DRESDEN. An den beruflichen Schulen fehlt es an Lehrer*innennachwuchs. Ein Grund dafür könnte sein, dass viele Studieninteressierte diese Schulart gar nicht kennen: Wer selbst nie an einer beruflichen Schule gelernt hat, zieht diese Schulart bei seiner Studienentscheidung möglicherweise nicht in Betracht.
Die TU Dresden hat verschiedene Studienoptionen entwickelt, um den Einstieg in und das Studium des Lehramts an berufsbildenden Schulen zu erleichtern. Diese richten sich sowohl an Abiturientinnen, Technikerinnen und Meisterinnen als auch an Schülerinnen mit Fachhochschulreife.
Lehramt für berufsbildende Schulen (LA BBS)
Das Studium für das Lehramt an berufsbildenden Schulen kann mit oder ohne Berufserfahrung aufgenommen werden und vermittelt wichtige Grundlagen für die Arbeit als Lehrkraft an berufsbildenden Schulen oder in der Erwachsenenbildung. Eine abgeschlossene Berufsausbildung ist von Vorteil, aber keine zwingende Voraussetzung für den Studienbeginn. Für die Zulassung zur Ersten Staatsprüfung ist jedoch der Nachweis eines mindestens einjährigen Berufspraktikums in der gewählten Fachrichtung erforderlich, wobei eine fachlich einschlägige abgeschlossene Ausbildung angerechnet wird. Das Berufspraktikum soll praktische Einblicke in das Berufsleben geben und muss, sofern nicht bereits vor dem Studium vorhanden, zusätzlich zum regulären Studium absolviert werden.
Option 1: Kooperative Ausbildung im technischen Lehramt (KAtLA)
In den gewerblich-technischen Fachrichtungen wird eine kooperative Berufsausbildung im Rahmen des Lehramtsstudiums angeboten. In einer verkürzten einjährigen betrieblichen Ausbildung kann ein HWK- oder IHK-Berufsabschluss erworben werden. Die Regelstudienzeit verlängert sich um zwei auf zwölf Semester, dementsprechend hat man auch länger Anspruch auf BAföG. Mit dieser Studienoption wird der Zugang zum Lehramt an berufsbildenden Schulen in Sachsen auch für Personen erleichtert, die zu Beginn des Lehramtsstudiums nicht über die notwendigen berufspraktischen Erfahrungen verfügen.
Option 2: Option Studium des technischen Lehramts (OptLA)
Mit dem Studiengang Ingenieurpädagogik bieten die Hochschule Mittweida und die Westsächsische Hochschule Zwickau in Kooperation mit der TU Dresden eine weitere Option für den Einstieg in das technische Lehramt an. Das Studium wird von den Kooperationspartnern gemeinsam verantwortet und findet teilweise an den Standorten der Hochschulen, aber auch hochschulübergreifend statt. Nach dem Abschluss Bachelor of Engineering können die Absolventinnen ihr Studium an der TU Dresden fortsetzen und nach dem Ersten Staatsexamen den Weg in den sächsischen Schuldienst einschlagen. Besonders attraktiv für die Studierenden ist, dass sie mit dem Bachelor bereits über einen vollwertigen Hochschulabschluss verfügen, bevor sie für das verkürzte Studium Lehramt an berufsbildenden Schulen nach Dresden wechseln. Darüber hinaus bietet dieser Studienweg auch Schülerinnen mit Fachhochschulreife eine Perspektive für den Lehrerberuf. Durch den Bachelor-Abschluss an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften wird das weitere Studium an der Universität rechtlich möglich.
Der fachliche Schwerpunkt liegt im gewerblich-technischen Bereich. Das Studium der Ingenieurpädagogik eignet sich daher besonders für Studierende mit einer Ausbildung oder Berufserfahrung in diesen Bereichen, die sich in ihrer Region ingenieurwissenschaftlich und pädagogisch weiterbilden und für das Lehramt an berufsbildenden Schulen qualifizieren möchten. Das Studium in Mittweida und Zwickau ist besonders praxisorientiert. So sammeln die angehenden Lehrerinnen hier schon während des Bachelorstudiums wichtige Erfahrungen, die sie später an ihre Schülerinnen weitergeben können.
Option 3: Schulassistenz in Qualifizierung (SchulAQ)
Die Option „Schulassistenz in Qualifizierung“ ist ein duales Studienmodell für das Lehramt an berufsbildenden Schulen. Technikerinnen und Meisterinnen, aber auch Bachelor-Absolventinnen werden direkt an einem Beruflichen Schulzentrum angestellt und absolvieren parallel ein Teilzeit-Lehramtstudium an der TU Dresden. An zwei Tagen in der Woche sind die Schulassistentinnen an ihrem BSZ eingesetzt und unterstützen aktiv die Planung und Gestaltung des Unterrichts, die restliche Zeit steht für das Lehramtsstudium in Dresden zur Verfügung. Diese Studienoption bietet Interessentinnen mit Fortbildungsabschlüssen wie Technikerinnen und Meisterinnen die Möglichkeit, ein grundständiges Lehramtsstudium zu absolvieren. Durch die Anstellung an einem sächsischen Berufsschulzentrum sind die Schulassistentinnen in Qualifizierung auch während des Studiums finanziell abgesichert.
Öffentlichkeitsarbeit
Neben der Lehre in den verschiedenen Studienoptionen umfasst die Arbeit des Teams der Studienoptionen des technischen Lehramts auch den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Mit dem Ziel, die Berufs- und Studienorientierung zu unterstützen, das Berufsschullehramt flächendeckend bekannter zu machen und Interessenten für das technische Lehramt an berufsbildenden Schulen zu gewinnen, veranstalten wir auf Anfrage unter anderem Workshops und (Online)Informationsveranstaltungen, auch direkt an Schulen
Alle Informationen zu den Studienoptionen des technischen Lehramt finden Sie unter: https://tu-dresden.de/gsw/ew/studienoptionen-technisches-lehramt
Dies ist eine Pressemitteilung / ein Advertorial der TU Dresden.
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