DUISBURG. Die Gräfenauschule in Ludwigshafen steht seit Jahren bundesweit für ein Problem, das viele Grundschulen in sozialen Brennpunkten kennen: Ein großer Teil der Erstklässler schafft den Übergang in die zweite Klasse nicht. Nun sorgt eine Schule in Duisburg für ähnliche Aufmerksamkeit. An einer Grundschule müssen gleich 53 Kinder die erste Klasse wiederholen – ein außergewöhnlich hoher Wert, der ein Schlaglicht auf die Überforderung im Bildungssystem wirft.

Der Schulstart gilt als entscheidende Phase im Bildungssystem. In Duisburg zeigt sich jedoch, wie unterschiedlich dieser Start verlaufen kann. Für das kommende Schuljahr 2026/2027 wurden nach Angaben der Stadt 5.125 Kinder an den Grundschulen angemeldet. Doch diese Zahl erzählt nur einen Teil der Geschichte. Denn zu den neu angemeldeten Schulanfängern kommen in diesem Jahr 547 Kinder hinzu, die bereits die erste Klasse besucht haben – und nun erneut im ersten Jahrgang starten. Die Stadt spricht offiziell von „Rücktritten“, wie die Rheinische Post berichtet.
Damit verändert sich auch die Planungsgrundlage für das kommende Schuljahr. Rechnet man die Wiederholer zu den neu angemeldeten Kindern hinzu, müssten zunächst 5.672 Schülerinnen und Schüler in den ersten Klassen der Duisburger Grundschulen untergebracht werden.
Besonders auffällig sind dabei die Unterschiede zwischen den einzelnen Schulen. Während einige Grundschulen keinen einzigen Wiederholer in der ersten Klasse melden, liegen die Zahlen an anderen Standorten deutlich höher.
Den höchsten Wert verzeichnet die Gemeinschaftsgrundschule Brückenstraße im Stadtteil Hochfeld. Dort müssen gleich 53 Kinder die erste Klasse erneut besuchen. Damit bleiben faktisch zwei komplette Klassen im gleichen Jahrgang. Auch an anderen Schulen liegen die Zahlen deutlich über dem Durchschnitt. Die Gemeinschaftsgrundschule Breite Straße in Walsum meldet 25 Wiederholer, die Grundschule Hochfelder Markt 23 und die Grundschule in Laar 22. Insgesamt berichten 16 der 75 Duisburger Grundschulen von zweistelligen Zahlen bei den sogenannten Rücktritten. Gleichzeitig gibt es sieben Schulen, an denen alle Erstklässler regulär in die zweite Klasse versetzt werden.
„Ein gutes sprachliches Fundament ist entscheidend für den weiteren Bildungsweg“
In Nordrhein-Westfalen gelten die erste und die zweite Klasse offiziell als Schuleingangsphase. Kinder können diese Phase in zwei oder drei Jahren durchlaufen. Eine Wiederholung der ersten Klasse gilt deshalb formal nicht als klassisches Sitzenbleiben, sondern als Verlängerung der Lernzeit.
Dennoch sorgen hohe Wiederholerquoten unter Erstklässlern immer wieder für Diskussionen – insbesondere an Schulen in sozialen Brennpunkten. Bundesweite Aufmerksamkeit erregte in den vergangenen Jahren etwa die Gräfenauschule im Ludwigshafener Stadtteil Hemshof, einem Stadtteil, der längst bundesweit Symbol für die Folgen von Armut, Migration und politischem Versagen geworden ist.
Die Grundschule liegt mittendrin, zwischen engen Straßenzügen, Billigwohnungen und den Lebensgeschichten von Familien, die aus Bulgarien und Rumänien hierhergekommen sind – viele von ihnen Roma. Dort musste regelmäßig rund ein Drittel der Schulanfänger das Schuljahr wiederholen. Zuletzt waren es nach Angaben der Schule 38 Kinder bei insgesamt rund 120 Schülerinnen und Schülern im ersten Jahrgang, die als versetzungsgefährdet galten.
