Website-Icon News4teachers

Künstliche Intelligenz in allango – ein Blick hinter die Kulissen

Anzeige

Im Gespräch mit Daniel Pflugbeil, Leiter der Digitalentwicklung: Im Interview erklärt er, warum KI im Unterricht mehr ist als ein digitales Upgrade, wie von Anfang an sowohl Datensicherheit als auch KI-Ethik mitgedacht wurden und auf welche Funktionen sich Lehrkräfte unbedingt einstimmen sollten.

Bild: ©Ernst Klett Sprachen: Daniel Pflugbeil ist Leiter Digitalentwicklung bei Ernst Klett Sprachen

Der große Moment: Das zuletzt mit integrierten KI-Tools aktualisierte Update von allango wurde gelauncht. Wovon profitieren Lehrkräfte und Lernende konkret?

Daniel Pflugbeil: Lehrkräfte und Lernende können sich vor allem darauf freuen, dass wir die KI rechtlich sicher und nahtlos in unsere Produkte einbinden und nicht einfach vom Unterrichtsstoff losgelöst KI-Dienste anbieten. Alle Funktionen wurden von uns mit Unterrichtenden und Sprachdidaktikern entwickelt, damit sowohl Qualität als auch Benutzererfahrung für die jeweiligen Zielgruppen stimmen. Der Fokus liegt klar auf der gezielten Unterstützung der Lehrkräfte und Lernenden. Beispielsweise haben wir nahezu all unsere Digitalen Ausgaben nachträglich mit dem Übersetzungswerkzeug „allango buddy” ausgestattet, mit dem es möglich ist, in den Digitalausgaben Wörter und Sätze im Kontext in 11 Sprachen zu übersetzen. Unser neues formatives Feedback unterstützt die Lernenden im Selbstlernprozess und entlastet damit auch die Lehrkräfte. Mit einem weiteren Werkzeug lassen sich zudem passend zu Grammatik und Niveau Arbeitsblätter erstellen, die bei Bedarf in Form eines Wordexports auch noch nachbearbeitet und individualisiert werden können.

Mehr als nur ein technisches Upgrade: Künstliche Intelligenz ist in aller Munde, aber jeder Anbieter setzt sie anders ein. Welche Philosophie steckt hinter dem Ansatz, KI in allango zu integrieren, und wie unterscheidet er sich von anderen digitalen Lernplattformen?

Daniel Pflugbeil: Unser Ansatz sieht vor, dass wir KI nicht als Selbstzweck überall dort einbinden, wo es denkbar ist, sondern nur an den Stellen, an denen sie einen didaktischen Mehrwert bietet. Die Integration erfolgt dabei so nahtlos wie möglich, damit es keinen Bruch im Lehr- und Lernprozess gibt. Gleichzeitig müssen die Nutzerinnen und Nutzer natürlich jederzeit erkennen können, wenn eine Rückmeldung von einer KI erfolgt. Daher sind die Funktionen auch transparent als solche ausgezeichnet. Die Anbindung der KI erfolgt dabei zu 100 % DSGVO-konform und gemäß dem EU AI Act, damit eine Nutzung völlig unbedenklich ist.

Der kontextsensitive Übersetzer: Bereits nach einer kurzen Zeit von nur 6 Monaten nach Launch wurden über allango buddy bereits über eine Million Übersetzungen generiert. Wie verändern die neuen KI-Funktionen den Unterrichtsalltag – gerade im Hinblick auf Vorbereitung und Binnendifferenzierung?

Daniel Pflugbeil: Die Nutzungsintensität des allango-buddy-Werkzeugs ist ein toller Erfolg. Wenn ich mir die meistgenutzten Sprachen ansehe, neben Englisch auch Arabisch und Ukrainisch, trifft es auch genau den Bedarf im Markt. Aber das reine Übersetzungswerkzeug ist nur der erste Schritt, dahinter befindet sich ein lexikalisches Sprachwerkzeug, mit dem Vokabeln nicht nur übersetzt, sondern auch gesammelt und geübt werden können. Der Ansatz des allango buddy ist das selbstständige Lernen und gerade hier hilft die KI, den Lernenden Rückmeldungen zu geben, die den Lernprozess individuell voranbringen.

Neue Dynamik im Unterricht: Lehrkräfte kämpfen oft mit knapper Vorbereitungszeit und heterogenen Gruppen. Wie verändern die neuen KI-Funktionen in allango den Unterrichtsalltag – von der Planung über die Binnendifferenzierung bis hin zum personalisierten Feedback?

Daniel Pflugbeil: Mit unserer Funktion „allango training” bekommen Lernende qualifiziertes KI-Feedback auf ihre individuellen, selbst geschriebenen Antworten, ohne, dass eine Lehrkraft hier aktiv werden muss. Das Feedback ist für geeignete offene Aufgaben verfügbar und besteht aus einer Rückmeldung zur Qualität der Lernendenantwort, aber auch zur Grammatik. Dabei bewertet die KI aber nicht mit einer Note oder einer Punktzahl. Ziel ist es, dass sich die Lernenden anhand der KI-Rückmeldung selbst einschätzen können. All das unterstützt die Lehrkraft, da die Selbstständigkeit der Lernenden erhöht wird. Die Anbindung einer KI schafft hier also Freiräume bei den Lehrkräften bei steigender Individualität in Bezug auf die Lernenden.

