WIESBADEN. Nach Ansicht der Opposition im hessischen Landtag sind Lehrer zunehmend überlastet und werden von der schwarz-grünen Landesregierung im Stich gelassen. Überlastungsanzeigen würden teilweise ignoriert, kritisierte der bildungspolitische Sprecher der SPD, Christoph Degen. Es komme zu Unterrichtsausfällen.
«Man redet das alles schön», kritisierte er die Landesregierung. Es fehle außerdem – anders als in Rheinland-Pfalz – an gesammelten Daten. «Man weiß eigentlich gar nichts», sagte Degen. «Krankheitstage von Lehrkräften sind ein Staatsgeheimnis.» Er forderte eine Arbeitszeitstudie, «echte Vertretungsreserven» und die Erhebung von Krankheitstagen. Linke und FDP sprachen ebenfalls von einer Überlastung von Lehrern.
Die Wochenarbeitszeit sei im vergangenen Jahr um eine Stunde reduziert worden, sagte Armin Schwarz, der bildungspolitische Sprecher der CDU. Außerdem sei die Besoldung erhöht worden. In Rheinland-Pfalz verdienten Lehrer zum Einstieg 4.000 Euro weniger pro Jahr, Referendare wanderten von dort nach Hessen ein. «Dort, wo Sie was zu sagen haben, klappt nix», sagte er. In Rheinland-Pfalz ist das Bildungsministerium in SPD-Hand.
Überlastungsanzeigen in Schulen würden ernst genommen, sagte Kultusminister Alexander Lorz (CDU). Die Klassengrößen seien reduziert, die mobile Vertretungsreserve verdoppelt worden. Zuletzt seien 700 Sozialpädagogen an Schulen gebracht worden, sagte er. dpa
