Home Nachrichten AfD will Grundgesetz ändern – um Schulpflicht faktisch abzuschaffen (Antrag abgelehnt)

AfD will Grundgesetz ändern – um Schulpflicht faktisch abzuschaffen (Antrag abgelehnt)

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POTSDAM. In Deutschland gilt die Schulpflicht. Die AfD schlägt vor, daraus eine Bidungspflicht zu machen – damit Eltern ihre Kinder auch zu Hause unterrichten können. Das stößt im Brandenburger Landtag auf Widerstand.

Freie Fahrt für Querdenker? (Symbolfoto.) Foto: Shutterstock

Der Brandenburger Landtag hat sich mehrheitlich gegen eine Änderung der Schulpflicht für mehr häusliches Lernen ausgesprochen. SPD, CDU und BSW stimmten gegen den Vorschlag der AfD, dass sich die Landesregierung im Bundesrat für eine Änderung des Grundgesetzes einsetzt, um die allgemeine Schulpflicht auch durch gleichwertiges häusliches Lernen zu ermöglichen.

«Schulen in Deutschland haben nicht nur einen Bildungs-, auch einen Erziehungsauftrag», sagte Bildungsminister Steffen Freiberg (SPD). Die Schulpflicht sei ein hohes Gut. «Und einen Rückschritt möchte ich mir nicht vorstellen», sagte der Minister. Schülerinnen und Schüler könnten dort lernen, mit Unterschieden umzugehen und lernen, was Toleranz bedeute. Schulen hätten außerdem eine Integrationsfunktion und wirkten Parallelgesellschaften entgegen.

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Familien brauchten keine Privatisierung von Bildung, sagte die SPD-Abgeordnete Annemarie Wolff. «Sie brauchen verlässliche Schulen, Ganztagsangebote, Unterstützung und professionelle Lehrkräfte.»

SPD, CDU und BSW verwiesen auf die Bildungsgerechtigkeit. Die Schulpflicht sei ein Instrument des sozialen Ausgleichs, sagte CDU-Bildungspolitikerin Kristy Augustin. Die Schule regele auch klar, wo, wie lange und unter wessen Verantwortung die Kinder unterrichtet würden. «Das alles lassen Sie offen», sagte Augustin an die Adresse der AfD-Fraktion. Die AfD wolle die staatliche Verantwortung auf die Elternhäuser verschieben.

AfD sieht Defizite bei Schutz und Bildung

Die AfD-Fraktion sieht dagegen einen Verfall des Bildungsniveaus. In ihrem Antrag listet sie Lehrermangel, Unterrichtsausfall, marode Schulgebäude, Herausforderungen bei der Eingliederung geflüchteter und zugewanderter Kinder und Jugendlicher sowie eine zunehmende Gewalt in Schulen auf.

Die Schulpflicht solle zu einer Bildungspflicht erweitert werden, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer Dennis Hohloch, der namentlich vom Verfassungsschutz als Rechtsextremist geführt wird. Die Schulpflicht gelte weiter, aber man könne seine Kinder auch zu Hause unterrichten, wenn die Bildungsstandards eingehalten würden, erklärte Hohloch.

Faktisch würde damit allerdings die Schulpflicht abgeschafft. Der gesamte Landesverband der AfD in Brandenburg wird vom Verfassungsschutz als «gesichert rechtsextremistisch» eingestuft. News4teachers / mit Material der dpa

AfD: Nach Regierungsübernahme in Sachsen-Anhalt die geltende Schulpflicht abschaffen

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