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Schulpolitik im Blindflug? Kaum Daten über Schulleitungen in den amtlichen Schulstatistiken

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DÜSSELDORF. Der Schulleitungsmangel ist ein viel diskutiertes Dauerthema in Schulverwaltung und Öffentlichkeit. Doch offizielle Datengrundlagen zur Situation zeigten sich weitgehend unsystematisch und intransparent, stellen Wissenschaftler des impaktlab der Düsseldorfer Wübben Stiftung in einem Impulspapier fest.

Von den einen als „quantitative Schulpolitik“ gebrandmarkt, von den anderen als Einzug von Transparenz und Evidenz in die Schulentwicklung gepriesen, spielen Datenerhebungen in der Beschreibung, Beobachtung und Steuerung des Schulsystems eine immer größere Rolle. Vom Bund bis hin zu Kommunen werden immer mehr amtliche Datenbestände erstellt und genutzt.

Über den Schulleitungsmangel herrscht weitgehend Einigkeit. Doch ohne Datengrundlage ist eine Gegensteuerung schwierig. Foto: Sebastien Bonneval / Unsplash.com (U. l.)

Umso mehr muss es überraschen, dass Daten über Schulleitungen offenbar keine Rolle in den amtlichen Schulstatistiken der Bundesländer spielen, wie die Ergebnisse einer aktuellen Analyse des impaktlab, Thinktank der Düsseldorfer Wübben Stiftung zeigen. Schulleitungen seien Schlüsselakteure für die Qualität von Schule und es werde im Zuge des Schulleitungsmangels in Deutschland von einem bundesweiten Notstand gesprochen, so die Autorinnen und Autoren. In NRW beispielsweise sei jeder 10. Schulleitungsposten nicht besetzt.

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Um der Frage nachzugehen, welche Daten über Schulleitungen in den 16 deutschen Bundesländern veröffentlicht werden, prüften die Forscherinnen und Forscher die amtlichen Schulstatistiken auf Basis der öffentlich zugänglichen Internetquellen. Zusätzlich untersuchten sie weitere Informationsquellen auf den Internetseiten der Kultusministerkonferenz und führten für jedes Bundesland eine Recherche zu weiteren Veröffentlichungen in Bezug auf Daten zu Schulleitungen durch.

Die Ergebnisse zeigten, dass nahezu keine Daten zu Schulleitungen in den Schulstatistiken der einzelnen Länder publiziert würden. Zwar lägen vereinzelte Ausnahmen vor, jedoch ließen sich in keinem Bundesland systematische Daten über Besetzungsstand, Personen- und Schulmerkmale der Schulleitungen in den Statistiken finden. Dies sei umso erstaunlicher, da Daten über Lehrkräfte wiederum häufig im höchsten Detailgrad in den amtlichen Schulstatistiken vorlägen. Die Recherche liefere Hinweise darauf, dass einzelne Bundesländer durchaus Daten zu Schulleitungen erheben würde, diese aber eher zufällig und unregelmäßig über Kleine Anfragen in den Parlamenten oder thematisch anderweitig ausgerichtete Formate, wie etwa Gleichstellungsberichte der Länder veröffentlichten.

Daten als Basis für Prognosen und Anreizsysteme

Für Hanna Pfänder ist der Zustand kaum hinnehmbar. „Der sich zuspitzende Schulleitungsmangel in Deutschland macht es dringend erforderlich, dass Daten über Schulleitungen systematisch erfasst und veröffentlicht werden“, so die impaktlab-Leiterin. „Ohne vorliegende Daten ist eine Analyse und Prognose des Schulleitungsbedarfs in Deutschland unmöglich. Genauso ist es schwierig, gemeinsam passende Anreizsysteme zu schaffen, um neue Schulleitungen für das Amt zu gewinnen.“

Um erste verlässliche Analysen zur Entwicklung des Schulleitungsbestands und Prognosen für die Zukunft vorzulegen, fordern die impaktlab-Autorinnen und Autoren mindestens die systematische Erfassung der Daten zum Besetzungsstand an Schulleitungen, möglichst aufgeteilt nach relevanten Schulmerkmalen, Schulformen oder Region, sowie Informationen über Personenmerkmale von Schulleitungen, wie deren Alter, Geschlecht und Stellenumfang. Hanna Pfänder: „In den Daten der amtlichen Schulstatistik verbirgt sich noch großes Potenzial für die Sicherung und Entwicklung schulischer Qualität. Diese Potenziale weiter zu erkunden und zu nutzen, sollte unser gemeinsames Anliegen sein.“ (zab, pm)

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