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Gastkommentar: „Die Zukunft des Lernens ist nicht digital, sondern menschlich“

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STUTTGART. Klimakrise, Kriege, gesellschaftliche Spaltung – und ein Bildungssystem im Dauerstress: Für unsere Gastautorin Stephanie Wössner ist klar, dass kosmetische Reformen nicht mehr reichen. Freiberuflich arbeitet sie als Beraterin, Keynote-Speakerin und Autorin und veröffentlicht regelmäßig Fachbeiträge; hauptberuflich ist sie ehemalige Lehrerin und heute Leiterin der Stabsstelle „Zukunft des Lernens“ am Landesmedienzentrum Baden-Württemberg. Sie plädiert für einen grundlegenden Paradigmenwechsel – weg von Technikfixierung und Leistungslogik, hin zu einem humanistisch geprägten, zukunftsorientierten Lernen. Denn, so ihre Überzeugung: „Die Zukunft des Lernens ist nicht digital, sondern menschlich.“

Fachfrau Stephanie Wössner. Illustration: News4teachers

Warum wir die Zukunft des Lernens neu gestalten müssen – zwischen Omnikrise und Zukunftskompetenz

Die Krisen unserer Zeit sind längst nicht mehr voneinander zu trennen. Klimawandel, geopolitische Konflikte, soziale Spaltung, psychische Belastungen, digitale Desorientierung und demokratische Erosion überlagern sich und verstärken sich gegenseitig. Diese sogenannte Omnikrise ist kein vorübergehender Ausnahmezustand, sondern Ausdruck eines tiefgreifenden gesellschaftlichen Epochenwandels. 

Auch das Bildungssystem – und mit ihm das Lernen – steht mitten in diesem Umbruch. Lehrkräftemangel, Leistungsdruck, überlastete Strukturen und eine oft technikzentrierte Reformpolitik zeigen: Die bisherigen Antworten greifen zu kurz. Optimierung reicht nicht mehr aus. Was wir brauchen, ist eine grundlegende Neuausrichtung der Zukunft des Lernens. 

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Dabei zeigt sich zunehmend: Die sichtbarsten Probleme sind nicht die tiefsten. Hinter Lehrkräftemangel, Leistungsdruck und Strukturkrisen steht eine stille, oft übersehene Krise des Erlebens. Viele Kinder und Jugendliche sind gestresst, unglücklich und verbinden Schule und Lernen mit Frust, Überforderung und Sinnverlust. Zahlreiche Studien belegen, dass ein erheblicher Teil von ihnen Lernen vor allem mit negativen Emotionen verknüpft. Was eigentlich Neugier, Entwicklung und Selbstvertrauen fördern sollte, wird für viele zur emotionalen Belastung. Diese Erfahrung wird bislang zu selten ernst genommen – und häufig durch technokratische oder kurzfristige Maßnahmen überdeckt, statt die Ursachen grundlegend zu adressieren. Dass diese Belastungen real sind, machen inzwischen auch Initiativen wie „Uns geht’s gut?“ der Bundesschülerkonferenz deutlich, die mentale Gesundheit öffentlich thematisieren. 

Gerade deshalb geht es nicht um die nächste Methode, das nächste Tool oder das nächste Förderprogramm. Es geht um die Frage, wie Menschen in einer komplexen, unsicheren Welt handlungsfähig, verantwortungsvoll und gemeinschaftsfähig bleiben – und werden können. 

Zwischen zeitgemäßem und zukunftsorientiertem Lernen

In den vergangenen Jahren wurde viel über „zeitgemäßes Lernen“ gesprochen. Gemeint waren damit meist digitale Ausstattung, neue Unterrichtsformate und die bekannten „4K“: Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und kritisches Denken. 

Diese Ansätze haben wichtige Impulse gesetzt. Gleichzeitig zeigen sich ihre Grenzen. Häufig blieb der Fokus auf der Ebene der Umsetzung: Tablets statt Arbeitsblätter, Lernplattformen statt Hefter, digitale Tests statt analoger Klassenarbeiten. Die grundlegenden Strukturen des Lernens – Fremdsteuerung, Leistungslogik, Stofforientierung – blieben oft unangetastet. 

