BERLIN. Eine Reportage der BR-Sendung „Klar“ mit Julia Ruhs über angeblichen Islamismus an einer Berliner Grundschule sorgt für scharfe Kritik von Eltern und Schulleitung. Sie werfen dem Beitrag vor, Aussagen von Kindern aus dem Zusammenhang gerissen und in ein politisches Narrativ eingeordnet zu haben. Auslöser waren Szenen über Konflikte rund um das Fasten im Ramadan – ein Thema, das nach Darstellung der Schule längst pädagogisch bearbeitet war. Kein Einzelfall: Wie rechte Medien Schulen dafür instrumentalisieren, einen Religionskampf herbeizuschreiben.

„Junge Männer in Berlin-Neukölln, die deutsche Gesetze offen ablehnen. Schüler, die dem Lehrer ‚Auch dich kriegt der IS!‘ an die Tafel schreiben. Ein Attentäter, der in München eine Mutter und ihr Kind tötet und vor Gericht den Islamisten-Finger zeigt. Ein Film zeigt, wie sich die islamistische Ideologie im deutschen Alltag ausbreitet – von der Grundschule bis zur tödlichen Radikalisierung.“
Mit diesen dramatischen Sätzen leitet die „Bild“-Zeitung eine Folge der Sendung „Klar“ des Bayerischen Rundfunks (BR) ein, die von der umstrittenen Journalistin Julia Ruhs moderiert wird. Die Reportage trägt den Titel „Wo der Islamismus Deutschland unterwandert“ und befasst sich unter anderem mit einer Grundschule in Berlin-Neukölln.
Nach einem Bericht der Wochenzeitung der Freitag wurde an der Elbe-Schule rund einen halben Tag gedreht. In der etwa 30-minütigen Sendung entfielen rund drei Minuten auf die Schule. Gezeigt wurden Kinder, die berichten, dass Mitschüler sie während des Ramadan teilweise dazu aufforderten, tagsüber nichts zu essen. Drei Kinder kamen zu Wort, zwei weitere sangen ein sogenanntes „Friedenslied“.
Nach Darstellung des Freitag fehlte in der ursprünglichen Fassung ein entscheidender Kontext. Die Schule sei gezielt angefragt worden, weil sie solche Spannungen in der Vergangenheit erfolgreich bearbeitet habe. Im ausgestrahlten Beitrag hätten sich die Aussagen jedoch ausschließlich auf Konflikte rund um das Pausenbrot im Ramadan konzentriert, ohne die pädagogische Einordnung oder bereits erreichte Lösungen deutlich zu machen.
„Wir sind alle sehr geschockt, die Gemeinschaft in der Schule ist sehr gut, aber die Kinder wurden für den Beitrag exponiert“
Nach der Ausstrahlung wandten sich mehrere Eltern an die Zeitung. Sie erklärten, ihre Kinder seien „durch eine manipulative Wiedergabe ihrer Aussagen zur Illustration eines vorgefertigten politischen Narrativs missbraucht“ worden. Die Mutter eines beteiligten Kindes sagte: „Von der Schule wurde uns gesagt, der Beitrag sei über Diversität an Neuköllner Schulen. Ich habe die Unterschrift im Vertrauen gesetzt, weil es ja der BR war.“ Weiter erklärte sie: „Die journalistische Intention dieses Beitrags ist offensichtlich. Die haben einen halben Tag dort gefilmt und nur wenige Ausschnitte gezeigt, die Aussagen der Kinder wurden aus dem Kontext gerissen.“
Eine weitere Mutter sagte dem Freitag: „Wir sind alle sehr geschockt, die Gemeinschaft in der Schule ist sehr gut, aber die Kinder wurden für den Beitrag exponiert.“ Sie bezeichnete den Beitrag als „hetzerisch und reißerisch“ und sprach von „Neukölln-Bashing“. Wörtlich erklärte sie: „Es wird eine Spaltung zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen inszeniert.“ Ein weiteres Elternteil, das anonym bleiben wollte, sagte laut „Freitag“, dem eigenen Kind sei „nicht im Entferntesten klar gewesen“, dass das Thema Ramadan im Mittelpunkt stehen würde. Die Gespräche am Drehtag hätten sich aus Sicht des Kindes allgemein um die Schule gedreht.
