Grenzen gesetzt werden. Grenzen zur Orientierung, nicht zur Einengung. Das erfahren, dass die Freiheit des Einzelnen dort seine Grenzen hat, wo die Freiheit des Anderen eingeschränkt oder behindert wird, lässt auch sehr zu wünschen übrig. Der emotionale “Zusammenbruch” der Kinder kommt dann, wenn sie in Kitas erstmalig erfahren, sie sind wichtig, jedoch auch ein Teil einer Gemeinschaft.
Leider sollen Kitas viel auffangen und ausgleichen und so ist die Kita nicht die familienergänzende, sondern wird eher die familienersetzende Einrichtung. Das überfordert das gesamte pädagogische Personal, noch dazu, wenn 25 Kinder in der Gruppe sind. Immer mehr Kinder, bezogen auf den Kindergartenbereich, sind Windelträger. Da ist ein Teil des Personals mehrmals am Tag eher im WC Bereich zu finden, als bei anderen pädagogischen Bereichen.
Es ist aus meiner Sicht ein Irrsinn qualitativ pädagogisch wertvoll zu arbeiten und dabei selber nicht “auf der Strecke” zu bleiben.
Fördern und fordern gilt aus meiner Sicht, nicht nur für das Kitapersonal, sondern auch für die Eltern. Erst dann können wir für die Kinder das bestmögliche geben.

Säbelzahntiger
1 Monat zuvor

Was ist unangemessenes Verhalten? Da gibt es sicherlich eine Bandbreite, die sehr unterschiedlich betrachtet wird. Und das ist auch normal. Es erziehen und erlauben auch nicht alle Eltern gleich. Es gibt ja auch nicht den einen erlaubten und nachweislich besten Erziehungsstil.

Heinz
1 Monat zuvor

Also halten wir fest: Das Wort „unangemessen“ ist aktuell zu subjektiv und nicht festgelegt. Jeder nimmt andere Dinge als unangemessen war. Bei Dinge, wo es klare Grenzen gibt, wie Straftaten o.ä. gibt es klare Grenzen und jeder weiß, wie man damit umgeht.

Einig sind wir uns vermutlich, dass JEDES ungemessene Verhalten ordentlich reflektiert werden sollte. Keiner kann sich im Umgang mit anderen Menschen davon freisprechen, mal unangemessen zu reagieren. Man sollte dies versuchen zu reflektieren (ggf. auch in Gesprächen mit Kollegen) und dann sich dann auch durchaus mal entschuldigen.

Aber die Spanne von „unangemessen“ ist einfach unfassbar groß und unspeziefisch. Reden wir jetzt von einer Kita-Person, die etwas zu laut wird. Reden wir von einer Kita-Person, die ein Kind etwas zu feste anpackt, um es festzuhalten? Oder Reden wir von einer Kita-Person, die ein Kind schlägt????

Man sollte an der Stelle jetzt vll. festlegen, was eigentlich wirklich objektiv unangemessen ist und nicht nur objektiv für den ein oder anderen Kollegen. Was gehört noch zum normalen Umgang, wo auch mal jemand einen schlechten Tag haben kann und was ist wirklich immer unangemessen? Erst wenn wirklich klar ist, was eigentlich unangemessen bedeutet, wird es auch erst wirklich messbar, so wie jetzt sagt das im Grunde gar nichts aus, außer dass Menschen in ihren Erziehungsstilen eventuell andere Ansichten haben.

Anonym
1 Monat zuvor

Schwierig wird es leider, wenn selbst die Leitungen noch veraltete/ “schwarze” Pädagogik als normal betrachten und gemeldete Vorfälle nicht ernst nehmen.

Salpeter
1 Monat zuvor

Ich finde diesen Artikel “schlimm”. Weil jeder hineininterpretieren kann, was er möchte. Jeder von uns hat abseits des strafrechtlich Relevanten seine eigenen Vorstellungen, wie man gut erzieht. Jeder kann und wird nun die “falschen Erziehungsmethoden” der anderen an den Pranger gestellt sehen und natürlich eher nicht das eigene Vorgehen. Aber das ist ja vielleicht auch gemeint. Der Artikel lässt das alles offen. So kann man nichts damit anfangen – oder alles für die eigenen Zwecke instrumentalisieren. Je nachdem, was man sich bei “unangemessen” vorstellt. Was ist der Maßstab für Angemessenheit? Deine Vorstellungen oder meine? Und warum? Wir erfahren nichts dazu.

