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VBE vs. CDU: Sanktionen gegen vermeintlich faule Lehrer “vollkommen unangemessen” 

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STUTTGART. Der Verband VBE wehrt sich gegen die CDU-Pläne für Lehrer mit zu wenig Leistungsbereitschaft – und verweist auf massive Probleme und schwierige Arbeitsbedingungen an den Schulen.

Die Abwehr steht (Symbolbild.) Foto: Shutterstock

Der Verband Bildung und Erziehung Baden-Württemberg hat die von der Südwest-CDU im Wahlprogramm vorgeschlagenen Sanktionen für Lehrkräfte mit mangelnder Leistungsbereitschaft energisch zurückgewiesen. «Das Sanktionieren von Lehrkräften, die vermeintlich schlechte Leistungen bringen, ist vollkommen unangemessen», kritisierte VBE-Landeschef Gerhard Brand. «Die Lehrkräfte arbeiten seit Jahren am Limit und sind am Ende ihrer Kräfte. Ihnen nun auch noch mit Sanktionen zu drohen, ist gänzlich inakzeptabel.»

Im Wahlprogramm der CDU steht, dass die Beschäftigungsbedingungen angehender Lehrkräfte verbessert werden sollen – und Schulleitungen entlastet durch Schulverwaltungsassistenzen. Nach den Plänen der Partei sollen sich Verantwortung und Leistungsprinzip im Lehrerberuf künftig stärker niederschlagen. Im Regierungsprogramm, das der Parteitag am Wochenende in Heidelberg beschlossen hat, sehen die Christdemokraten auch Instrumente vor, um «dauerhaft mangelnde Leistungsbereitschaft und Pflichtverletzungen» bei Pädagogen zu adressieren.

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VBE: Schulleitungen und Lehrer nicht gegeneinander ausspielen

Im CDU-Programm steht, dass man Schulleitungen in die Lage versetzen wolle, Engagement, Verlässlichkeit und besondere Leistung zu honorieren. Dort heißt es auch: «Zugleich geben wir Schulleitungen wirksame, rechtskonforme Werkzeuge an die Hand, um dauerhaft mangelnde Leistungsbereitschaft und Pflichtverletzungen zu adressieren – von strukturiertem Feedback über verbindliche Entwicklungsvereinbarungen bis hin zu abgestuften Sanktionen.»

VBE-Chef Brand verwies auf die schwierigen Bedingungen an den Schulen: Lehrkräftemangel, unzureichend ausgestattete Gebäude, ein zunehmend schwieriges Schülerverhalten und der Umstand, dass Schulen immer mehr gesellschaftliche Problemlagen kompensieren müssten. Schulleitungen und Lehrkräfte dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden, so der Verbandschef. Der VBE pocht auf eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen.

Das Land könne positive Leistungsanreize setzen, so Brand – etwa durch ein schnelleres Vorrücken in Leistungsstufen für besonders engagierte Lehrkräfte. «Sanktionierungen von Lehrkräften lehnen wir dagegen vollständig ab.» Der VBE ist nach eigenen Angaben Interessenvertreter für mehr als 18.000 Mitglieder im Bildungsbereich. News4teachers / mit Material der dpa

CDU-Spitzenkandidat versucht, sich auf Kosten von Lehrkräften zu profilieren (GEW: “Unwählbar”)

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Rainer Zufall
1 Monat zuvor

“Das Sanktionieren von Lehrkräften, die vermeintlich schlechte Leistungen bringen, ist vollkommen unangemessen”
Warum dann mitspielen? Diese CDU redet völlig am Thema vorbei, selbst in Verantwortung handelte Sie falsch und am Problem vorbei.
Warum sich mit diesen Clowns über Arbeitshaltung sprechen – sie zeigten jahrelang keine 😛

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Leider wahr.
Oder halt einfach: “wahr”.

Irgendwann ist der Wiedervereinigungsbonus und sind die Erfolge vor (wörtlich) Jahrzehnten halt aufgebraucht.

Ich persönlich frage mich ja, wofür die CDU überhaupt noch stehen soll – für mich ist da kein Profil erkennbar…ausser: An die Macht wollen um der Posten willen, Selbstzweck.

Mario
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Lieber Politiker als Beamte!

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Mario

Verrät ihm irgendwer, nach welchen (beamtenrechtlichen) Regelungen Politiker bezahlt und vor allem “””verrentet””” werden ?