Auch die Schulleiterin Deniz Taner äußerte Kritik. Sie erklärte dem „Freitag“, sie fühle sich „in einem populistischen Kontext instrumentalisiert“. Die Anfrage sei telefonisch erfolgt und aus ihrer Sicht nicht ungewöhnlich gewesen. Es habe für sie zunächst wie eine übliche journalistische Anfrage gewirkt. Die Einverständniserklärungen für die Eltern habe sie weitergeleitet, nachdem sie diese von der Redaktion erhalten hatte. Erst nach Ausstrahlung habe sich für sie der Zusammenhang des Beitrags anders dargestellt.
Der Bayerische Rundfunk widerspricht dieser Darstellung. Auf Anfrage der Welt erklärte der Sender, die Schule sei „von Beginn an klar über den Fokus der Dreharbeiten informiert“ worden. Thema sei „Fasten im Ramadan als Konfliktthema auf dem Schulhof und die Bedeutung religiöser Toleranz“ gewesen. Frühere Konflikte seien durch einen Elternbrief dokumentiert worden, aus dem in der Sendung zitiert worden sei. Die Schule werde in dem Beitrag zudem als „Vorzeigeschule“ dargestellt.
Nach Beschwerden von Eltern wurde der Beitrag nachträglich verändert. Der BR erklärte dazu, einzelne Eltern hätten ihre Einwilligung widerrufen. Daraufhin seien entsprechende Szenen entfernt oder unkenntlich gemacht worden. Konkret wurde nach Angaben des Senders eine Sequenz entfernt, in der Schülerinnen über das Fasten sprechen, zudem wurde eine Szene mit singenden Kindern verpixelt. In den Mediatheken ist nur noch die bearbeitete Fassung abrufbar.
„Schulen brauchen Unterstützung in ihrer Arbeit – keine Schlagzeilen, die sie nachträglich zum Schauplatz politischer Symboldebatten machen“
Der Fall ist nicht der einzige, in dem schulische Konflikte im Zusammenhang mit dem Ramadan von rechten Medien dramatisiert wurden. Im März berichtete News4teachers über einen Streit an der Joseph-Beuys-Gesamtschule im nordrhein-westfälischen Kleve. In einer fünften Klasse war es während des Ramadan zu Auseinandersetzungen darüber gekommen, ob und wie im Schulalltag gegessen werden sollte.
Die Bezirksregierung Düsseldorf erklärte dazu, es habe sich um „Unstimmigkeiten, die für das Alter der Kinder nicht untypisch sind“ gehandelt. Der Konflikt sei im Klassenrat besprochen worden. Eine Verpflichtung für nicht fastende Kinder, ihr Essen zu verstecken oder einzuschränken, habe es nicht gegeben. Wörtlich heißt es: „Eine Verpflichtung, dies zu verbergen oder einzuschränken, besteht nicht.“
Die „Bild“-Zeitung berichtete unter der Überschrift „Ramadan-Streit! Schüler sollen Pausenbrot heimlich essen“ über den Fall. Im Text wurde der Eindruck vermittelt, es gebe eine entsprechende schulische Regel. Die Schulaufsicht widersprach dieser Darstellung ausdrücklich. Nach ihren Angaben sei im Klassenrat thematisiert worden, dass einige Kinder fasten und andere nicht. Ziel sei ein respektvolles Miteinander gewesen. Missverständnisse seien durch Kommunikation entstanden.