Marion
1 Monat zuvor

Es herrscht ja offenbar keine Einigkeit darüber, was “unangemessenes” Verhalten überhaupt ist. In dem Artikel, der unter dem obigen Text verlinkt ist (“Immer mehr aggressive Kita-Kinder…..”), wurde in den Kommentaren ja schon darüber debattiert, nur unter umgekehrten Vorzeichen. Es ging darum, dass Erzieher immer häufiger Gewalt und Aggressionen durch Kinder ausgesetzt sind.
In dem Artikel wurde der Satz zitiert, “wenn man von einem Kind bespuckt und getreten wird, muß man das über sich ergehen lassen” und desweiteren wurde geäußert, dass man Kinder nicht am Arm fassen dürfe, um sie z.B. aus einer Konfliktsituation herauszunehmen.
Das stieß in den Kommentaren auf Widerspruch.
Ich z.B. vertrat die Ansicht, dass ich Treten und Spucken nicht widerstandslos hinnehmen muss und dass es sehr wohl Situationen gibt, wo ich ein Kind auch mal am Arm fassen und von einer Situation wegziehen muss, wenn es auf Ansprache nicht reagiert. Am Ende der Kommentarspalte flammte dann sogar noch ein Disput darüber auf, ob es womöglich erlaubt sein könnte, ein spuckendes, tretendes Kind zu ohrfeigen, was selbstverständlich und völlig zu Recht niemals erlaubt sein darf.
Die Ansichten über die Definition von “unangemessenem” Verhalten, klaffen also sehr weit auseinander.

Ich selbst habe mich im Laufe meiner beruflichen Tätigkeit als Erzieherin ganz sicher desöfteren unangemessen verhalten.
In meinen Anfangsjahren manchmal aus Unerfahrenheit und Unbeholfenheit, später dann eher aus Überlastungs- und Stresssituationen heraus. Was mir aber im Nachgang immer klar war: Mein Handeln war falsch. Mir war es in solchen Situationen immer wichtig, mich dem betreffenden Kind oder den Kindern, zu erklären oder mich zu entschuldigen. Z.B. zu sagen, “das war blöd von mir, dass ich so mit dir geschimpft habe, eigentlich war ich nur genervt, weil heute so viel los war. Du konntest da gar nichts dafür. Wollen wir uns wieder vertragen?” Oder: “Entschuldigung, es war ungerecht, wie ich dich behandelt habe, ich habe nicht richtig aufgepaßt.” O.Ä.
Ich glaube Kinder erwarten gar nicht von uns, dass wir immer alles richtig machen. Aber sie verdienen es, dass wir unser eigenes Verhalten reflektieren und in der Lage sind, eigene Fehler einzugestehen.

Und manchmal kann es auch gerechtfertigt sein, im Ton energischer zu werden, die Stimme zu heben oder ein Kind aus einer Situation herauszunehmen. Und vielleicht sieht es die Kollegin dann anders und hält das Verhalten für unangemessen.
Dann sollte man darüber reden können, warum man da unterschiedlicher Meinung ist.

Worüber aber m.E. Einigkeit herrschen sollte: Kinder dürfen nie geschlagen werden, sie dürfen nicht absichtlich so angefaßt werden, dass es ihnen weh tut und sie dürfen nicht, aufgrund einer wie auch immer gearteten Schwäche, bloßgestellt oder herabgewürdigt werden. So etwas muß dann auch angesprochen werden. Wobei auch das nicht immer ganz leicht ist. Als junge Anfängerin fällt es einem sicher schwerer, die altgediente, erfahrenere Kollegin zu kritisieren, als umgekehrt.

Auch anschreien gilt es zu unterlassen.
Wobei hier unterschieden werden muss, ob das übermäßige Lautwerden vielleicht aus einem Reflex heraus geschieht, um eine Gefahrensituation zu entschärfen oder um ein Kind vor dem Übergriff eines anderen zu schützen, oder ob das Anschreien sozusagen als “Erziehungsmittel” eingesetzt wird, um Kinder zum erwünschten Verhalten zu bringen.
Manchmal richtet sich das Lautwerden gar nicht gegen ein bestimmtes Kind. Mir ist es schon passiert, dass ich in einer Situation, umringt von einer “Meute” aufgekratzter Kleinkinder, die alle gleichzeitig auf mich einreden und von denen einige, um meine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, unaufhörlich ihren Zeigefinger in meinen Oberarm bohren, mit dem laufen Ausruf “Hey, Ruhe jetzt! Ich hab’ nur zwei Ohren!” zur Raison bringen mußte, bevor ich mich dann wieder ihren Anliegen in Ruhe und NACHEINANDER widmen konnte.

Der Alltag mit Kindern im Kita-Alter ist so vielfältig, so differenziert, so von Tag zu Tag unterschiedlich, so abhängig von den jeweils verschiedenen individuellen Stimmungslagen, Befindlichkeiten und Gruppendynamiken. Deshalb ist er ja einerseits so interessant und abwechslungsreich, aber andererseits auch so verdammt anstrengend. Da gibt es keine immer und allzeit gültigen Patentrezepte darüber, welches Verhalten in welcher Situation das 100% angemessene und richtige ist.