Zukunftsorientiertes Lernen geht weiter. Es fragt nicht nur: Wie lernen wir effizienter?
Sondern: Wozu lernen wir? Für welches Leben? Für welche Gesellschaft? Und ganz im Sinne des Bildungsauftrags: Wie können wir die Zukunft mitgestalten? 

Es verschiebt den Blick von der reinen Wissensvermittlung hin zur Persönlichkeitsentwicklung, zur Entwicklung von Verantwortung, Urteilsfähigkeit und Gestaltungskompetenz. Lernen wird nicht als Vorbereitung auf Prüfungen oder eine sich ebenfalls stark verändernden Arbeitswelt verstanden, sondern als lebenslanger Prozess der Auseinandersetzung mit sich selbst, mit anderen und mit der Welt. 

Gesellschaftliches Wohlergehen als Ziel

Zukunftsorientiertes Lernen zielt nicht auf individuelle Leistung, sondern auf gesellschaftliches Wohlergehen. Das OECD Learning 2030 Framework bietet hierfür eine internationale Orientierung. Es beschreibt Lernen nicht als Aneignung isolierter Inhalte, sondern als Zusammenspiel von Wissen, Qualifikationen, Haltungen und Werten. 

Im Zentrum steht der sogenannte Lernkompass. Er macht deutlich: Zukunftsfähigkeit und transformative Kompetenzen entstehen nicht durch reines Faktenwissen, sondern durch die Fähigkeit, 

  • zu handeln,
  • zu reflektieren,
  • vorauszudenken
  • und Verantwortung zu übernehmen.

Lernen wird hier als dynamischer Zyklus verstanden: Aktion, Reflexion und Antizipation greifen ineinander. Fehler gelten nicht als Scheitern, sondern als „Lerngutscheine“. Entwicklung wird nicht linear gedacht, sondern als lernender Zyklus mit Korrekturen, Umwegen und Neuorientierung. Dieses Verständnis passt zur Realität einer Welt, in der es keine einfachen Lösungen mehr gibt – sondern nur gemeinsam entwickelte Antworten.  

Eng damit verbunden ist das sogenannte Sun Model of Co-Agency. Es beschreibt, wie Lernende und Erwachsene Verantwortung im Lernprozess teilen können. Statt Beteiligung auf Mitsprache bei vorgegebenen Themen zu reduzieren, geht es hier um echte Mitgestaltung. Lernende sollen nicht nur Aufgaben ausführen oder Feedback geben, sondern Entscheidungen mitentwickeln, Projekte initiieren und Verantwortung übernehmen. 

In der Praxis ist davon noch wenig zu sehen. Häufig bleibt Beteiligung symbolisch. Lernende dürfen „mitmachen“, aber nicht mitentscheiden. Das Sun Model macht deutlich: Zukunftsorientiertes Lernen erfordert, Macht zu teilen und Vertrauen zu wagen. 

Dass wir jungen Menschen vertrauen können und sie bereits in jungen Jahren eine genaue Vorstellung davon haben können, was sie zu einer lebenswerten Zukunft beitragen wollen, zeigen internationale Beteiligungsinitiativen wie das World Child Forum sowie Beteiligungsorgane wie die Bundesschülerkonferenz. 

Nachhaltigkeit braucht innere Entwicklung: SDGs und IDGs

Die globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDGs) sind vielen bekannt. Weniger verbreitet sind die sogenannten Inner Development Goals (IDGs). Sie ergänzen die SDGs um eine entscheidende Dimension: die innere Entwicklung von Menschen, die als Voraussetzung gilt, die globalen Ziele überhaupt zu erreichen und so Zukunft zu gestalten. 