Die Landeselternschaft der integrierten Schulen in Nordrhein-Westfalen (LEiS-NRW) sieht darin ein Beispiel für eine zunehmende Tendenz, schulische Alltagssituationen aus ihrem pädagogischen Kontext zu lösen und zu politischen Konfliktbildern zu überhöhen. In einer Stellungnahme erklärt die Landeselternschaft, der Konflikt unter den Kindern werde von der Schule pädagogisch aufgearbeitet – ein Vorgehen, das zum professionellen Alltag von Schulen gehöre. Gleichwohl sei der Vorfall innerhalb kurzer Zeit zu einem migrations- und religionspolitischen Symbolfall stilisiert worden.
„Schulen brauchen Unterstützung in ihrer Arbeit – keine Schlagzeilen, die sie nachträglich zum Schauplatz politischer Symboldebatten machen. Wer pädagogische Alltagssituationen zum Kulturkampf erklärt, beschädigt Vertrauen statt Lösungen zu schaffen“, hieß es.
Der Norddeutsche Rundfunk hatte die Zusammenarbeit mit „Klar“-Moderatorin Ruhs im September 2025 beendet, nachdem rund 250 Mitarbeiter die Sendung als zu einseitig kritisiert hatten. Seitdem moderiert die Journalistin nur noch BR-Produktionen der Sendung. Ruhs, die sich selbst als „rechts“ verortet, ist zudem Kolumnistin der „Bild“-Zeitung.
Sie selbst schreibt auf „X“ zu dem aktuellen Fall: „Wir haben einen Film gemacht über radikale religiöse Einflüsse, Islamismus und (Grenzen von) Toleranz in der Demokratie. Wenn darüber diskutiert wird, hat sich unsere Recherche gelohnt“ – kein Wort zu den Vorwürfen, journalistisch unsauber gearbeitet und eine Schule verleumdet zu haben. News4teachers
Wie „Bild“ einen Fünftklässler-Streit zum migrationspolitischen Kampfthema macht
Haha! Anders als die BILD oder Klar, werden in diesem Forum keine Menschen den Kolleg*innen vor Ort in den Rücken fallen, um billige Schüsse gegen Extremist*innen abzufeuern! 😀
Aber schön, dass die Eltern da Lärm machen, vielleicht kommt da noch eine Richtigstel.. kleiner Spaß, da wird journalistisch nichts aufrichtig aufgegriffen
Haben Sie den Beitrag überhaupt gesehen? Falls ja, sagen Sie mir doch bitte ganz konkret, was an der Darstellung der Schule anstößig ist … ich erwarte aber eher nicht.
Wo schrieb ich, dass etwas “anstößig” sei?
Die Eltern vor Ort beschwerten sich über die Einseitigkeit der Berichtserstattung.
Verwundert mich nicht wirklich nach dem veranstalteten “Wirbel”, als Frau Ruhs Anzahl an Sendungmoderationen genau gleich blieb ^^
Wortklauberei ersetzt Argumente…
In der jetzigen Fassung des Beitrags kann ich Ihre Ansicht zur Darstellung der Schule nur unterstützen. Da sehe ich ebenfalls keinen Mißbrauch von Schüler-Aussagen, um problematisches Verhalten von Kindern als islamistisches Problem darzustellen.
Die Eltern vor Ort an der Schule kritisieren es – vielleicht fühlen die sich da direkter angesprochen…
Die alte Fassung ist ja leider nicht mehr zugänglich. Es hätte mich schon interessiert, ob da noch was zu finden wäre.
Dann verwenden Sie doch die richtigen.
Die Eltern unterstellten Frau Ruhs die unausgewohene Berichterstattung, ja?
Wenn Julia Ruhs eine Reportage macht, sollte jedem klar sein, was ihre Intention ist, in ihrer Rolle verkauft sie sich und all den geschürten Hass sehr gut und teuer, da ist ausgewogene Berichterstattung bestenfalls zweitrangig.
