WÜRZBURG. Wie gelingt es Schülerinnen und Schülern, literarische Texte nicht nur zu verstehen, sondern sie auch zu interpretieren, zu reflektieren und ästhetisch zu erleben? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Konzept des „literarischen Lernens“, das in der Deutschdidaktik seit Jahren eine zentrale Rolle spielt – und das nun an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg in ein neues digitales Format übertragen wurde. Unter dem Titel „Deutschdidaktik to go – Basics für dein Studium“ stehen ab sofort zwölf frei zugängliche Erklärvideos zum literarischen Lernen nach Kaspar Spinner zur Verfügung.

Die Videos richten sich an Studierende aller Schularten, die Deutsch als Unterrichtsfach studieren – und sollen sie in sämtlichen Phasen ihres Studiums unterstützen: vom Einführungskurs über Praktika bis zur Examensvorbereitung. Neben anschaulichen Videosequenzen bietet das Projekt zusätzlich Lernkarteien, Literaturhinweise und barrierearme Versionen mit reduziertem Reizangebot.
„Erklärvideos gehören zu den beliebtesten digitalen Lernressourcen junger Erwachsener“, sagt Dr. Christine Ott, Projektleiterin und Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur der Uni Würzburg. „Bislang gab es aber kaum qualitätsvolle und zugleich ansprechende Angebote speziell für die Deutschdidaktik. Diese Lücke schließen wir jetzt.“
Offene Bildungsressource für Studium und Lehrkräftefortbildung
Ein zentraler Vorteil: Alle Materialien sind als Open Educational Resources (OER) dauerhaft über die Virtuelle Hochschule Bayern (vhb) abrufbar – unter der Lizenz CC-BY-NC. Lehramtsstudierende aus ganz Deutschland können sie frei ansehen, herunterladen und weiterverarbeiten. Der Zugang erfolgt über den DOI-Link: https://doi.org/10.71641/dd2go_01
Auch in der Lehrkräftefortbildung hat das Projekt bereits Anerkennung gefunden: Das Bayerische Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) hat die Reihe in seine Weiterbildungsplattform #lesen.bayern aufgenommen. „Das zeigt, dass unsere Materialien nicht nur für Studierende, sondern auch für praktizierende Lehrkräfte relevant und anschlussfähig sind“, so Ott.
Beitrag zu moderner Hochschullehre
„Deutschdidaktik to go“ wurde im Rahmen des Programms WueDive („Würzburger Digitalisierungsprojekt für die universitäre Lehre“) entwickelt. Kooperationspartner ist das Zentrum für wissenschaftliche Bildung und Lehre (ZBL) der Universität Würzburg. Ziel sei es, Lehrinhalte nachhaltig zu digitalisieren und Studierenden didaktische Grundlagen in leicht zugänglicher Form zu vermitteln. News4teachers
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vielen Dank für diesen Hinweis.
aber schon bei Aspekt 1 “Vorstellungen entwickeln” finden wir das erste große Problem in der heutigen Zeit:
immer weniger Kinder haben (früh)kindliche Erfahrungen mit Lesetexten.
Hörbuch, ToniBox oder Video-Stream statt Vorlesen
Sollen meine SuS z.B. Geschichten schreiben, sind das meist einfache, schnell erkennbare Kopien diverser Horror-Filme oder Game-Storys.
Das “Kopfkino” ist schon tot.
Selbst Comics oder Bildergeschichten fallen schon schwer…
Sie wünschen sich also niedrigschwelligere Angebote für Ihre Klasse?
Ich habe keine Ahnung von Deutschdidaktik, aber meine Schüler in MINT zur Vorbereitung auf die Arbeit: Wir hatten ja keine Fragenliste, also habe ich mir Videos angesehen. – Arbeitsblätter, Mitschrift, Tafelbilder, Buch angesehen, im Unterricht nachgefragt? – Nein, aber im Video habe ich verstanden was Mr Wissen2go erklärt hat. – Geübt, selber versucht zu erklären? – nein. So lernen (viele) Schüler, auch noch in der Oberstufe. Jetzt also “Deutschdidaktik to go”, immer schön anschlussfähig bleiben. Ob die zusätzlichen Angebote, Lernkarten, Links usw besser angenommen werden als vorher in der Schule? Wann wohl die ersten Beschwerden kommen: warum reicht das nicht in der Prüfung, ich habe doch alle Basics-Videos gesehen? Erklärvideos werden sehr oft nicht als ‘beliebteste Lernressource’ sondern als einzige Lernressource genutzt. Sollten Unis nicht auf einem anderen, neuen Level arbeiten oder können wir uns tatsächlich die ganze Propädeutik in der Oberstufe sparen?