Die Probleme beginnen bereits vor der Einschulung. Wenn Kinder nur kurze Zeit eine Kindertagesstätte besucht haben oder kaum Deutsch sprechen, wird der Einstieg in den Unterricht erheblich schwieriger. Schulleiterin Barbara Mächtle beschreibt die Situation dort seit Jahren mit ähnlichen Worten. „Innerhalb eines Jahres sollen Kinder oft nicht nur eine neue Sprache lernen, sondern auch alle weiteren Kompetenzen für den Schulalltag aufbauen – das ist für viele unrealistisch“, sagte sie. Und: „Ein gutes sprachliches Fundament ist entscheidend für den weiteren Bildungsweg.“ Doch das fehlt eben allzu oft.
Auch in Duisburg. Dass die Herausforderungen an vielen Schulen kaum mehr zu stemmen sind, hatte Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link (SPD) bereits im vergangenen Jahr beschrieben. In einem Interview mit dem Spiegel verwies er auf die besondere Situation vieler Ruhrgebietsstädte durch Migration aus EU-Ländern. „Wir stehen hier vor einer Gerechtigkeitsfrage. In Duisburg und in verschiedenen anderen Kommunen sind Menschen aus Rumänien und Bulgarien unter dem Vorwand der Arbeitnehmerfreizügigkeit als vermeintliche Arbeitnehmer eingewandert“, sagte Link (News4teachers berichtete).
„Das bekommen Schulen nicht allein hin. Erst recht nicht ohne zusätzliches Personal, das wir nicht haben“
Allein in Duisburg lebten inzwischen rund 26.000 Menschen aus diesen Ländern. „Unter ihnen sind etwa 9000 Kinder, die teilweise noch nie eine Schule besucht haben, die nicht alphabetisiert sind, die enorme Förderbedarfe haben. Das bekommen Schulen nicht allein hin. Erst recht nicht ohne zusätzliches Personal, das wir nicht haben“, so Link. Ein erheblicher Teil dieser Zuwandererfamilien sind Roma. Sie gehören zu den am stärksten diskriminierten Minderheiten Europas.
Im Schulalltag werden die Probleme unmittelbar sichtbar. Lehrkräfte müssten Kinder unterrichten, die weder Deutsch sprechen noch grundlegende Lernerfahrungen aus dem Vorschulbereich mitbringen. Unterricht beginne für viele Schülerinnen und Schüler faktisch bei Null – gleichzeitig müssten Sprachförderung, Grundbildung und soziale Integration parallel geleistet werden. Link warnte deshalb vor den gesellschaftlichen Folgen dieser Entwicklung. „Hier kippt etwas“, sagte er mit Blick auf die Situation in vielen Stadtteilen. „Und das ist Gift für den sozialen Frieden.“
In Ludwigshafen ist die Lage vergleichbar. Trotz Förderprogrammen, zusätzlicher Projekte und politischer Ankündigungen hat sich dort bislang wenig verändert. Rektorin Mächtle fordert seit langem stärkere Investitionen in die frühkindliche Bildung. Entscheidend sei vor allem eine intensive Sprachförderung vor der Einschulung. Ohne diese Grundlage, so ihre Einschätzung, würden sich die Probleme zwangsläufig in den Grundschulen fortsetzen. Die Situation in Duisburg gibt ihr Recht. News4teachers
Hätte das durch ein verpflichtendes Vorschuljahr verhindert werden können?
“An der Grundschule Gräfenau in Ludwigshafen haben ca. 98 % der Erstklässler einen Migrationshintergrund.” Das sagt natürlich nichts über ihre Deutschkenntnisse, aber ich denke, deutsch zu lernen, wenn in der Klasse nur wenige diese Sprache beherrschen (und auch im Freundeskreis), wird nicht leicht.
Soll man festlegen, wie viele Kinder maximal pro Klasse ohne gute deutsche Sprache sein dürfen?
Vor 20 Jahren sind meine Bekannten extra in ein Dorf umgezogen, wo ihr Kind das einzige ohne Deutschkenntnissen war. Die Sprache wurde sehr schnell auf deiser Weise erlernt.
Das Problem ist dabei, dass man junge Schüler schlecht stundenlang durch die Gegend kutschieren kann, nur damit sie eine Grundschule besuchen können, in der die Mischung stimmt.
Ich hielt damals bei der Einführung von Hartz IV mit sehr engen Mietobergrenzen schon die Ghettobildung von Langzeitarbeitslosen und Neu- Einwanderern für eine Gefahr. Die Durchmischung müsste nicht erst in der Schule anfangen, sondern in den Wohngebieten. Oder anders gefragt: Warum sollen die Armen die Integrationsleistungen alleine stemmen, während die Wohlhabenden, die diese Entscheidungen ja treffen, ihre Ruhe haben?