Wo genau wird denn da “Hass” geschürt? Ich konnte das beim Sehen des Beitrags nicht entdecken.
Muslimische Grundschüler fälschlicherweise im Kontext Islamismus darzustellen – soll was genau, wenn nicht Konflikte schüren?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Wieso fälschlicherweise? Gab es die Vorfälle gar nicht?
Nicht jeder Konflikt ist islamistisch – beigelegte schon gar nicht. Und die Beilegung dann zu unterschlagen, grenzt an bewusstes Lügen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Islamismus ist Überzeugung, dass der Islam das soziale, politische und persönliche Leben leiten sollte. Wenn die Vorfälle stattgefunden haben, was nach meinem Verständnis nicht einmal die Schulleitung negiert, waren sie islamistisch.
Quark. Jeder religiöse Mensch ist der Meinung, das seine Religion das soziale, politische und persönliche Leben leiten sollte – in Deutschland gibt es sogar Parteien, die das Christentum im Namen führen. Sind das deshalb Christanisten?
Hier die sachlich korrekte Definition des Bundesinnenministeriums: “Islamismus ist eine Form des Extremismus. Unter Berufung auf den Islam zielt er auf die Abschaffung der freiheitlichen demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland ab.” Quelle: https://www.bmi.bund.de/DE/themen/sicherheit/extremismus/islamismus-und-salafismus/islamismus-und-salafismus-node.html
Hier werden Kinder in die Nähe von Terroristen gerückt, um eine migrantenfeindliche und rassistische Agenda zu propagieren – darum geht es.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Natürlich kann von sich von religiösen Gedanken leiten lassen. Wenn es aber extrem wird, ist es eben extremistisch. Und wenn ich die Religionsfreiheit des anderen eben nicht respektiere, dann ist das zu kritisieren.
Mit geht es gar nicht darum, die Sendung “schönzureden”, denn sie scheint tatsächlich nicht ausreichend differenziert. Dass Sie als Redaktion das Problem “schönreden”, das es ja sogar laut der Schulleitung gab, das leuchtet mir aber nicht ein.
Wir reden nichts schön, wir berichten über Probleme – hier zum Beispiel: https://www.news4teachers.de/2026/02/ramadan-theologe-khorchide-warnt-vor-wachsendem-fastendruck-an-schulen/
Aber sachlich und fundiert eingeordnet, ohne eine rechtspopulistische Kampagne á la Springer daraus zu machen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Woher haben die Kinder denn die fixe Idee fasten zu müssen? Jeder Muslim weiß, dass das Quatsch ist. Und das diese Idee den anderen Kindern aufgezwungen wurde, ist ja wohl belegt. In welchen Kontext würden Sie das denn sonst setzen? Im übrigen wurde in der gesamten Sendung fein zwischen Islam und Islamismus unterschieden.
Ich habe den Beitrag über die Schule auch eher so verstanden (und so wurde es auch gesagt), dass sie ein gutes Beispiel gibt, wie man sich solchen Tendenzen entgegenstellt.
Oha – “das diese Idee den anderen Kindern aufgezwungen wurde, ist ja wohl belegt”. Bei bundesweit 1,6 Millionen Schülern muslimischen Glaubens wird es vermutlich tatsächlich Kinder geben, die überziehen. Es soll Gerüchten zufolge sogar christliche oder atheistische Schüler geben, die hin und wieder Unsinn machen.
Nur kommt keiner auf die Idee, das zu politisieren.
Zur Position des Verbands Muslimischer Lehrkräfte in Deutschland: https://www.news4teachers.de/2026/03/ramadan-muslimische-lehrkraefte-wenden-sich-gegen-sozialen-druck-zu-fasten/
Die betroffene Schule hat es übrigens anders verstanden, wie Sie dem Beitrag entnehmen können.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Die betroffene Schule oder ein paar besonders engagierte Eltern? Und schon kommt wieder Whataboutsim … aber es gibt doch auch Christen, die so sind. Sie nutzen die selben Techniken, wie die Rechtsextremen. Auch die Verhamlosung, wie “Unsinn machen” fällt da drunter.
