NORTHEIM. Schulen sollen den Smartphone-Gebrauch verbieten oder einschränken, fordern Kultusministerien mittlerweile bundesweit. Doch wie lässt sich der Handy-Bann praktisch umsetzen? Schulen versuchen, die Lücke zwischen politischem Anspruch und praktischer Umsetzbarkeit zu schließen – mit einem einfachen technischen Mittel. NDR und Bayerischer Rundfunk berichten aktuell darüber.

Praktisch alle Bundesländer haben ihre Schulen in den vergangenen Monaten aufgefordert, verbindliche Regelungen zum Umgang mit Smartphones zu treffen. Teilweise werden klare Verbote für die Unterrichtszeit erwartet, teilweise zumindest deutliche Einschränkungen. Für Schulleitungen stellt sich damit eine praktische Frage: Wie lässt sich ein Handyverbot so umsetzen, dass es im Alltag kontrollierbar bleibt, ohne zusätzliche Konflikte zu erzeugen oder Unterrichtszeit zu binden?
Über einen konkreten Ansatz berichtet nun der Norddeutsche Rundfunk unter der Überschrift „Kreative Maßnahme“: Die Oberschule im niedersächsischen Northeim hat dort zum Beginn des zweiten Halbjahres sogenannte Verbotshüllen eingeführt. Das Prinzip ist einfach: Die Schülerinnen und Schüler legen ihr Smartphone zu Unterrichtsbeginn in eine spezielle Hülle. Diese wird mit einem Magnetverschluss geschlossen. Öffnen lässt sie sich nur mit einem entsprechenden Magneten, der in jedem Klassenraum angebracht ist. Das Gerät bleibt im Besitz der Jugendlichen, ist aber während der Unterrichtszeit nicht nutzbar. Alternativ können Eltern entscheiden, dass das Handy zu Hause bleibt.
Die Lösung verzichtet damit auf das Einsammeln von Geräten oder auf Taschenkontrollen. Sie schafft eine sichtbare und für alle gleiche Regelung, ohne das Smartphone vollständig aus der Schule zu verbannen. Die Maßnahme zielt ausdrücklich darauf, Ablenkung zu reduzieren und die Konzentration im Unterricht zu sichern.
Das gleiche Modell hat das Heinrich-Heine-Gymnasium in München eingeführt – als erste öffentliche Schule in Bayern, wie der Bayerische Rundfunk berichtet. Auch hier werden die Smartphones in Beuteln mit Magnetverschluss gesichert. Verriegelt werden sie durch Druck auf einen Knopf, geöffnet werden können sie über eine Entsperr-Vorrichtung am Schuleingang. Die Geräte bleiben im Besitz der Schülerinnen und Schüler, sind aber während des Unterrichts nicht nutzbar.
Wenn Schulen Smartphone-Regeln praktikabel umsetzen wollen, braucht es einfache, kontrollierbare Lösungen. Der PhoneLocker ist eine robuste Smartphone-Tasche aus Neopren, die Handys sicher verwahrt – ohne sie den Schülerinnen und Schülern abzunehmen.
Nach dem Einlegen wird die Tasche per Klick verriegelt. Öffnen lässt sie sich ausschließlich mit dem passenden magnetischen Unlocker, der im Klassenraum installiert oder von der Lehrkraft bereitgestellt wird. Integriertes Spezialmaterial blockiert zudem das Telefonsignal. Nutzung, Surfen oder Klingeltöne sind damit während der Sperrzeit ausgeschlossen.
Geeignet für Unterrichtsbeginn, Prüfungen oder schulische Veranstaltungen. Außenmaß: 28 x 13,5 cm, Innenmaß: 19 x 11,5 cm. Material: Neopren, Metall, ABS. Chemisch getestet, BSCI-zertifiziert produziert.
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„Der Konflikt ist im Wesentlichen raus, wir haben keine Handypartys mehr auf den Klos“
Die Entscheidung fiel schließlich auf die Handytaschen. Der Vorteil aus Sicht der Schule: Die Verantwortung für die Aufbewahrung bleibt bei den Jugendlichen, während die Nutzung technisch begrenzt wird.
Lehrkräfte berichten dem BR zufolge, dass deutlich weniger Geräte eingesammelt werden müssten und die Ablenkung im Unterricht stark zurückgegangen sei. Bei jüngeren Jahrgängen, für die auch in den Pausen ein Handyverbot gilt, werde zudem mehr miteinander gespielt.