Es ist bis zu 40-50 Minuten Fahrt bis zur Grundschule zumutbar, oder? Mann kann Schulbusse fahren lassen.
Ich sehe es anders mit den Wohlhabenden: man soll für sein Geld sich extra Bedingungen leisten dürfen, größere Wohnung, ruhigere Umgebung, einen Garten oder eine Garage zum Basteln usw. Man wird sowieso nie sozial schwächere neben Politikern oder Prominenten ansiedeln. Sonst ist es Sozialismus, wo alle außer Machthabenden unter gleichen Bedingungen wohnen, egal wie sie sich anstrengen.
Diese Situation wäre für das Erlernen der deutschen Sprache (und Integration) wünschenswert. Das würde aber nur mit höchstens 3-5% Kinder ohne Deutschkenntnisse funktionieren. Da wir aktuell bei den Kindern mit im Schnitt mindestens 50% Migrationshintergrund rechnen müssen, ist das illusorisch.
Oder doch besser durch mindestens drei Jahre verpflichtendem, aber kostenfreiem Kita-Besuch.
Warum immer kostenfrei?
Weil es Familien gibt bei denen ein Elternteil zuhause bleibt um sich um die Kinder zu kümmern. Und die deshalb weniger Geld haben und es sicher als unfair empfinden würden, wenn sie jetzt in Haftung genommen werden für Eltern, die ihren Verpflichtungen nicht gerecht werden können.
Wie kommt man immer auf die Idee, alle “zu bestrafen”, nur ein einige unfähig sind?
Kostenlos darf es nicht geben, so lange es Kindergeld ohne Gegenleistung gibt. Kindergeld streichen und dann in Bildung investieren.
Weil man niemanden dazu verpflichten kann, für Kita zu bezahlen, wenn er/sie/es das Kind kostenlos zu Hause behalten kann.
Das wäre noch besser, aber erst einmal noch teurer. Würde sich aber auf die Jahre gesehen rechnen.
Aaaaber – wer will das schon während seiner Legislaturperiode beschließen, wenn er die Früchte nicht ernten kann? Und so wird es als Eingriff in die Freiheit der Eltern (kein Zwang!) verkauft. Ganz abgesehen von mangelnden Ressourcen und Erziehermangel. Außerdem müssten dann noch verpflichtende Bildungs- und Erziehungsziele für diese 3 Kita-Jahre festgeschrieben werden (nicht nur Aufbewahrung). Das alles geht also gar nicht. Es wird sich also nichts ändern, in absehbarer Zeit, fürchte ich.
Aber auch dort müsste die Mischung stimmen, damit der Spracherwerb möglich ist …
Wenn ich mir so das Titelbild anschaue, würde ich sagen, es braucht auch noch etwas “artgerechte Haltung”,damit man lernen kann und will.
Luft, Sonne, Bäume, Bäche, Tiere,…
Deswegen heißt es ja heute auch “Kinder-Tagesstätte”, und nicht, wie früher, “Kindergarten”. 🙂 Nomen est omen!
“….etwa 9000 Kinder, die teilweise noch nie eine Schule besucht haben……”
Also im schulpflichtigen Alter. Die Frage ist , wie bekommt man die Erziehungsberechtigten überhaupt dazu, dass sie ihre Kinder regelmäßig in die Schule schicken ….
… und wie bekommt man die regelmäßig zur Schule geschickten Kinder in die Klasse?
Nur weil in Deutschland Schulfpflicht herrscht und diese in der Regel auch durchgesetzt wird, heißt das noch lange nicht, dass die Kinder derjenigen, “die noch nciht so lange hier sind”, vor ihrem “Umzug” nach Deutschland auch eine Schule besucht haben / besuchen mussten…
Gerade deshalb ist es schwierig, sie hier an die Schulpflicht zu gewöhnen. Es liegt auf der Hand, dass manche Familien an ihren alten Gewohnheiten festhalten.
Und es kann bei diesem großen Ausmaß nicht nur Aufgabe der Schule sein, diese Schüler zu erziehen und zu fördern. Da müssen ganz andere Hilfen her, vom Land. Die Familien herein holen und sich dann wegdrehen, geht nicht.
