Home Praxis “Ablenkende Wirkung hat ein Ende”: Handy-Verbot an Schulen – erste Bilanz

“Ablenkende Wirkung hat ein Ende”: Handy-Verbot an Schulen – erste Bilanz

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WIESBADEN. Mehrere Bundesländer haben in den vergangenen Monaten landesweite Regeln zur privaten Smartphone-Nutzung an Schulen eingeführt – Hessen ist eines von ihnen. Dort gilt seit Beginn des Schuljahres 2025/2026 ein flächendeckendes Handyverbot an allen öffentlichen Schulen. Smartphones, Tablets und Smartwatches dürfen grundsätzlich nicht mehr privat genutzt werden. Nach einem halben Jahr ziehen erste Schulleiter, Lehrkräfte, Schüler und das Kultusministerium eine vorläufige Bilanz – und die fällt überwiegend positiv aus, bleibt aber nicht ohne Kritik.

Losgelöst (Symbolbild). Illustration: Shutterstock

«Die hessenweite Einführung des Handyverbots würde ich derzeit mit der Schulnote gut, mit klarer Tendenz zu sehr gut, bewerten», sagt Frank Wrabletz, Direktor der Lichtbergschule in Eiterfeld (Kreis Fulda) der Deutschen Presse-Agentur. «Aus meiner Sicht spricht vor allem die landesweite Einheitlichkeit für diese Bewertung: Schulen, Lehrkräfte und Eltern haben nun eine klare, verbindliche Grundlage.»

«Regelung wird angenommen und wirkt»

Das entlaste die Schulen spürbar, reduziere Diskussionen und sorge für mehr Ruhe und Konzentration im Schulalltag, sagt der Schulleiter. «In der Praxis zeigt sich bereits, dass die Regelung gut angenommen wird und wirkt.»

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Für eine eindeutige Note 1 ist es aus Sicht des 63-Jährigen noch etwas früh. Dazu braucht es längere Erfahrungen und eine systematische Überprüfung, etwa im Hinblick auf unterschiedliche Altersstufen und Schulformen sowie die begleitende Medienbildung. «Insgesamt ist der Schritt des Landes aber richtig, wichtig und ein großer Gewinn für die Schulen», betont der Direktor.

Schüler tricksten

An der Lichtbergschule mit ihren rund 520 Schülerinnen und Schülern gab es schon vor der hessenweiten Einführung des Handyverbots klare Regelungen über den Umgang mit Smartphones und Co. Handys und Tablets mussten während des Schultags ausgeschaltet in der Tasche bleiben. Nur wenn Lehrkräfte sie ausdrücklich für Unterrichtszwecke erlaubten, durften sie genutzt werden.

«In der Praxis haben wir aber festgestellt, dass viele Schülerinnen und Schüler die Handys weiterhin in der Hosentasche bei sich trugen. Das war für uns ein klarer Regelverstoß», berichtet Wrabletz. Die Geräte wurden dann häufig eingezogen, und die Eltern mussten sie abholen. «Das führte teilweise zu Unmut, war aber als pädagogische Maßnahme gedacht.»

Kaum noch Diskussionen mit Eltern

Die Lichtbergschule sei sehr froh, dass das Land Hessen nun eine einheitliche Regelung geschaffen habe, sagt der Direktor. «Die Diskussionen mit Eltern sind dadurch praktisch verstummt. Auch aus dem Kollegium hören wir, dass Handys im Schulalltag kaum noch sichtbar sind.»

An der Lichtbergschule, in der Kinder von der fünften bis zur zehnten Klasse in vier Schulformen unterrichtet werden, wurde das Handyverbot auch auf Smartwatches ausgeweitet, da diese – insbesondere mit SIM-Karte – ebenfalls Internetzugang und Social-Media-Nutzung ermöglichen, wie Wrabletz erklärt. Ausnahmen würden in gesundheitlich begründeten Fällen gemacht.