Lieber nicht, dann knallt es! 😀

Mario
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Bundestagsabgeordnete benötigen etwa 8 Jahre für das, was Beamte nach 5 Jahren an Mindestpension erhalten! Leider dürfen auch Beamte in die Parlamente einziehen, ein Verzicht auf das Lebenszeitverhältnis wäre vorher dringend vonnöten gewesen und natürlich auch wieder ein hintergangener und abgelehnter Befehl der angloamerikanischen Kriegsgewinner! Politiker setzen sich meist nicht lebenslang in Parlament, so dass eh ein geringeres Ruhegehalt daraus anfällt. Noch einmal zum Verständnis, ich bin für ein modifiziertes deutsches Beamtentum, welches alle festangestellten Angestellten im ÖD miteinbezieht. Ich bin übrigens wirklich der Sohn eines Gastarbeiters und durchaus stolz darauf, deshalb finde ich eine angebliche Herkunft als Sohn eines Gastarbeiters nicht so toll!

Alex
1 Monat zuvor
Antwortet  Mario

Dafür steigen die Pensionsansprüche der Beamten zwischen dem 5. und dem 20. Berufsjahr um genau 0%. Erst nach mehr als 20 Vollzeitjahren kommt man über 35% Pensionsansprüche.

Mario
1 Monat zuvor
Antwortet  Alex

Wie gesagt, ein Status für alle! Die meisten Abgeordneten bleiben nicht unzählige Jahre im Parlament! Minister, gerade auf Bundesebene, sind noch einmal etwas anderes! Mindespension bezieht sich auf A 4 und greift nach 5 Jahren! Natürlich war mein überzogenes „lieber Poltitiker als Beamte“ ein Spaß in Richtung 447, dennoch bin ich als Bürger so frei, mir meine Wahl vom letzten Mal bei Enttäuschung zu überlegen und mich gegebenenfalls anders zu entscheiden! Ich gehöre sogar zu den Personen, die Lehrer eher in Schutz nehmen!

Jetzterstrecht
1 Monat zuvor
Antwortet  Mario

Nun ja, in der Regel arbeiten die Beamten länger als 5 Jahre, bevor sie in Pension gehen.
Bei Politikern ist der Pensionsanteil auch erst fällig, wenn sie wirklich in Rente gehen.
Und dann vergleichen sie bitte auch noch den Anteil, den ein einfacher Beamter bekommt im Vergleich zu dem, was ein Poltiker nach 8 Jahren bekommt.
Und zum Schluss nocheinmal darüber nachdenken, was es bedeuten würde den Beamtenstatus für die Politik aufzugeben. Stichwort: Ich muss rechtzeitig damit beginnen, mich abzusichern, wenn die nächste Wahl nicht so ausfällt, wie geplant.

Mario
1 Monat zuvor
Antwortet  Jetzterstrecht

Ja, dieser Punkt der angloamerikanischen Forderungen ist derjenige, welcher mir persönlich am wenigsten zur kontinentaleuropäischen Kultur passend erscheint, aber wie gesagt: Krieg verloren! Ich persönlich würde das mit der Abgeordnetentätigkeit nicht fordern, alle anderen geforderten Punkte da schon eher!

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  447

“Irgendwann ist der Wiedervereinigungsbonus und sind die Erfolge vor (wörtlich) Jahrzehnten halt aufgebraucht.”
???

Mario
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Ich mag die CDU (von Ausnahmen abgesehen)auch nicht, mich hat sie als Sohn einer binationalen Ehe als Ausländer auf die Welt kommen lassen (deutsche Mutter zählte halt nur in Sonntagsreden gleich, Deutscher auf Antrag der Mutter)
Es ist allerdings nicht zu verstehen, warum ein deutscher Beamter die Partei nicht mag! Ohne CDU, muss eigentlich leicht zu verstehen sein, kein Berufsbeamtentum deutscher Prägung nach dem Krieg!

Realist
1 Monat zuvor

Strategem Nr. 37:

“Den treuen Diener bloßstellen um sich selbst reinzuwaschen!”

Ellenbogen
1 Monat zuvor

Es sollte durchaus auf Leistungsmangel reagiert werden können. Bei den Gehältern verweist man doch auch immer so gerne auf die freie Wirtschaft.

NICHTLehrer
1 Monat zuvor

Bei “faulen Kindern” ist doch auch “Druck erhöhen” häufig das Mittel der Wahl.

Muxi
1 Monat zuvor

Solange nicht definiert wird, wie man die Leistung von Lehren eigentlich messen will, ist die ganze Debatte Unsinn.
Oder wollen wir dann auch die Leistung on Politikern messen, ohne zu klären, was da Leistung ist?

Mario
1 Monat zuvor
Antwortet  Muxi

Lehrerin, welche 16 Jahre Jahre krankfeiern darf, ist sicher jetzt keine Heldin der Arbeit!

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