Denn ökologische und soziale Transformation gelingt nicht allein durch technische Lösungen oder politische Programme. Sie braucht Fähigkeiten wie Selbstreflexion, Empathie, Mut, Kooperationsfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein. Zukunftsorientiertes Lernen verbindet daher äußere und innere Nachhaltigkeit. Es stärkt nicht nur Kompetenzen, sondern auch Haltungen. Es unterstützt junge Menschen dabei, ein Wertefundament zu entwickeln, auf dem sie ihr Handeln aufbauen können. 

Mit diesem Verständnis verändern sich auch die Rollen im Lernen grundlegend. Lernende werden nicht länger als Empfänger:innen von Wissen betrachtet, sondern als aktive Gestaltende ihres personalisierten Lernprozesses und der Welt. Sie entwickeln Fragen, setzen Schwerpunkte, setzen sich selbst Ziele, reflektieren ihre Entwicklung und bringen ihre Perspektiven ein. Lernbegleitende werden zu Ermöglicher:innen. Sie gestalten Räume, in denen sich Kompetenzen entwickeln können, geben Impulse, begleiten Prozesse und schaffen Vertrauen. Ihre Aufgabe ist nicht die Kontrolle, sondern die Unterstützung von Entwicklung. 

Schule – und Lernen insgesamt – wird so zum Möglichkeitsraum: zu einem Ort, an dem Menschen ausprobieren, scheitern, wachsen und Verantwortung übernehmen dürfen. 

Menschliche Digitalität statt Technikfixierung

Digitale Technologien sind Teil unserer Lebenswelt. Sie eröffnen neue Möglichkeiten der Vernetzung, der Kreativität und der Zusammenarbeit. Gleichzeitig zeigen die Erfahrungen der letzten Jahre: Technologie allein verändert Lernen nicht. Im Gegenteil: Wenn digitale Werkzeuge lediglich bestehende Strukturen verstärken, wird Fremdsteuerung digitalisiert, Leistungsdruck automatisiert und Kontrolle perfektioniert. 

Das Leitbild der menschlichen Digitalität stellt dem eine andere Perspektive gegenüber. Technologie soll nicht dominieren, sondern unterstützen. Sie soll Zeit für Beziehung schaffen, Reflexion ermöglichen und kreative Prozesse fördern.  

Die Zukunft des Lernens ist deshalb nicht primär digital – sondern menschlich. 

Die Gestaltung der Zukunft des Lernens ist keine technische Reformaufgabe. Sie ist kulturelle Arbeit. Sie betrifft Werte, Beziehungen, Machtverhältnisse und gesellschaftliche Vorstellungen von Erfolg und Bildung. Zukunftsorientiertes Lernen entsteht dort, wo Menschen bereit sind, Routinen zu hinterfragen, Unsicherheit auszuhalten und gemeinsam neue Wege zu erproben. Es ist kulturelle Entwicklungsarbeit – kein fertiges Rezept und keine reine Implementierungsaufgabe. In einer Zeit tiefgreifender Umbrüche wird Lernen so zur zentralen Ressource gesellschaftlicher Zukunftsfähigkeit – nicht als Anpassungsinstrument, sondern als Gestaltungsraum. News4teachers 

Weitere Informationen unter: www.steffi-woessner.de 

Hier geht es zu allen Beiträgen des News4teachers-Themenmonats „Schule der Zukunft“.