«Viele digitale Ablenkungen»

Und wie finden Schüler die hessenweite Regelung seit Schuljahresbeginn? Die Wiesbadener Gymnasiastin Isabel sagt: «Das Handyverbot war an unserer Schule keine krasse Veränderung, weil Handys da auch schon vorher verboten waren, sogar in den Pausen.» Das wisse sie auch von anderen Gymnasien in Wiesbaden.

«Grundsätzlich finde ich ein Handyverbot gut an Schulen, vor allem für jüngere Kinder, weil es schon so viele digitale Ablenkungen heute gibt», ergänzt die 18-jährige Schülerin, die vor dem Abitur steht. «Aber nicht gut durchdacht ist es für unseren Stundenplan, weil ich ohne Handy nicht kurzfristige Änderungen wie Stundenausfall und Änderungen von Klassenräumen sehen kann.»

Schülerin kritisiert: Lehrer dürfen weiterhin ihre Handys benutzen

Und Isabel betont: «Ich finde es auch nicht gut, dass die Lehrer weiterhin ihre Handys in der Schule verwenden. Sie haben ja eine Vorbildfunktion.» Manche Lehrerinnen und Lehrer würden allerdings auch bei Mobiltelefonen von Schülern ein Auge zudrücken, vor allem bei den älteren Mädchen und Jungen.

«Viele finden natürlich Schlupflöcher»

«Im Unterricht in der Oberstufe dürfen wir meistens Tablets verwenden», sagt Isabel. «Aber es wird schon versucht zu kontrollieren, was wir genau damit machen.» Die Schülerin fügt hinzu: «Bei iPads können Lehrer sogar über das «Classroom Management» von Apple sehen, welche Apps gerade verwendet werden. Aber viele Schüler finden natürlich Schlupflöcher für Nutzungen, die nichts mit dem Unterricht zu tun haben oder KI (Künstliche Intelligenz) sind.»

Über die Situation an einer Wiesbadener Grundschule berichtet Lehrerin Sabine Schmand: «Das Handyverbot betrifft uns eigentlich nicht, weil unsere jungen Schüler schon vorher keine Handys rausholen durften. Auch früher hatten sie es höchstens ausgeschaltet im Ranzen, wenn ihre Eltern es ihnen für die Erreichbarkeit mitgegeben haben.»

Kultusministerium: «Handys aus – Kopf an»

Nach Ansicht des hessischen Kultusministeriums war die Schaffung der neuen Smartphone-Schutzzonen an den Schulen die richtige Entscheidung. Das zeigten die sehr positiven Rückmeldungen aus den Schulgemeinden, teilt das Ministerium mit. Die Lehrkräfte freuten sich darüber, dass sie endlich Klarheit haben und sich nicht immer wieder rechtfertigen müssen, wenn sie die private Handy-Nutzung begrenzen.

«Aber vor allem: Die ablenkende Wirkung der Handys im Schulalltag und auf den Unterricht hat ein Ende», sagt ein Sprecher. Die überbordende Handypräsenz sei oft ein Grund für psychische Probleme und Cybermobbing unter Jugendlichen. «Handy aus – Kopf an: Wir wollen, dass die Schülerinnen und Schüler wieder mehr miteinander sprechen, statt alleine am Handy vor sich hin zu chatten», betont der Sprecher.

Kritik von der Landesschülervertretung

Die Landesschülervertretung in Hessen dem steht landesweiten Handyverbot weiterhin kritisch gegenüber. Das Handyverbot habe darauf abgezielt, die Smartphonenutzung von Schülern deutlich zu reduzieren und insbesondere gefährliche Mediennutzung einzudämmen. «Beides konnten wir im letzten halben Jahr nicht feststellen», berichtet Landesschulsprecher Laurenz Spies. Weder die Smartphonenutzung noch der gefährliche Medienkonsum lasse sich durch ein Handyverbot in der Schule reduzieren.