Wenn ich sehe, was diverse “Erziehungs- und Kindheitsexperten” in der einschlägigen Fachliteratur, heute bisweilen bereits als “übergriffiges” bzw. “unangemessenes” Verhalten interpretieren, fürchte ich, daß es da in Zukunft noch zu kontroversen Debatten
in den Kita-Teams kommen wird. Aber das ist immernoch besser, als das Thema totzuschweigen.

Rathausuhr
1 Monat zuvor
Antwortet  Marion

Das haben wir in Berlin auch. Da kommen Ratschläge zum Umgang mit Schülern von Leuten, die diese Ratschläge selbst nicht befolgen müssen, weil sie selbst nie als Lehrer arbeiten oder gearbeitet haben. Das hat man so oft. Ich finde das so ärgerlich.

Kleopas
1 Monat zuvor
Antwortet  Marion

Für das “angemessene Verhalten” von Kindern könnte man ja auch mal ein paar Regeln aufstellen. Vielleicht gibt’s die sogar, aber Verstöße dagegen dürfen eine wirklichen Konsequenzen haben. Die “konsequenzenlose Pädagogik”.

Hannah
1 Monat zuvor
Antwortet  Marion

Danke für diese tolle Ausführung. Ich sehe es ganz genau so. Schlagen, Kinder bloßstellen, Kinder lächerlich machen geht gar nicht.
Aber manchmal muss man Kinder anfassen, auch um andere Kinder zu schützen, manchmal muss man lauter werden, um überhaupt gehört zu werden und manchmal gerät man auch an seine persönlichen Grenzen. Das wichtigste ist, sein Verhalten zu reflektieren, sich ganz aufrichtig bei Kindern zu entschuldigen und Verhalten zu erklären und sich Hilfe zu holen, wenn es möglich ist. Im OGS Bereich ist dies leider meistens nicht möglich, weil man ganz alleine für eine Gruppe zuständig ist. Manchmal für über 30 Kinder. Und ich denke mit dem Rechtsanspruch wird das alles noch Schlimmer.

Schwere Zeiten für die Erzieherin und die Kinder.

Frau Schmidt
1 Monat zuvor

Ein zentrales Problem stellt die nicht vorhandene Qualität des Personals dar. Kein geringer Teil der Auszubildenden kommt selbst aus erzieherisch schwierigen Verhältnissen. Wenig Bildung und geringes erzieherisches Vermögen kumulieren da und ebnen den Weg zu diesem Verhalten.

Um sich, gerade in schwierigen Situationen, angemessen zu verhalten, braucht jahrelanges Training.

Die Ausbildung schafft es nicht und kann es nicht schaffen, die notwendige Selbstreflexion für das angemessene Verhalten in diesen Situationen nicht nur anzubahnen, sondern zu habitualisieren.

Es sind Menschen mit vielen Baustellen u.a. im kognitiven und affektiven Bereich.
Wer nicht gerne lernt, schlecht liest und geringe Auffassungskapazitäten hat, erreicht die Metaebene nicht, um sich zu professionalisieren.

Immer mehr gering qualifizierte Schüler und Schülerinnen dürfen nicht ohne Abschluss bleiben und werden explizit in diesen Bildungsbereich gelotst, indem neue Bildungsgänge entworfen werden. Downgrading für Lehrende inbegriffen. Man will Personal, doch keiner traut sich an Abiturienten ran, die dennoch geeigneter wären.

Und nein, das Gehalt ist da nicht zwingend der Faktor, der sticht, die Qualität der Arbeit ist nicht selten unterirdisch. Ein Teil des Personals kann nicht nur nicht professionell arbeiten, es will auch nicht. Wer will da schon arbeiten?

Ich besuche regelmäßig Kitas im Zuge der Ausbildung. Was da an fehlerhaften Infos im Foyer steht, raubt mir den Atem, höre ich die fehlerhafte Grammatik der Kinder (ohne Migrationshintergrund), die genauso wiederholt wird, sträuben sich mit die Haare.

Wenn ich dann noch die Azubis vom Verhalten in der Schule kenne, wundern mich Infos über inadäquates Verhalten nicht mehr.

GBS-Mensch
1 Monat zuvor
Antwortet  Frau Schmidt

In den Bundesländern, in denen ich zu tun habe/hatte wird für die Erzieherausbildung Abitur vorausgesetzt…alternativ mittlerer Abschluss und eine abgeschlossene Berufsausbildung.

Viel schlimmer sind die Äquivalenzregelungen per Positivliste. Abgeschlossenes Lehramtsstudium mit ersten Staatsexamen qualifiziert sofort für die Kita.
Beliebiger Masterabschluss mit 80 Stunden Schulung darf auch ran.

