
An 84 Thüringer Grundschulen wird ab heute jeden Tag zwanzig Minuten extra gelesen. Die Leseförderung ist Teil des sogenannten Lesebandes, mit dem Schülerinnen und Schüler verschiedene Formen des Lautlesens üben sollen, wie das Bildungsministerium mitteilte. Die Schüler sollen demnach vorlesen und zuhören, mitlesen oder im Tandem lesen. Auch Lesen im Chor oder Vorlesetheater seien möglich.
Das gemeinsame Lesen soll den Angaben zufolge in den Schulalltag integriert werden und nicht zusätzlich dazu kommen. Mit der wöchentlichen zusätzlichen Lesezeit sollen die Basis- und Kernkompetenzen im Bereich Mathematik und Deutsch nachhaltig verbessert werden. Die Einführung des Lesebands sei eine Maßnahme im Rahmen der «Lese-Schreiben-Rechnen-Garantie».
Unterstützung durch Stiftungen
Ziel der Landesregierung ist es, das Leseband an allen der rund 400 Grundschulen im Freistaat einzuführen. In den kommenden zwei Schuljahren soll die Leseförderung jeweils an weiteren 100 Grundschulen starten. Das Leseband wird von der Auridis-Stiftung und der Crespo-Foundation unterstützt, die dafür jeweils bis zu 431.000 Euro bereitstellen. Das Leseband wird inzwischen in mindestens 14 der 16 Bundesländer an Grundschulen praktiziert – allerdings in sehr unterschiedlichem Umfang: teils landesweit verpflichtend, teils als Pilotprojekt oder an einzelnen Schulen. News4teachers / mit Material der dpa
Mehr Zeit zum Lesenlernen: “Leseband” wird (nach guten Erfahrungen) ausgeweitet
Mal eine rein logistische Frage: Wenn eine Grundschulklasse aus 20 Kindern besteht, darf jedes Kind rein rechnerisch eine Minute pro Tag laut etwas vorlesen, also wenn es hoch kommt eine viertel oder halbe Buchseite. Das finde ich besser als nichts, aber auch nicht mehr. Oder verstehe ich da etwas falsch?