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„Schäbig“: Frauke Petrys früherer Religionslehrer schreibt sich den Ärger über seine Ex-Schülerin von der Seele

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BERGKAMEN. „Als Lehrer sollte man nichts, schon gar nichts Negatives über seine ehemaligen Schüler kundtun“, schreibt der Autor und pensionierte Religionslehrer Heinrich Peuckmann aus dem nordrhein-westfälischen Bergkamen auf seiner Facebook-Seite.  „Manchmal geht es aber nicht anders, ein solcher Punkt ist nun erreicht.“ Dann liest er der AfD-Vorsitzenden gehörig die Leviten. Dafür erntet er übelste Beschimpfungen von Parteianhängern.

“Intelligent, nicht klug”: AfD-Chefin Frauke Petry. Foto: Metropolico.org / flickr (CC BY-SA 2.0)

„Frauke Petry, Vorsitzende der AfD, hat gestern in einer Pressekonferenz gesagt, dass die Ethnisierung von Gewalt schon vor dem Ankommen von Flüchtlingen in manchen Städten zu Wohngebieten geführt habe, in die sich keine Polizei mehr traue. Auf Nachfrage, ob sie aus eigener Anschauung solche Viertel kenne, nannte sie Bergkamen, wo sie lange gelebt hat und Schülerin unseres Gymnasiums war. Das sei schon früher so gewesen und sei es auch heute noch. Nun gibt es in Bergkamen durchaus Viertel, in denen sich soziale Probleme zuspitzen, aber ein Viertel, in das sich die Bergkamener Polizei nicht mehr traut, gibt es wirklich nicht. Anderen Lügenpresse vorwerfen und selber lügen, wenn es darum geht, sein verschroben undifferenziertes und verachtenswertes Welt- und Menschenbild zu begründen, ist schon schäbig“, so schreibt Peuckmann.

Er berichtet weiter: „Die “Zeit” hat mich mal nach ihr gefragt und ich habe einzig gesagt, dass Frauke eine intelligente Schülerin war. Man muss da, merke ich, begrifflich genau sein, intelligent, nicht klug. Denn mit Klugheit verbindet sich Moral. Die kann ich bei ihr nicht (mehr) erkennen. Sie hat ja auch Religionsunterricht bei uns gehabt und in diesem Unterricht spielten christliche Werte wie Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit, besonders auch Nächstenliebe, die gerade jenem zusteht, der in Not ist (zum Beispiel einem Flüchtling), eine Rolle. Ich freue mich immer, wenn ich ehemalige Schüler treffe, wenn sie mir berichten, wie es weitergegangen ist mit ihnen. Und sie, merke ich, freuen sich auch, wenn sie mich treffen. Jemanden wie Frauke mit so einem Menschenbild und mit plumper Verdrehung der Wahrheit möchte ich denn doch nicht mehr treffen. Das widerspricht allem, für das ich (auch in meiner Literatur) stehe.“

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Peuckmann hat viel Zustimmung für seine Worte bekommen – mehr als 13.000 Menschen haben dafür den „Gefällt-mir“-Button auf Facebook gedrückt. Allerdings wird der Pädagoge auch übel von AfD-Anhängern beschimpft: „Sie stehen für das kaputte System Herr Peugmann. ich würde an ihrer stelle schön brav den Mund halten“, so bedroht ihn beispielsweise ein Nutzer, der seinen Namen mit Mathias Geßner angibt. „Ein Alt-68er, der enttäuscht darüber ist dass er sein verkorkstes Weltbild nicht an jede einzelne Schülerin weitergeben konnte“, so schreibt ein Nutzer unter dem Namen Werner Kurzner. „Nestbeschmutzer“, so nennt ihn ein Kommentator, der sich Georg Lindig nennt. Und ein Jürgen Demmler kommentiert: „Ein seniler abgestumpfter Besenstiel giftelt gegen eine der erfolgreichsten Damen der Bundesrepublik.Ich würde sagen – Sie leiden unter schwerer Demenz und sollten die Antidepressiva auch mal einnehmen,dann geht es Ihnen besser!!!Ein idiot nach Maas!!!“ (Fehler allesamt in den Originalen).  News4teachers

Zum Bericht: Auf Krawall gebürstet – Wie die AfD auch mit der Bildungspolitik Stimmung macht

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