Frau Schmidt
1 Monat zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Tja, dann schätzen Sie sich glücklich. Demnächst bei uns: Hauptschulabschluss für die Sozialassistenz. Bisher: Realschulabschluss. Schon das Verhalten war teils asozial. Wenn Sie einmal als Berufsschullehrer diese Klassen und ihr Verhalten erlebt haben, möchten Sie sich nicht vorstellen, was diese Menschen in Kitas tun sollen. Die brauchen erst mal selbst Sozialisation. Kein „Digga, Alter, mega, krass, voll“. Gerne „Bitte, Danke, Guten Tag, Tschüss…“. Und da sind wir noch nicht bei sprachlicher Bildung und Bildung überhaupt angekommen.

Aber Hauptsache alle unter.

Ulla
1 Monat zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Ach so? Und Menschen mit Abitur verhalten sich nicht unangemessen?

GBS-Mensch
1 Monat zuvor
Antwortet  Ulla

Ich bin der Behauptung über die Zugangsvoraussetzungen entgegengetreten.

Guess what…Auch Menschen mit zwei Staatsexamina im Lehramt verhalten sich durchaus äußerst unangemessen.

Ulla
1 Monat zuvor
Antwortet  Frau Schmidt

Ich finde, falsche Grammatik anzuwenden und sich Kindern gegenüber unangemessen zu verhalten, sind zwei völlig unterschiedliche Dinge.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Ulla

… aber beides wirkt sich negativ auf die Entwicklung der Kinder aus – Vorbildwirkung!

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Ulla

Sollte allerdings die “falsche Grammatik”der Erzieher dialekt-bedingt sein … könnte das schon wieder anders bewertet werden:
https://www.echtemamas.de/sollte-das-in-der-kita-erlaubt-sein-tradition-sorgt-fuer-diskussionen/

Frau Schmidt
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ich spreche schlicht von: „Gib mit mal die Rot, die Grün“. Soll heißen: „Gib mir den roten oder grünen Stift oder die rote oder grüne Farbe“. Da ist kein Dialekt inbegriffen, es bleibt falsch. So oder so.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Frau Schmidt

Das sehe ich genauso. Deshalb schrieb ich ja “Vorbildwirkung (meine 1. Antwort auf Ulla). Der link zu den Dialekten war Ergänzung/Antwort auf Ullas, nicht auf Ihren Kommentar.

Russlanddeutsche
1 Monat zuvor

Ich habe in einem Kindergarten gearbeitet und werde nie wieder!!!!! Viele Erzieher zwingen Kinder zum Essen, bis sie brechen. Ich musste Mal ein Kind sauber machen, nachdem es gebrochen hat, weil es trotz Weinen kauen und runterschlucken musste. Als es fertig war , musste es weiter essen, obwohl es kaum einatmen konnte. Ältere Kollegen sagten, es muss essen. Als neue Kollegin darf man nix sagen, sonst wird man ausgegrenzt. Ein anderes Kind aus der Krippe fing an immer gegen 11 Uhr zu weinen, weil es um die Zeit Mittagessen gab. Das Kind hat so schlimm geweint, dass es sich stundenlang nicht beruhigen konnte. Und dann kraftlos einschlief. Als es “liebe” Erzieherin sah, fing an zu weinen. Niemand konnte es beruhigen.Es wurde auch so ” gefüttert”, bis nix mehr rein kam.Einem Kind wurde eingeredet, dass seine Eltern es nicht lieben, deswegen holen aus der Kita so spät ab. Jeden Tag musste es sich anhören , dass seine Eltern es nicht lieben. Ein behindertes Kind wurde von Erziehern ausgelacht und andere Kinder durften mit ihm nicht spielen. Als ich einige “guten” Kollegen fragte, warum sie das alles beobachten, sagten sie, es sei sehr wichtig,mit Kollegen gut umgehen zu können. Als ich die Kita übernahm und fing an, böse Erzieher zu mobben, bis sie ihre Kündigung eingereicht haben, gingen die Eltern auf die Barrikaden,da ich “liebe” Erzieher nicht im Hause will. Als ich diese Geschichten der Elternbeiratsvorsitzende erzählt habe, hat sie mir nicht geglaubt. Sie haben mich ausgelacht. Eltern fingen an, mich zu mobben!!!!! Leider können Kindergartenkinder zu Hause nicht über die psychische Gewalt der Erzieher erzählen und dumme Eltern stellen sich noch hinter diesen Verbrechern, denen eigentlich Berufsverbot ausgesprochen werden müsste. Ich bin froh, dass meine Tochter erst mit 4 Jahren in die Kita ging. Manche Erzieher machen kleine Kinder psychisch kaputt.
P.S. Als ich ausgebrannt wurde und gekündigt habe , habe ich mich beim Jugendamt beworben für die Stellen Kinderschutzbeauftragte. Ich habe im Vorstellungsgespräch erzählt,was ich alles gesehen habe und dass ich das ändern möchte….Die Personalabteilung war im Schock. Aber die Stelle bekam ich nicht. Ich konnte blöde Fragen aus dem Fragebogen nicht beantworten: Ist die Teamarbeit für mich wichtig?