Bildung für nachhaltige Entwicklung: KMK-Anspruch überfordert viele Schulen

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Katze
1 Monat zuvor

Hä? Wirklich jetzt?
„Lernende werden nicht länger als Empfänger:innen von Wissen betrachtet, sondern als aktive Gestaltende ihres personalisierten Lernprozesses.“ Aha. Da fragt man sich unweigerlich, ob hier tatsächlich von Kindern und Jugendlichen die Rede ist, die täglich in Schulen auftauchen oder von einer pädagogischen Fantasie-Spezies, die ausschließlich in Leitfäden und PowerPoint-Präsentationen existiert. Während die Vision offenbar davon ausgeht, dass Lernende morgens mit einem „Heute optimiere ich meine metakognitive Zielarchitektur“ ins Schulhaus schweben,sieht die Realität eher nach permanentem Ablenkungsmanagement und sozial‑emotionaler Überforderung im Umgang mit alltäglichen Konflikten aus.
Die Vorstellung, Kinder und Jugendliche würden „Fragen entwickeln, Schwerpunkte setzen, sich selbst Ziele setzen und ihre Entwicklung reflektieren“, ist ein hübsches Wunschkonzert, das mit der tatsächlichen Entwicklung vieler Lernender ungefähr so viel zu tun hat wie ein Wellnessprospekt mit einer Notaufnahme. Selbstreflexion braucht Anleitung – genau die Anleitung, die im nächsten Satz wegdefiniert wird, wenn Lehrkräfte plötzlich „Ermöglicher:innen“ sein sollen, deren Aufgabe „nicht die Kontrolle“ sei. Ein Klassenzimmer ohne Kontrolle ist kein Lernlabor, sondern ein Ort, an dem Unruhe sich selten lange bitten lässt – unabhängig vom Alter.
Dann die berühmten 4K – Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und kritisches Denken – als pädagogische Leitsterne und die Behauptung, die „grundlegenden Strukturen des Lernens“ seien unangetastet geblieben. In der Praxis wurden diese Strukturen vielerorts längst weichgekocht (wegkompetenziert) – mit dem Ergebnis, dass Lehrkräfte zunehmend berichten, dass immer mehr Kinder und Jugendliche dem Unterricht kaum noch gewachsen sind. Der gestrige Artikel bringt es trocken auf den Punkt: „Immer öfter müssen Lehrkräfte von Schulbegleitern unterstützt werden… Gründe: ADHS, Konzentrationsprobleme, mangelnde Impulskontrolle, Aggressionen.“
Und genau hier kollidiert die Vision mit der Wirklichkeit. Wie soll ein Kind oder Teenager, der kaum zehn Minuten sitzen, zuhören oder sich regulieren kann, einen „personalisierten Lernprozess“ gestalten? Wie soll jemand, der mit Impulskontrolle kämpft, „Schwerpunkte setzen“? Wie soll ein Jugendlicher, der sozial überfordert ist, „kollaborativ“ arbeiten? Die Diskrepanz ist doch grotesk – oder?
Am Ende bleibt ein pädagogisches Paradox: Man fordert Selbststeuerung von Lernenden, die immer weniger Selbststeuerungsfähigkeit mitbringen. Man fordert weniger Kontrolle, wo Lehrkräfte schon jetzt kaum noch welche haben. Und man ruft nach „Ermöglichung“, während die Realität nach klaren Grenzen schreit. Es ist, als wolle man ein Hochhaus bauen, während das Fundament bröckelt und statt es zu reparieren, diskutiert man über die Vorhänge im Penthouse.

Realistin
1 Monat zuvor

Quatsch, zu 30% schon.

  1. Teil wird digital sein!
Helge
1 Monat zuvor

” Sie betrifft Werte, Beziehungen, Machtverhältnisse und gesellschaftliche Vorstellungen von Erfolg und Bildung. “

Aber konkretisieren derselben ginge zu weit? Vielleicht weil man sich selbst ins Abseits stellt, wenn die Ideen all zu sehr vom allgemeinen Digitalisierungsjubel abweichen.

Tablets und digitale Tafeln zusätzlich zur Smartphonesucht sind, natürlich, total kontraproduktiv. Im Grunde bringen wir den Kindern damit bei, dass auf Bildschirme glotzen und tatschen Bildung, Kultur und Arbeit ist. Alle die noch halbwegs bei Verstand sind wissen das auch und es ist bezeichnend das offenbar niemand von Rang sich erlauben kann das ganz deutlich zu sagen.

Addiction & Dopamine | What you ABSOLUTELY need to understand!

https://www.youtube.com/watch?v=2AMPgLIpuqs

Thomas Kreitschmann
1 Monat zuvor

Es ist schön, dass wir die Wahrheiten der Pädagogik wiederentdecken. Vor 3000 Jahren entdeckt, in der Spätscholastik vergessen, im 16. und 17. Jahrhundert wiederentdeckt, in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wieder vergessen. Danke den mutigen Männern und Frauen, die sich das ewige Weglächeln und Wegdiskutieren dieser einfachen Wahrheiten nicht mehr gefallen lassen.

