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Gestiegene Nachfrage bei Nachhilfeschulen in Niedersachsen

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BOCHUM/HANNOVER. Der Bedarf an Nachhilfe in Niedersachsen zieht an. Und er zeigt grundlegende Probleme: «Wir haben jetzt Jugendliche bei uns, die sich auf Klassenarbeiten zu Themen vorbereiten müssen, die nie im Präsenzunterricht vermittelt wurden», heißt es von Nachhilfeschulen.

Der Bedarf von Schülern nach Nachhilfe in Niedersachsen steigt seit dem Herbst deutlich an. Viele Nachhilfeinstitute fangen derzeit die Lernlücken auf, die durch fehlenden Unterricht an den Schulen entstanden sind. Beim Studienkreis etwa, der landesweit Nachhilfe anbietet, lag die Nachfrage im Oktober rund 19 Prozent höher als noch vor einem Jahr.

Die Corona-Pandemie verändert den Bedarf bei den Nachhilfeinstituten. Mehr Grundsätzliches ist gefragt. Foto: Shutterstock

Im Frühjahr seien die Familien stark verunsichert gewesen, wie es schulisch und in ihrem Arbeitsalltag weitergehe, sagte Thomas Momotow, Sprecher des Studienkreis. Schon während der Sommerferien sei die Nachfrage nach Ferienkursen aber wieder angestiegen, im Herbst habe sie dann noch einmal stark zugenommen.

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Die Schülerinnen und Schüler kämen teilweise mit einem anderem Lernbedarf als vor der Corona-Krise. «Vorher ging es meistens darum, in der Nachhilfe das Gelernte zu üben und anzuwenden.» Jetzt sei der Bedarf nach grundsätzlichen Einführungen viel höher. «Wir haben jetzt Jugendliche bei uns, die sich auf Klassenarbeiten zu Themen vorbereiten müssen, die nie im Präsenzunterricht vermittelt wurden», sagte der Studienkreis-Sprecher.

Aus Befragungen sei bekannt, dass viele Eltern den Schulen nicht zutrauten, die durch Schulschließungen und Homeschooling entstandenen Lücken in absehbarer Zeit schließen zu können.

Schüler, die zu Hause Unterstützung bekämen, hätten weniger Probleme. Der Lernzuwachs dürfe aber nicht von der Zeit und den Kenntnissen der Eltern abhängen. Ein besonders starkes Wachstum sehe man bei Nachhilfe für Kindern aus Familien, die nicht so viel Geld haben und die über das Bildungs- und Teilhabepaket gefördert werden. (dpa)

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