Alex
1 Monat zuvor
Antwortet  Russlanddeutsche

Als ich die Kita übernahm und fing an, böse Erzieher zu mobben,“ Na, da sind Sie ja mit richtig gutem Beispiel voran gegangen…

Russlanddeutsche
1 Monat zuvor
Antwortet  Alex

Ich musste mit ihnen Gespräche führen und sagen :” Nö,nö,nö, so macht man nicht!”

Marion
1 Monat zuvor
Antwortet  Russlanddeutsche

Sie haben in “einem” Kindergarten gearbeitet…..
Da herrschten offenbar katastrophale Zustände. Wenn die Kinder dort so behandelt wurden, wie Sie es beschreiben, dann ist das schwerste Kindesmißhandlung, sowohl physisch als auch psychisch. Das hat nichts mehr mit “unangemessenem” Verhalten zu tun, aus Streß oder Überforderung – das ist Sadismus.
Der Laden gehört dicht gemacht und die sog. “Fachkräfte” vor Gericht.
Ich weigere mich aber, mir Ihr “viele Erzieher” zu eigen zu machen und gehe davon aus, daß solche Zustände eine absolute Ausnahme bilden. Sie sprechen ja von “einem” Kindergarten, in dem Sie gearbeitet haben. Offenbar fehlen Ihnen die Vergleichsmöglichkeiten, weshalb ich mir an Ihrer Stelle das “viele” verkniffen hätte.
Vielleicht wäre es, als Sie dann die Leitung übernahmen, zielführender gewesen, die “bösen” Erzieherinnen nicht zu “mobben, bis sie von sich aus kündigten”, sondern, zusammen mit den “guten” Kolleginnen, die es nach Ihren Schilderungen ja auch gab, das Gespräch mit dem Träger zu suchen, der ja offensichtlich genug Vertrauen in Sie hatte, um Sie zur Leitetin zu machen.
“Mobben” als Lösungsstrategie für unhaltbare Zustände, ist da m.E. eher kontraproduktiv.

Russlanddeutsche
1 Monat zuvor
Antwortet  Marion

Das Gespräch mit dem Träger fand statt. Der hat mir erlaubt, alles zu unternehmen, damit die Damen endlich gehen. Denn in einem Land, in dem man aus Datenschutzblödsinn, Täter weder filmen noch Ton aufnehmen darf, ist ziemlich problematisch, psychische Gewalt vorm Gericht zu beweisen. Wenn selbst Eltern nicht geglaubt haben…
Blieb nur noch die Bösen wegzumobben. Diese Strategie war die einzige, die sehr produktiv war. Was aber schlimm ist, dass die bestimmt wieder mit Kindern arbeiten

Fraup
1 Monat zuvor
Antwortet  Russlanddeutsche

Falls diese Vorfälle stattgefunden und Sie diese nicht zur Anzeige gebracht haben, sind Sie der Kindeswohlgefährdung mitschuldig! Da hilft auch kein aber …

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Fraup

Sehe ich ganz genauso.

Rathausuhr
1 Monat zuvor
Antwortet  Fraup

Ja, wir sind seit ein paar Jahren verpflichtet, Kindeswohlgefährdung zu melden, wenn ich mich nicht irre. Dann hätte geklärt werden können, was an den Vorwürfen dran ist.

Russlanddeutsche
1 Monat zuvor
Antwortet  Fraup

Schreiben Sie bitte hier, wie Sie psychische Gewalt beweisen werden? Vielleicht wird es jemandem nächstes Mal helfen, der etwas ähnliches erleben wird.

In einer Gruppe arbeiten drei Erzieher: zwei ,die dem Kind einreden, dass seine Eltern es nicht lieben und ich. Ich würde aufstehen und zur Leiterin gehen und das erzählen. Sie würde in die Gruppe gehen und die Erzieher fragen ,ob es stimmt. Und die beiden sagen bestimmt,ja , das stimmt, wir reden dem Kind das ein.
Echt? Glauben Sie, dass etwas was gebracht hätte? Übrigens habe ich das der Stellvertretenden Leitern erzählt und sie sagte zu mir :” Es ist sehr wichtig, mit den Kollegen klarzukommen”
Selbst Elternbeirat hat mir nicht geglaubt…Weil die Erzieher immer nett waren, solange die Tür geöffnet war….
Wie die Justiz reagiert, selbst wenn man mit einem Messer unterwegs auf der Straße ist, weiß man…