Gar nicht. Das ist ja der Punkt. Früher brauchte man sich über sowas keine Gedanken machen. Es gab eine gesellschaftliche Kohärenz und einen gemeinsamen Wertekanon. Die Elternschaft früher wusste um Bildung, Werteerziehung. Leider haben wir unter anderem durch falsche Migrationspolitik auch Menschen in diesem Land, die diese Werte nicht teilen können und teilweise nicht teilen wollen.
Diese “falsche Migrationspolitik” nennt sich EU-Freizügigkeit, durch die Deutschland massiv profiziert (Stichworte: Exportwirtschaft, Binnenmarkt, Arbeitsplätze, Arbeitskräfte). Wer, glauben Sie, arbeitet in deutschen Schlachthäuser, bei der Ernte oder im Transportwesen?
Fakten gefällig? Gerne hier nachlesen: https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Schlaglichter-der-Wirtschaftspolitik/2024/07/03-auf-einen-blick.html
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Leider verursacht die Freizügigkeit auch Reallohnsenkungen, Mietsteigerungen und mehr Elendsprostitution.
Sehr mutig, solchen Unsinn vor der Spargelsaison zu verzapfen XD
“Deutschland massiv profitiert”
Naja, es gibt nicht das “Deutschland”. Einige / viele haben profitiert, andere / viele aber auch nicht.
Klar, die Exportwirtschaft hat durch die EU und den Euro profitiert, Arbeitnehmer aber im Durschschnitt eher nicht, Deutschland ist in weitem Teilen (Ausnahme: IG Metall und Co., Banken, …) zum Billiglohnlandverkommen (nicht umsonst die andauernde Diskussion um den Mindestlohn), das Medianvermögen der Deutschen liegt in der EU um unteren Ende. Es wird zwar soviel “gearbeitet” wie noch nie, das BIP ist so hoch wie noch nie, trotzdem sind die Renten in Deutschland EU-weit Schlusslicht (in % vom Arbeitseinkommen) obwohl die “Boomer” zum Großteil noch gar nicht alle in Rente sind (das kommt erst noch). Deutschland hat mit das höchste tatsächliche Renteneintrittsalter und das soll jetzt noch weietr auf 70 Jahre steigen. Mieten steigen in den Ballungsräumen wegen der Migration sehr stark an, die Regierung sagt, man brauche pro Jahr mind. 400.000 neue Wohnungen, passieren tut aber nichts oder viel zu wenig. “Sozialer Wohnungsbau” wurde ja faktisch abgeschafft, der “Markt” soll es regeln, was er aber nicht tut.
Apropros “Ernte, Schlachhäuser”: Die Bauern und Firmen klagen ja schon, dass sie keine Osteuropäer (Polen usw.) mehr finden, da diese in Deutschland zu wenig verdienen und gleich lieber in Polen bleiben. “Billiglohnland” eben.
Kurz: Wirtschaft und Kapital haben die Kosten von EU und Migration “externalisiert”. Bezahlen tun es die Arbeitnehmer, die Rentner, die Mieter (“sozialer Wohnungsbau” spielt ja praktisch keine Rolle mehr) und auch die Schulen (Überlastung ohne entsprechenden Ressourcenzuwachs) wie das Gesundheitssystem (Überlastung).
Ja, man kann EU, Migration usw. richtig toll finden, wenn man auf der “richtigen” Seite steht…
Davon profitiert “Deutschland” vielleicht abstrakt – in Form der Metzger”fabrik”besitzer.
Statistisch also zutreffend.
In der Realität fährt Herr Tönjes 😉 in ‘ne gut gesicherte Villa – Profite durch ermanenten Lohndruck eingestrichen, soziale Kosten externalisiert.
Davon profitieren Deutschlands Fleischesser sehr konkret – in Form von niedrigen Fleischpreisen. Gerne hier nachlesen: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/studie-anteil-lebensmittel-100.html
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Laut dieser Quelle liegen die Schweinefleischpreise im Mittelfeld und die Rindfleischpreise im oberen Mittelfeld.
EU Fleischpreise – Oktober 2025 | MeatBorsa Nachrichten
Ihre Quelle spricht von Ausgaben für Lebensmittel in Relation zum Einkommen.