Stadtbewohnerin
1 Monat zuvor

Könnten Sie – für Unwissende wie mich – ein paar konkrete Namen nennen?

Thomas Kreitschmann
1 Monat zuvor

DSchule ist unmenschlich, wenn sie Menschlichkeir perfektionieren will und an egoistischen Ansprüchrn scheitert.

447
1 Monat zuvor

“Viele [Menschen] sind gestresst, unglücklich und verbinden [Arbeiten und Geld verdienen] mit Frust, Überforderung und Sinnverlust. Zahlreiche Studien belegen, dass ein erheblicher Teil von ihnen [Arbeit] vor allem mit negativen Emotionen verknüpft. Was eigentlich Neugier, Entwicklung und Selbstvertrauen fördern sollte, wird für viele zur emotionalen Belastung.”

Richtig guter Botsatz, da passt echt alles rein.

Alese20
1 Monat zuvor

“Nicht die Schule ist die Ursache für das, was die Kollegin da aufzählt, sondern eine gesellschaftliche Entwicklung, die sich immer mehr an immer mehr Individualismus und Bedürfnisbefriedigung ausrichtet.”
Es geht hier ja nicht um Ursache – denke ich – sondern vielmehr darum, dass sich Schule der Gesellschaft anpassen sollte. Die Schule ist für die Gesellschaft da und nicht die Gesellschaft für die Schule.

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Ich sag mal so: ich glaube, es ist einfacher, das System Schule an die Gesellschaft anzupassen, als Eltern vorzuschreiben, wie sie ihre Kinder zu erziehen haben, oder?

Muxi
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Eigentlich ist das völlig klar: Wie Sie oben geschrieben haben, ist die Schule eine Dienstleistung für die Gesellschaft, wird von der Gesellschaft bezahlt und muss sich völlig logisch an die Gesellschaft anpassen.
Umgekehrt wäre es auch ein totalitäres System….

Die Frage ist nur, ob die Schulen so ausgestattet sind, dass sie die Arbeit bzw. Anpassung auch leisten können und da hätte ich einiges anzumerken.

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  Muxi

Natürlich sind sie das zurzeit nicht. Ich denke, da sind sich alle einig. Das heißt aber doch, dass man immer wieder darauf hinweisen muss, was Schule braucht, bis Politik endlich irgendwann so viel Druck erhält, bis genug Geld ankommt. Selbst wenn Stand heute LuL-Mangel vorherrscht und diese ja nicht an Bäumen wachsen, könnte man zumindest schon mal die Schulen restaurieren, Verwaltungspersonal, SozPäds, Erzieher*innen, Assistenten etc. einstellen, um alle zu entlasten.

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Sie missverstehen mich. Ich bin mitnichten dafür, dass alle machen, was sie wollen. Es halte es aber für wichtig, sich mamchen Gegenbenheiten anzupassen. Man muss auf manche Dinge eingehen und darauf reagieren, bspw. Kind ist nicht bereit für Einschulung 》in den Vorschulkindergarten; Kind hat zu große Lücken entwickelt 》Förderung in Kleingruppen; Kinder sind zu schnell für Gleischritt 》 SOL für diese, damit sie nicht aufgehalten werden. Kids haben Sozialphobien, Autismus, Hochsensibilität 》 Möglichkeiten zum hybride eigenständigem Lernen bzw. leisen Lernateliers. Einfach mehr Flexibilität ins System bringen und nicht Abwertung des gesamten Leistungsvermögen. Ja, das ist aufwendig, teuer, verbraucht viele personelle Ressourcen, aber das wäre für mich eine angemessene Reaktion und nicht einfach alle weiter in den Gleischritt zwingen und einfach das Niveau für alle senken.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Schule hat sich jetzt ca. 40 Jahre lang geschmeidig und gut verbal eingeölt der “Gesellschaft” angepasst – konsequent nach unten.
Wir stehen vor bzw. in den Ergebnissen.

