
Die Lehrerinnen und Lehrer im Land leisteten jeden Tag unter nicht immer einfachen Bedingungen «Großartiges für die Bildung und Erziehung unserer Kinder und Jugendlichen», so Vogt. «Auf ihrem Rücken Wahlkampf zu machen, ist von den Grünen schlichtweg unanständig.» Statt die Lehrkräfte mit Debatten über ihren Beamtenstatus zu verunsichern, stehe die CDU klar an der Seite der Pädagogen. In Baden-Württemberg wird am 8. März ein neuer Landtag gewählt. Kretschmann tritt dabei nicht mehr an.
Protest von Verbänden
Auch Verbände hatten gegen Kretschmanns Äußerungen protestiert. Es sei dringend geboten, dass Lehrerinnen und Lehrer auch weiterhin verbeamtet würden, sagte der Landesvorsitzende des Beamtenbunds Tarifunion (BBW), Kai Rosenberger. Lehrkräfte nähmen hoheitliche Aufgaben wahr, die Schulen müssten streikfrei bleiben.
Auch der Verband Bildung und Erziehung wies Kretschmanns Äußerungen entschieden zurück. «Lehrkräfte legen die Grundlage dafür, dass Demokratie, Sicherheit und gesellschaftlicher Zusammenhalt überhaupt möglich sind», sagte der VBE-Landeschef Gerhard Brand. Wenn das keine hoheitliche Aufgabe sei, stellt sich ernsthaft die Frage, was der Staat darunter verstehe.
Kretschmann: Debatte nicht «zielführend»
Kretschmann hatte am Dienstag auf die Frage eines Journalisten gesagt, dass es den Beamtenstatus für Lehrer aus seiner Sicht eigentlich nicht brauche. «Das muss man nicht als hoheitliche Aufgabe organisieren, es gibt ja auch angestellte Lehrerinnen und Lehrer, die können ihren Beruf genauso ausüben.» Es gebe keine tieferen Gründe für den Beamtenstatus (News4teachers berichtete).
Der Regierungschef hatte aber gleichzeitig deutlich gemacht, dass er die Debatte nach eigenen Worten für nicht zielführend halte, weil alle Länder dann auf die Verbeamtung der Pädagogen verzichten müssten – dazu fehle aber die Bereitschaft. Der Beamtenstatus sei attraktiv, kein Bundesland könne sich erlauben, Lehrerinnen und Lehrer an die Konkurrenz zu verlieren, so Kretschmann, der selbst Lehrer war und bald aus dem Amt scheidet.
Beamtenstatus spiegelt Verantwortung der Lehrkräfte
Nach früheren Angaben des Kultusministeriums sind in Baden-Württemberg derzeit rund zehn Prozent der rund 120.000 Lehrerinnen und Lehrer im Südwesten angestellt. Der Rest ist verbeamtet.
Lehrerinnen und Lehrer werden häufig verbeamtet, weil sie an staatlichen Schulen öffentliche Aufgaben mit hoheitlicher Verantwortung wahrnehmen. Der Beamtenstatus garantiert laut Beamtenbund dbb, dass Schule «ein neutraler, der Demokratie verpflichteter Ort» bleibe, auch indem er die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Lehrkräfte sichere. Lehrkräfte träfen zudem Entscheidungen, die den Lebensweg der Schüler prägten, etwa durch Noten, Versetzungen und Abschlüsse.
Grüne: «Durchsichtige Wahlkampfmanöver»
Die Grünen wehrten sich gegen die CDU-Vorwürfe. Die Mittelstandsunion und andere führende CDU-Politiker wie Carsten Linnemann würden den Beamtenstatus angreifen und ihn tatsächlich abschaffen wollen, sagte der Grünen-Landeschef Pascal Haggenmüller. «Wir müssen gemeinsam darüber sprechen, wie Lehrer die Anerkennung bekommen, die sie verdienen. Wir wollen ihnen die Rahmenbedingungen und die Rückendeckung geben, die sie für ihre Arbeit brauchen. Durchsichtige Wahlkampfmanöver gehören nicht dazu.»
«Der Koalitionsstreit zwischen Grün-Schwarz wird immer abenteuerlicher», kommentierte der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Stefan Fulst-Blei. «Leider erhalten unsere Lehrkräfte weder von den Grünen noch von der CDU den Rückhalt, den sie sich mit ihrer engagierten Arbeit verdient haben.» News4teachers / mit Material der dpa
“Der Beamtenstatus garantiert laut Beamtenbund dbb, dass Schule «ein neutraler, der Demokratie verpflichteter Ort» bleibe, auch indem er die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Lehrkräfte sichere. Lehrkräfte träfen zudem Entscheidungen, die den Lebensweg der Schüler prägten, etwa durch Noten, Versetzungen und Abschlüsse.”
Ich finde auch, das ist erstens Wahlkampfmanöver und zweitens negiert es wieder, dass es Tausende angestellte Lehrer gibt. Sie bildeten zeitweise die große Mehrheit in den ostdeutschen Ländern. Wissen die Wessis so wenig über den Osten? 30 Jahre nach dem Mauerfall?
Die angestellten Lehrer sind eh schon “Lehrer zweiter Klasse”, ja, aber ihnen nun auch noch abzusprechen, gute Arbeit zu leisten, schlägt dem Fass den Boden aus.
Naja, die CDU Berlin weiß nur zu gut, dass Lehrer auch Angestellte sein können. Was versprach sie nicht alles den angestellten Lehrern in Berlin vor den letzten Wahlen. Und was hat sie davon gehalten? Frau Günther-Wünsch, Bildungssenatorin, ist selbst Unterzeichnerin eines Antrages für einen besseren Nachteilsausgleich gewesen. Davon will sie jetzt aber nichts mehr wissen. Hilft also auch nicht, wenn die CDU weiß, dass es auch tausende angestellte Lehrer gibt.
Die CDU ist gespalten in Liberale und ewig Konservative, geschenkt! Die Grünen waren in der Frage immer klarer