LÜNEBURG. Nach den Sommerferien nehmen in Niedersachsen mindestens 82 neue Oberschulen ihre Arbeit auf. Vor allem im Emsland und in der Region um Osnabrück ist das Interesse an diesem Schulmodell groß, das es in Niedersachsen erst seit zwei Jahren gibt. Im Emsland starten 13 neue Oberschulen, im Kreis Osnabrück fünf und im Kreis Cloppenburg vier, sagte eine Sprecherin der Landesschulbehörde.
Das Modell führt Haupt- und Realschulen zusammen, einige Oberschulen haben auch einen Gymnasialzweig, der dort aber nur bis Klasse 10 erlaubt ist. In der Regel werden bestehende Schulen zusammengelegt oder zu Oberschulen umgewandelt. Insgesamt gibt es nach den Ferien, die bis Ende August gehen, davon mindestens 214 in Niedersachsen.
Das Modell steht in Konkurrenz zu den integrierten Gesamtschulen, deren Neugründung in Niedersachsen von der CDU-geführten Landesregierung lange Zeit verboten war. Inzwischen sind Neugründungen zwar wieder erlaubt, Kommunen müssen dafür aber deutlich mehr Schüler nachweisen als für die Gründung einer Oberschule. Wesentlicher inhaltlicher Unterschied zwischen beiden Modellen ist, dass in Gesamtschulen Schüler unterschiedlicher Leistungsstärke deutlich länger gemeinsam unterrichtet als in den Oberschulen.
Auch fünf neue Gesamtschulen starten nach den Ferien: In Braunschweig, Wolfenbüttel, Oyten im Kreis Verden, Lilienthal im Kreis Osterholz und Embsen im Kreis Lüneburg. Ein Antrag aus Osterode im Harz wurde abgelehnt.
Niedersachsen hatte sich mit der Einführung der Oberschule vor zwei Jahren vom dreigliedrigen Schulsystem verabschiedet. In vielen Bundesländern ist die Hauptschule bereits komplett abgeschafft, die CDU hatte lange trotz sinkender Schülerzahlen an ihr festgehalten. dpa
(18.8.2012)