Und nochmal: In dem Beitrag wurde ganz klar zwischen Islam und Islamismus differenziert. Trotzdem wird das jetzt wieder in einen Topf geworfen (genau wie rechts und rechtsextrem). Die Probleme, die im Beitrag beschrieben werden sind real. Das ändert sich auch nicht, wenn einige das nicht sehen wollen.
“Die betroffene Schule oder ein paar besonders engagierte Eltern?” Die Schulen eben nicht, wie die Recherche anderer Medien jeweils gezeigt hat – offenbar aber einzelne auf Krawall gebürstete Eltern.
Was würden Sie davon halten, wenn wir einzelne Eltern mobilisieren würden, um gegen Lehrkräfte zu hetzen? Wäre eine leichte Übung… und entspräche genau diesem Vorgehen. “Die Probleme sind real” – klar, es gibt unter gut einer Million Lehrkräfte in Deutschland wohl auch den ein oder anderen Fragwürdigen.
Aber genug, um daraus eine Kampagne zu stricken?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ich sehe da nur leider keine “Kampagne” und auch kein “hetzen”. Aber ok.
Wir schon. Gerne nur mal die Springer-Medien verfolgen: “Jahrelang normalisierten die Springer-Zeitungen „Bild“ und „Welt“ rechtsextremes Gedankengut.” Gerne hier nachlesen: https://www.freitag.de/autoren/hanno-hauenstein/elon-musk-kommt-wie-gerufen-aber-springer-schafft-den-rechtsruck-auch-alleine
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Weil alle katholischen Nordiren Mitglieder der IRA sind – ab Geburt.
Die Öffentlichen wollen hal für ALLE Menschen ein Angebot machen :/
Ja und? Ist Auftrag des ÖRR. Alle gesellschaftspolitisch relevanten Positionen in die Programmgestaltung mit einbeziehen – ausgenommem extremistische.
Und von Extremismus finde ich bei dem Format Klar nichts – mal unabhängig davon, wie berechtigt oder nicht, die Kritik an diesem einen konkreten Punkt der Berichterstattung sein mag.
Mal ganz abgesehen von der Sendung: der Bayerische Rundfunk ist ein “rechtes Medium”? Seit wann denn das?
Die Sendung “Klar” ist es – nach dem Selbstverständnis der Moderatorin. Herzliche Grüße Die Redaktion
„ Die Sendung “Klar” ist es – nach dem Selbstverständnis der Moderatorin.“
Ist das Ihre Meinung oder haben Sie diesbezügliche Aussagen der Moderatorin, wonach sie die Sendung „Klar“ als rechtes Medium versteht?
Zitat: “Ich glaube, für den NDR bin ich zu rechts”, Quelle: https://www.zeit.de/kultur/film/2025-09/ndr-julia-ruhs-klar-br-vorwuerfe-gxe
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Nachtrag: Nach kürzerem Googeln würde ich Frau Ruhs auch als Rechtspopulistin einstufen.
Warum bekommt so jemand bei den öffentlich-Rechtlichen eine Sendung?
Rechtspopulismus ist ein lukratives mediales Geschäftsfeld – rechtspopulistische Medien (von Springer bis “Nius”), die mit Krawall und Hetze Auflage machen, verdienen (oftmals auch noch finanziert von Milliardären mit politischer Agenda) sehr gutes Geld, weshalb es solche Medien mittlerweile wie Sand am Meer gibt.
Dem Trend glauben sich auch die Öffentlich-Rechtlichen offenbar nicht entziehen zu können.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Weil Sie und andere deren Aussagen zustimmen?
Ich verstehe nicht, warum man jemanden wie Frau Ruhs, deren Positionen ich irgendwo zwischen rechts-mitte-konservativ einordnen würde, also da, wo früher mal die CDU/CSU stand, inzwischen dem Populismus zuordnet.
