BERLIN. Der Berliner Ex-Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky meldet sich regelmäßig in der „Bild“-Zeitung mit einer Kolumne zu Wort. Sein Thema in dieser Woche: der aktuelle Streik der angestellten Lehrkräfte in Berlin. „Da ging es weniger um soziale Gerechtigkeit, sondern um mehr Kohle für sich selbst“, so ätzt der Sozialdemokrat in Richtung GEW. Allerdings bekommen auch die Genossen von der SPD ihr Fett weg.
Die Entscheidung des SPD-geführten Senats, die Verbeamtung von Lehrkräften in Berlin abzuschaffen, nennt Buschkowsky zum Beispiel eine „krasse Fehlentscheidung“. Die Einstiegsgehälter seien zwar inzwischen deutlich angehoben worden. „Zum kompletten Zurückrudern fehlte dem Senat allerdings leider die Courage. Es kam wie es kommen musste. Lehrer sind inzwischen Mangelware. Schluss mit dicker Hose. Kleinlaut schaltet der Senat heute Werbeanzeigen in Österreich und den Niederlanden.“ Dabei werde mit dem in Deutschland üblichen Lehrergehalt geworben. Buschkowsky: „Von Einstiegsgehältern von 4500 bis 4900 Euro können Lehrer in den anderen Ländern nur träumen.“ Seine Schlussfolgerung: „Größer kann die Diskrepanz nicht sein. Fast doppeltes Gehalt im Vergleich zu unseren Nachbarn und bei uns Streik ob gefühlter Ausbeutung.“
Kein Wort allerdings darüber, dass es beim Lehrerstreik um Angleichung der Gehälter von verbeamteten und angestellten Lehrern geht – gleicher Lohn für gleiche Arbeit, ist das kein anerkennenswertes Prinzip für den Sozialdemokraten Buschkowsky? Und auch kein Wort darüber, dass zwar österreichische Grundschullehrer tatsächlich mehr verdienen (allerdings lediglich gut 50 Prozent mehr und nicht das doppelte) – dafür aber im Alpenland auch eine um fast 25 geringere Unterrichtsverpflichtung haben. So entsteht der Eindruck: Mit der Bild-Kolumne geht es Buschkowsky (ums mit seinen eigenen Worten auszudrücken) weniger um soziale Gerechtigkeit – und mehr um Profilierung für sich selbst. News4teachers