Ausschließlich eine effektive Medienbildung versetze Schüler in die Lage, ihre Handy- und Mediennutzung zu reflektieren und zu verbessern, erklärt Spies. Dieser Punkt sei zwar als zusätzlichen Bildungs- und Erziehungsauftrag in das Schulgesetz mit aufgenommen worden. «Allerdings nehmen wir aktuell leider nicht wahr, dass der breiten Masse von Schüler*innen tiefgründige digitale Kompetenzen vermittelt werden.» News4teachers / Von Michael Bauer, Andrea Löbbecke und Jens Albes, dpa

Handy-Verbote reichen nicht: Leopoldina warnt vor Social-Media-Risiken – und fordert mehr Medienerziehung in Kitas und Schulen

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Unfassbar
1 Monat zuvor

War klar, dass die Schülersprecher dagegen sind. Wieso die Handynutzung zu brauchbarer digitalen Kompetenz führen soll, müssten die mir mal plausibel machen.

Mannkannesnichtfassen
1 Monat zuvor
Antwortet  Unfassbar

Zumal die Erfahrung zeigt, dass das nicht so ist. Bei der Aufforderung “Schick’s mir mal eine Mail mit Anhang.” bricht die reine Panik aus.

Einer
1 Monat zuvor
Antwortet  Unfassbar

Das reaktionsschnelle rechts-links-wischen hilft beim tindern.

HarneEinrichson
1 Monat zuvor

Ich würde mal behaupten, die aus Sicht der Schülervertretung mangelnde Medienbildung, hat mit dem Handyverbot an sich nichts zu tun.
Die privaten Endgeräte wurden sicherlich nicht für Medienbildung eingesetzt und die schulischen Geräte werden vermutlich genauso genutzt wie vorher auch.

Lesender
1 Monat zuvor

“Manche Lehrerinnen und Lehrer würden allerdings auch bei Mobiltelefonen von Schülern ein Auge zudrücken, vor allem bei den älteren Mädchen und Jungen.”

Und genau dies führt auch an unserer Schule zur Errosion der eigentlich bestehenden Regeln. Lehrkräfte die das Durchsetzen der Regeln weder einsehen oder, zumindest das verstehe ich, nicht mehr durchsetzen können aufgrund mangelnder Resourcen (Zeit).

Das Schwierigste an Regelungen sind das Kollegium bei der Umsetzung und Durchsetzung.

Heinz
1 Monat zuvor
Antwortet  Lesender

Ja weil es leider auch in jedem Lehrerkollegium immer mehr Lehrer gibt, die bezogen auf ihren Beruf ein wenig zu viel narzisstische Züge haben und meinen, sie wären die einzigen, die den Weitblick haben.
Kollegiale Geschlossenheit wird immer weniger, da immer weniger bereit sind, sich einer Mehrheitsentscheidung (Lehrerkonferenz) einfach zu fügen, auch wenn man selbst anderer Meinung ist.

Ich selbst war übrigens auch gegen ein striktes Handyverbot, und ich muss sagen, ich bin im Nachhinein froh, dass ich überstimmt worden bin.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Heinz

Ist immer die Frage wie man als Schule fungieren will. Und wie “offen” man ist.
Und wenn eine Regel kompletter Unfug ist, dann muss man das klären – auch innerhalb eines Kollegiums.
Man kann ja festlegen:
Klasse bis Jahrgangsstufe XY generelles, striktes Handyverbot.
Klasse 9/10 + dürfen das Handy zur Recherche nutzen, nach Absprache mit Lehrkraft.
Ist durchaus auch eine Sache der Absprache und Kommunikation.

Wenn “jede/r macht was er/sie will” … Dann braucht man sich halt auch nicht wundern, dass SuS eben das auch spiegeln …
Ich kann nur bedingt nachvollziehen, dass einige LuL sich da wundern. Grundlegend Erziehung und Sozialisierung, sowie Konditionierung, Regelwirkungen, Vorbildverhalten und Kommunikation dann nicht verstanden.