Sie lägen deutlich höher, wenn es keine EU-Freizügigkeit und damit keine Arbeitskräfte aus Osteuropa gäbe – darum geht es. (Gerne mal die Situation in Großbritannien nach dem Brexit anschauen: https://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/grossbritannien-hoehere-lebensmittelpreise-nach-brexit-kosten-briten-milliarden/28842920.html)
Herzliche Grüße
Die Redaktion
“Früher” müsste man sich auch immer wieder Gedanken machen . Migration gibt es nicht erst heute. Ich erinnere an die ersten Gastarbeiter in Deutschland ab 1956 und den Familennachzug in den Sechzigern. Da gab es auch ähnliche Probleme, jahrelang.
Und wenn man will, kann man in der einheimischen Schulgeschichte durchaus auch interessante Beispiele von Schulverweigerung finden. Als man vor ein paar Jahrhunderten das Schulgeld abschaffte, damit nicht Armut die Bildung verhinderte, gab es tatsächlich Eltern, die ihre Kinder erst recht daheim behielten, denn zum einen kostete Bildung nun nichts und war ihnen offensichtlich nichts wert, zum anderen waren die Kinder wichtig zur Mithilfe auf dem Feld.
Also lieher Zusammenbruch der Wirtschaft, anstelle die “falschen” Migrant*innen noch besser zu befähigen.
Migration dämpfte ja bisher das Abschmieren deutlich, aber der Innenminister muss der gleichen Meinung sein wie Sie, der will auch weniger integrierte Migrant*innen 🙁
https://www.spiegel.de/politik/deutschland/deutschland-innenministerium-will-offenbar-unabhaengige-asylberatungen-streichen-a-4f047e66-7546-435d-a334-f33b9f756a8b
Eine schlimme Situation, aber zum Glück (!) machen diese Schulen darauf aufmerksam, anstatt durchzuwinken und vorgeben, irgendwie “funktionieren”!
Die Schulen machen nicht darauf aufmerksam, dass tut das Ministerium schon höchst selbst, denn die SchiPs Daten geben dies her, wie viele Kinder in E2 sind aber in der Eingangsklasse unterrichtet werden….diese Statistik müssen alle SL in NRW führen und ganz bestimmt auch andere BLs!
Danke für die Info, ehrlichgesagt irritiert es mich dann aber, dass nun zwei Schulen im Gespräch sind und nicht deutlich mehr…
Im Rahmen des Sonderpädagogischen Dienstes stoße ich regelmäßig auf Fälle, wo die Kinder eigentlich nicht die Grundvoraussetzungen für das aktuelle Schuljahr mitbringen. Ist aber auch keine repräsentative Einzelerfahrung
Weil es doch so schöne Zahlen sind…..50…..klingt doch dramatisch (ist es vermutlich auch)…..aussagekräftiger wäre allerdings eine Prozentzahl…..denn 50 sagt nur etwas aus, wenn man auch eine Bezugsgröße hat…..
50 wären bei uns 100 %, an anderen Schulen aber evt. Nur 25 %…..was dann schon eher nachvollziehbarer wäre.
Letztes Jahr hatten wir eine Quote von fast 20 % …..da macht man sich schon wirklich Gedanken…..und evidenzbasiert geschaut, baute sich das über Jahre auf…..verglichen mit den Daten der Schuleingangsuntersuchung des Gesundheitsamtes aber auch durchaus erklärbar….es gab immer höhere Prozentsätze an Kindern, denen die abgeklopften Vorläuferfähigkeiten fehlten….
“50 wären bei uns 100 %, an anderen Schulen”
Warum werden Ihrer Meinung nach DIESE Schulen nicht benannt?
Das Schulamt hat Ihrer Aussage ja die Zahlen, also wenden SIE sich nicht an die Öffentlichkeit, wie die im Artikel genannten Schulen?
Immer wieder fragt man sich, ob sie Lehrkraft sind…diese Daten sind “vertraulich”, das Veröffentlichen wäre ein Dienstvergehen, wofür Sie bestraft werden würden! Einfach mal in die ADO & Co. schauen!
“Einfach mal in die ADO & Co. schauen!”