Gleichzeitig zeigt der Bericht, dass die Maßnahme nicht von allen Schülerinnen und Schülern begrüßt wird. Die 13-jährige Sofia schildert ihre Sicht so: „Für mich ist es ist schlimmer, wenn mein Handy eingesperrt ist, weil ich dann viel mehr diesen Drang dazu habe, es zu verwenden.“ Einige Jugendliche fühlten sich ungerecht behandelt, da sie sich zuvor an bestehende Regeln gehalten hätten. Ganz ohne Umgehungsversuche funktioniert das System nach Angaben des BR ebenfalls nicht. Viele Schülerinnen und Schüler hätten inzwischen Wege gefunden, die Taschen auch ohne offizielle Entsperrvorrichtung zu öffnen.
Dennoch bewertet die Schulleitung die Maßnahme als wirksam, weil sich die Zahl der Konflikte deutlich reduziert habe. „Der Konflikt ist im Wesentlichen raus, wir haben keine Handypartys mehr auf den Klos. Ein- bis zwei Mal in der Woche erwischen wir jemanden, aber im Vergleich zu vorher ist es ein großer Unterschied“, sagt Sillober. News4teachers
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Natürlich. Man nehme eine Magnettasche, stecke das Handy hinein, klick, und schon ist die Welt wieder heil. Die Tasche ist der neue Sheriff im Klassenraum.
Während das Ersthandy also artig im High‑Security‑Beutel schlummert, läuft der Parallelbetrieb der Schülerschaft ungestört weiter: Smartwatches sowie Zweit‑ und Dritthandys, die irgendwo zwischen Schuhsohle, Federmappe und Kapuzenpulli versteckt sind. Und natürlich AirPods, die so tief im Ohr sitzen, dass man sie vermutlich nur noch mit einem Endoskop findet. Hauptsache, das eine Handy ist weg.
Der eigentliche Triumph des Systems wird mit einer Euphorie verkündet, die man sonst nur aus Werbespots kennt: Der Konflikt sei „im Wesentlichen raus“ und es gebe „keine Handypartys mehr auf den Klos“. Ein historischer Moment. Endlich wieder Toiletten, die ausschließlich für ihren ursprünglichen Zweck genutzt werden. Keine Untergrund‑Smartphone‑Raves mehr zwischen Spülkasten und Klobürste. Die Klos sind ruhig, die Magnettaschen sind zu, und unsere Illusion von Kontrolle glänzt heller als jede Smartwatch im Dunkelmodus.
Was im Unterricht passiert, während die Tasche geschlossen bleibt, ist nebensächlich. Dort wird jetzt eben mit Zweitgerät, Smartwatch und AirPods “gefeiert” – leise, diskret, aber dafür konfliktfrei. Die Magnettasche als pädagogischer Placebo‑Effekt in Stoffform. Zum Glück gibt es ja noch die Schulleitung: Direktor als Detektor – aber leider null Effektor. Ein strenger Blick durch den Flur, und schon wirkt es, als hätte man die digitale Welt im Griff. In Wahrheit erkennt dieser Blick höchstens, ob irgendwo das Licht brennt.
@Katze
Ich muss ja meine Exegese Fähigkeiten üben, daher werde ich es an Ihrem Text versuchen.
Sie halten also es für falsch zu versuchen, die Handy Nutzung einzuschränken?
Oder stört Sie nur die Methode?
Nach meiner durchaus langjährigen Erfahrung funktioniert ein Nutzungsverbot sehr wohl, auch wenn es im Einzelfall durchbrochen wird.
Das Nutzungsverbot hat sich bewährt, es ist zwar mit Aufwand verbunden aber die positiven Effekte überwiegen um Größenordnungen.
Eine Handytasche könnte dazu beitragen, negative Effekte weiter zu verringern, ob sich der Aufwand lohnt, müsste man ausprobieren.
“Die Schule habe verschiedene Optionen geprüft, darunter Schließfächer für rund 800 Schülerinnen und Schüler. Diese seien jedoch aus Platz- und Kostengründen verworfen worden.”
Wer übernimmt jetzt die Kosten für diese Magnettaschen? Rainer Zufall schwärmte ja auch vor kurzem davon, dass seine Schule Handytaschen beschlossen habe. Meine Frage nach der Kostenübernahme beantwortete er aber auch nicht.