Sepp
1 Monat zuvor

Und Isabel betont: «Ich finde es auch nicht gut, dass die Lehrer weiterhin ihre Handys in der Schule verwenden. Sie haben ja eine Vorbildfunktion.»

Das ist ein Punkt, bei dem die Schülerin meines Erachtens irrt:

Schüler und Lehrkräfte haben unterschiedliche Pflichten und unterschiedliche Rechte. Wenn ich bspw. ein Gerät mit einer Präsentation schon mit dem Beamer verbunden habe oder einfach nur die Internet-Verbindung in der Schule zickt, dann kontrolliere ich die Abwesenheiten schnell auf dem Handy. Und genau das wissen die Schüler auch.

Ich käme, im Gegensatz zu einigen Schülern, nicht auf die Idee, während meines Unterrichts Social Media zu öffnen oder online zu shoppen.

So weit sollte eine 18-jährige Schülerin schon den Sinn des Handy-Verbotes verstanden haben.

«Aber nicht gut durchdacht ist es für unseren Stundenplan, weil ich ohne Handy nicht kurzfristige Änderungen wie Stundenausfall und Änderungen von Klassenräumen sehen kann.»

Manche Lehrerinnen und Lehrer würden allerdings auch bei Mobiltelefonen von Schülern ein Auge zudrücken, vor allem bei den älteren Mädchen und Jungen.

Genau da finde ich die Nutzung von Handys und Mobilgeräten völlig unproblematisch.
Ich hatte letztens mit einen Schüler gesprochen, ob er schon für sein Projekt eine Antwort auf seine E-Mail-Anfrage bekommen hat. Ein kurzes “Ich schaue kurz nach” reicht doch. Natürlich darf er dann seine E-Mails kurz per Handy abrufen.

Es fragen z.T. Schüler am Ende des Vormittags-Unterrichts, ob sie kurz am Handy nachschauen dürfen, ob ihre AG am Nachmittag stattfindet. Sie stehen neben mir im Raum, ja, natürlich dürfen sie das!

Gerade wenn man Schüler schon länger kennt, weiß man auch, wer nur kurz sowas nachschaut und wer im Zweifelsfall mit dem Handy zockt.

Kompenter Umgang mit Medien bedeutet eben auch, zu wissen, welchen Sinn ein Gebot/Verbot hat und wann Ausnahmen in Ordnung sind.

Canishine
1 Monat zuvor
Antwortet  Sepp

Wir haben seit Jahren ein Nutzungsverbot an unserer Schule und damit gute Erfahrungen gemacht. Ich sehe (und praktiziere) es allerdings wie Sie, dass Ausnahmen besprochen werden können.

Meiomei
1 Monat zuvor
Antwortet  Canishine

Und was sieht der Schüler? Die einen dürfen aus Handy schauen, andere nicht!

Bei Lehrer Sepp und bei Lehrer Canishine darf ich doch auch aufs Handy schauen, warum nicht bei Ihnen. Und schon ist die Diskussionsrunde eröffnet.

Mika BB
1 Monat zuvor
Antwortet  Meiomei

Die SuS wissen sehr schnell, bei wem sich eine Diskussion lohnt und bei wem nicht.

Sepp
1 Monat zuvor
Antwortet  Meiomei

Genau, wir sind eben die Bösen, weil wir im Zweifelsfall über den Sinn von Regeln nachdenken, mit den Schülern besprechen und diese nicht stur anwenden.

Wenn Lehrer Meiomei bspw. einen Herzinfarkt hätte, würden die Schüler nur zuschauen, denn sie haben gelernt, dass man das Handy in der Schule nicht nutzen darf. Notruf? – Fehlanzeige! Regeln gelten eben bis zum bitteren Ende.

