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Lehrer sehen deutliche Lernrückstände – es hapert beim digitalen Unterricht

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STUTTGART. Die Corona-Pandemie hat aus Sicht der Lehrer im Land bereits jetzt zu erheblichen Lernrückständen bei vielen Schülern geführt. Das ergab eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Robert Bosch Stiftung, über die die Wochenzeitung «Die Zeit» berichtet. Und: Beim digitalen Unterricht hapert es. Das liegt aber nicht an den Lehrern. 

Ist das Schuljahr verloren? Für einige Schüler wohl schon. Foto: Shutterstock

Demnach bemängelt fast jeder dritte Lehrer (27 Prozent) bei mehr als der Hälfte der Schüler messbare Defizite. 11 Prozent gaben an, dass die Pandemie zu Lernrückständen bei fast allen Schülern geführt habe. 29 Prozent gehen davon aus, dass weniger als die Hälfte der Schüler Lernrückstände aufweisen. Besonders Förderschüler leiden der Umfrage zufolge unter den Corona-Bedingungen. Hier bestätigt jede zweite Lehrkraft (54 Prozent) bei mehr als der Hälfte der Schülerschaft messbare Defizite.

Lehrer haben für den digitalen Unterricht dazugelernt – bei der Ausstattung hapert es

Der Wechsel im Schulbetrieb aus Präsenzunterricht und Homeschooling während der Corona-Pandemie ist weiterhin eine mühevolle Situation. Dabei haben Lehrkräfte beim Einsatz digitaler Formate und Tools verglichen mit den Schulschließungen im März 2020 erkennbar dazugelernt. Bei der technischen Ausstattung der Schulen ist Deutschland hingegen kaum vorangekommen.

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Das zeigen die Ergebnisse der Folgebefragung von Lehrkräften des Deutschen Schulbarometer Spezials, einer repräsentativen Erhebung. Darin gaben jetzt 62 Prozent der Befragten an, digitale Möglichkeiten zur Vermittlung und Aneignung neuer Lerninhalte zu nutzen, zum Beispiel für die Erstellung eigener Erklärvideos. Zu Beginn der Pandemie im Frühjahr machten dies nur 36 Prozent. Zwar arbeitet die große Mehrheit der Schulen (73 Prozent) inzwischen mit digitalen Lern- und Arbeitsplattformen, doch mit Blick auf die digitale Ausstattung ihrer Schulen sagen immer noch 61 Prozent der Lehrkräfte, dass sie weniger gut oder schlecht auf den Fernunterricht vorbereitet seien.

KMK-Präsidentin: Deutschland hat einen Rückstand beim digitalen Lernen von fünf bis acht Jahren

«Deutschland hängt bei der Digitalisierung der Schulen fünf bis acht Jahre zurück. Das kann man leider nicht in neun Monaten aufholen», kommentierte die neue Präsidentin der Kultusministerkonferenz, die brandenburgische Schulministerin Britta Ernst (SPD), die Umfrage in einem Interview mit der «Zeit». dpa

„Es ruckelt gewaltig“: Unter dem Ansturm gehen Schulplattformen in die Knie – Millionen von Lehrern, Eltern und Schülern sind genervt

 

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