Ne, Danke, ich glaube Ihnen und Rottenmeier da (https://www.news4teachers.de/2026/03/mehr-als-fuenfzig-erstklaessler-bleiben-sitzen-duisburger-grundschule-meldet-neuen-negativrekord/#comment-788992)
Zunächst muss ich reinräumen, Rottenmeiers Antwort missverstanden zu haben – aber das wird mir ja eh immer unterstellt ^^
“Immer wieder fragt man sich, ob sie Lehrkraft sind…” Hauptsache, Sie setzen sich für mehr (und bessere 🙂 ) Sopäds ein.
„es gab immer höhere Prozentsätze an Kindern, denen die abgeklopften Vorläuferfähigkeiten fehlten“ – und genau da müsste man ansetzen, indem man nämlich den Kindern noch ein KiTa-Jahr gibt, statt sie auf Biegen und Brechen in die Schule zu setzen.
Ah, Entschuldigung, ich habe Sie missverstanden. Ich dachte fälschlicherweise, Sie beziehen sich auf andere – und so nicht erwähnte -Schulen.
12 Likes für einen Beitrag, der vor Ahnungslosigkeit nur so strotzt…..seltsam….
Meine Kolleginnen wissen um die Meldeketten Bescheid….offenbar viel zu wenige….
Leider ist der Rainer nicht der einzige, der von Schulorganisation keine Ahnung hat. Das erfordert ja auch Arbeit und eine Auseinandersetzung mit dem Schulrecht.
Dann haben Sie doch diesbezüglich diesen Personen + mir weitergeholfen, sofern diese nach Ihrem Vorwurf von “Ahnungslosigkeit” weiterlasen 🙂
Rainer, Sie wissen um evidenzbasierte Führung Bescheid? Nein? sieht man deutlich!!
Tatsächlich “führe” ich keine Schule. Wie bereits geschrieben, Danke ich Ihnen für Ihre erster Antwort, welche Informationen und nicht ausschließlich Vorwürfe enthielt. 🙂
„In Nordrhein-Westfalen gelten die erste und die zweite Klasse offiziell als Schuleingangsphase. Kinder können diese Phase in zwei oder drei Jahren durchlaufen. Eine Wiederholung der ersten Klasse gilt deshalb formal nicht als klassisches Sitzenbleiben, sondern als Verlängerung der Lernzeit.“
Das ist sachlich nicht ganz richtig, denn die Schuleingangsphase kann in ein, zwei oder drei Jahren durchlaufen werden. Es gibt in der Schuleingangsphase keine Versetzung, sondern erst nach der durchlaufenen Phase wird versetzt in Jahrgang drei.
Und sie soll dem Rechnung tragen, dass Kinder unterschiedlich lange brauchen, um die Schuleingangsphase zu bewältigen. Sie wurde eingeführt, als die Schulkindergärten abgeschafft wurden.
Eigentlich ist dies auch keine Nachricht wert, denn rein vom Schulgesetz her, steht jedem Kind eine dreijährige Schuleingangsphase zu und über die unterjährigen Rücktritte (von 2 nach 1] oder am Ende von Klasse 2 zurück nach Klasse 2 redet auch niemand, obwohl dies auch eine Menge Kinder betrifft.
Und es gibt so viele Schulen die jahrgangsübergreifend Lernen, da gibt es gar keinen Rücktritt (also Lerngruppenwechsel), die bleiben einfach ein Jahr länger in ihrer Lerngruppe….
So ist es auch in MV geregelt. Die “Flexible Eingangsphase” für die Absolvierung der Klassenstufen 1 und 2 dauert 1 bis 3 Jahre. Deshalb muss man die Schulen nicht an den Pranger stellen, die diese Regelungen im Interesse der Kinder ausschöpfen.
So sehe ich das auch.
Entscheidend dabei ist, dass mit Blick auf die Vollzeitschulpflicht und die Abschlüsse die 3 Jahre in der Schuleingangsphase nur mit 2 Jahren zu Buche schlagen.
Es klingt nach einer sinnvollen Regelung.
Das würde ich mir für Baden-Württemberg auch wünschen.
Wie hat sich eigentlich die Lage an der Gräfenau-Schule in Ludwigshafen entwickelt? Wie viele Schüler müssen dieses Jahr dort die 1. Klasse wiederholen?