Und warum es ein Problem sein soll, dass “so jemand” eine Sendung bei den Öffentlich-Rechtlichen bekommt.
Es bekommt ja auch “so jemand” wie z.B. Frau Reschke eine Sendung bei den Öffentlich-Rechtlichen.
Und weil es im ÖRR einen nicht zu übersehenden Überhang an “Reschkes” gibt, versucht man nun mit dem Format Klar ein konservatives Gegenstück als gewissen Ausgleich zu etablieren, weil dem ÖRR wegen seinem offensichtlichen “Reschke-Überhang” die Zuschauer davonlaufen – obwohl sie trotzdem weiter für das Programm bezahlen müssen.
Wenn ich aber für ein öffentlich-rechtliches Fernsehen bezahlen muss, dann will ich da nicht ausschließlich ein Programm sehen, dass meinem eigenen Weltbild nahezu diametral gegenüber steht.
Dann will ich da auch mal meine Positionen vertreten sehen.
Ich halte das in einer Demokratie für ein völlig legitimes Ansinnen.
Also was genau ist jetzt eigentlich das Problem mit Frau Ruhs und ihrer Sendung?
Extreme Positionen haben im ÖRR nichts verloren.
Aber was bitte, ist extrem an Frau Ruhs und ihrer Sendung?
Und wir verstehen nicht, warum man überhaupt weltanschaulichen “Journalismus” macht – und dabei die Fakten biegt, damit die Berichterstattung zur Weltanschauung passt. “Thesenjournalismus” nennt man so etwas – der Autor vertritt eine Position und bringt nur Informationen, die diese bestätigen. Gerne hier nachlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Thesenjournalismus
Das ist schlicht unseriöse Arbeit – im Gegensatz übrigens zu Frau Reschke, die sehr seriöse Arbeit abliefert. Dummerweise ist das die Entwicklung, die wir in den USA längst haben: Vermeintlich konservative Medien (Fox-News) haben sich weitgehend von der Realität verabschiedet und beschallen ihr Millionenpublikum mit Irrwitz. Die Folgen sieht man.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Frau Reschke liefert seriöse Arbeit ab? Das mag sein. Frau Ruhs liefert bisher eigentlich auch ganz seriöse Arbeit ab. Und beide haben ihre Berechtigung im ÖRR.
Ich bin ja nicht diejenige, die diese Berechtigung von einer der Beiden hier in Frage stellt.
Beide sollten ihren Platz haben.
Beide dürfen kritisiert werden. Mich hat nur die Frage von @Mika BB verwundert, warum “so jemand” eine Sendung im ÖRR bekommt.
@Mika – was genau meinten Sie damit?
Frau Ruhs arbeitet für ein Medium – Bild -, das keine seriöse Arbeit abliefert. Und im vorliegenden Beitrag hat sie offensichtlich auch keine seriöse Arbeit abgeliefert.
Zur Arbeit von Bild: “Kein anderes Medium wird vom Presserat so oft gerügt wie Bild.” Quelle: https://www.pro-medienmagazin.de/presserat-bild-kassiert-die-meisten-ruegen/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Nachtrag:
Es sind ja nun nicht nur sog. konservative oder rechte Medien, die Thesenjournalismus betreiben.
Das beherrscht die andere Seite durchaus auch.
Ich sehe da wenig Unterschied.
Wir schon. Wir kennen keine Schulen, die sich über die Berichterstattung vermeintlich linker Medien beschweren.
Springer sammelt hingegen Rügen des Deutschen Presserats im Dutzend, “Nius” lügt, gerichtlich festgestellt: https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/lg-koeln-14o10026-nius-reichelt-buergergeld-essen-buefett-kantine
Wenn Sie den Unterschied nicht sehen, dann ist Ihnen nicht zu helfen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Warum wird hier immer noch nicht erwähnt, dass die Mütter die sich beschwert haben für die AWO und Pro Asyl tätig sind?