TschinavonMauzen
1 Monat zuvor
Antwortet  Russlanddeutsche

Zunächst einmal, tut es mir sehr leid, was sie erlebt haben. Ich habe auch schon solche Horrorgeschichten aus Kitas gehört und ja, das ein oder andere Mal, habe ich auch schon grenzwertige Situationen erlebt. Ich erlebe auch oft, dass es verschiedene Meinungen zu pädagogischem Handeln gibt. Wo, ich manchmal nachgiebiger wäre, bestehen Kolleginnen darauf, dass eine Aufgabe vom Kind erledigt wird. Da ich allerdings keine gelernte Erzieherin bin sondern aus der Heilpädagogik komme, weiß ich bisweilen nicht, was jetzt richtig ist. Was ich aber definitiv auch bemerke, dass Kinder keine Regeln und Grenzen von zu Hause kennen. Und natürlich macht, dass die pädagogische Arbeit nicht gerade einfacher. Da stellt sich schon die Frage, worauf bestehe ich und wo überfordere bzw. Breche ich das Kind. Für mich ist gerade letzteres schwierig. Natürlich müssen Kinder lernen sich an Regeln zu halten und auf die Schule vorbereitet werden. Trotzdem müssen sie auch individuelle Persönlichkeiten bleiben dürfen, mit Stärken und Schwächen. Sie sollen im besten Fall zu liebevollen, respektvollen und selbst denkenden Menschen werden. Sie sollen genug Selbstbewusstsein haben um sich gegen Ungerechtigkeiten zu wehren und sich selbst verwirklichen. Aber auch Sinn für Gemeinschaft haben, Empathie und Mitgefühl haben und sich für andere Menschen einsetzen, wenn diese es nicht können. Sie sollen resilient und krisenfest werden um sich den Herausforderungen des Lebens stellen zu können. Die Grundlage dafür wird einerseits um Elternhaus gelegt aber auch in der Kita. Einen Stift richtig halten und nutzen zu können, mit der Schere umgehen und ruhig am Tisch sitzen, zuhören und konzentriert arbeiten zu können, sind nicht wichtige Fähigkeiten. Aber eben nicht die einzigen, die einen Menschen ausmachen.

TschinavonMauzen
1 Monat zuvor
Antwortet  TschinavonMauzen

Es soll natürlich heißen, wichtige Fähigkeiten. Das “nicht” ist da einfach reingerutscht.

Rathausuhr
1 Monat zuvor
Antwortet  Russlanddeutsche

Ich weiß nicht, das klingt alles schrecklich, kommt mir aber fast wie ein KI-Text vor. Leider können wir nichts davon überprüfen……..

Heinz
1 Monat zuvor
Antwortet  Rathausuhr

KI-Text ist in der Regel ohne Rechtschreibfehler.

Russlanddeutsche
1 Monat zuvor
Antwortet  Russlanddeutsche

Fazit:
Selbst hier musste ich mich rechtfertigen,wenn ich die Kommentare zu meiner Geschichte lese.
Das einzige ,was ich noch ergänzen will: Natürlich arbeiteten auch gute Erzieher dort. Das Böse ist aber leider viel stärker als das Gute. 99,9% von Menschen werden lieber schweigen, da sie bald Feierabend haben und Teamarbeit sehr wichtig ist! Und wenn Gesetze so schwach sind, dass man schnell vom Opfer zum Täter wird, fängt man lieber an, die bösen zu mobben. Dieser Weg ist kürzer und sicherer.

Kleopas
1 Monat zuvor

Manchmal gibt es auch kritische Stimmen zu den offiziell verbreiteten neuen “Laissez-faire-Erziehungsmethoden” in der Kita:
https://www.cicero.de/kultur/brandbrief-hessischer-grundschullehrer-wie-moderne-fruhpadagogik-unsere-kinder-hilflos-macht

Marion
1 Monat zuvor
Antwortet  Kleopas

Bei “unangemessenem Verhalten” denken die Meisten zunächst an körperliche und verbale Übergriffigkeiten, an unangebrachtes Berühren, an zu festes Anpacken, an verbale Entgleisungen, an zu laute Ansprache, an Zwang und Drill.
Aber kann unangenessenes Verhalten nicht auch bedeuten, zu zurückhaltend zu sein, aus lauter Angst, man könnte etwas falsch machen? Ist es angenessen, zum zehnten mal zu säuseln “bitte komm jetzt mit, heute gibt es Nudeln mit Tomatensoße, das ist doch dein Lieblingsessen” – und das Kind reagiert immernoch nicht? Verweigern wir Kindern damit nicht die dringend notwendige Orientierung, die es braucht, um sich im Leben zurechtzufinden?
Oder wäre es nicht angemessener nach mehrmaligem Bitten und Auffordern mal zu sagen “ist ok, wenn du keinen Hunger hast. Trotzdem ist Spielen jetzt auch für Dich vorbei”, den “kleinen Racker” an der Hand und – bei weiterem Sträuben – auf den Arm zu nehmen und ihn dahin zu tragen, wo er hin soll?
Habe ich schon öfter gemacht. Habe auch getröstet und gesagt “Ja, ich weiß, das ist jetzt gar nicht schön, aber du kannst nun mal nicht ganz alleine unten bleiben, wenn alle oben beim Essen sind.” Nach spätestens fünf Minuten sind solche “Dramen” in der Regel überstanden und das Stimmungsbarometer liegt im Bereich “Lecker, Nudeln! Kann ich noch Soße haben?”
Oder bin ich jetzt komplett raus, weil ich den kindlichen Willen sträflich mißachtet habe?
Manchmal blick ich echt nicht mehr durch.
Würde dieses Verhalten dazu führen, dass eine Kollegin, die für eine Studie befragt wird, dieses mein Verhalten, als unangemessen bezeichnen würde, wo sie den Impuls verspürt hätte, das Kind vor meinem “unangemessenen Verhalten” zu schützen?
Was ist eine Studie wert, in der es ausschließlich um das subjektive Empfinden geht und keinerlei objektive Kriterien darüber vorliegen, was denn überhaupt als unangenessenes Verhalten definiert wird.
Fragen über Fragen und keine Antworten.
Und ich dachte immer, nach einer Studie ist man schlauer.