Lösungsvorschlag: Noch mehr vom gleichen, hilft bestimmt.

tuner
1 Monat zuvor

Ist ok für mich..
Mein, hab jetzt einige Jahre auf dem Buckel und weiß nicht, ob ich unseren irgendwie enttäuschende Spezies wirklich ab kann.
Vieles, worauf über Jahrzehnte hintrainiert wurde wird wohl bald AI übernehmen.
Bleiben eigentlich kaum Alternativen.
* Training zum Vasallen der Reichen und Mächtigen
* Selbstentfaltung/-verwirklichung

Aber: wird schon alles schief gehen ^^

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor

„Ist denn Schule wirklich so unmenschlich? An meiner Schule habe ich nicht den Eindruck, im Gegenteil. Tatsächlich denke ich, dass Schule heutzutage menschlicher als jemals zuvor ist.“
Ich kann es sogar per Edkimo Umfragen nachweisen, dass Schule menschlich ist und versucht alle Kinder mitzunehmen…..das ist ja gewollt….evidenzbasiert…..kann ich liefern…..
90% der Kinder meiner Schule fühlen sich wohl, haben Freunde und wissen, dass sie sich mit Problemen jederzeit an die LuL wenden können….herausragende Beziehung würde ich sagen….!

Muxi
1 Monat zuvor

10% Nichtwohlfühler, die sich der Situation nicht entziehen dürfen, empfinde ich als Problem.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Muxi

Wirklich? Dabei muss man auch bedenken, dass Kindern zum Zeitpunkt der Umfrage auch ein Läuschen über die Leber gelaufen sein könnte….90% Zufriedenheit ist ein überragender Wert, 100 % wird man niemals erreichen können…

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Muxi

Die ganze Realität ist so.

Wie viele Nichtwohlfühler gibt es wohl bei…
– der Regel, dass man auch richtig dummen, frechen Menschen nicht auf die … hauen darf?
– sinnlose Rotampeln und 30er-Zonen einhalten, obwohl da nach 0730-0800 und 1315-1430 kein Mensch lang kommt?
– Steuern bezahlen, die prompt vergeudet werden?
– sich jeden Tag die Zähne putzen…und das mehrmals!?!?!
– schmutziges Geschirr wegbringen, joa brudi, wie “sinnlos alda”, wird nächstes mal doch eh wieder dreckig!

Willkommen in der Wirklichkeit, das allermeiste ist regelbasiert, in abstrakt-überindividuelle Systeme eingebunden und “Routine” bis nervig…und so garnicht fühli-fühli-Affenhirn-impulsgesteuert.

In KEINEM Bereich passt irgendeine Gesellschaft (ausser vielleicht failed states) sich da (bewusst obendrein noch!) in ihren Institutionen an.

dickebank
1 Monat zuvor

Die Kinder mitnehmen wollte der Rattenfänger von Hameln auch …
Also der wollte nicht nur, der hat eben auch, wenn man der Geschichte Glauben schenken kann.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Na, dann haben die Kinder meiner Schule ja Glück, dass wir nur Gutes mit ihnen im Sinn haben….

dickebank
1 Monat zuvor

Hat die Besitzerin des Knusperhäuschens Hänsel und Gretel auch versprochen.

Gummibärchen
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Nun, DER ist aber der Sage nach von den Stadtvätern reingelegt worden….

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Gummibärchen

Na gut, dass uns das nich passieren kann, obwohl der PK ungestraft mit einer italienischen Holzpuppe mit spitzer Nase verglichen werden kann.

Muxi
1 Monat zuvor

Das müsste an die Politik gehen. Wir Lehrer wissen das eigentlich alle und verwenden viel Müde darauf, dass eine Beziehung zu den Schülern entstehen kann.
Und die ganzen Ergüsse aus Politik und Didaktik (inkl. Digitalversuche) stören da häufig mehr als das sie helfen.

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