Selbst wenn Sie’s wären – ja und? Darf man deshalb deren Kinder instrumentalisieren? Was ist an der Arbeiterwohlfahrt und an Pro Asyl falsch?
Offensichtlich ist Frau Ruhs an die Falschen geraten. Nämlich Menschen, die sich gegen Desinformation wehren. Gut so.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Oha, meinen Sie, Frau Ruh hatte es deshalb auf diese Schule abgesehen? 😛
Frau Ruhs könnte durchaus Schwierigkeiten gehabt haben, überhaupt eine Schule zu dem Thema zu finden…
Na welch fundermentaler Glücksfall für das rechtspopulistische Publikum, dass sie zufällig eine Schule mit echten Islamist*innen gefunden hat 😀
Nein, sie hat die Schule wegen ihrer Vorbildfunktion ausgewählt. Das wird auch im Bericht erwähnt.
Welche Rolle spielt das denn Ihrer Meinung nach?
Jedenfalls gibt’s das Thema “religiöses Mobbing”:
https://www.evangelisch.de/inhalte/253660/14-03-2026/expertin-religioese-konflikte-schulen-weitverbreitet
Und das gab’s in meiner Schulzeit nicht, nie hörte man was davon.
“Man” hörte durchaus davon (Sie vielleicht nicht). Gerne hier nachlesen: https://www.deutschlandfunk.de/katholische-vertriebene-in-der-ddr-treffpunkt-leipziger-zoo-100.html
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Hmm… Probleme zwischen Katholiken, Protestanten und Konfessionslosen gab und gibt es in den “alten” Bundesländern nicht?
https://fis.uni-bamberg.de/server/api/core/bitstreams/8fc8aa9f-e736-4618-9c40-f7eb1c1e49a1/content
Ich hörte da von “Ossis” (Protestanten und Konfessionslosen”), die nach der Wende in den Westen gingen, aber schon anderes. (sind aber sicher nur Einzelfälle!)
Das war ein Beispiel. Doch, gab es im Westen auch. Herzliche Grüße Die Redaktion
Meine Schulzeit war erst lange nach 1945, und in Ihrem Link steht was über Flüchtlinge und Vertriebene in der DDR, aber nicht über religiöses Mobbing unter Schulkindern. Von der Einhaltung religiöser Regeln ist auch nicht die Rede.
Die Rede ist von religiös aufgeladenen Konflikten in Deutschland. Die gab und gibt es auch unter Christen (und hätten sicher auch in Schulen ausgemacht werden können, wenn dieser Konflikt damals irgendwem politisch genützt hätte – so wie heute). Herzliche Grüße Die Redaktion
Sie relativieren. Christliche Konflikte bereiten uns im schulischen Kontext derzeit keine Probleme.
Gerne religiöse Probleme schildern, die Ihnen im schulischen Kontext derzeit Probleme bereiten – konkret.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Und jetzt wählt statistisch gesehen ein Drittel von denen Rechtsextreme – heftig!
Ich habe den Beitrag vor zwei Tagen gesehen und empfand die Darstellung der Reaktion der Schulleitung positiv.
Wichtiger finde ich eher die Frage, weshalb der Ramadan in Grundschulen erlaubt wird, wo eindeutig gesundheitliche Erkenntnisse aus Medizin und Entwicklungspsychologie dagegen sprechen. Kinder sind von der strengen Fastenpflicht ausgenommen, was auch der Zentralrat der Muslime in Deutschland bestätigte. Eine Teilnahme am Unterricht entsprechend der Schulpflicht muss also erfolgen. Religionsfreiheit sollte generell nachrangig hinsichtlich des Kindeswohls behandelt werden, wofür in erster Linie Eltern und in der Schule Pädagoginnen verantwortlich sind.