Marion
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Doch. Grenzen gibt es sehr wohl. Natürlich dürfen Kinder nicht geschlagen werden und es darf ihnen auch nicht damit gedroht werden.
Und Kinder mit Gewalt zum Essen zwingen, bis hin zum Übergeben, überschreitet diese Grenzen auch.
Es gibt Verhaltensweisen, die definitiv eine Grenze überschreiten. Da müssen sie nur den Post von @Russlanddeutsche lesen. Alles was da beschrieben wird, überschreitet sämtlich Grenzen und gehört angezeigt. Das ist körperliche und seelische Misshandlung, ohne Wenn und Aber.

Kerstin
1 Monat zuvor

Ich würde mir es wünschen wenn es so wäre wie in Amerika – die Kitas haben Kameras, und die Eltern können sich per App einloggen und die Einrichtung und auch ihr Kind im Auge behalten. Klar, mehr Aufwand, aber zum Schutz für die Kinder sollte es auch keine Probleme damit geben.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Kerstin

Das wäre genau der Moment, wo ich mein Kind aus dieser Kita nehmen würde (ich würde sicherlich nicht wollen, dass andere Eltern den ganzen Tag luschern, was die Kinder so treiben) und es wäre auch der Moment, wo ich als Erzieherin die fristlose Kündigung einreichen würde.
Ganz gruselige Vorstellung…..

Marion
1 Monat zuvor

Danke.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Kerstin

Ich bin so froh, dass wir in meiner Schule Smartwatches / Handys untersagt haben…..wenn Eltern kein Grundvertrauen in unsere Schule haben, steht es ihnen frei eine andere Schule für ihr Kind zu wählen….und so wünsche ich mir das auch in der Kita…

Ich_bin_neu_hier
1 Monat zuvor
Antwortet  Kerstin

“Ich würde mir es wünschen wenn es so wäre wie in Amerika – die Kitas haben Kameras, und die Eltern können sich per App einloggen und die Einrichtung und auch ihr Kind im Auge behalten.”

  1. “Klar, mehr Aufwand, aber zum Schutz für die Kinder sollte es auch keine Probleme damit geben.” – Das Problem ist nicht der zusätzliche Aufwand, sondern dass jede Abwägung klar entgegenstehender Rechtsgründe fehlt.
  2. Eine solche umfassende Überwachung DURCH ELTERN wäre ein Verstoß gegen die DSGVO auf mehreren Ebenen – nicht nur die Persönlichkeitsrechte der Kinder wären massiv verletzt, sondern natürlich auch die der Erzieherinnen und Erzieher.
  3. Ein solches Verfahren würde in Deutschland niemals einer gerichtlichen Überprüfung standhalten, einfach weil es ein milderes Mittel gäbe, um denselben Zweck (Verhinderung von Kindesmisshandlung / Kindeswohlgefährdung) zu erreichen: Videoüberwachung, die zunächst nur der Träger bzw. dessen Beauftragte einsehen können und die falls erforderlich den Strafverfolgungsbehörden zur Verfügung gestellt wird.
  4. Das wäre auch der gravierende Unterschied zu Videoüberwachung in Unternehmen: Nur zulässig, falls ein berechtigtes Interesse des Arbeitgebers vorliegt, und nur mit Zustimmung des Betriebsrates. Die “Kunden” – und dabei handelt es sich letztendlich bei den Eltern von Kindergarten- und Hortkindern – haben definitiv in Deutschland NICHT das Recht, eine Videoüberwachung der Mitarbeitenden zu verlangen oder durchzusetzen.
  5. Sie befürworten einen LIVESTREAM aus jeder einzelnen Kita in Deutschland und Ihnen kommt nicht der Gedanke, dass Pädophile Ihnen auf Knien danken und Ihnen die Füße küssen würden? – “Aber die Übertragung ist doch sicher, nur per App und nur mit Login zugänglich.” – Komisch, mir war nicht klar, dass Pädophile nicht gleichzeitig auch Eltern sein können: Ist das so? Man müsste offensichtlich auch die Eltern überwachen – allein schon, um eine unzulässige Weitergabe des Materials zu verhindern. Klar, mehr Aufwand, aber zum Schutz der Kinder… Sie merken, wo das hinführt?
Heinz
1 Monat zuvor