Die Gräfenau-Schule ist keineswegs die einzige Grundschule in Ludwigshafen in dieser Situation und Ludwigshafen ist keineswegs die einzige westdeutsche Stadt mit solchen Schulen. Es gibt nicht viele Schulleiter, die vernehmbar um Hilfe rufen. Wie man sieht, lohnt sich´s ja auch nicht so recht.
“… lohnt sich´s ja auch nicht so recht.…” – Ist halt wie so oft: kurze mediale Aufmerksamkeit, dann Stille … bis zum nächsten Aufreger (Brandbrief und Co.). Wer will schon bei so wenig echter Wirkung zum Mittelpunkt der Medien werden, wenn sich doch nichts Grundlegendes ändert?
Warum fällt mir im Zusammenhang mit den “Entwicklungen” im Bildungswesen folgendes ein:
Das Frosch-Prinzip. Oder: Zurück zur Erziehung – der bildungsblog
Wer hält, wie lange die Situation aus und reagiert wie?
Also? Zu welchem Schluss kommen Sie, was in Bezug auf den Artikel zu machen wäre?
Wenn Sie meine Kommentare sinnerfassend und vollständig gelesen hätten, würden Sie meine Meinung kennen. Aber noch mal in Kurzform, extra für Sie: Ich bin Verfechter der frühkindlichen Bildung und Erziehung (nicht Aufbewahrung), mit mindestens einem verpflichtenden Vorschuljahr für alle (auch Muttersprachler).
So und jetzt wüsste ich gern, was Ihre Ideen dazu sind.
Ich … stimme Ihnen wohl komplett zu.
Ehrlichgesagt wundere ich mich wirklich, nicht irgendwas übersehen zu haben – oft genug waren wir sehr gegensätzlicher Meinungen – aber vielleicht stimme ich Ihnen hier einfach 100%ig zu.
Danke 🙂
Zur Wirkung von Brandbriefen:
Wie eine Cottbuser Schule gegen Gewalt kämpft
Vielleicht tut sich dort doch mal etwas. Allerdings erfährt man bisher nichts über die “besonderen Maßnahmen”, die wirken sollen. Es würde mich schon interessieren, welche Maßnahmen das genau sein sollen und ob die auch anderen Schulen helfen sollen.
Die einzige konkrete Maßnahme die ich aus dem Artikel herauslas, ist die “Wohnsitzauflage”:
“Minister Freiberg ergänzte: “Es sind Maßnahmen, die wir im Bereich von Restriktionen gegenüber auffälligen Schülern ergreifen, die über das Maß hinausgehen, was sonst üblich ist.” Außerdem will das Innenministerium eine Wohnsitzauflage einführen, damit sich Nationalitäten nicht in einzelnen Städten oder Vierteln konzentrieren…”
Wie soll diese Auflage rechtlich und organisatorisch umgesetzt werden? Gibt es in Cottbus genügend freie und mietgünstige Wohnungen? Welche anderen Maßnahmen sind “angedacht” und wann und wie werden sie umgesetzt? Für mich klingt das erstmal nur nach medienwirksamer “heißer Luft”, um die Menschen zu beruhigen (bis Gras über die Sache gewachsen ist = ein neuer Brandbrief die Aufmerksamkeit woanders hin lenkt.)
Aber ich lasse mich gern eines Besseren belehren!
There it is! 😀
Stimme Ihren obigen, kostriktiven Ideen weiterhin zu (https://www.news4teachers.de/2026/03/mehr-als-fuenfzig-erstklaessler-bleiben-sitzen-duisburger-grundschule-meldet-neuen-negativrekord/#comment-789589)
Aber (die Notwendigkeit von) Brandbriefe(n) an die Antwort der Politik zu koppeln ist meiner Meinung nach unangemessen und entschuldigt ggf. im Nachhinein die Verantwortlichen, die das eigene Nichtstun mit dem Nichtreagieren (oder zu geringes) auf Brandbriefe rechtfertigen, wenn genügend Menschen IHRER Auffassung folgen -__-
Zitat: “Innerhalb eines Jahres sollen Kinder oft nicht nur eine neue Sprache lernen, sondern auch alle weiteren Kompetenzen für den Schulalltag aufbauen – das ist für viele unrealistisch… ” Hier liegt wohl das Kernproblem. Ohne ausreichende Kenntnisse in der deutschen Sprache ist der Schulalltag nicht zu meistern. Eigentlich ist damit auch keine Schulfähigkeit gegeben. Und hier kehre ich von meiner Auffassung nicht ab. Die Eltern sind in der Pflicht (Art. 6 GG). Die Lehrer können das nicht auch noch leisten.