Lernen neu gedacht: Können Sie ein konkretes Beispiel nennen, bei dem KI nicht nur Prozesse beschleunigt, sondern auch die Qualität des Lernens deutlich verbessert?

Daniel Pflugbeil: Die KI geht beim formativen Feedback individuell auf den Lernenden ein und zeigt Defizite auf. Insofern erhöht das natürlich die Qualität des Lernens, da der Prozess auch ohne Lehrkraft differenzierter stattfindet. In die von uns entwickelten Prompts ist viel konzentriert aufgebautes Know-how geflossen. Der Prompt berücksichtigt nicht nur den Kontext der Inhalte. Auch die Ergebnisse sind so aufgebaut, dass die Lernenden das Feedback gut verstehen können, um daraus zu lernen. Dabei ist uns wichtig, dass die Ergebnisse in ihrer Detaillierung nicht frustrierend, sondern motivierend sind. Wer selbst eine KI nutzt, weiß sicherlich, wie viel Aufwand im Formulieren von Statements steckt, um möglichst gute und konsumierbare Ergebnisse zu erhalten. Das entlasten wir mit unserem speziell entwickelten Prompt komplett.

Vertrauen ist Pflicht: Gerade im Bildungsbereich ist Datenschutz sensibel. Wie stellen Sie sicher, dass KI-gestützte Funktionen nicht nur leistungsfähig, sondern auch datensicher und DSGVO-konform sind?

Daniel Pflugbeil: Die von uns entwickelten Lösungen werden in Deutschland umgesetzt. Wir achten zudem darauf, dass die von uns genutzten Dienste in der EU betrieben werden. Die Hostingdienstleister treffen umfassende Vereinbarungen, nach denen die übermittelten Daten nicht zur weiteren Analyse, Profilierung, dem Training der KI etc. verwendet werden dürfen. Zudem geben wir an die KI-Dienste nur ein Minimum an absolut notwendigen Eingabedaten weiter, d.h. auch keine personalisierten Profildaten (wie E-Mail, Name, Alter, Geschlecht etc.). Vor der Verwendung eines Dienstes weisen wir die Nutzerinnen und Nutzer zudem transparent darauf hin, dass eine KI im Einsatz ist.

KI-Ethik im Alltag: Technologie muss verantwortungsvoll eingesetzt werden. Welche ethischen Grundsätze leiten Sie bei der Entwicklung und beim Einsatz der KI-Tools in allango?

Daniel Pflugbeil:

Stimmen aus der Praxis: Sie haben die neuen Funktionen bereits in einer Pilotphase getestet. Welche Rückmeldungen von Lehrkräften oder Lernenden haben Sie besonders überrascht?

Daniel Pflugbeil: Für Erleichterung hat gesorgt, dass unsere Funktionen durch die nahtlose Integration tatsächlich so positiv wahrgenommen werden, wie wir das konzipiert haben. Überrascht hat mich vor allem der Wunsch, Einfluss auf die Prompts nehmen zu können. Das zeigt, wie intensiv sich manche Lehrkräfte bereits mit dem Thema Künstliche Intelligenz beschäftigt haben.

Gemeinsam stärker: allango kommt in vielen Bereichen zum Einsatz – von Schulen bis zur Erwachsenenbildung. Welche Rolle spielen dabei Partnerschaften und wie wichtig sind offene Schnittstellen für den Erfolg?

Daniel Pflugbeil: Als einer der führenden Sprachenverlage Europas entwickelt Ernst Klett Sprachen für fast alle Sprachensegmente in DACH und mit Deutsch als Fremdsprache und English Language Teaching weltweit Sprachlehr- und Lernmaterialien – in der medial optimalen Aufbereitung in Print und digital. Dabei unterscheiden wir zuallererst die Anforderungen der jeweiligen Länder (Curricula und Prüfungsanforderungen) bzw. die digitale Infrastruktur, die sie bereitstellen, und die Erwartungen, die sie an uns als Verlag stellen, um uns daran anzupassen. Hierbei sind verschiedene technische Setups zu unterscheiden. Der Aufruf der Inhalte findet aber überwiegend auf der Verlagsplattform statt. Viele Organisationen haben jedoch bereits ein eigenes Learning Management System im Betrieb und möchten, dass unsere Verlagsinhalte direkt darin aufrufbar oder darüber administrierbar sind. Z. B. ist die vhs.cloud ein hervorragendes Beispiel dafür: Der Deutsche Volkshochschulverband betreibt zentral für alle VHS in Deutschland eine Lernplattform, und wir als Verlag sind per Schnittstelle verbunden. So ist es möglich, dass die Inhalte von unserer Lernplattform innerhalb der Lernplattform der Kunden aufgerufen werden können.

Dies ist eine Pressemeldung der Ernst Klett Sprachen GmbH

Anzeige
Die mobile Version verlassen