Das meine ich eben mit Kompetenz.
“Ich schaue kurz nach, ob meine AG stattfindet, okay?” und ein kurzes Nicken reichen doch.
Da brauche ich doch keine lange Erklärung, dass Lehrkraft Y letzte Woche schon krank war, der Schüler aber gleich zum Bus müsse, wenn die AG ausfallen würde, er daher gerne das Handy aus der Tasche holen möchte, um…

Schade Marmelade
1 Monat zuvor
Antwortet  Meiomei

Da ist das Problem. Sie gestatten den Schülern ihre Entscheidungen zu diskutieren. Sie sind die Lehrkraft. Entscheidungen werden nicht diskutiert.

Heinz
1 Monat zuvor

Also der Kommentar der Landesschülervertretung ist natürlich Unsinn, da es nicht darum gingt, die Mediennutzung der Kinder und Jugendlichen einzuschränken, das ist und bleibt Aufgabe der Eltern, sondern es ging natürlich um die Mediennutzung als Ablenkung im Unterricht. Wenn mal einer sein Handy aus versehen in eingeschaltetem Zustand abgeben musste, konnte man sehen, dass dort im 3min Takt irgendwelche Snapshatnachrichten eingetroffen sind.

Und dieser Kommentar ist natürlich einfach lächerlich:
„Schülerin kritisiert: Lehrer dürfen weiterhin ihre Handys benutzenUnd Isabel betont: «Ich finde es auch nicht gut, dass die Lehrer weiterhin ihre Handys in der Schule verwenden. Sie haben ja eine Vorbildfunktion.» Manche Lehrerinnen und Lehrer würden allerdings auch bei Mobiltelefonen von Schülern ein Auge zudrücken, vor allem bei den älteren Mädchen und Jungen.“
Da hat jemand einfach nicht verstanden, dass es einen Unterschied zwischen Schülern und Lehrern gibt und das ist auch gut so. In der Schule wird nicht partnerschaftlich erzogen, da das später im Job auch nicht stattfindet, und die Schule auf das Leben nach der Schule vorbereitet.

Canishine
1 Monat zuvor
Antwortet  Heinz

Wenn ein Lehrer im Unterricht das Handy verwendet, ist entscheidend wofür. Insofern hat die Schülerin recht, wenn sie von der Vorbildfunktion des Lehrers spricht. Allerdings ist es nicht ihre Aufgabe, das zu beurteilen. Sie darf aber wohl in solchen Momenten fragen und dann darf der Lehrer antworten, denn schließlich sollen Kinder ja einen verantwortlichen Umgang mit den Medien erlernen.

Meiomei
1 Monat zuvor
Antwortet  Canishine

Oh, der ist gut. Hallo Herr Lehrer, können Sie mir bitte erklären, was sie gerade am Handy machen?
Tapfer!

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Meiomei

Ich persönlich zeige das tatsächlich meinen SuS.
Schulmanager wird ihnen von mir erklärt.
Wenn ich etwas “Google” für Bildbeispiele oder Kontexte zu Fragen etc. – dann ebenfalls.
Falls ich etwas mit KollegInnen kurz per Google Chat klären muss – spreche ich das auch kurz an.
Das funktioniert tatsächlich sehr gut und meine SuS verstehen das.
Sie verstehen auch, warum sie ihr Handy ausschalten müssen und ich eben nicht – da ich für Notfälle primär zuständig bin und hier auch rechtlich hafte. Sie nicht.
Und natürlich dürfen SuS auch bei mir “nachfragen”, wenn ich am Handy etwas mache. Passiert nur nicht, wenn man das tatsächlich mit ihnen vorab bespricht und auch auf Nachfrage ihnen aufzeigt/erklärt, was man gerade macht.
Dann macht das “aber Sie machen bestimmt …” auch keinen Spaß. Ne – mache ich halt nicht. Tatsächlich nur Unterrichtssachen.
Kann man auch gut und einfach trennen … Und auch besprechen, dass ich als Lehrkraft eben ein anderes “Aufgabenprofil” an Schule habe. Das mein Job.
Hat bisher jeder und jede ziemlich schnell gecheckt und akzeptiert.