Meine Meinung zu ungemessenem Verhalten habe ich ja bereits geschrieben, und natürlich sollte dies vermieden werden, gleichzeitig sollte aber auch die Frage erlaubt sein, warum es Jahrzehnte gut funktionierte (ich hatte eine schöne Kindergartenzeit – Kita gab es nicht), und jetzt immer mehr Kinder selbst ein dermaßen unangemessenes und herausforderndes Verhalten zeigen, dass es vermehrt zu solchen Reaktionen bei dem KiTa Personal kommt. Ich gehe davon aus, das einige der KiTa Personen, die regelmäßig ungemessenes Verhalten zeigen schlicht überfordert sein könnten.

Die Frage muss erlaubt sein, ob manche Erziehungsstile einiger Elternhäuser noch zeitgemäß und angemessen sind. Gleichzeitig müsste man dann mal herausfinden, nach welchem Erziehungsstil die Kinder das auffälligste Verhalten zeigen. KiTa und Schulen können einfach die ungenügende Erziehung der Elternhäuser nicht auffangen, das zeigt sich immer mehr.
Das sind ernst gemeinte Fragen, ohne bestimmte Erziehungsstile direkt zu verteufeln, ich selbst habe die besten Erfahrungen mit einem autorativem Erziehungsstil gemacht, weiss aber oft auch nicht, ob das bei einigen die Lösung gewesen wäre (wie gesagt rein subjektiv meine eigene Erfahrung).

Tina
1 Monat zuvor

Meine Beobachtungen sind, das Erzieherinnen nicht eingreifen, da sie sich nicht unbeliebt bei den Kindern machen möchten und paradoxerweise, dann in die Rolle der ständigen “Meckertante” geraten. Zudem ist in Kitas eine starke Teamarbeit und die neuen Mitarbeiter werden auf Grenzen getestet von Kindern und Mitarbeitern, so das immer Konfliktpotenzial vorhanden ist.

Claudine de Payrebrune
1 Monat zuvor

Startet doch mal ne Umfrage bei Heilerziehungspflegern und Krankenpflegern, die in Einrichtungen wie die Lebenshilfe ( Wohngruppen und werkstätten) und Co arbeiten, oder in Pflege- und Altersheimen. Ich könnte jede Menge erzählen ….vor allem durch permanente Unterbesetzung verursachte Situationen…..

TschinavonMauzen
1 Monat zuvor

Oh ja. Oft noch viel gruseliger. Was da an Gewalt passiert. Teils aus permanenter Überfoderung und Stress andererseits weil inzwischen jeder genommen wird wegen des Personalmangels. Auch wird vieles verschwiegen, denn schließlich, will keiner den ohnehin schon labilen Dienstplan sprengen. Im Ernstfall bleibt es dann doch bei Aussage gegen Aussage. Schlimm wenn man keine direkten Beweise liefern und das Opfer nicht selbst aussagen kann. Wenn die Beschwerden zu groß werden vom Team, wird der oder die Mitarbeiter/in versetzt. Manch einer wird weitergereicht ein Wanderpokal. Ansonsten geschieht wenig bis gar nichts.

Schröder
1 Monat zuvor

Und an den Kindern liegt es natürlich nicht….. Zuviel duziduzi schadet genauso!

Steffi
1 Monat zuvor

Sehr schwierig wird es dann wenn Vorfälle Kindeswohlgefährdung gemeldet werden und von Vorgesetzten und höheren Vorgesetzten nicht gehört beziehungsweise ignoriert werden und dann nochdiejenigen bestraft beziehungsweise unter Druck gesetztwerden, welche es gemeldet haben! Letztendlich konnten die rechtschaffen den Erzieher/innen dort nicht mehr arbeiten und die besagte Person, machte unter den Augen der Vorgesetzten so weiter! Da stellt sich mir die Frage, in welchem Sozialstaat wir leben! Nie würde ich mein Kind unter drei Jahren in eine Einrichtung geben! Zu viel habe ich hier schon selbst erlebt oder gehört!

potschemutschka
1 Monat zuvor

https://www.fr.de/panorama/erschreckender-trend-deutschen-kitas-gefaehrdet-die-entwicklung-der-kinder-erzieher-zr-93800950.html
Vielleicht fällt uns dieser Trend schon jetzt auf die Füße und nicht erst in 20 Jahren? Ist nur meine persönliche Vermutung!

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