Eltern, die selbst nicht oder kaum Deutsch sprechen, sollen ihren Kindern Deutsch beibringen? Finde den Fehler…
Das Problem mit dieser (ja leider durchaus verbreiteten) ignoranten Meinung: Die Gesellschaft darf die Folgen ausbaden – in Gestalt von 60.000 Jugendlichen, die alljährlich die Schule ohne Abschluss und damit ohne berufliche Perpektive abbrechen. So zieht man eine Armee von künftigen Sozialhilfeempfängern groß (statt künftige Steuerzahler zu fördern). In einem überalterten Land besonders schlau.
Aber: Hauptsache aufs Prinzip gepocht. Wo kämen wir hin, wenn das Bildungsystem auch noch für die Grundbildung sorgen würde… (Spaß)
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Die Aufgaben von Lehrern sind in deren Arbeits-/Dienstverträgen vollumfänglich beschrieben. Wenn da aufgeführt ist, für sie für eine Grundbildung Sorge zu tragen haben, dann ist das so.
Es ist aufgeführt, dass die Schule die Spachkompetenzen fördert, von einem Mindestmaß an Vorkenntnissen ist nicht die Rede.
Es ist also auch die Aufgabe der Lehrkräfte, Deutsch als Zweitsprache zu vermitteln und Deutsch als Erstsprache so zu fördern, dass sie als Bildungssprache fungieren kann.
Tja, da kann viel stehen.
Tut es auch: Ein Wunderzauberwald an wohlklingenden Wörtern.
Was nicht umsetzbar ist, bleibt nicht umsetzbar.
Analog: Ihr Arbeitgeber kann auch in Ihren Arbeitsvertrag schreiben, dass Sie pro Jahr 97 Billionen Umsatz persönlich erwirtschaften sollen – nur wird er im Konfliktfall (wenn er sie persönlich dafür verantwortlich machen will)…krachend scheitern vor Gericht.
Da weder Sie noch ihr Arbeitgeber dumm sind – und beide das wissen…steht es halt für den Vorstand oder sonstwen wichtiges da drinnen…und alles läuft weiter wie gewohnt.
Ich kann das bestätigen. Im Studium im Ruhrgebiet habe ich auch Familien aus Rumänien kennengelernt, die dort unter unwürdigen Bedingungen gehaust haben. Die Kinder wurden alleine Zuhause gelassen, teils noch im Kleinstkindalter mit älteren Geschwistern, während die Mutter betteln ging, um ihren Kindern Nahrung kaufen und die für den Zustand der Wohnung unverschämte Miete bezahlen zu können.
Wie können Kinder mit normalen Voraussetzungen in solchen Grundschulen alle Lerninhalte erarbeiten?
Gar nicht
Gar nicht, das tun sie auch nicht. Kommen wir wieder zu dem Thema, dass hauptsächlich Schüler aus bildungsnahen Haushalten ein Gymnasium besuchen, weil nur deren Eltern überhaupt verstehen, was für Defizite sich da aufbauen, und die lernen dann mit den Kindern zuhause nach… damit, dass wir da nicht gegensteuern, fördern wir das auch so.
Indem der Lehrer normalen Unterricht macht und die Kinder vornehmlich erreicht, die er erreichen sollte…..daneben differenziert er natürlich noch nach unten und nach oben….
Ich bin glücklich über jedes Kind, welches in der Lage ist dem normalen Unterricht zu folgen und nicht noch eine individuelle Förderung benötigt….ja….
Das glaube ich Ihnen!
So kann man die Schließung von Grundschulen auch verhindern.
Ja, kann man…..war auch vor wenigen Jahren so….genau aus diesem Grund wurde es in NRW untersagt, Kinder am Ende von Klasse 1 zurückzusetzen…..gerne bitte erst nach den Herbstferien, damit die Statistik auch stimmt…..
Immer noch Coronafolgen? Wir haben mit dem “Corona ist an allem Schuld” einfach wertvolle Zeit verloren. Und der aktuelle Populismus schafft hier noch mehr Probleme.