Sepp
1 Monat zuvor
Antwortet  Meiomei

Ganz einfach:
“Ich schaue kurz, wer da ist!” – Handy raus, App öffnen, Namen durchgehen.

Vertretung in einer Fremdsprache, die ich nichtmal spreche:
Schüler: “Was heißt Wort X auf Französisch?”
Sepp: “Weiß ich nicht, ich sehe kurz nach…”.

Es sitzt ein ukrainischer Schüler in einer Klasse, versteht einen Teil der Aufgabe nicht.
“Du verstehst das nicht? Lass uns mal nachsehen.”, Handy raus, Übersetzungs-App.

Natürlich haben wir eine gewisse Vorbildfunktion. Dazu gehört m.E. auch, dass ich transparent bin, was ich gerade am Handy mache. Aber eben auch, dass ich das Handy im Unterricht nur als Werkzeug nutze und nicht zum Daddeln, Shoppen o.ä.

Schade Marmelade
1 Monat zuvor
Antwortet  Canishine

Nein, das darf die Schülerin nicht. Dem schiebt man ganz schnell einen Riegel vor. Schüler sind Schüler und in keinster Weise und auf keinen Fall steht es ihnen zu eine Lehrkraft zu kontrollieren. Wo kommen wir da hin?

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Schade Marmelade

Da kommen wir mitten in die verdrehte Welt des heutigen Schulsystems.

GriasDi
1 Monat zuvor

Zitat:
“Schülerin kritisiert: Lehrer dürfen weiterhin ihre Handys benutzen.”
LehrerInnen dürfen auch mit dem Auto in die Schule fahren.

Meiomei
1 Monat zuvor
Antwortet  GriasDi

Das dürfen ja unsere Schüler auch, wenn sie alt genug sind.
Und Lehrkräfte auch nur, wenn sie einen Führerschein besitzen.

Mika BB
1 Monat zuvor
Antwortet  Meiomei

Und wenn Ihre Schüler als Lehrkraft an Ihrer Schule angestellt sind, dürfen Sie auch weiterhin ihr Handy in der Schule benutzen. Wo ist das Problem?

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Meiomei

Und dann haben die SuS – wenn sie alt genug sind – eben die gleichen Pflichten und Rechte “auf der Straße”.
Wie sieht das denn konkret beim Handy aus? Haben die SuS hier die gleichen Pflichten? Ne? Also auch dementsprechend andere Rechte.

Ist doch (eigentlich) ganz einfach zu verstehen?
Ehrlicherweise verstehe ich den Diskurs hier gar nicht.
Fazit: Stelle einfach Diensthandys zur Verfügung und gut ist es.
Hier kann man es so einstellen, dass eben die “Dienstpflichten” erfüllt werden. Also: Jede/r LuL bekommt ein Diensthandy. Und dann wäre “das Problem” gelöst. Es ist ein Dienstgerät (dann). Und eben so zu nutzen.
SuS hingegen brauchen dies gar nicht. Nur in Ausnahmefällen und “nach Genehmigung”/Absprache der/mit der Lehrkraft.

Was wird denn als nächstes “gleichgestellt”? Dass Lehrkräfte hier Noten geben und SuS nicht? Sollen SuS jetzt ihre Lehrkräfte alle direkt benoten? Wollen die SuS vielleicht auch noch [neben Kindergeld/Taschengeld] soviel Geld wie eine Lehrkraft bekommen “für ihren Schulbesuch”?
Also bisschen muss man schon auf das Profil achten … Und mal logisch nachdenken/mitdenken. Und danb gäbe es diese Diskussion auch gar nicht, wenn es systemisch nicht schon “Müll” wäre.

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